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Bruno Epple

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Handschriftliche Widmung mit datierter Unterschrift des Autors, 2010.

Bruno Epple (* 1. Juli 1931 in Rielasingen; † 11. August 2023 in Allensbach[1]) war ein deutscher Gymnasiallehrer, Maler und Dichter, der vor allem durch seine in bodenseealemannischem Dialekt geschriebenen Mundartgedichte Bekanntheit erlangte.

Leben

Seine Kindheit und Jugend verlebte Bruno Epple in Radolfzell am Bodensee. Seit 1965 lebte, malte und schrieb er in Wangen auf der Höri am Bodensee. Er war seit 1960 verheiratet mit der Augenoptikerin Doris Scholz (1931–2020).[2]

Bruno Epple starb im August 2023 im Alter von 92 Jahren.

Ausbildung, Beruf

Nach der Volksschule ging Epple vier Jahre auf die Oberrealschule in Radolfzell („Mettnau-Oberschule“) und ab 1946 auf das Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz. 1950 wurde Epple ein Freiplatz in der Stiftsschule Engelberg angeboten, wo er dann 1952 seine Altsprachliche Eidgenössische Maturität des Kantons Unterwalden absolvierte. 1952 begann er das Studium der Philosophie, Germanistik, Romanistik und Geschichte in Freiburg, wechselte 1954 nach München und war 1956–1957 Deutsch- Assistent am Collège Moderne de Garçons in Rouen.[3] Im Jahr 1959 legte Epple in Freiburg das Staatsexamen in Deutsch, Geschichte und Französisch ab.

Nach Referendars- und Assessorenzeit an Schulen in Konstanz und Singen war er 1962 bis 1965 Lehrer am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Konstanz und 1965 bis 1989 am Gymnasium Radolfzell tätig, wo er 1972 zum Gymnasialprofessor ernannt wurde. 1989 ging Epple in den Vorruhestand und lebte seitdem als freier Autor, Maler und Bildhauer.

Mitgliedschaften und Auszeichnungen

Bruno Epple war Mitglied des deutschschweizerischen Zweigs der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. (englisch, Poets. Essayists. Novelists., deutsch: Poeten. Essayisten. Dichter.).

Literarisches Werk

Bruno Epple schrieb Gedichte und kurze Prosatexte in Alemannisch und Hochdeutsch.[3] Erste Gedichte in bodenseealemannischem Dialekt entstanden 1955, angeregt durch sein Studium der mittelhochdeutschen Sprache. Zwischen 1992 und 2009 erschienen seine hochdeutsch geschriebenen Kindheitserinnerungen in drei Bänden.

Hochdeutsch

  • Vom Geist der Kathedrale. Gedichte. Mit Linolschnitten von Fritz Möser. Martin, Buxheim a. d. Iller 1958.
  • mit Lieslott Walz: Glaskunst. Leben und Werk der Künstlerin. Paul Haupt Verlag, Bern-Stuttgart 1981.
  • mit Dino Larese: Besuch bei Bruno Epple. Amriswiler Bücherei, Amriswil 1982.
  • mit Ursula Wolf, Achim Fenner: Scheffel, Herr der Mettnau. Erinnerungsschrift zum 100. Todestag von Joseph Viktor von Scheffel 9. April 1986. Förderverein Heimatmuseum u. Stadtgeschichte, Radolfzell 1986.
  • Einbildungen. Lebensstationen in Bildern und Texten. Mit Beiträgen von Bruno Epple, Helen Meier, Martin Walser u. a. Rosgarten, Konstanz 1990
  • Das Buch da. Prosa. Edition Maurach 2, hrsg. v. Gisela Linder und Martin Walser. Gessler, Friedrichshafen 1992.
  • Den See vor Augen. Gessler, Friedrichshafen 1992. (Erster Band der Kindheitstrilogie), 2. Auflage 1996, 3. Auflage 2000.
  • Im Zug zurück. Stationen einer Kindheit. Mit elf farbigen Bildbeigaben. Gessler, Friedrichshafen 1997. (Zweiter Band der Kindheitstrilogie), 2. Auflage 1998.
  • Auf die Höri muss man eigens wollen. Thurgauer Jahrbuch, Band 78 (2003); e-periodica.ch.
  • Seegefilde. Bilder und Texte. Verlag Robert Gessler, Friedrichshafen 2004, ISBN 3-86136-089-6.
  • Lyrik im Fingerhut. Zabel, Radolfzell 2006.
  • Vor allem der See – Erinnerte Kindheit. Gessler, Friedrichshafen 2009. (Dritter Band der Kindheitstrilogie).
  • Gedichte zum Auflesen. Zabel, Radolfzell 2010.
  • Erntedankfest – Ein Lesebuch. Vorwort von Martin Walser. Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011, ISBN 978-3-86351-014-5
  • Blatt um Blatt. Gedichte eines Malers. Klöpfer & Meyer Verlag, Tübingen 2016, ISBN 978-3-86351-518-8.
  • Prosa-Etüden. Klöpfer & Meyer Verlag, Tübingen 2018, ISBN 978-3-86351-528-7.

