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Bergische Universität Wuppertal

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Bergische Universität Wuppertal
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Gründung 1972 (als Gesamthochschule)
Trägerschaft MIWF NRW (staatlich)
Ort Wuppertal
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Rektor Lambert T. Koch
Studenten 17.600 (WS 2012/2013)[1]
Mitarbeiter 1.513 (2010)[2]
davon Professoren 250 [2]
Website www.uni-wuppertal.de

Die Bergische Universität Wuppertal, auch kurz BUW oder Uni Wuppertal, wurde 1972 im Zuge der NRW-Bildungsinitiative als Gesamthochschule gegründet. Maßgeblich daran beteiligt war der aus Wuppertal stammende damalige NRW-Minister für Wissenschaft und Forschung und spätere nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Bundespräsident Johannes Rau.

Die Hochschule verfügt über ein breites Fächerspektrum mit vielen interdisziplinären Verknüpfungen. Aus Sicht von Forschung und Lehre ist insbesondere von Interesse, dass eine ganze Reihe von Angeboten in Rankings gut abschneidet. Zuletzt warteten beispielsweise die Physik, die Architektur oder auch der Designbereich mit guten Platzierungen in Vergleichsstudien auf. Ebenfalls wurde der Bereich der Gründungsqualifizierung bereits mehrfach als bester Deutschlands ausgezeichnet. Von den zahlreichen Ehrungen, die Wissenschaftlern der BUW zuteilwurden, sei aus der jüngsten Vergangenheit etwa der Kondratieff-Preis erwähnt, mit dem der Volkswirt Paul J. J. Welfens im Jahr 2007 als erster Deutscher von der Russischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet wurde.

Im Wintersemester 2012/13 studieren an der Universität knapp 17.600 Studierende, darunter befinden sich etwa 4400 Erstsemester.[1] Diese werden derzeit von 250 Dozenten[2] in 615 Lehrveranstaltungen an drei Universitätsstandorten unterrichtet.

Geschichte

Vorläufereinrichtungen

Als eines der ersten Vorgängerinstitute der Bergischen Universität wurde 1863 eine Höhere Gewerbeschule im Wuppertal gegründet, die Ingenieure ausbildete. Seit 1898 trug sie den Namen Königliche Vereinigte Maschinenbauschule Elberfeld-Barmen. Zuvor hatte 1894 die Barmer Kunstgewerbeschule und 1897 die Königlich Preußische Baugewerkschule für Elberfeld-Barmen ihren Lehrbetrieb aufgenommen. 1900 folgte die Preußische Höhere Fachschule für die Textilindustrie in Barmen. Bereits nach dem Zusammenschluss der Ortsteile Elberfeld und Barmen entstand 1938 die Höhere Fachschule für das Grafische Gewerbe.

Zum Wintersemester 1946 nahm die neu gegründete Pädagogische Akademie Wuppertal mit 200 Studenten ihren Lehrbetrieb auf. Sie wurde 1962 zunächst als eigenständige Pädagogische Hochschule und ab 1965 als Abteilung einer neuen, aus mehreren Standorten fusionierten Pädagogischen Hochschule Rheinland weitergeführt.

Der Ausbildungszweig der Kunstgewerbeschule wurde ab 1949 in eine Werkkunstschule überführt, zu der ein neues Institut für Industrieform (Industrial Design) gehörte. Ab 1963 wurde dort zusätzlich die eigenständige Höhere Fachschule für die Grafische Industrie mit den zwei Abteilungen Typografie/Layout und Druckereitechnik geschaffen. Zum Wintersemester 1964 begann in der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen und Elektrotechnik in Remscheid mit 400 Studenten der Lehrbetrieb, in Wuppertal studierten in diesem Zweig seinerzeit über 500 zukünftige Ingenieure. Für die Ingenieurschule wurde ab 1969 ein Neubau in der Wuppertaler Fuhlrottstraße begonnen, der heutige Campus Grifflenberg.

Gründung und Aufbau

Die Bergische Universität vom Nützenberg aus gesehen, Campus Grifflenberg

1966 schlug der Vorsitzende der lokalen SPD-Fraktion sowie Landtagsabgeordnete Johannes Rau im Stadtrat Gründung einer wissenschaftlichen Gesellschaft vor, die eine universitäre Hochschulgründung in Wuppertal vorbereiten sollte. Als Oberbürgermeister und Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion verfasste er drei Jahre später einen Brief an Ministerpräsident Heinz Kühn, in dem er die Gründung einer Gesamthochschule vorschlägt. Auf Beschluss der Nordrhein-Westfälischen Landesregierung wurden im August 1971 die Staatlichen Ingenieurschulen für Maschinenwesen und Elektrotechnik in Wuppertal und Remscheid, die Textilingenieurschule, die Staatliche Ingenieurschule für das Bauwesen, die Werkkunstschule Wuppertal und die Höhere Fachschule für die Grafische Industrie zur Fachhochschule Wuppertal zusammengefasst. Das Gebäude wurde wie zeitgleich auch die neuen Standorte in Duisburg, Essen, Paderborn und Siegen im Baukasten-Prinzip errichtet, die Kosten beliefen sich auf etwa 270 Millionen Mark.[3] Zum 1. August 1972 nahm die Gesamthochschule Wuppertal als Zusammenschluss der Fachhochschule Wuppertal und der PH Rheinland, Abteilung Wuppertal, mit etwa 3.500 Studenten ihren Lehrbetrieb auf.

Bereits 1973 wurde die Gesellschaft der Freunde der Bergischen Universität gegründet. Am 17. Juli 1974 wurde vom Gründungssenat der Name „Bergische Universität – Gesamthochschule Wuppertal“ beschlossen, der erst nach einem erneuten Beschluss des ersten gewählten Senats am 26. Mai 1983 vom Wissenschaftsministerium genehmigt wurde. Die Neubauten auf dem Grifflenberg konnten 1977 bezogen werden, die Schlüsselübergabe fand am 24. Oktober 1977 statt. Bereits 1978 verdoppelte sich die Zahl der Studierenden auf etwa 7000. Im selben Jahr wurde die Universität Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ein Jahr später der Europäischen Rektorenkonferenz. 1980 erhielt sie als erste Gesamthochschule einen DFG-Sonderforschungsbereich „Quantentheoretische und experimentelle Untersuchungen der Energiezustände einfacher Moleküle“ im Fachbereich Chemie. Genau zehn Jahre nach der Gründung waren bereits 11.000 Studierende eingeschrieben.

