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Edinburgh

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Edinburgh in Schottland; zu anderen Bedeutungen siehe Edinburgh (Begriffsklärung).
Edinburgh
Koordinaten 55° 57′ N, 3° 13′ W55.95-3.2166666666667Koordinaten: 55° 57′ N, 3° 13′ W
Edinburgh (Schottland)
Edinburgh
Edinburgh
Bevölkerung 486.120 Schätzung 2010
Fläche 262 km² (101,16dep1)
Bevölkerungs­dichte 1855
Verwaltung
Post town EDINBURGH
Postleitzahlen­abschnitt EH1–17
Vorwahl 0131
Landesteil Scotland
Unitary authority Edinburgh
Britisches Parlament Edinburgh West
Schottisches Parlament Edinburgh Western
Website: www.edinburgh.gov.uk

Edinburgh [ˈɛdɪnb(ə)rə] (schottisch-gälisch Dùn Èideann [tuːn ˈeːtʃən]; deutsch Edinburg, amtlich City of Edinburgh) ist seit 1437 (Ermordung Jakob I., bis dahin Perth) die Hauptstadt von Schottland. Seit 1999 ist Edinburgh außerdem Sitz des Schottischen Parlaments. Oberbürgermeister (Lord Provost) ist der Liberaldemokrat und evangelisch-reformierte ehemalige Pfarrer George Grubb.

Edinburgh ist mit etwa 486.000 Einwohnern nach Glasgow die zweitgrößte Stadt Schottlands und verwaltungstechnisch seit 1996 eine der 32 schottischen Unitary Authorities. Die Stadt liegt an Schottlands Ostküste auf der Südseite des Firth of Forth.

Name

Datei:Edinburgh Overview01.jpg
Sicht auf Edinburgh

Edinburgh ist wahrscheinlich benannt nach dem gododdinischen König Clydno Eiddyn (siehe auch Cynon fab Clydno) als Din Eiddyn (Eiddyns Festung), weniger wahrscheinlich nach König Edwin (auch Eadwine oder Æduini) von Northumbria. Anderen Quellen zufolge leitet sich der Name von der gälischen Bezeichnung Dùn Èideann ab, was „Festung am Hügelhang“ bedeutet. Oft wird die Stadt auch „Athen des Nordens“ (nach einem Zitat von Theodor Fontane), „Stadt der sieben Hügel“ oder „Festival-Stadt“ genannt. Sir Walter Scott nannte sie My own romantic town. Überholt ist der Beiname The Auld Reekie, „Die alte Verräucherte“, den Edinburgh seinen früher beständig rauchenden Fabrikschornsteinen verdankte.

Sehenswertes

Zu den markantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen das Edinburgh Castle, der Palace of Holyroodhouse, die National Gallery of Scotland, die National Museums of Scotland, die Princes Street, die königliche Yacht Britannia sowie die Royal Mile. Die Royal Mile besteht aus den Straßen Canongate, High Street und Castlehill. Sie beginnt am Edinburgh Castle und führt über die ehemalige Highland Tolbooth Church, die St. Giles Cathedral (geweiht dem Stadtheiligen Ägidius von St. Gilles), das People´s Story Museum, das Museum of Edinburgh und das John Knox-Haus bis zum Palace of Holyroodhouse. Gegenüber dieses Palastes befindet sich der moderne Bau des schottischen Parlaments. Quer zur Royal Mile verlaufen im Fischgrätenmuster kleine, häufig extrem steile Gassen, die closes, courts oder auch wynds genannt werden. In der Altstadt befinden sich außerdem mehrere große Marktplätze.

Der Park Princes Street Gardens erstreckt sich zwischen dem Castle Rock, auf dem die Burg erbaut wurde und der Princes Street. Wo heute zwischen beiden der Park und der Bahnhof liegen, umgaben einst Sumpfland und Seen den Berg, wie noch auf älteren Gemälden zu sehen.

Mit der Princes Street beginnt die georgianische „New Town“, die sich mit ihren rechtwinklig angelegten Straßen weiter nach Norden erstreckt. Entlang dieser Straße reihen sich mehrere Denkmäler und Monumente. In der „New Town“ befinden sich am Picardy Place die römisch-katholische Kathedrale von Edinburgh, die St. Mary’s Cathedral, ein neugotischer Bau von 1814.

Der Royal Botanic Garden Edinburgh befindet sich nördlich des Stadtzentrums. Westlich des Botanischen Gartens liegen der Zoo und die Gallery of Modern Arts.

Eine wunderbare Aussicht über die Stadt bietet sich von dem vulkanischen 251 Meter hohen Arthur’s Seat. Die Salisbury Crags befinden sich am Fuß des Berges.

Im Hafen von Leith, am sogenannten Ocean Terminal, liegt die ehemalige königliche Yacht HMY Britannia, die besichtigt werden kann. Der getrennte Hafen und der Burgberg haben dazu beigetragen, dass Edinburgh auch „Athen des Nordens“ (Vergleich Piräus - Akropolis) genannt wird.

