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Burgdorf BE

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BE ist das Kürzel für den Kanton Bern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Burgdorf zu vermeiden.
Burgdorf
Wappen von Burgdorf
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern
Verwaltungskreis: Emmentalw
Gemeindenummer: 0404i1f3f4
Postleitzahl: 3400–3402
UN/LOCODE: CH BGF
Koordinaten: (614265 / 211786)47.0569447.626393533Koordinaten: 47° 3′ 25″ N, 7° 37′ 35″ O; CH1903: (614265 / 211786)
Höhe: 533 m ü. M.
Fläche: 15.60 km²
Einwohner: i15'907 (Fehler: Ungültige Zeitangabe)[1]
Arbeitslosenquote: 4,0 % (2010)[2]
Ausländeranteil: 14,4 % (Dezember 2006)[3]
Stadtpräsidentin: Elisabeth Zäch (SP)
Website: www.burgdorf.ch
Schloss Burgdorf

Schloss Burgdorf

Karte
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Über dieses Bild
w

Burgdorf (französisch Berthoud, berndeutsch Burtlef) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Emmental des Kanton Bern, Schweiz.

Zitat von der Webseite der Stadt: Burgdorf ist kein Dorf, sondern eine Stadt. Die Burg jedoch steht da, bloss nennt man sie Schloss.

Geschichte

1175 wurde Burtorf = Burg Bertolfs (Berchtolds) im Zusammenhang mit einer Schenkungsurkunde Herzog Berchtolds IV. von Zähringen erstmals erwähnt, was sich aber nur auf die Burg bezog, da die Stadt erst im Entstehen begriffen war. Dass der Name der Stadt in obiger Weise vom Namen des Zähringerherzogs herkommt, ist nicht ganz unumstritten, jedoch die mehrheitlich vertretene Meinung der Historiker. Jedenfalls wurde in späterer Zeit der Zusammenhang nicht mehr verstanden, so dass der erste Teil des Namens als Burg gedeutet wurde. Der zweite Namensbestandteil -dorf ergibt jedenfalls wenig Sinn, da Burgdorf seit sehr alter Zeit über ein Stadtrecht verfügt. Das Haus Zähringen starb 1218 aus. Damit war der Traum dieses Adelsgeschlechts von der Errichtung eines territorial geschlossenen Fürstenstaats im Raum Süddeutschland-Deutschschweiz geplatzt. Ein Grossteil des Erbes, so auch Burgdorf, kam ans Haus Neu-Kyburg, das in komplizierter Weise mit dem Hause Habsburg verwandt war. Von den Kyburgern hat die Stadt das Wappen (schwarz-weiss mit gelber Einfassung).

1273 trat die so genannte Goldene Handfeste[4] in Kraft, die älteste erhaltene Fassung des Burgdorfer Stadtrechts. Manche Bestimmungen blieben über 500 Jahre, bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft, in Kraft. Vermutlich haben die Kyburger vorbestehende Rechte aus der zähringischen Zeit übernommen und erweitert. Insgesamt erhielt die Stadt eine weitgehende Autonomie vom Adelsgeschlecht der Kyburger.

1384 kam die Stadt in den Besitz der Stadt Bern. Hintergrund ist der rasante wirtschaftliche Niedergang des Hauses (Neu-)Kyburg. In ihrer Finanznot wandten sich die Kyburger zuerst an ihre mächtigen Verwandten, die Habsburger. Dies löste Abwehrhaltungen in der bürgerlichen Burgdorfer Führungsschicht aus, da (wohl nicht ganz zu Unrecht) eine Beschneidung der weit gehenden Autonomie vom Fürstenhaus befürchtet wurde. Die aufstrebende Stadt Bern packte die Gelegenheit beim Schopf und belagerte die Stadt. Kyburg leistete im Burgdorferkrieg von 1383/84 anfänglich militärischen Widerstand, musste sich aber schliesslich fügen. Formell wechselte Burgdorf durch Kauf die Hand; Bern wollte den Anschein einer unrechtmässigen Aneignung vermeiden, und die verarmten Kyburger brauchten das Geld.

Bei einem Grossbrand in der Oberstadt brannten 1706 rund 60 Häuser ab. 1729 wurde erstmals eine erste Solennität (noch heute durchgeführtes Schulfest, die „Solätte“) auf Anregung vom Dekan Johann Rudolf Gruner, der auch Gründer der Stadtbibliothek ist, durchgeführt.