1983 erhielt der Mathematiker Gerd Faltings die Fields-Medaille und Lew Kopelew wurde Forschungsprofessor in Wuppertal. Ein Jahr später begann die Reihe der Uni Konzerte. 1985 wurde mit der Wissenschaftstransferstelle der Vorläufer des heute renommierten Gründungsstandortes eingerichtet. 1987 wurde die Ehrendoktorwürde an Spiegel-Gründer Rudolf Augstein verliehen, zudem wurde Siegfried Maser neuer Rektor der Universität. Im selben Jahr wurde die Uni-Halle eingeweiht und durch Bezug einer ehemaligen Konfektionskleiderfabrik in der Elberfelder Hofaue ein neuer Campus für Industrial Design errichtet, außerdem übergab Werner Schriefers der Universität 5000 Objekte aus seiner Kunst-Sammlung. Schon 1989 kamen erstmals Überlastungsprobleme auf, da statt wie geplant 8500 Immatrikulierten über 16.000 Studenten eingeschrieben waren. Im selben Jahr begann das CRISTA-Forschungsprojekt, das der Universität Drittmittel in Höhe von 55 Millionen Mark einbrachte.

Da nun auch am Campus Haspel Platzmangel herrschte, wurde die Pauluskirche im Stadtteil Unterbarmen als Hörsaal für Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens angemietet. Erich Hödl wurde zum 1. Oktober neuer Rektor. Anfang 1992 begann der Modellversuch „Hochschule und Finanzautonomie“ mit einem Haushaltsvolumen von 140 Millionen Mark. Bis zum Wintersemester 1994 stieg die Anzahl Immatrikulierter auf etwa 19.000 an, weshalb gegenüber dem heutigen Gebäude K provisorische Seminarcontainer aufgestellt wurden. Ende 1994 wurden daher große Teile der ehemaligen Generaloberst-Hoepner-Kaserne zum Bau des neuen Standortes am Freudenberg erworben. 1995 kaufte die Universitätsbibliothek ihr millionstes Buch. Zugleich führte die Hochschulverwaltung eine betriebswirtschaftlich orientierte Kostenrechnung ein und knüpfte damit an den Managementansatz der Finanzautonomie an. 1996 wurde der zehntausendste Lehrer seit Inbetriebnahme der Pädagogischen Hochschule 1946 ausgebildet. Die Wissenschaftstransferstelle gewann 1998 einen von fünf Preisen bei einem bundesweiten Wettbewerb und erhielt dadurch acht Millionen Mark.

Das bis 2004 neu errichtete Gebäude B zwischen Bibliothek und Mensa-Trakt

Der Studiengang Druckereitechnik bezog 1999 als erster den neuen Campus Freudenberg. Zum 1. Oktober wurde Volker Ronge neuer Hochschulrektor. Im Zuge des Bologna-Prozesses werden ausschließlich Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. In den neuen Bachelor-Studiengang Informationstechnologie schrieben sich über 200 Erstsemester ein. Am 17. Juni 2002 übergaben Volker Ronge und Hans Weiler einen Meditations-Abschlussbericht an die Wissenschaftsministerin Gabriele Behler, um für eine Reduzierung von 13 auf sieben Fachbereiche zu plädieren. 2003 fiel die Zusatzbezeichnung „Gesamthochschule“ weg, seither lautet der offizielle Name „Bergische Universität Wuppertal“. Die beantragte Neugliederung der nun sieben Fachbereiche A–G trat zum Wintersemester 2003/04 in Kraft. Durch eine neue Gebührenordnung, die Studenten mit mehr als dem Eineinhalbfachen der üblichen Regelstudienzeit betraf, sank die Studierendenzahl 2004 auf knapp 12.000. Kurz darauf wurde das neue Gebäude B zwischen dem Hauptgebäude und dem Mensa-Trakt bezogen und beherbergte fortan verschiedene Organe der Hochschulverwaltung sowie akademische Organisationen und Institutionen. Im selben Jahr startete der erste Kombinatorische Studiengang.

Nach der bis dato höchsten Zahl an Einschreibungen in Anglistik, Germanistik und Wirtschaftswissenschaft zum Wintersemester 2004/05 wurde für kommende Semester eine örtliche Zulassungsbeschränkung beschlossen. Durch Senatsbeschluss vom 1. Juni wurde das Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung eingerichtet, das die Universität bis heute zu einem der herausragenden Standorte für Lehramtsstudien in Deutschland macht. Zum 1. September fusionierten Rechen- und Medienzentrum zum aktuellen Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung, kurz ZIM. Seit dem 15. Dezember desselben Jahres konnten Immatrikulationen online durchgeführt werden. Im Februar 2006 wurde Bibliotheksdirektor Dieter Stäglich, seit 1972 im Amt, verabschiedet. Am 14. Juni wurde die Einführung von Studienbeiträgen beschlossen. Im selben Monat bezogen Studenten des Designs und der Sportwissenschaften Gebäude I. Am 2. September wurde der erste „Tag der Forschung“ veranstaltet. Bundesweit erstmalig wurde am 6. September die Gymnasial- und Berufsschullehrerausbildung nach dem Bachelor-Master-Modell akkreditiert. Von 1996 bis 2006 stieg der Frauenanteil an Studierenden von 36 % auf über 50 %.

Seit dem 1. Januar 2007 ist die Universität, wie alle nordrhein-westfälischen Hochschulen auch, eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Im April betrug die Zahl der Studierenden aus China 227, mehr als doppelt so viele wie noch zehn Jahre zuvor. Seit dem 30. April öffnet die Bibliothek auch samstags, wochentags zudem bis 22 Uhr. Am 29. Juni wurden Josef Beutelmann, Christiane Spiel, Hans-Udo Klein, Achim Meyer auf der Heyde, Gerhard Hanswille und Friedrich Steinle zu den ersten Mitgliedern des neuen Hochschulrates ernannt. Ab Wintersemester 2007/08 sind keine Einschreibungen für Diplom-Studiengänge mehr möglich. Der Kombinatorische Studiengang B.A. wurde zugleich um elf Teilstudiengänge erweitert. Wegen mehr als 3000 Einschreibungen in diesem Zeitraum mussten größere Vorlesungsveranstaltungen in Kinosälen des Elberfelder Cinemaxx abgehalten werden. Seit dem 12. März 2008 ist Lambert T. Koch neuer Rektor der Bergischen Universität. Am 28. April öffnete das Zentrum für Graduiertenstudien, das Forschungsaktivitäten Promovierender unterstützt. Zum 1. Juli richtete die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Sonderforschungsbereich Hadronenphysik mit GitterQCD ein, wodurch den Forschern etwa vier Millionen Euro zur Verfügung standen. Im gesamten Jahr konnte die Universität 28 % mehr Drittmittel als im Vorjahr einwerben, der landesweite Durchschnitt lag für denselben Zeitraum bei einer etwa zehnprozentigen Steigerung.

