Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Diskussion:Ansichten eines Clowns

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

"Sein Vater, ein mehr als selbstgerechter Unternehmer, war nicht einmal in der Lage, Hans Schnier zu unterstützen, als er in seiner Jugend einen NS-Jugendführer als Nazischwein beschimpft hatte, nachdem dessen einziger Kommentar zum versehentlichen Selbstmord eines Jungen in seinem Panzerfaustnachwuchstraining war: „Na zum Glück war es ein Waisenjunge.“"

Diese Beschreibung des Vaters in der Inhaltsangabe halte ich für fehlerhaft, denn der Vater unterstüzt Hans Schnier, indem er, während der Diskussion um die Bestrafung für die Beschimpfung, seine Hände schützend auf Hans Schultern legt. Diese Reaktion des Vaters hebt Schnier auch selbst in der späteren Unterhaltung mit dem Vater positiv hervor.

Es ist ebenfalls ein inhaltlicher Fehler. Der Junge stirbt erst als Hans bereits zur Strafe einen Panzergraben ausheben muss. Die Beleidigung fällt im Zusammenhang mit einer "Rede" von Kalick in der er von einem Jungen erzählt der bereits mit 10(?) Verdienstkreuz erhalten hatte. Auf eine Zwischenfrage nach dem Namen antwortet Hans (scherzhaft) mit "Rübezahl". Es kommt zu einer Prügelei bei der er das Wort "Nazischwein" verwendet.

Vergleiche hierzu: Ende Kapitel 4

Hans Schnier Asperger?

Die Hauptperson Hans Schnier zeigt durchaus deutliche Züge des Aspergersyndroms. Darauf sollte man den Roman einmal aus fachlicher Sicht untersuchen. Ich habe mich beim (x-fachen) Lesen des Romans schon gefragt, ob der Vater wirklich der Vater von Hans ist, und nicht einer der "Künstler", für die sich die Mutter interessiert.

Musicologus 13:11, 23. Dez. 2006 (CET)

Noch einige Gedanken. Hans Schnier ist zum einen eine fiktive Person, zum anderen ist er in seiner Gesamtheit als Person für den Leser nicht greifbar. Ich greife aber mal einige Punkte heraus, die anzeigen, daß Heinrich Böll in seinem Roman einen Menschen mit Asperger Persönlichkeit darstellt. Das Syndrom wurde von Hans Asperger erst in den 40-Jahren beschrieben. Ich nehme an, daß Bölll wahrscheinlich das Syndrom nicht, wohl aber eine Person mit demselben kannte. Auch andere Schriftsteller scheinen eine Vorliebe für Personen mit autistischen Zügen zu haben . Zu nennen wären Figuren aus dem Werk Jules Vernes oder Patrick Süßkinds. Nun aber zu Hans Schnier:

  • Unfähigkeit mit Gleichaltrigen zu interagieren
  • Routinen und Stereotypien (Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, Badewannenrituale, Lauretanische Litanei...)
  • Besondere sensorische Überempfindlichkeit (Gerüche durch das Telefon wahrnehmen)

Musicologus 14:05, 23. Dez. 2006 (CET)


mit der zusprache von krankheiten und syndromen zu prominenten und filmfiguren sollte man vorsichtig sein. hat eine person keine offizielle diagnose oder teilt diese nicht von sich aus der öffentlichkeit mit sollte man es auch darauf beruhen lassen, schliesslich gibt es auch noch sowas wie individualität. :-) --Chi 18:36, 24. Dez. 2006 (CET)

Lauretanische Litanei?

Das Buch endet mit einem beinahe pathetischen Bild: Hans Schnier setzt sich in Bonn auf die Treppe des Bahnhofs und spielt die Lauretanische Litanei auf Gitarre, neben ihm der Hut, den er zu seinen Chaplinparodien getragen hatte. Die Leute halten ihn für einen Bettler, was er vielleicht auch ist, und werfen ihm Geld in seinen Hut. So wartet er dort auf die Rückkehr seiner Geliebten.

Auch diesen Abschnitt finde ich inhaltlich eher ausgedacht und fehlerhaft als nacherzählt.

Ich auch.--Τιλλα 2501 ± 19:53, 18. Aug. 2007 (CEST)
Ich auch
Leider habe ich im Moment das Buch nicht griffbereit; aber, wenn ich mich recht entsinne, singt er nicht, wie er ursprünglich vorhatte, die Lauretanische Litanei, sondern irgendetwas vom Papst Johannes, der CDU, Müllers Esel und Müllers Kuh. --Amberg 23:59, 18. Okt. 2007 (CEST)
Meine Erinnerung hat nicht getrogen. Entsprechend korrigiert. --Amberg 23:35, 19. Okt. 2007 (CEST)