Johann Heinrich Pestalozzi entwickelte von 1800 bis 1804 seine Unterrichts- und Erziehungsmethode in Burgdorf und begründet diese theoretisch in seinem Hauptwerk Wie Gertrud ihre Kinder lehrt.

1899 wurde die Burgdorf-Thun-Bahn als erste elektrische Vollbahn Europas eröffnet. Die Motorisierung im 20. Jahrhundert hatte schließlich zur Folge, dass 1989 die gesamte Oberstadt für verkehrsfrei erklärt wurde. Im Herbst 2002 wurde das aus privaten Mitteln finanzierte Museum Franz Gertsch eröffnet.

Archäologische Untersuchungen der letzten Jahrzehnte erlauben es, die bauliche Entwicklung der Stadt im Mittelalter besser zu verstehen. Siehe auch Abschnitt Literatur.


Quellen

  • Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, II. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Bern, Zweiter Teil: Rechte der Landschaft, Band 9: Die Rechtsquellen der Stadt Burgdorf und ihrer Herrschaften und des Schultheißenamts Burgdorf von Anne-Marie Dubler, Aarau 1995 [1].

Wirtschaft und Bildung

In der Stadt gibt es mehrere Maschinenfabriken und Medizintechnikfirmen.

Burgdorf wird auch die „Stadt der Schulen“ genannt. Den Grundstein für die Schulstadt legte 1798 Johann Heinrich Pestalozzi, der während fünf Jahren in Burgdorf tätig war. Er errichtete in Burgdorf eine Volksschule und ein Lehrerseminar im Schloss.

Im Laufe späterer Jahrzehnte wurden in Burgdorf nebst den Grundschulen auch das grösste Gymnasium des Kantons Bern, das Technikum (heutige Fachhochschule) sowie eine grosse Berufsschule aufgebaut. Die Departemente Architektur, Holz und Bau und Technik und Informatik der Berner Fachhochschule sind hier vertreten.

2009 wurde die politische Diskussion über eine weitergehende Zentralisierung der Fachhochschule begonnen, so dass auch der Standort Burgdorf diskutiert wird. [5] Im Februar 2011 wurde der Grundsatzentscheid des Regierungsrates bekannt: Ziel sei es, durch die Konzentration der BFH an den Standorten Bern und Biel, die Fachhochschule im schweizerischen Wettbewerb zu stärken. Somit wird mittelfristig der Standort Burgdorf geschlossen.[6]

Bis heute setzt sich Burgdorf für ein flächendeckendes und hochwertiges Bildungssystem ein und stärkt den Bildungsstandort Burgdorf mit Schulen und Ausbildungsstätten von regionaler Bedeutung. Die Stadt investiert deshalb auch in den Bau neuer Schulanlagen und in den Aufbau eines regionalen Bildungszentrums am Standort.

Gesundheitswesen

Burgdorf verfügt über ein öffentliches Spital mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Es bildet zusammen mit dem Spital Langnau die Regionalspital Emmental AG.

Politik

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zur Vorlage
Von 40 Sitzen entfallen auf:

Vollamtliche Stadtpräsidentin ist seit 2009 Elisabeth Zäch (SP). Die übrigen sechs Mitglieder der Exekutive, die Gemeinderat heisst, sind nebenamtlich. Der Gemeinderat ist seit den Wahlen vom 25. November 2012 parteipolitisch folgendermassen zusammengesetzt: 2 SP, 1 FDP, 1 SVP, 1 BDP, 1 GFL, 1 EVP. Die Legislatur dauert vier Jahre. Der Gemeinderat wird nach Majorzwahlrecht gewählt, wobei die Wahl des Stadtpräsidenten am selben Tag wie die übrigen städtischen Wahlen erfolgt, aber als separate Wahl. Eine schweizweite Besonderheit des Wahlverfahrens der Burgdorfer Exekutive besteht darin, dass seit 2004 nur ein Wahlgang stattfindet, d. h. es genügt für die Wahl das relative Mehr.