Am 28. Januar 2009 wurde in Partnerschaft mit dem LHC-Projekt das Grid-Rechenzentrum für experimentelle Teilchenphysik in Betrieb genommen und verfügte über knapp 800 Terabyte Plattenspeicher. Am 1. April ging Annegret Maack nach 35 Jahren in den Ruhestand. Am selben Tag fusionierten die Dezernate für Gebäudemanagement und Arbeits- und Umweltschutz. Ab dem 1. Mai wird EUROCHAMP-2, ein EU-Projekt zur Erforschung der Luftverschmutzung, mit fünf Millionen Euro Forschungsmitteln gefördert. Am 23. Juni erhielt der prominente Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar die Ehrendoktorwürde. Zum Sommersemester wurden 15 neue Studiengänge überwiegend aus dem naturwissenschaftlichen und technischen Bereich eingeführt. Aus über 4000 vom Centrum für Hochschulentwicklung bewerteten Institutionen wurde die Bergische Universität am 28. Oktober 2009 durch in der Volkswirtschaftslehre herausragende Forschungsstärke mit internationaler Orientierung in eine europäische Spitzengruppe von etwa 70 Hochschulen eingebunden.

Nach dem bundesweiten Bildungsstreik des Vorjahres wurden am 19. Mai 2010 weitreichende Verbesserungen der Studienstruktur und -organisation vorgestellt. Zum 1. Oktober nahm die Universität die seltenen oder gar einzigartigen Studiengänge Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement (B.A.), Editions- und Dokumentwissenschaften, Psychologie und das Fernstudium Arbeits- und Organisations-psychologie (alle M.A.) auf. Am 29. Oktober wurde die School of Education zur Stärkung der schulbezogenen Bildungsforschung gegründet. Am 8. Dezember wurde Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung die Ehrenbürgerschaft der Universität verliehen. Am 13. Dezember vergab die Universität erstmals den internen Stella-Baum-Kunstförderpreis.

Im Vordergrund das neue Hörsaalzentrum K, dahinter Gebäude I

Am 26. Januar 2011 wurde der Entwurf für einen Neubau für die Studiengänge Biologie, Chemie, Maschinen- und Sicherheitstechnik auf dem Hauptcampus vorgestellt. Lambert T. Koch wurde am 11. April vom Deutschen Hochschulverband zum "Rektor des Jahres 2010" gewählt. Die Teilchenphysiker Karl-Heinz Kampert und Klaus Helbing erhielten am 8. Juni für ihre Arbeiten an den international bedeutsamen Forschungsprojekten Auger in Argentinien und IceCube am Südpol 1,4 Millionen Euro Bundesmittel. Am 22. Juni wurde das neue Hörsaalzentrum im Gebäude K eröffnet und bietet in Hörsälen und Seminarräumen nun Platz für über 1500 Studenten. Ab dem 21. Juli 2011 waren Bewerbungen für den neuen M.A.-Studiengang Soziologie möglich. Die Besonderheit an diesem ist, dass er sich am Bedarf nationaler und internationaler außeruniversitärer Forschungsinstitute orientiert. Seit dem 17. Oktober bietet die Universität zudem ein Studium generale an, dass gemeinsam für Studierende, Gasthörer und Seniorenstudierende angeboten wird. Am 13. Dezember gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung bekannt, dass die Bergische Universität sich in einem bundesweiten Förderwettbewerb durchsetzen konnte und ab Mitte 2012 acht Millionen Euro zur Optimierung der Studienbedingungen erhält.

Nach nur einjähriger Bauzeit wurde am 21. März 2012 der neue Lese- und Arbeitssaal der Universitätsbibliothek mit über 200 Einzelarbeitsplätzen eröffnet. Bis zum 24. März fand über drei Tage die Konferenz "Habermas und der Historische Materialismus" mit Jürgen Habermas, einem der bedeutendsten Philosophen und Soziologen der Gegenwart, statt. Am 21. Juni wurde ein 1 km langer Baumlehrpfad als Rundweg mit über 40 typischen Forst- und Parkbäumen eröffnet. Seit dem 18. September besteht ein Kooperationsvertrag mit der Westfälischen Hochschule, der deren Studierenden eine berufsbegleitende Qualifikation zur Lehre an Berufskollegs ermöglicht. Zum Wintersemester 2012/13 wurde mit fast 4400 Erstsemester ein neuer Rekord erreicht; die Zahl der Studierenden beträgt aktuell knapp 17.600. Zugleich wurden vier neue Bachelor- und Master-Studiengänge eingeführt. Seit dem 5. Oktober 2012 bestehen drei neue Studentenwohnheime in der Max-Horkheimer-Straße sowie Im Ostersiepen. Am 22. Oktober wurde die Lichtinstallation MetaLicht eingeweiht. Im selben Jahr wurde die Mathematikerin Margareta Heilmann Koordinatorin eines internationalen Projektes für akademische Kooperationen in Südosteuropa im Bereich der Angewandten Mathematik, an dem 15 Institutionen unter anderem aus Kroatien und Rumänien sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst teilhaben.[4]