Achtung Urheberrecht

Der Artikel ist zu Teilen identisch mit folgender Quelle http://referaty.hledas.cz/referat/19465/9/heinrich-boll--ansichten-eines-clowns--werkanalyse--nj

z.B.: Er spricht über seinen alten Lehrer, der seinen Schülern Nationalsozialistische Werte vermittelt hat, jedoch nie ein Parteibuch besaß, und nach dem Krieg eine glänzende Karriere in hohen pädagogischen Ämtern angegangen ist, offiziell als Mann mit „weißer Weste“. Er spricht über einen Schriftsteller, überzeugter Nazi, der ein Buch schrieb, in dem es um eine deutsch-französische Liebe geht, und da die Protagonisten am Ende heiraten, hatte der Autor 10 Monate Schreibverbot bekommen; nach dem Krieg ließ er sich als Widerstandskämpfer feiern und betonte immer wieder, er habe Schreibverbot von den Nazis bekommen. -- 85.183.215.92 17:20, 20. Sep. 2007 (CEST)

Abgekupfert? und Schwächen im Artikel

Vorweg: Das Foto finde ich absolut unpassend. Es zeigt den alten Böll, nicht den zur Entstehunszeit mittelalten Mann. Zudem bebildert es nicht den Roman. Braucht dieser Artikel überhaupt ein Foto?

Seltsam finde ich, dass schon 2007 darauf hingewiesen wurde, dass der Inhalt des Artikels weitgehend mit einer obskuren tschechischen Quelle identisch ist, und nichts passierte. Gerade in diesen Tagen, wo das Thema "Plagiat" aktuell ist wie nie, wundert diese Gleichgültigkeit schon.

Der Artikel schreibt ja nichts grob Falsches, aber ist doch vom Gehalt her sehr dünn und eindimensional. Sprache und Stil kommen, wie leider so häufig bei Literatur-Artikeln in der Wikipedia, überhaupt nicht vor.

Das mit dem Asperger-Syndrom halte ich für einen nicht uninteressanten Hinweis. Die von Böll extrem überzogen gezeichnete Hauptfigur hat zumindest einen gewaltigen, sagen wir es geradeheraus, Tick in der Musik und agiert manisch, was nicht mehr mit Kummer über die Adenauer-Ära und verdrängte Nazi-Vergangenheit der Elterngeneration erklärbar ist. Er ist ja auch bei Licht besehen kein professioneller Clown, sondern ein durchgedrehtes Jüngelchen aus bestem Hause, das seine Grenzen austestet und seine Mitmenschen mit bizarrem Verhalten schikaniert, allen voran die Betschwester Marie. Warum diese seltsam blutleere katholische Jungfrau ausgerechnet in wilder Ehe mit dem Protagonisten zusammen lebt, bleibt eines der größten Rätsel der deutschen Literatur. Böll neigte ja bekanntlich zum konstruierenden Überziehen seiner Figuren bis ins Maßlose, aber hier treibt er es nun doch zu bunt. Eigentlich ist der Clown eine unausstehliche Figur, ein egomaner Moralapostel von eigenen Gnaden, ein kleinkarierter Spießer mit spießigen Gewohnheiten zudem, was zu dem Gestus des selbsternannten Rebellen nicht so recht passen will. Irgendwann beginnt man beim Lesen die Figur zu hassen und der hilflose Vater tut einem ein bisschen leid. Nach dessen Tod wird aus dem "Bettler" dann doch wohl eher ein reicher Erbe werden, so what. Dass Böll selber den Roman später weitgehend für missraten hielt, ehrt ihn. Er muss bei der Abfassung eine schwere persönliche Krise gehabt haben.

Dass der bei Erscheinen viel kritisierte Roman später von der deutschen Hippie-Generation wiederentdeckt wurde und teilweise bei einigen zu einer Art Bibel für unangepasstes und anti-autoritäres Verhalten wurde, wirft ein bezeichnendes Licht auf jene Ära und ist aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht höchst vergnüglich und interessant. Und belegt ein Missverständnis: Autoritärer und gnadenloser als dieser Möchtegern-Clown ist wohl kaum eine Figur bei Böll;-). Somit ist dieser auch sprachlich verrutschte Roman weniger literarisch als rezeptionshistorisch von Belang.--78.50.29.180 15:08, 27. Feb. 2011 (CET)

Nachwort 1985

Nur damit es nicht verlorengeht: Die Löschung dieser Passage aus dem Artikel ist sicher ok, denn sie gehört nicht zum Inhalt und ist auch viel zu unbestimmt, als dass ein Leser etwas mit ihr anfangen könnte. Aber vielleicht hat ja jemand Zugriff auf dieses "Nachwort 1985" und kann die "wichtigen Selbstaussagen" Bölls in den Artikel einbauen? Oder noch besser Sekundärliteratur, die auf diesem Nachwort basiert? Gruß --Magiers (Diskussion) 19:58, 13. Apr. 2012 (CEST)

Erzählte Zeit

"Der Roman umfasst insgesamt nur eine Zeitspanne von wenigen Stunden, beginnend bei der Ankunft in Bonn." Das ist unpräzise, da im Roman in Form von Rückblenden die Ereignisse aufgerollt werden. Hier müsste zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit bzw. den verschiedenen Erinnerungsebenen unterschieden werden. (nicht signierter Beitrag von 79.227.50.192 (Diskussion) 15:32, 16. Aug. 2014 (CEST))