Alemannisch

  • Dinne und Dusse. Alemannische Gedichte vom Hegau-Untersee. Mit Linolschnitten von Curth Georg Becker. Rosgarten Verlag, Konstanz 1977, ISBN 3-87685-066-5.
  • Hirtenweihnacht. In seealemannischer Mundart für Spieler, Sänger, Instrumente. Text Bruno Epple. Musik: Gunther Langer. Uhl, Radolfzell 1971, Neuauflage Friedrichshafen 1996.
  • reit ritterle reit. Gedichte in der Mundart vom Bodensee. Stadler, Konstanz 1979.
  • Wosches. Sechzig vergnügliche Lektionen zur alemannischen Mundart. Südkurier, Konstanz 1980.
  • Wosches 2. Weitere sechzig vergnügliche Lektionen zur alemannischen Mundart. Südkurier, Konstanz 1981.
  • Wosches 3. Nochmals sechzig vergnügliche Lektionen zur alemannischenn Mundart. Südkurier, Konstanz 1983, Neuauflage von Wosches 1−3: Südverlag, Konstanz 1995.
  • Doo woni wohn. Alemannische Gedichte. Verlag Robert Gessler, Friedrichshafen 1998. ISBN 3-86136-028-4.
  • mit Walter Berschin: Walahfrid Strabos Lob der Reichenau auf alemannisch. Mit einem Beitrag von Walter Berschin über Walahfrid Strab und sein Metrum Saphicum. Gessler, Friedrichshafen 2000.
  • Alemannisch vom See. Lyrik von Bruno Epple, gelesen vom Autor. Bernd Konrad: Saxophon. CD. Produktion des SWR Tübingen. Spieldauer 45:05, Freiburg: Freiburger Music Forum.
  • Ein Konstanzer Totentanz. Leichenlamento im Dialekt. Aufgeführt vom Stadttheater Konstanz 1982, dort als Freilichtspiel 2007. Greuter, Hilzingen 2007.
  • Joachim Scholz (Hrsg.): Der Minnesänger Burkart von Hohenfels. Sechs Lieder aus dem Codex Manesse in die alemannische Mundart übertragen von Bruno Epple. Mit Beiträgen von Bent Gebert und Sigmund Kopitzki. Forum Allmende, Sipplingen 2021.

Aufsätze

  • (de/als) Mundart im Landkreis Konstanz. In: Landkreis Konstanz (Hrsg.): Daheim im Landkreis Konstanz. Stadler Verlagsgesellschaft mbH, ISBN 3-7977-0388-0. S. 96–100.

Malerisches Werk

Epple war seit 1955 auch künstlerisch tätig und machte sich als Maler der sogenannten Naiven Kunst im In- und Ausland einen Namen.[6] Seine Bilder und Grafiken fanden als Buchillustrationen sowohl bei eigenen Büchern wie auch bei anderen Publikationen Verwendung.