Am 17. Januar 2013 wurde von der Fachschaft Philosophie das erste Martin-Heidegger-Institut im deutschsprachigen Raum eröffnet. Seit Anfang des Jahres wird außerdem auf der bisher brachliegenden Fläche gegenüber dem Hörsaalgebäude K ein 70 Millionen Euro teurer Neubau mit etwa 16.500 Quadratmetern errichtet, in das zunächst die Fachbereiche Chemie, Biologie, Maschinenbau und Sicherheitstechnik ziehen sollen. Im Zuge der etwa 15 bis 20 Jahre andauernden Sanierung während des laufenden Betriebs der Hochschule soll das neue Gebäude als ständiges Ausweichquartier dienen.[5] Im selben Jahr sollen auch die Bauarbeiten für ein neues Gebäude am Campus Haspel beginnen. Dort ist bis 2015 ein vierstöckiges Gebäude mit Seminarräumen und einer Mensa geplant, aktuell befinden sich viele Räume noch in provisorischen Containern, nachdem das alte Gebäude aus den 1950er Jahren 2011 abgerissen wurde.[6] Ende April startete im Rahmen des EU-FörderprogrammesIntelligente Energie Europa“ ein neues EU-Projekt zur energiesparenden Nutzung von Informationstechnologien an der Universität und wird mit neun teilnehmenden Institutionen aus Deutschland, Dänemark, Norwegen, Österreich und den Niederlanden von der Wuppertaler Sozialwissenschaftlerin Jennifer Dahmen koordiniert. Alleine 254.000 Euro des Fördervolumens von 1,6 Millionen Euro kommen der Bergischen Universität zugute.[7] Im selben Jahr konnten Kooperationsverträge mit der Fachhochschule Münster sowie der Hochschule Bochum unterzeichnet werden, die den dortigen Absolventen ein an der Bergischen Universität folgendes Promotions- bzw. Lehramtsstudium ermöglichen.

Fachbereiche

Die Universität bietet in sieben Fachbereichen folgende Studiengänge an:

Das Fach Kommunikationsdesign wurde trotz bundesweiter Reputation aus dem Programm genommen, als Grund gibt die Universitätsleitung einen fast zehn Jahre andauernden, ergebnislosen Streit unter den Dozenten an.[8] Er wurde noch bis zum Sommersemester 2012 als Außenstandort der Folkwang Universität der Künste betrieben.

Die School of Education ist kein eigener Fachbereich, da die Fachdidaktiken in die vorhandenen Fachbereiche A bis G integriert sind und sie in erster Linie Möglichkeiten zur Mitwirkung und Vernetzung bieten soll.[9]

Organisation

Leitung und Verwaltung

Wie viele Hochschulen dieser Größenordnung verfügt auch die Bergische Universität über eine breite Organisationsstruktur mit verschiedenen Hierarchieebenen und Organisationssparten. Dies umfasst neben der Leitung und Verwaltung der Universität auch deren Fachbereiche und Institutionen und bildet damit das Grundgerüst der Funktionalität der Hochschule.

Das oberste Gremium der Universität ist der Hochschulrat, ihm direkt untergeordnet ist das Rektorat, das den Rektor (seltener auch Präsident) sowie die Prorektoren umfasst. Als Rektor präsentiert seit 2008 Lambert T. Koch die Universität und beschließt die Ausrichtung der Forschung und Lehre. Dem Rektor unterstehen vier Prorektoren:

  • Prorektor I für Studium und Lehre
  • Prorektor II für Forschung, Drittmittel und Graduiertenförderung
  • Prorektor III für Finanzen, Planung und Information
  • Prorektor IV für Transfer und Internationales

Das Rektorat verfügt über fünf unterstützende Stabstellen, die jedoch nicht direkt zum Rektorat gezählt werden. Dies sind zum Einen die Pressestelle und die Wissenschaftstransferstelle mit dem UniMarketing. Darüber hinaus gibt es eine Qualitätssicherung mit der Evaluation von Studium und Lehre sowie eine Fort- und Weiterbildung der wissenschaftlichen und künstlerischen Beschäftigten. Zudem wird ein Datenschutzbeauftragter beschäftigt.

Ein zweites Verwaltungsorgan unterhalb des Hochschulrats und neben dem Rektorat ist der Kanzler der Leiter der Verwaltung ist und sich darüber hinaus um den Haushalt, Liegenschaften sowie um Rechtsaufgaben kümmert. Dieses Amt bekleidet seit 2009 Roland Kischkel. Dem Kanzler bzw. der Verwaltung stehen die beiden Stabstellen des Justiziariats sowie ein Gleichstellungsbeauftragter. Weiterhin gehört dem Kanzler die Hochschulverwaltung an, die an der Bergischen Universität aus fünf Dezernaten besteht:

  • Dezernat 1: Forschungsförderung und Drittmittelverwaltung, Haushalts-, Rechnungs- und Kassenwesen, Beschaffung
  • Dezernat 2: Planung und Entwicklung
  • Dezernat 3: Akademische und studentische Angelegenheiten
  • Dezernat 4: Organisation und Personal
  • Dezernat 5: Gebäude-, Sicherheits- und Umweltmanagement

Dem Rektorat sowie der Verwaltung untergeordnet ist zudem der Senat, der ein kollegiales Selbstverwaltungsorgan ist und demokratisch gewählt wird. Seine Tätigkeit besteht grundsätzlich aus beratenden, strategischen und legislativen Aufgaben.

Institute und interdisziplinäre Zentren

Ein weiterer Teil der Organisationsstruktur ist die Aufteilung ist mehrere Fachbereiche, Betriebseinheiten, interdisziplinäre Zentren und Institute. Die Fachbereiche wurden im vorigen Kapitel bereits aufgeführt. Die zentralen Betriebseinheiten sind akademische Einrichtungen parallel zu den innerhalb der Fachbereiche angebotenen Veranstaltungen und dienen in erster Linie der Unterstützung Studierender. Die Bergische Universität unterhält vier Betriebseinheiten:

  • Die Universitätsbibliothek mit drei Standorten
  • Das Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung, kurz ZIM
  • Die Zentrale Studienberatungsstelle, kurz ZSB
  • Das Sprachlehrinstitut, kurz SLI

Darüber hinaus betreibt die Universität eine Vielzahl von interdisziplinären Zentren, also Zentren, die Denkweisen und Methoden verschiedener Fachrichtungen verbinden. Kernaufgabe dieser Zentren ist die Vernetzung und Koordination von Forschung und Kompetenzen. Die Zentren im Einzelnen:

  • Interdisziplinäres Zentrum für Wissenschafts- und Technikforschung; normative und historische Grundlagen, kurz IZWT
  • Interdisziplinäres Zentrum für angewandte Informatik und Scientific Computing, kurz IZ II
  • Interdisziplinäres Zentrum für das Management technischer Prozesse, kurz IZ III
  • Interdisziplinäres Zentrum für Polymertechnologie, kurz IZ IV
  • Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsmanagement und Public Health (siehe unten)
  • Zentrum für Kindheitsforschung
  • Zentrum für interdisziplinäre Sprachforschung, kurz ZefiS
  • Interdisziplinäres Zentrum für reine angewandte Massenspektrometrie
  • Interdisziplinäres Zentrum für Editions- und Dokumentationswissenschaft, kurz IZED
  • Jackstädtzentrum für Unternehmertums- und Innovationsforschung, kurz JZ

Des Weiteren verfügt die Bergische Universität über eine Vielzahl von Instituten und Forschungszentren, die entweder Institute der Bergischen Universität oder externe Institute an der Universität, sogenannte An-Institute, sind. Im Gegensatz zu den interdisziplinären Zentren sind Institute zumeist auf einen Fachbereich spezialisierte Stellen, die aber ebenfalls der tiefergreifenderen Unterstützung der Studierenden sowie Bereicherung der akademischen Veranstaltungen dienen sollen und Kompetenzen schaffen und bündeln sollen.

