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Chérif Kouachi

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Chérif Kouachi (* 29. November 1982 in Paris; † 9. Januar 2015 in Dammartin-en-Goële) war ein französischer islamistischer Terrorist, der zusammen mit seinem Bruder Saïd Kouachi den Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 verübte, bei dem sie zwölf Menschen töteten und über zehn weitere verletzten.

Leben

Chérif Kouachi wurde als Sohn aus Algerien stammender Eltern im 10. Arrondissement von Paris geboren und war französischer Staatsbürger.[1][2] Er war eines von vier Geschwistern.[1] Als er zwölf war, starben seine Eltern und er wuchs zunächst in einem Kinderheim in Rennes auf.[1] In seiner Schulzeit in Rennes versuchte er vergeblich, professioneller Fußballspieler zu werden. Stattdessen erlangte er ein Diplom als Fitnesslehrer.[2] Später zog Chérif Kouachi gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Saïd zurück nach Paris, wo sie im 19. Arrondissement lebten. Er ging einer Tätigkeit als Pizzabote nach und hoffte auf Möglichkeiten, Erfolg mit Rap-Musik zu erlangen.[1] Zwischen 2002 und 2003 begann er, sich für den Islam zu interessieren und mit seinem Bruder regelmäßig die Moschee Adda'wa in der Nähe der Metrostation Stalingrad zu besuchen.[1] Hier kamen sie mit dem salafistischen Hetzprediger Farid Benyettou in Kontakt, was zu einer religiös-politischen Radikalisierung der Brüder führte.[1][3] Auslöser hierfür waren nach Aussage Chérif Kouachis Bilder des Abu-Ghuraib-Folterskandals.[4] Benyettou führte die Brüder in eine Gruppe ein, die Kämpfer gegen die US-Streitkräfte im Irak rekrutierte.[1] Im Januar 2005 beabsichtigte Chérif Kouachi, sich über Syrien in den Irak abzusetzen, wurde aber noch in Frankreich festgenommen und 2008 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt, von der die Hälfte auf Bewährung ausgesetzt wurden.[2] Nach der Haftentlassung galt Kouachi bei der französischen Polizei als Kleinkrimineller.[2] Er nahm eine Tätigkeit als Fischverkäufer in einem Supermarkt in Conflans-Sainte-Honorine auf, wo er bis 2010 tätig war. In dieser Zeit heiratete er.[1] Er geriet 2011 in den Verdacht, an einer geplanten Befreiung des algerischen Terroristen Smaït Ali Belkacem beteiligt gewesen zu sein, der wegen der Anschlagsserie in Frankreich 1995 verurteilt worden war. Das Ermittlungsverfahren wurde jedoch 2013 eingestellt.[1]

Am 7. Januar stürmten Chérif Kouachi und sein Bruder Saïd die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo und töteten zwölf Personen. Im ersten Fluchtfahrzeug fand die Polizei den Personalausweis von Saïd, was die Behörden auf die Spur der Täter brachte. Zwei Tage später wurden beide Brüder in einer Druckerei in Dammartin-en-Goële gestellt und im Feuergefecht kamen mit der Polizei getötet.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Daniel-Dylan Böhmer, Gesche Wüpper: Vom Möchtegern-Rapper zum religiösen Fanatiker, Die Welt Online vom 8. Januar 2015.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Raniah Salloum: Tatverdächtige Chérif und Saïd Kouachi: Kleine Gauner aus der Provinz, Spiegel Online vom 8. Januar 2015.
  3. Gudula Hörr: Vom Kiffer zum Dschihadisten – Die Terroristen-Brüder von Paris. Bericht auf n-tv.de vom 8. Januar 2015 (abgerufen am 11. Januar 2015).
  4. Sie mordeten kaltblütig und effizient: Frankreich hat neue Staatsfeinde, Focus Online vom 8. Januar 2015.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Chérif Kouachi aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.