  • 1973: Hohenkrähen, Öl auf Leinwand
  • 1985: Judenfriedhof, Öl auf Leinwand[7]
  • 1987: Elster im Wintergrau, Öl auf Pressplatte[8]
  • 1987: Der Tod des Dichters Robert Walser, Öl auf Leinwand
  • 1995: Stiller Wintertag, Öl auf Pressplatte[9]
  • 1995: Winter über Hemmenhofen, Öl auf Leinwand
  • 2000: Martin Walser und sein Genius, Öl auf Leinwand
  • 2009: Jazz-Trio, Öl auf Leinwand

Filme

Ausstellungen

  • 1965 Bad Krozingen
  • 1969–1975 Hamburg[10]
  • 1988: Meersburg, Galerie im Barockschloß (mit Katalog)
  • 1994: Nizza, Musée international d’art naïf Anatole Jakovsky (Einzelausstellung)[11]
  • 2005: Hermann-Hesse-Höri-Museum, Gaienhofen: Bruno Epple – Der Poet (Buch zur Ausstellung: Zu Vita und Werk (Hrsg.: Manfred Bosch))
  • 2006: Galerie Bodenseekreis am Schlossplatz Meersburg
  • 2006: Städtisches Kunstmuseum Singen: Bruno Epple – der Maler (mit Katalog)
  • 2015: Städtische Galerie Villa Bosch, Radolfzell. Bruno Epple – Bilder

Musik

Literatur

  • S Bruno Epple-Heftli. In: Alemannisch dunkt üs guet, Heft 1/2 2006.
  • Bruno Epple – Der Poet. Zu Vita und Werk. Herausgegeben von Manfred Bosch. Isele, Eggingen 2005.
  • Von und über Bruno Epple. In: Badische Heimat, 80. Jg. Freiburg 1980, S. 483–511.
  • Michael Koch (Hrsg.): Für Bruno Epple. Eine Freundesgabe. Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2016.
  • Inga Pohlmann: Radolfzeller Mundartliteratur – Bruno Epple. In: Stadt Radolfzell am Bodensee, Abt. Stadtgeschichte (Hrsg.): Von Alefanz bis Zeno. Brauchtum in Radolfzell. (= Schriftenreihe zur Geschichte der Stadt Radolfzell am Bodensee. Band 2). Verlag Stadler, Konstanz 2016, ISBN 978-3-7977-0726-0, S. 104–108.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. „Malerpoet“ Bruno Epple von der Höri ist tot, SWR, 12. August 2023
  2. suedkurier.de, 2. September 2020, Christof Stadler: Ein Leben unter einem Stern: Doris Epple ist im Alter von 89 Jahren gestorben (2. September 2020)
  3. 3,0 3,1 badische-zeitung.de, Nachrichten, Literatur, 1. Juli 2011, Michael H. J. Zimmermann: Das Lob der Schöpfung (2. Juli 2011)
  4. Bruno Epple erhielt den Hegaupreis. In: Alemannisch dunkt üs guet, Heft 2/2012, S. 66.
  5. Walter Möll: Heimatmedaille für Bruno Epple. In: Alemannisch dunkt üs guet, Heft 2/2021, S. 78.
  6. Monika Spiller: Epple, Bruno. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. K.G. Saur, München-Leipzig 2002.
  7. Buchillustration (Einband und im Text) in: Alfred G. Frei / Jens Runge (Hrsg.): Erinnern. Bedenken. Lernen. Das Schicksal von Juden, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen zwischen Hochrhein und Bodensee in den Jahren 1933 bis 1945. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1990, ISBN 3-7995-4127-6; darin die Texte, S. 167–169: Bruno Epple: Der Schriftsteller Jacob Picard und S. 217 f.: Judenfriedhof.
  8. Buchillustration in: Jacob Picard: Werke. Hrsg. von Manfred Bosch. Faude Verlag, Konstanz 1991, als Einbandillustration von: Jacob Picard: Und war ihm leicht wie nie zuvor im Leben. Die schönsten Erzählungen aus dem süddeutschen Landjudentum. Mit einem Nachwort von Manfred Bosch. Libelle Verlag, Bottighofen 1993, ISBN 3-909081-59-2, ferner in Jacob Picard: Werke. Hrsg. von Manfred Bosch. Libelle Verlag, Lengwil 1996, ISBN 3-909081-48-7.
  9. Buchillustration (Einbanddeckel) von: Jacob Picard: Werke. Hrsg. von Manfred Bosch. Libelle Verlag, Lengwil 1996, ISBN 3-909081-48-7.
  10. Siegmund Kopitzki: Ein Glück, dass es ihn gibt. In: Südkurier vom 30. Juni 2016.
  11. Manfred Bosch (Hrsg.): Bruno Epple – Der Poet. Zu Vita und Werk. Isele, Eggingen 2005, S. 22.
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