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Chaim Sanwel Abramowitz

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Der Ribnitzer Rebbe inmitten seiner Anhänger
Das Grab des Rebben, worüber ein Zelt errichtet wurde (2010)

Chaim Sanwel Abramowitz, der Ribnitzer Rebbe, auch: Rimnitzer Rebbe (geb. 1902 in Botoșani; gest. 18. Oktober 1995 in Monsey/New York), war ein noch heute von sehr vielen Menschen verehrter grosser chassidischer Zaddik und "Wunderrabbi" in Rîbnița, Moldawien (Transnistrien).

Leben

Im Alter von nur drei Jahren verlor er seinen Vater. Später wurde er ein Anhänger von Rabbi Avrohom Matisyohu des Schtefanescht-Chassidut und lebte als Mohel, Schochet und Chasan während des Stalin-Regimes in der UdSSR und praktizierte dennoch ein vollumfängliches religiöses jüdisches Leben.

Die russischen Nichtjuden verehrten und fürchteten ihn zugleich. Die KGB-Leute schickten ihre Frauen und Kinder zu ihm, damit sie sich von ihm segnen lassen sollten, und erwarteten tatsächlich Wundertaten, die er ihnen zuteil werden lassen sollte. Tausende Menschen suchten ihn jährlich auf, vor allem aus Moldawien und der Ukraine, und setzen diese Besuchspraxis auch nach seinem Tode an seinem Begräbnisort bis auf den heutigen Tag fort.

Der Ribnitzer fastete sehr häufig, übte sich im Schlafentzug und tauchte mehrmals täglich im Dnister und später in anderen Flüssen oder in der Mikwe unter, unabhängig von Jahreszeit und Witterung, wobei er im russischen Winter zuweilen mit einer Axt allein unterwegs war und nur durch das Abhacken dicker Eisschichten Zugang zum Wasser gewinnen konnte. Berührungen durch andere Menschen, auch wenn diese rein zufällig waren, konnten ihn dazu veranlassen, sofort wieder nach einer Möglichkeit zu suchen unterzutauchen, um sich zu reinigen. Ob jemand als Gabbai für ihn in Frage kam, konnte dieser daran ermessen, ob der Rebbe sich nach einer Berührung darauf beschränkte, sich lediglich die Hände zu waschen. Manchmal wartete man stundenlang darauf, dass er nun endlich das Dawenen begann. Jedes Mal kam er von der Mikwe hinauf, fühlte eine weitere Unreinheit und eilte wieder hinunter - was sich einige Male wiederholen konnte.

Sein "Tikkun Chatzos", seine mitternächtliche Gebetspraxis, wobei er sich in Sack und Asche kleidete, dauerte regelmässig 6 bis 7, zuweilen sogar 12 Stunden. Er weinte dabei so stark und langanhaltend, dass er bei Tagesanbruch wortwörtlich in einer Schlammmasse sass, die sich aus der Asche und den Tränen gebildet hatte.

1972 verliess er Russland und liess sich im Mattersdorf-Viertel Jerusalems nieder, wo er einige Jahre lebte, bevor er in die USA weiterzog. Dort lebte er - nach dem Tod von Rebbetzin Murmeltier halbnomadisch von Gemeinde zu Gemeinde weiterziehend - u. a. in Miami, Los Angeles, Boro Park, Seagate (Brooklyn) und zuletzt in Monsey.

Er starb nach Sukkot 1995 in Monsey und wurde auf dem Friedhof der Wischnitzer Chassidim begraben.

Eine charakteristische Episode

Folgende, für den Rebben typische Geschichte wird über ihn erzählt: Schon als sehr alter Mann rutschte er einmal auf dem Gehsteig aus und fiel der Länge nach hin. Seine Gabbaim eilten sofort herbei, um ihm aufzuhelfen. Aber er lag dort vollkommen erstarrt und wollte sich keineswegs erheben oder aufhelfen lassen. Die Gabbaim fragten ihn: "Sind Sie in Ordnung?"

Er antwortete: "Ja, ich suche meine Seele und versuche zu verstehen, warum HaSchem mich fallen liess." Ohne Erfolg versuchten die Gabbaim ihn davon zu überzeugen, dass es zuweilen vorkomme, dass ältere oder sogar auch jüngere Menschen ausrutschen und hinstürzen, aber er antwortete nur: "Nichts geschieht durch Zufall. Es gibt keine Unfälle". So blieb er noch eine ganze Weile liegen und beratschlagte sich später noch mit anderen Tora-Weisen, um herauszufinden, was seinen Sturz verursacht haben und wie er das Problem zukünftig lösen könnte.

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