Die Institute der Bergischen Universität im Einzelnen:

  • Institut für Sicherheitstechnik
  • Institut für angewandte Kunst- und Bildwissenschaften
  • Institut für Robotik
  • Institut für phänomenologische Forschung
  • Institut für Europäische Wirtschaftsforschung, kurz IEW
  • Institut für Gründungs- und Innovationsforschung
  • Institut für Konstruktiven Ingenieurbau
  • Institut für Umweltgestaltung
  • Institut für Grundbau, Abfall- und Wasserwesen
  • Institut für Sicherungssysteme
  • Institut für Bildungsforschung, kurz IfB
  • Institut für Kunst, Gestaltungstechnik und Mediendesign
  • Institut für Linguistik, kurz IfL
  • Institut für Marken- und Kommunikationsforschung
  • Institut für Systemforschung der der Informations-, Kommunikations- und Medientechnologie, kurz SIKoM
  • Institut für wirtschaftlich-technischen Wandel
  • Institut of Mathematical Modelling, Analysis and Computational Mathematics", kurz IMACM
  • Zentrum für Erzählforschung, kurz ZEF
  • Zentrum für Weiterbildung, kurz ZWB
  • Forschungszentrum für Mikrostruktur, kurz fmt
  • Zentrum für Graduiertenstudien, kurz ZGS
  • Forschungszentrum für Leistungsdiagnostik und Trainingberatung, kurz FLT
  • Kompetenzzentrum für Fortbildung und Arbeitsgestaltung, kurz KomFor

An-Institute an der Universität:

  • Bergisches Institut für Produktentwicklung und Innovationsmanagement gGmbH
  • Europäisches Institut für internationale Wirtschaftsbeziehungen e.V., kurz EIIW (siehe unten)
  • Forschungsinstitut für Telekommunikation e.V., kurz FTK
  • Forschungsgemeinschaft für Werkzeuge und Werkstoffe e.V., kurz FGW
  • Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheit und Ergonomie, kurz ASER
  • Biblisch-Archäologisches Institut, kurz BAI
  • Neue Effizienz - Bergische Gesellschaft für Ressourceneffizienz mbH

Außerdem haben sich an der Universität schon in frühen Jahren Forschungsstellen entwickelt, die sich auch mit externen Entwicklungen und Gegebenheiten bzw. Problemen auseinandersetzen und um optimierende Lösungen bemüht sind. Diese Forschungsstellen sind aktuell auch an regionalen, bundesweiten oder gar internationalen Forschungsprojekten sowie EU- und Bundesprogrammen beteiligt. Derlei Forschungsstellen gibt es aktuell drei an der Bergischen Universität:

  • Forschungsstelle für Bürgerbeteiligung
  • Forschungsstelle für Kommunale Sportentwicklungsplanung
  • Forschungsstelle für Mehr Sicherheit im Schulsport

Einrichtungen

Universitätsstandorte

Das Hauptgebäude der Bergischen Universität befindet sich im Stadtteil Elberfeld auf dem Grifflenberg und ist ein wuchtiger, wabenförmig zugeschnittener Beton-Zweckbau. Der Gebäudekomplex an der Gaußstraße ist so konzipiert, dass jeder Gebäudeteil über weitreichende Gänge erreichbar ist. Lediglich vereinzelte Gebäude – das Parkhaus mit dem Mensa-Trakt und die Gebäude B, CH, I, K, Z und ZW sowie die Uni-Halle und der Uni-Kindergarten – sind außerhalb dieses Baus gelegen. Die Fachbereiche A-D, F und G sowie alle offiziellen und verwaltungstechnischen Einrichtungen befinden sich auf dem Hauptcampus, ebenso der zentrale Teil der Universitätsbibliothek. Einige Fakultäten der Universität befinden sich zudem in ausgelagerten Gebäuden im Tal. Seit 1999 existiert beispielsweise ein weiterer Campus auf dem Freudenberg in einer ehemaligen Militärkaserne an der Rainer-Gruenter-Straße nahe dem Technologiezentrum Wuppertal mit unmittelbarer Anbindung an die Landesstraße 418. Dort wird der überwiegende Teil der Veranstaltungen aus Fachbereich D gelehrt. Ein deutlich kleinerer Campus besteht zudem am Haspel zwischen B7 und Schwebebahn im Osten Elberfelds in Nähe des Unterbarmer Bahnhofs sowie der Schwebebahn-Station Landgericht. Wegen seiner Lage an der Pauluskirche wird der Campus auch als Campus Pauluskirche bezeichnet. Dort wird 2013 mit dem Bau eines neuen Seminar- und Mensa-Gebäudes begonnen. In beiden ausgelagerten Campi befinden sich kleinere Außenstellen der Universitätsbibliothek sowie der Mensa. Bis vor wenigen Jahren bestand ein weiterer Campus, der kleinste der bis dahin vier Campi, in der Hofaue im Zentrum Elberfelds, dort wurde zum größten Teil Industrial Design gelehrt.

Die Standorte der Universität auf einen Blick:

  • Campus Grifflenberg in Wuppertal-Elberfeld (Hauptcampus mit Universitätsbibliothek)
  • Campus Freudenberg in Wuppertal-Elberfeld (Fachbereich E)
  • Campus Haspel in Wuppertal-Unterbarmen (Teile des Fachbereichs D)

Frühere Standorte der Universität:

  • Campus Hofaue in Wuppertal-Elberfeld (Aufgabe um 2010)

Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek mit dem neuen runden Lesesaal obenauf von Norden aus gesehen


Gemeinsam mit der Bergischen Universität wurde auch eine eigene Universitätsbibliothek errichtet. Diese erhielt neben zahlreichen Neuerwerbungen auch Bestände der Bibliotheken ihrer Vorgängerinstitute. Heute bietet sie einen Bestand von etwa 1,1 Millionen Büchern, 3000 Zeitschriftenabonnements und fast 22.000 elektronischen Zeitschriften. Etwa 16.000 aktive Nutzer leihen jährlich über 325.000 Medien aus. Seit März 2012 verfügt die Bibliothek über einen neuen, dem bisherigen Gebäudedach aufgesetzten Lesesaal mit über 200 Leseplätzen sowie zahlreichen Computern mit Internetanschluss und drei abschließbaren Rotunden. Der 600 Quadratmeter große, kreisförmige Bau kostete rund 3 Millionen Euro.[10] An den beiden Außencampussen am Freudenberg und Haspel bestehen zudem kleinere, auf die dortigen Fachbereiche und Lehrveranstaltungen spezialisierte Fachbibliotheken.

