Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Dietmar Rothermund

Aus Jewiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Dietmar Otto Ernst Rothermund (* 20. Januar 1933 in Kassel; † 9. März 2020[1]) war ein deutscher Historiker und Professor für Geschichte Südasiens an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Leben und Werk

Dietmar Rothermund studierte Geschichte und Philosophie in Marburg, München und Philadelphia. In den USA wurde er 1959 mit einer Arbeit zur amerikanischen Sozialgeschichte promoviert. Nach seinem Studienabschluss reiste er im Januar 1960 nach Indien und beschloss, seine Forschungen künftig Südasien zu widmen. 1963 erhielt er eine Assistentenstelle an der Universität in Heidelberg am neu gegründeten Südasien-Institut Heidelberg, das auf Betreiben von Werner Conze eingerichtet worden war.

Dort erfolgte 1968 die Habilitation mit dem danach als Standardwerk geltenden Werk Die politische Willensbildung in Indien, 1900–1960. Kurz darauf erhielt er die Professur für die Geschichte Südasiens. Seine Schwerpunkte waren die Geschichte der politischen Ideen Indiens, dessen Agrarsystem während der Kolonialzeit, die Person Mahatma Gandhis und die indische Wirtschaftsgeschichte. Ab 1. August 1986 war er auch Geschäftsführender Direktor des Südasien-Instituts. 1991 initiierte er die Heidelberger Südasiengespräche, die ihn nicht zuletzt auch als Indienkundigen in Deutschland und bei den Medien bekannt werden ließen. 2001 wurde Rothermund emeritiert.

Von 1997 bis 2006 hatte Rothermund den Vorsitz der European Association of South Asian Studies inne. Dietmar Rothermund war Mitglied im Vorstand in der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde und in der Indo-German Consultative Group.

Für sein wissenschaftliches Werk und in Anerkennung für seinen Einsatz bei der Verbreitung des indienkundlichen Wissens erhielt Rothermund 2011 das Bundesverdienstkreuz sowie im gleichen Jahr den alle drei Jahre verliehenen Rabindranath Tagore-Kulturpreis der Deutsch-Indischen Gesellschaft.[2][3]

Rothermunds zahlreiche Schriften zur indischen Geschichte in deutscher Sprache gelten in ständig aktualisierter und erweiterter Form als Referenzwerke und wurden – selten für einen deutschen Historiker – in mehrere, zum Teil außereuropäische Sprachen übersetzt und mehrfach wieder aufgelegt.

Rothermund war mit einer Inderin verheiratet. Er starb im März 2020 im Alter von 87 Jahren.

Ehrungen

Schriften (Auswahl)

Rothermund verfasste 38 Monographien und 20 Sammelbände als Herausgeber, so etwa das Jahrbuch für Außereuropäische Geschichte Periplus. Einige seiner Werke liegen auch in Bengali, Telugu, Türkisch und Chinesisch vor.

  • Geschichte Indiens. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 4. überarb. u. aktual. Aufl. München : C.H. Beck 2018 (Beck'sche Reihe 2194) – Kurzgefasste Geschichte der indischen Neuzeit
  • Geschichte Indiens. Von der Induskultur bis heute (zusammen mit Hermann Kulke). 3. aktual. Aufl. München : C.H. Beck 2018 - 1. Aufl. 1982, 2. verb. u. aktual. Aufl. 1998, 3. Aufl. 2018
  • Gandhi und Nehru. Zwei Gesichter Indiens (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. Bd. 656, Geschichte, Politikwissenschaft). Kohlhammer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-17-021342-5.
  • Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57067-4 (Lizenzausgabe. (= Bundeszentrale für Politische Bildung. Schriftenreihe. 731). Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 2008, ISBN 978-3-89331-900-8).
  • Mahatma Gandhi (= Beck'sche Reihe. 2322). Beck, München 2003, ISBN 3-406-48022-5; 3., aktual. Aufl. 2019 unter dem Titel: Gandhi. Der gewaltlose Revolutionär, ISBN 978-3-406-73996-5.
  • Krisenherd Kaschmir. Der Konflikt der Atommächte Indien und Pakistan (= Beck'sche Reihe. 1505). Beck, München 2002, ISBN 3-406-49424-2.
  • Indische Geschichte vom Altertum bis zur Gegenwart. Literaturbericht über neuere Veröffentlichungen von Hermann Kulke, Horst-Joachim Leue, Jürgen Lütt und Dietmar Rothermund. Historische Zeitschrift (HZ), Sonderheft 10. München : Oldenbourg 1982 – Gute Übersicht über Stand und Fragen der Forschung bis 1982
  • Indische Geschichte in Grundzügen. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989 – ND d. 2. durchges. u. erw. Aufl. 1986 u.d.T. Grundzüge der indischen Geschichte; 1. Aufl. 1976

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Dietmar Rothermund aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.