Seit 1921 hat Burgdorf als Legislative ein Parlament, das Stadtrat heisst und 40 Mitglieder zählt. Vorher bestand eine Gemeindeversammlung. Der Stadtrat wird seit seiner Gründung nach dem Proporzwahlrecht gewählt. Die momentane (Stand Januar 2013) parteipolitische Zusammensetzung lautet: 11 SP, 7 SVP, 7 BDP, 5 FDP (davon 1 JF), 4 GFL, 2 EVP, 2 glp, 1 EDU, 1 CVP.[7] Das Präsidium des Stadtrats wechselt jedes Jahr (Neuwahl jeweils an der letzten Sitzung des vorangehenden Jahres) und wird nach ungeschriebenen Regeln abwechselnd unter den Parteien vergeben; 2013 ist Rolf Ingold von der BDP Stadtratspräsident.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1764 1850 1880 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Einwohner 1225 3636 6549 8404 9772 11'586 13'936 15'888 15'379 15'373 14'714

Städtepartnerschaften

Burgdorf pflegt offizielle Partnerschaften mit

Mit den anderen Zähringerstädten werden freundschaftliche Verbindungen gepflegt.

Kunst, Kultur

Veranstaltungen

  • Die Solätte (Solennität) ist ein Volksfest, welches in Burgdorf jeweils am letzten Montag des Monats Juni gefeiert wird. Die erste Solätte fand 1729 mit einem Schulumzug statt. Der Schulumzug ist noch heute Teil davon. Am 26. Juni 2005 wurde die 275. Solätte gefeiert.
  • 1993 und 1994 fanden die ersten Burgdorfer Krimitage statt. Seitdem wird dieses Krimifestival alle zwei Jahre durchgeführt, das sich um fiktive, literarische, theatralische und reale Krimis dreht.

Sehenswürdigkeiten

  • Spätgotische Stadtkirche 1471–1490
  • Altstadt, mit Gassen, Plätzen und zahlreichen historischen Gebäuden
  • Schloss Burgdorf
  • Museum Franz Gertsch
  • Luginbühl-Museum im alten Schlachthaus
  • Schützenmatte mit Sandstein-Flühen
  • Ehemaliges Kornhaus (beherbergte von 1991 bis 2005 ein Museum für schweizerische Volkskultur)
  • Ehemalige älteste Apotheke in Burgdorf war die „kleine Kirchbühl-Apotheke“
  • Siechenhaus und Kapelle

Burgdorfer Schriftsteller

Der jenische Schriftsteller Albert Minder lebte in Burgdorf. 1926 bis 1928 war er Stadtrat als Abgeordneter der SPS. Seine wichtigsten Werke: Der Sohn der Heimatlosen (1925) und Die Korberchronik – Aus dem Wanderbuch eines Heimatlosen (1948). Im Steinhofquartier ist ein Weg nach ihm benannt.

Persönlichkeiten

Bilder

Panorama über die Schützenmatte mit Gisnauflüe

Weblinks

 Commons: Burgdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Armand Baeriswyl, Stadt, Vorstadt und Stadterweiterung im Mittelalter. Archäologische und historische Studien zum Wachstum der drei Zähringerstädte Burgdorf, Bern und Freiburg im Breisgau (Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters 30), Verlag Schweizerischer Burgenverein Basel 2003. ISBN 3-908182-14-X.
  • Jürg Schweizer, Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Land, Bd. 1, Die Stadt Burgdorf (Die Kunstdenkmäler der Schweiz 75), Birkhäuser Verlag Basel 1985.

Einzelnachweise

  1. Ungültiger Metadaten-Schlüssel Quelle
  2. Mitarbeiter: Gemeindesuche. (HTML) Arbeit. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (deutsch, Eingabe Burgdorf. Jahresdurchschnitt).
  3. Mitarbeiter: Entwicklung der Wohnbevölkerung in der Gemeinde Burgdorf. (HTML) Ausländer. In: Offizielle Webseite. Stadtmarketing Burgdorf, 31. Dezember 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (deutsch, seit 2006 nicht mehr nachgeführt).
  4. Ernst Theodor Gaupp: Deutsche Stadtrechte im Mittelalter, mit rechtgeschichtlichen Erläuterungen. Zweiter Band, Breslau 1852, S. 117-142, online.
  5. http://www.ahb.bfh.ch/NR/rdonlyres/AE97CFA3-4989-435E-957D-C96B60C8135B/0/20091110_dRegion_2.pdf Mitteilung zur Standortdiskussion der FH
  6. Berner Fachhochschule wird in Bern und Biel konzentriert (02.02.2011). In: Medienmitteilung des Kantons Bern. Abgerufen am 26. Mai 2011.
  7. http://www.burgdorf.ch/2673.html abgerufen am 18. Januar 2013
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