Datei:Edinburghpano09.jpg
Panorama eines Teils der Altstadt Edinburghs

Gilmerton Cove ist eine Aneinanderreihung artifizieller unterirdischer Gänge und Kammern, die unter dem Edinburgher Vorort Gilmerton aus dem lokalen Sandstein geschnitten wurden.

Edinburgh
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Edinburgh
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Max. Temperatur (°C) 6,2 6,5 8,7 11,1 14,2 17,3 18,8 18,5 16,2 13,2 8,7 6,9 Ø 12,2
Min. Temperatur (°C) 0,3 0,0 1,5 3,1 5,7 8,7 10,3 10,2 8,4 5,9 2,1 0,9 Ø 4,8
Niederschlag (mm) 57 42 51 41 51 51 57 65 67 65 63 58 Σ 668
Regentage (d) 17,2 13,6 16,2 14,0 14,4 13,3 13,1 15,2 16,5 16,7 16,3 16,3 Σ 182,8
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Quelle: WMO

Stadtwappen

Edinburgh hatte schon seit dem 14. Jahrhundert ein Stadtwappen, es wurde aber erst 1732 vom Lord Lyon King of Arms offiziell erwähnt. Nach der Verwaltungsreform 1975 gab der City of Edinburgh District Council nach historischer Vorlage ein neues Wappen in Auftrag: Im Schild, über dem die schottische Krone und ein Admiralitätsanker prangen, ist der schwarze Basaltfelsen mit der Burg zu erkennen, deren Türme rote Fahnen tragen. Das Stadtmotto „Nisi Dominus Frustra“, dem 127. Psalm entnommen, proklamiert, dass ohne die Hilfe Gottes nichts von Dauer sein kann. Schildhalter sind ein Mädchen und eine Hirschkuh, das Symbol des heiligen Ägidius, des Schutzpatrons der Stadt. Die Burg war im Mittelalter als Castrum Puellarum - Burg der Mädchen - bekannt, der Überlieferung nach ein sicherer Hort für Prinzessinnen.[1]

Verwaltung und Politik

Edinburgh ist die historische Hauptstadt von Schottland und der früheren Grafschaft Edinburghshire, die heute Midlothian heißt. Neben Glasgow, Dundee und Aberdeen war Edinburgh seit 1890 eines der vier Counties of cities in Schottland. 1975 wurde Edinburgh zu einem District der Region Lothian und 1996 wurde die Stadt im Rahmen der Einführung einer einstufigen Verwaltungsstruktur zur Unitary Authority „City of Edinburgh “. Edinburgh ist auch eine der Lieutenancy Areas von Schottland.

Der Edinburgh City Council umfasst 58 Sitze, die sich seit der Kommunalwahl 2007 wie folgt auf die Parteien verteilen:[2]

Partei Sitze
Liberal Democrats 17
Labour Party 15
Scottish National Party 12
Conservative Party 11
Scottish Green Party 3

Wirtschaft

Traditionell ist Edinburgh ein wichtiges Handelszentrum, das Schottland mit Skandinavien und Kontinentaleuropa verbindet. Die Bedeutung des Hafens von Leith hat allerdings in den letzten Jahrzehnten stetig abgenommen.

Die traditionelle Wirtschaft der Stadt, „Bücher, Bier und Kekse“, geht durch die Wirtschaftsflaute drastisch zurück, der Dienstleistungssektor bildet jedoch einen starken Wirtschaftsfaktor. Vor allem Informations-, Bio- und Medientechnologie versprechen auch in Zukunft Wachstum. Die Stadt ist zudem eine Hochburg der Justiz und des Lernens. Nur 3,4 % der 450.000 Einwohner sind arbeitslos.

Kultur

In Edinburgh findet jeden Sommer das Edinburgh Festival statt, welches aus einer Vielzahl - zum Teil namhafter - kultureller Veranstaltungen besteht. Internationale Bedeutung im Bereich Theater und Musik hat dabei das Edinburgh Festival Fringe erlangt. Ebenfalls ein großer Publikumsmagnet ist das Edinburgh Military Tattoo.

Die National Gallery of Scotland beherbergt repräsentative Sammlungen der europäischen Malerei mit einigen bekannten Highlights und zeigt wechselnde Sonderausstellungen. Die Sammlungen der National Galleries of Scotland sind in fünf Galerien im Stadtgebiet von Edinburgh verteilt:

In Edinburgh gibt es eine Vielzahl von Museen, wie z. B. die National Museums of Scotland, das Royal Museum, die National Library of Scotland, das National War Museum of Scotland, das Museum of Edinburgh, das Museum of Childhood und die Royal Society of Edinburgh.

Die Usher Hall ist eine Konzerthalle für klassische Musik im Westteil der Stadt an der Lothian Road. Hier spielt regelmäßig auch das Royal Scottish National Orchestra.