Hochschulsozialwerk

Wie 57 weitere Hochschulstandorte in Deutschland verfügt auch Wuppertal über ein eigenes Studentenwerk, zu dessen Zuständigkeitsbereich neben der Bergischen Universität auch die Wuppertaler Abteilung der Hochschule für Musik und Tanz Köln sowie die Kirchliche Hochschule gehören. Das lokale Studentenwerk trägt hier den Namen Hochschul-Sozialwerk Wuppertal (HSW) und kümmert sich in erster Linie um die Verpflegung, Studienfinanzierung sowie die Wohnheime der Studenten. Im Vordergrund steht dabei die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Förderung der Studenten. Aktuell werden etwa 130 Mitarbeiter beschäftigt.[11]

Über die oben genannten Angebote hinaus informiert und betreut das HSW internationale Studierende vor, während und nach ihrem Studium an der Universität. Es informiert über das breite Studienangebot an der Bergischen Universität sowie über Zulassungs- und Einreisemodalitäten, Lebenshaltungskosten, den Studienverlauf und die über 110 Hochschul- und Erasmus-Partnerschaften.

Mensa

Blick auf das Mensa-Gebäude ME mit den drei großräumigen Ebenen 02–04 von Osten

Universitätsübergreifend betreut das HSW acht Cafeterien und Mensen, bis auf eine derer befinden sich alle auf einem der drei Campi der Bergischen Universität. Die umfangreichste Betreuung erfährt die Mensa des Hauptcampusses am Grifflenberg. Sie wurde wenige Jahre nach Gründung der Hochschule eingeweiht und zu Beginn des 21. Jahrhunderts runderneuert und modernisiert. Pro Jahr werden mittlerweile über 500.000 Essen an Studenten und Bedienstete sowie Besucher ausgegeben. Allein die Mensa ME 02, die größte der Universität, bietet 960 Menschen während der Mittagszeit Platz. In den Ebenen 03 und 04 darüber werden eine Cafeteria sowie die beliebte Kneipe (im Sommer mit angrenzendem Außenbereich) betrieben, im Gebäude I zudem die Mensa "Sport + Design". Darüber hinaus betreibt das HSW zwei Cafeterien an der Bibliothek und im Hörsaalzentrum K sowie zwei Mensen in den Campi Freudenberg (dort zusätzlich mit Frühstücksangebot) und Haspel.

Studienfinanzierung

Neben der Bergischen Universität ist das HSW für die Studienfinanzierung der Immatrikulierten an der Musik-Hochschule sowie der Kirchlichen Hochschule zuständig. Dabei besteht ein Fördervolumen von bis zu 10 Millionen Euro. Auf Ebene 03 des Gebäudes ME betreibt das HSW zudem ein lokales BAföG-Amt mit fünf doppelt besetzten Büros. Neben BAföG werden Bildungskredite, Studienabschluss-Darlehen, Daka-Darlehen, KfW-Studienkredite, Sozialfonds und Stipendien vergeben.

Studentenwohnheime

Die fünf Wohnheime an der Albert-Einstein-Straße südlich der Universität

Im Umfeld der Bergischen Universität werden über 1.000 Wohnplätze in eigens für Studenten errichteten Wohnheimen bereitgestellt. Diese befinden sich in vier verschiedenen, jedoch zumeist in unmittelbarer Nähe zueinander gelegenen Stellen; an der Max-Horkheimer-Straße befinden sich sieben Wohnheime, an der Albert-Einstein-Straße nahe der Uni-Halle weitere fünf. Etwas abseits befinden sich Im Ostersiepen drei Wohnheime und ein weiteres in der Cronenberger Straße. Unterschieden wird in allen Wohnheimen zwischen Einzel-, Zweier- und Dreierappartements.

Institute

An der Bergischen Universität Wuppertal befinden sich zahlreiche universitätseigene Institute, die die Studierenden in verschiedenen Bereichen unterstützen und zum Teil auch international tätig sind. Die bekanntesten derer werden im Folgenden vorgestellt.

Visionlabs

Im Jahre 2001 gründete Gert Trauernicht zusammen mit Martin Topel die Plattform für visionäre Produktentwicklung Visionlabs. Das Unternehmen fungiert als Partner bei mittel- bis langfristigen Design-Projekten. Die Idee hierbei ist die Zusammenarbeit erfahrener Akteure mit den kreativen Studenten, die die Interessengruppe der Zukunft repräsentieren. Die Projekte werden letztlich in mehreren Phasen, unter anderem der Entwicklung von Konzept und Design, durchgeführt.[12]

IGIF

Seit 2003 verfügt die Universität über das Institut für Gründungs- und Innovationsforschung, kurz IGIF genannt. Es ist eine interdisziplinäre Einrichtung und seit 2008 Teil der Schumpeter School of Business and Economics. Das Institut widmet sich der Grundlagen- und Entrepreneurshipforschung. Neben den Gründungsprozessen liegt das Hauptaugenmerk dabei auch auf der Integration gesellschaftlich relevanter Fragestellungen. Weiterhin wirkt das Institut an der Entwicklung hochschulischer Curricula und Fortbildungen sowie in internationalen Forschungsnetzwerken mit. Das IGIF hat dadurch einen großen Anteil daran, dass die Bergische Universität einer der besten Gründungsstandorte Deutschlands ist.[13]

EIIW

2008 gründete Paul J. J. Welfens, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der BUW, das Europäische Institut für internationale Wirtschaftsbeziehungen, kurz EIIW. Das EIIW ist das erste Institut seiner Art, das wirtschaftswissenschaftliche Fragen und Probleme aus Wirtschaft und Wirtschaftspolitik aus der gesamteuropäischen Sicht betrachtet und analysiert. Neben Eigenprojekten führt das EIIW Forschungs- und Untersuchungsprojekte für verschiedene Stiftungen, Regierungen, internationale Organisationen und Unternehmen durch. Neben einigen Publikationen gab es bereits zahlreiche, nationale wie internationale, Veranstaltungen.

