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Bismarckturm (Weimar)

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Der Bismarckturm bei Weimar stand auf dem Ettersberg (480 Meter Höhe). Mit ihm erinnerten die Stadt Weimar und zahlreiche Orte der näheren Umgebung an Otto von Bismarck, den "Schmied der deutschen Einheit". Er wurde 1901 eingeweiht und 1949 aus politischen Gründen gesprengt.

Besonderheiten

Während viele Bismarcktürme ausschließlich aus Bürger-Engagement entstanden, war das für den Turm bei Weimar anders: Einerseits war der ausgewählte Bauplatz auf dem Ettersberg im Besitz von Großherzog Carl Alexander - dieser musste also für das Vorhaben gewonnen werden. Andererseits finanzierte das Großherzogtum unter Wilhelm Ernst den Bau mit einem beachtlichen Betrag mit. Damit weicht die Entstehungsgeschichte des Bismarckturms von Weimar deutlich von der anderer Bismarcktürme ab.

Architektur

Von seiner Gestalt ist der Bau eher untypisch gewesen: Der Turm (43 Meter Höhe) war schlank und hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Minarett. Er hatte im oberen Drittel eine hoch gelegene (37 Meter), umlaufende Aussichtsplattform. Sein ausladender Unterbau im Erdgeschoss erinnerte etwas an das Kyffhäuserdenkmal.

Geschichte

19. Jahrhundert

Seit 1886 plante der Thüringerwald-Zweigverein Weimar einen Aussichtsturm auf dem Ettersberg. Eine Anfrage aus dem gleichen Jahr lehnte der Großherzog ab, ebenso im Jahr 1896. Im Juni 1899 konstituierte sich schließlich eine Bürgervereinigung namens Ausschuss für Errichtung eines Bismarck-Ehrenthurmes auf dem Ettersberge bei Weimar. Die Grundsteinlegung für den von Ernst Kriesche gestalteten, höchsten Bismarckturm Thüringens war am 2. September 1900.

20. Jahrhundert

Die feierliche Einweihung war am 27. Oktober 1901. Die Baukosten betrugen 27000 Mark. Für die Betreibung und bauliche Unterhaltung des Bismarckturms Weimar gründete sich 1902 eigens dafür ein Verein. Bis in die 1930er Jahre war der Turm ein beliebtes Wanderziel für die Bürger in Weimar und Umgebung und für Touristen aus nah und fern.

Zum tragischen Verhängnis wurde dem Bismarckturm, dass in den 1930er Jahren das Konzentrationslager Buchenwald in seiner Nähe errichtet wurde: Führende Funktionäre der VVN waren 1948 der Ansicht, die Teilnehmer des Buchenwald-Tages (= Buchenwald-Gedenktag) würden nicht verstehen, "dass über diesen Grabstätten noch immer das Bismarck-Denkmal thront".

Am 22. April 1949 beschloss daher das Kleine Sekretariat (das spätere Sekretariat des Zentralkomitees) der SED unter Leitung von Walter Ulbricht die Sprengung des Bismarck-Denkmals auf dem Ettersberg. Von diesem Beschluss wurde Walter Bartel informiert - die Stadt Weimar hingegen nicht.

Am 11. Mai 1949 wurde das Bismarckdenkmal heimlich gesprengt - in einem Aktenvermerk des Staatshochbauamtes Weimar vom gleichen Tag heißt es: "Wir konnten trotz eingehender Erkundigung nicht feststellen, wer ohne unser Wissen diese Sprengung durchführte".

Siehe auch

Literatur

  • Hartmut Stabe: Türme im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach - Entdecken - Besuchen - Erwandern. Weimar 2005. ISBN 3-930687-46-1. Über den Bismarckturm: S. 107-131.

Weblinks


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