Es existieren zwei Multiplex-Kinocenter sowie das Edinburgh Filmhouse welches das jährliche Edinburgh Film Festival ausrichtet.

Über Edinburghs Gassen und Friedhöfe kursieren diverse Legenden und Geistergeschichten. Deshalb werden für schaulustige Touristen auf der Royal Mile fast allabendlich Gruseltouren (sogenannete Ghost Tours) von verschiedenen Veranstaltern angeboten. Die Touren führen etwa auf den Greyfriars Graveyard oder in den Untergrund.

Edinburgh ist darüber hinaus bekannt für seine Pubs.

Bevölkerung

Die meisten Einwohner Edinburghs sind Schotten, daneben gibt es viele Iren und auch Deutsche, Polen, Italiener, Ukrainer, Pakistaner, Sikhs, Bengalen, Chinesen und Engländer. Innerhalb dieser Mischung klingt auch Ulster häufig durch. Es erfolgt eine Trennung der Schulen für katholische und protestantische Kinder. Im Juli findet in Edinburgh jedes Jahr einer der größten Orange Walks außerhalb Nordirlands statt (zum Gedenken an die Schlachten an der Boyne und bei Aughrim).

Datei:Edinburghfromcastlepano09.jpg
Panorama der Stadt vom Edinburgh Castle aus gesehen

Bildung

Datei:University of Edinburgh, Teviot.jpg
Teviot Row House, das weltweit älteste Haus einer Studentenverbindung

Edinburgh beherbergt drei international bekannte Universitäten, die Edinburgh Napier University, die Heriot-Watt University mit der Edinburgh Business School und die Universität Edinburgh (ebenfalls mit Business School), wobei letztere neben Universitäten wie Oxford oder Cambridge zu den besten Großbritanniens zählt. Seit 2007 kann sich das Queen Margaret University College im Vorort Musselburgh auch Universität nennen.[3]

Sport

Verkehr

Datei:Edinburghtram2008msu.jpg
Geplante Linienführung der Edinburgh Tram

Edinburgh als wichtiger Verkehrsknotenpunkt hat Bahn- und Straßenverbindungen mit dem übrigen Schottland und mit England.

Der öffentliche Verkehr innerhalb der Stadt wird durch ein umfassendes Busnetz bedient, das den größten Teil der Verbindungen ohne Umsteigen (Einzelfahrscheine erlauben kein Umsteigen) abdeckt. Nach positivem Ausgang der Abstimmung im Schottischen Parlament im Juni 2007 (gegen die Vorbehalte der SNP-Minderheitsregierung) haben Vorbereitungsarbeiten für den Bau der Straßenbahn Edinburgh begonnen, die den Flughafen und Granton via Zentrum und Leith Walk verbinden soll. Der Zeitpunkt der Fertigstellung sowie Start- und Endpunkt der ersten Route sind nach mehreren Verzögerungen derzeit unklar.

Zentral in der Stadt gelegen, ist Edinburgh Waverley ein Bahnhof an der East Coast Main Line und teilweise Durchgangsbahnhof, teilweise Kopfbahnhof. Fernverkehr besteht Richtung Mittelengland und London, ScotRail bedient die Verbindungen innerhalb Schottlands.

Der internationale Flughafen Edinburgh befindet sich 13 km westlich der Stadt. Neben den meist innerbritischen Flügen gibt es auch Verbindungen zu europäischen Zielen und in jüngerer Zeit ein paar tägliche Transatlantikflüge.

Neben den Autobahnen M8 nach Glasgow und M9 nach Stirling hat Edinburgh eine umfassende Fernstraßenanbindung an das Straßennetz von Großbritannien und ist beispielsweise Endpunkt der A1 von London.

Edinburgh verfügt über keine überregionale Fährverbindung; der nächste Fährhafen ist das rund 19 km entfernte Rosyth.


Gleichnamige Städte

Schottische Auswanderer haben den Namen Edinburghs in die Welt getragen. Heute findet sich etwa:

Mehrere Städte haben den gälischen Namen Edinburghs, Dunedin, gewählt:

Internationale Partnerstädte

Deutschland München, Deutschland
Italien Florenz, Italien
Frankreich Nizza, Frankreich
Kanada Vancouver, Britisch-Kolumbien, Kanada
Ukraine Kiew, Ukraine
Dänemark Aalborg, Dänemark
USA San Diego, Kalifornien, USA
Neuseeland Dunedin, Neuseeland
Polen Krakau, Polen
China Xi'an, China

Persönlichkeiten

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Edinburgh

Weblinks

 Commons: Edinburgh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Das Stadtwappen von Edinburgh
  2. Council Election Results 2007. City of Edinburgh Council, abgerufen am 4. Februar 2012 (PDF).
  3. BBC NEWS | Scotland | Edinburgh and East | Queen Margaret awarded uni status


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