BKG

Im Juli 2009 wurde das neue Bergische Kompetenzzentrum für Gesundheitsmanagement und Public Health, kurz BKG, als Institution der Universität eröffnet. Die Studiengänge Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement sind eine von drei Säulen des BKG, die weiteren sind das Bergische Gesundheitsnetzwerk sowie das BKG-Institut. Das Zentrum wurde durch öffentliche Mittel sowie die Unterstützung vor allem regional ansässiger und national agierender Versicherungen, regionaler Kliniken und Unternehmen und diverser Privatpersonen finanziert und gegründet. Das Studium wird von forschungs- und anwendungsbezogenen Konzepten zur Stärkung der Gesundheitskompetenz begleitet.[14]

Martin-Heidegger-Institut

Im Herbst 2012 wurde an der Bergischen Universität das erste Martin-Heidegger-Institut im deutschsprachigen Raum gegründet. Es beschäftigt sich mit kritischen Auseinandersetzungen der Werke, der Literatur und der Lehren des berühmten deutschen Philosophen Martin Heidegger. Die Idee zur Gründung eines solchen Institutes war laut dem früheren Hochschullehrer Klaus Held über 40 Jahre alt, scheiterte aber regelmäßig an Heidegger selber. Das junge Institut an der Universität wird fortan von internationalen Heidegger-Forschern, verschiedenen Philosophen und auch der Familie Heideggers, die bereits seltene Dokumente zur Verfügung stellte, unterstützt. Mit deren Mitwirken sollen regelmäßig internationale Veranstaltungen und Tagungen in Wuppertal stattfinden. So fand sich zum Gründungsakt bereits der bekannte Philosoph Friedrich-Wilhelm von Herrmann an der Universität ein.[15] Geleitet wird das Institut vom Gründer Peter Trawny, der als früherer Professor der Universität auch die Kooperation mit dem ebenfalls dort ansässigen Institut für phänomenologische Forschung sowie dessen Philosophischen Seminares in die Wege leitete.[16]

Förderverein

Als Förderverein der Bergischen Universität unterstützt die Gesellschaft der Freunde der Bergischen Universität, kurz GFBU, seit 1973 die Aufgaben der Universität sowie Projekte ihrer Studierenden durch das finanzielle und personelle Engagement von heute mehr als 500 Mitgliedern. Innerhalb der GFBU haben sich bis heute mehrere Sektionen gebildet, die sich der gezielten Förderung und Unterstützung einzelner Fachbereiche widmen. Bis heute ist ein breites Spektrum an Förderungen und Preisen entstanden. Zu den bekanntesten und wichtigsten derer zählen die finanzielle Förderung der Universität bei anstehenden größeren Investitionsprojekten, die regelmäßige Vergabe von Förderpreisen für Abschlussarbeiten Studierender (Diplom-, Magister-, Staatsexamens- und Doktorarbeiten), die regelmäßige Veranstaltung von Uni-Konzerten sowie die UniTal-Vortragsreihen.

Geschichte

Der Förderverein der Bergischen Universität wurde bereits knapp ein Jahr nach Gründung der Universität am 5. Juni 1973 gegründet. Dem Gründungskreis gehörten bereits bekannte Unternehmern wie Erich Mittelsten Scheid, Hellmut Girardet oder auch Heino Ahr an. Im Mai 1975 hatte der Verein bereits 175 Mitglieder und ein Eigenkapital von knapp 36.000 Mark. 1977 wurde durch Mittel der GFBU in Höhe von 12.000 Mark der Bau des Hochschul-Kindergartens ermöglicht. 1978 wurden 67.000 Mark für eine simultane Übersetzungsanlage. 1980 übernahm Ingrid Henkels den Vorsitz von Erich Mittelsten Scheid, der neue Schatzmeister Hans H. Asmus stellte einen Vermögensstand von über 190.000 Mark fest. Vor der neunten ordentlichen Mitgliederversammlung wurden zu Werbezwecken 10.000 Flyer verteilt, der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt 270 Mitglieder. 1985 initiierte Rektor Josef M. Häußling die Reihe der UNI KONZERTE, die zwei Jahre später mit der Anschaffung eines Konzertflügels weiter unterstützt wurde.

1991 konnte mit dem Unternehmer Johannes Dinnebier das 500. Mitglied des Fördervereins begrüßt werden, mittlerweile konnten jährlich zwischen 70.000 und 144.000 Mark an Fördermitteln vergeben werden. Als Sektion der GFBU wurde 1992 der Freundeskreis Hochschulsport und Sportwissenschaft gegründet. 1994 wurde auf Vorschläge von Erich Hödl und Walter Blum das ehemalige Offizierskasino der Generaloberst-Hoepner-Kaserne - dem heutigen Campus Freudenberg - mit großzügigen Fördermitteln zu einem Gästehaus und Begegnungszentrum umzubauen, zwei Jahre später sind auf dem eigens für dieses Projekt eingerichteten Spenderkonto bereits fast 250.000 Mark eingegangen. Im Jahr 2000 wurden die zwei neuen Sektionen Freundeskreis Maschinentechnik und Freundeskreis Evangelische Theologie gegründet, im Jahr darauf folgte der Freundeskreis Wirtschaftswissenschaften. Die Mitgliederzahl betrug nun 635. 2003 wurden 24 Hochschulprojekte mit über 54.000 Euro gefördert, ein Teil dessen floss in die Zollverein School of Management and Design in Essen. 2004 übernahm der Remscheider Unternehmer und Vaillant-Geschäftsführer Karl-Ernst Vaillant den Vereinsvorsitz. 27 Hochschulprojekte wurden mit knapp 57.000 Euro gefördert, unter anderem auch ein Projekt des Fachbereichs Druck und Medientechnik zur Düsseldorfer Fachmesse drupa.

2006 wurde Johannes Köbberling zum neuen Vorsitz gewählt. 2007 führte die GFBU in Kooperation mit der Westdeutschen Zeitung erstmals die Vortragsreihe UniTal in der City-Kirche Elberfeld durch, bei der verschiedene Professoren Vorträge zu ihren Fachbereichen hielten. 2008 konnten unter anderem das internationale Hochschulprojekt Environmental Ecology, das 15. Wuppertaler Linguistische Forum sowie ein Goethe-Abend gefördert werden. 2009 wurden darüber hinaus eine Studienfahrt ins KZ Auschwitz und eine Exkursion nach Weimar finanziert. Auch 2010 konnten 24 teils überregionale Hochschulprojekte gefördert werden.

