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David Hoffmann

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David Hoffmann
Reb Hoffmann umkreist den Tisch ... (Illustration der Jüdischen Zeitung, Ausgabe vom 2. November 2012, Seite 24)
David Zwi Hoffmann mit seiner Frau Zerline

David Zwi Hoffmann (geb. 24. November 1843 in Verbó, Kaisertum Österreich; gest. 20. November 1921 in Berlin), Verfasser des Schu't Melamed Leho'il, der Godoil von Berlin, war einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten seiner Zeit in Deutschland, Bibel- und Talmudforscher und ein Gegner der Bibelkritik, er lieferte im Rahmen seines sehr umfangreichen Werks u. a. Übersetzungen und Kommentare zu Leviticus und Deuteronomium (1905 f., 1913 ff.) und verfasste das Werk Der Schulchan Aruch (1885).

Als er noch in Eisenstadt war, lernte er bei den zwei Tora-Grössen Raw Esriel Hildesheimer und Mahara'm Schick. Von 1866 bis 1868 studierte er Philosophie und Orientalistik in Wien, anschließend bis 1870 in Berlin und Tübingen, wo er 1871 über den Talmud-Weisen Samuel Arioch promoviert wurde. Seit 1873 war er Dozent am Rabbinerseminar in Berlin; seit 1899, nach Hildesheimers Tod, zudem Rektor des Seminars bis zu seinem eigenen Tod im Jahr 1921.

Aufgrund seiner aussergewöhnlichen Hatmada im Lernen und vom vielen Sitzen hatte Reb David Zwi in seinem fortgeschrittenen Alter ernsthafte gesundheitliche Probleme. Sein Arzt, Dr. Preuss, der Verfasser des Refu'a BaTalmud, der ihn mit grösster Hingabe behandelte, verschrieb ihm, dass er nach jeder Mahlzeit eine halbe Stunde gehen müsse. Dr. Preuss begnügte sich aber nicht damit, es nur zu verschreiben, sondern kam auch einmal persönlich bei ihm vorbei, um sicherzustellen, dass der Raw seinen Rat auch wirklich befolgte. Er fand den Raw in seinem Lernzimmer, wie er in ein Buch vertieft war und während einer halben Stunde ganz gehorsam und willig rund um den Tisch lief ...! Das Gehen durfte ihn nicht von seinem Lernen abhalten.

Gegen Ende seines Lebens wurde die Stimme von Reb David Zwi schwächer, er war aber nicht bereit, deswegen auf seine Schiurim zu verzichten. Man stellte ihm während des Schiurs jeweils einen Becher Wein auf den Tisch, von dem er immer wieder einen Schluck nahm, um sich zu stärken. Als er ernsthaft krank wurde, war sein Talmid, Raw Jona Merzbach, bei ihm, der später Rosch Jeschiwa der Jeschiwa Kol Tora war. Er stand ihm sehr nahe. Der Zustand des Raws war sehr schlecht und er konnte kaum einen Laut aus seinem Munde bringen. Raw Jona neigte jedoch sein Ohr nahe an seine Lippen und konnte sein Flüstern verstehen. Zu seiner Verwunderung hörte er von seinem Lehrer, dass er zwei bestimmte halachische Entscheidungen, die er in seinem Sefer abdruckte, zurückziehe. Raw Jona wollte die Worte sofort aufschreiben, hatte jedoch keine Feder und kein Papier. Des schweren Zustands wegen wollte er seinen Rebbe auch nicht für einige Sekunden verlassen. Reb Jona nützte deshalb den Frost auf den Fensterscheiben und schrieb das Gehörte mit seinen Fingern vorübergehend auf. Einige Momente danach starb Reb David Zwi.

Auch Raw Hoffmanns Ehefrau - eine Tochter des Gaon Raw Jona Rosenbaum aus Zahl bei Würzburg - war eine gelehrte jüdische Frau, die sich insbesondere in Hilchot Terefot ein sehr grosses Wissen angeeignet hatte. Mit ihr hatte er öfters halachische Dispute und überliess ihr zuweilen auch religionsgesetzliche Fragen zur Entscheidung, insoweit sie von Frauen an ihn herangetragen wurden.

Werke (Auswahl)

Literatur

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