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Bruce Beutler

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Bruce Beutler auf der Nobelpreis-Pressekonferenz 2011

Bruce Alan Beutler (* 29. Dezember 1957 in Chicago) ist ein amerikanischer Immunologe und Genetiker, der entscheidende Forschungsarbeit im Bereich der Immunologie, insbesondere der Toll-like Rezeptoren geleistet hat und 2011 auf Grund seiner Leistungen mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet wurde.

Leben

Beutler wurde 1957 in Chicago als Sohn des deutschen Emigranten Ernest Beutler geboren. Die Familie lebte danach zunächst in Kalifornien. Bis 1976 studierte Bruce Beutler Biologie an der University of California, San Diego, es schloss sich ein Medizinstudium an der University of Chicago an. 1981 erhielt er sein M.D. Von 1985 bis 1986 war Beutler Assistant Professor an der Rockefeller University. Anschließend war er bis 2000 in verschiedenen Positionen am University of Texas Southwestern Medical Center at Dallas und am Howard Hughes Medical Institute. Von 2000 bis 2007 war Beutler Professor an der Abteilung für Immunologie am Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien. Seit 2007 leitet er die Abteilung für Genetik des Scripps Research Institute.[1][2][3] Seit September 2011 ist Beutler zudem Direktor des Center for the Genetics of Host Defense des University of Texas Southwestern Medical Center.[4]

Er ist Vater von drei Söhnen.[2]

Wirken

Seit den frühen 1980er Jahren forschte Beutler zunächst über den Tumornekrosefaktor (TNF) und die Reaktion des Immunsystems auf Endotoxine von Bakterien (die zu den LPS) gehören, wobei er schließlich den lange gesuchten Endotoxin-Rezeptor identifizierte (TLR 4), der zu den Toll-like Rezeptoren des angeborenen Immunsystems gehört.[5] 1985 entdeckte er einen Botenstoff von Makrophagen, mit dem diese auf Entzündungen reagieren und den er Kachektin nannte. Kurz darauf identifizierte er diesen mit dem damals gerade entdeckten TNF. Er erkannte die Möglichkeit, mit Antikörpern gegen TNF gegen den von Endotoxinen bei bakteriellen Infektionen ausgelösten septischen Schock vorzugehen. Seine Entdeckung der Rolle von TNF bei Entzündungen ist auch die Basis von entsprechenden Medikamentenentwicklungen bei verschiedenen Autoimmunkrankheiten.

2011 wurde ihm gemeinsam mit Jules Hoffmann und Ralph M. Steinman der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin zugesprochen. Gewürdigt wurden Beutlers und Hoffmanns Entdeckungen über die Aktivierung der angeborenen Immunität.[6]

Auszeichnungen (Auswahl)

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • A. Poltorak, X. He, I. Smirnova, M. Y. Liu, C. Van Huffel, X. Du, D. Birdwell, E. Alejos, M. Silva, C. Galanos, M. Freudenberg, P. Ricciardi-Castagnoli, B. Layton, B. Beutler: Defective LPS signaling in C3H/HeJ and C57BL/10ScCr mice: mutations in Tlr4 gene. In: Science. Band 282, Nummer 5396, Dezember 1998, S. 2085–2088, ISSN 0036-8075. PMID 9851930.
  • B. Beutler, Z. Jiang, P. Georgel, K. Crozat, B. Croker, S. Rutschmann, X. Du, K. Hoebe: Genetic analysis of host resistance: Toll-like receptor signaling and immunity at large. In: Annual review of immunology. Band 24, 2006, S. 353–389, ISSN 0732-0582. doi:10.1146/annurev.immunol.24.021605.090552. PMID 16551253. (Review).

Weblinks

 Commons: Bruce Beutler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Biography
  2. 2,0 2,1 Infection-research.de: Have you ever met Prof. Dr. Bruce A. Beutler?
  3. Beutler elected to American Academy of Arts and Sciences
  4. University of Texas Southwestern Medical : UT Southwestern scientist shares 2011 Nobel Prize in Physiology or Medicine (Memento vom 4. November 2011 im Internet Archive). 3. Oktober 2011.
  5. ESI Special Topics: Interview with Dr. Bruce Beutler (Memento vom 4. Oktober 2008 im Internet Archive), July 2007.
  6. 6,0 6,1 The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2011 bei nobelprize.org, 3. Oktober 2011 (englisch; abgerufen am 3. Oktober 2011).
  7. American Federation for Clinical Research: Outstanding Investigator Award Recipients
  8. Wie Säugetiere Infektionen spüren: die zukunftsweisende genetische Analyse der angeborenen Immunität – Robert-Koch-Vorlesung von Prof. Dr. Bruce Alan Beutler anlässlich der Verleihung des Robert-Koch-Preises 2004 in Berlin (Memento vom 4. November 2005 im Internet Archive)
  9. William B. Coley Award. In: cancerresearch.org. Abgerufen am 24. Januar 2016.
  10. Prix Charles-Léopold Mayer. Liste der Preisträger (PDF, 1,8 MB, Stand 2014) bei academie-sciences.fr; abgerufen am 1. Februar 2016.
  11. 2007 Balzan Prize for Innate ImmunityBruce Beutler and Jules Hoffmann (Memento vom 30. August 2012 auf WebCite)
  12. 12,0 12,1 Homepage Bruce Beutler, MD (Memento vom 5. Oktober 2011 im Internet Archive), Scripps Research Institute
  13. The F.B. Bang Award (Memento vom 7. Februar 2012 im Internet Archive), Endotoxin Newsletter, Band 17, Nummer 3, Herbst 2007 (PDF-Datei; 697 kB).
  14. American Society of Hematology:Albany Medical Center Prize Awarded to Bruce Beutler and Ralph Steinman, 1. Juli 2009.
  15. The Shaw Prize in Life Science and Medicine 2011 bei shawprize.org; abgerufen am 8. Juni 2011
  16. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Bruce Beutler (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 29. Juni 2016.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Bruce Beutler aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.