Studentische Organisationen/Initiativen

Wie an zahlreichen weiteren deutschen und internationalen Hochschulstandorten sind auch in Wuppertal verschiedene Studentenorganisationen tätig. So haben sowohl AIESEC[17] als auch Enactus,[18] das bis 2012 unter dem Namen SIFE bekannt war, jeweils etwa 30 Mitglieder an der Universität. Während sich AIESEC der Vermittlung internationaler Praktika widmet und Studenten die Mitarbeit in auf ökonomischer Basis tätigen Teams bietet, werden bei Enactus soziale, gesellschaftliche und ökologische Probleme aufgegriffen und in Projektarbeit sowie durch langfristige Konzepte zusammen mit den Betroffenen behoben oder bearbeitet. Das Team Enactus Wuppertal gehört bei Regional- und Bundeswettbewerben regelmäßig zu den bestplatzierten deutschen Teams.

Darüber hinaus ist die Evangelische Studentengemeinde ESG[19] mit einer ihrer 124 Niederlassungen auch an der Bergischen Universität vertreten. Sie bietet den Studenten ein kritisches Gespräch zwischen Theologie und Glaube, Bildungsmöglichkeiten, Mitarbeit an sozialen Projekten sowie interkulturelle und internationale Begegnungen. Zudem unterhält sie eine lokale UNICEF-Hochschulgruppe, die sich durch Spenden- und Informationsarbeit an den Projekten von UNICEF in Wuppertal und seiner Umgebung beteiligt. Als Untergliederung der SPD verfügen auch die Juso-Hochschulgruppen[20] über mehr als 40 Gruppen, die in akademischen Kampagnen die Interesse der Studierendenschaft auf politischer Ebene vertreten. Ihnen geht es vor allem um gebührenfreies Studieren, Ausbau des BAföG, eine Gleichstellung der Geschlechter, die Demokratisierung der Hochschulen sowie eine qualitative Studienreform. Vor allem werden Ereignisse und Ergebnisse des lokalen Studierendenparlaments StuPa sowie des Allgemeinen Studierendenausschusses AStA diskutiert, gelegentlich auch im Beisein regionaler Politiker wie zuletzt Sven Wiertz oder Manfred Zöllmer.

AStA und StuPa

Darüber hinaus ist an der Bergischen Universität, wie in der Regel auch an anderen deutschen Hochschulen, der Allgemeine Studierendenausschuss AStA aktiv, der als politische Vertretung der Studierendenschaft gegenüber der Universitätsleitung sowie der Landesregierung exekutive Aufgaben wahrnimmt. Dazu gehören unter anderem auch Verhandlungen um das Semesterticket, die Ausstellung des Internationalen Studentenausweises ISIC oder die Verwaltung und Organisation des BAföG.[21] Der lokale AStA hat seinen Sitz auf Ebene ME 04 des Mensa-Traktes und betreibt dort auch den AStA-Shop, in dem Schreibwaren und Artikel des Uni-Marketings angeboten werden. Den aktuellen Vorsitz des AStA bilden seit Ende März 2013 Josua Schneider (Odeon/CampusBASH) und Sven Metz (LHG). Ende Mai 2013 geriet der Wuppertaler AStA durch den Spiegel negativ in die Schlagzeilen, da durch mangelhafte Abrechnungen und unachtsamen Umgang mit den Geldern ein Fehlbetrag von über 8000 Euro ausgewiesen wurde und ein abgerechneter Computer nicht aufgefunden werden konnte.[22] Kritik am AStA wird bundesweit regelmäßig laut.

Der AStA wird regelmäßig vom Studierendenparlament StuPa gewählt, das wiederum das höchste beschlussfassende Gremium einer Studierendenschaft darstellt. Er beschließt unter anderem über Satzung und Haushalt der Studierendenschaft. Beim StuPa, das in der Regel nur an nord- und westdeutschen Hochschulen besteht, haben im Gegensatz zum AStA die Studenten die Möglichkeit, die Besetzung der kommenden Periode zu wählen. Mit derzeit 21 Mitgliedern ist das Wuppertaler StuPa eines der mittelgroßen deutschen Parlamente. Die Mitglieder werden wiederum von den Parteien bzw. Listen Juso-HSG (derzeit sechs Vertreter), RCDS/Unabhängige (fünf), LHG (zwei), BTS (zwei), Odeon/CampusBASH (zwei), INTAL (zwei), Die PARTEI (ein) und der Piraten Hochschulgruppe (ein) gestellt. Dem aktuellen lokalen StuPa-Präsidium gehören Florian Meier (Piraten), Jenny Stacker (Juso-HSG) und Nina Alexandra Hartlmaier (RCDS) an.[23]

Medien

Universitätsintern erscheinen in unterschiedlichen Rhythmen Zeitschriften und Magazine, die verschiedene Themen der Studiengänge und Bereiche der Universität erläutern und Neuigkeiten verbreiten. So erscheint einmal pro Semester das Magazin BUW Output, das zweisprachig über Forschungsaktivitäten der Universität und ihrer Fachbereiche und Studenten berichtet. Komplementär dazu wird ihm Jahresrhythmus der "UNIreport" herausgegeben, der über aktuelle Entwicklungen und künftige Pläne der Universität informiert. Analog zu diesen wissenschaftlich basierten Magazinen erscheinen Jahresberichte zur Universität sowie zum Arbeits- und Umweltschutz. Eine breitere Informationspalette ist über das allgemeine UNIMAGAZIN abrufbar, von dem seit 1992 44 Ausgaben erschienen sind. Absolventen werden einmal jährlich im Alumni Magazin informiert. Zusätzlich erscheinen verschiedene Berater zum Studienbeginn, dem Hochschulsport sowie zu Möglichkeiten, ein Stipendium zu erlangen. Das jüngste aller regelmäßig erscheinenden Magazine ist der Campuspolit, der seit Oktober vom lokalen Büro des Allgemeinen Studierendenausschusses AStA in einer Auflage von 1000 Exemplaren herausgegeben wird und Anfang 2013 zum fünften Mal erschien. Seit 2011 existiert als weiteres, redaktionell unabhängiges Medium die CampusZeitung blickfeld. Neben universitären Themen schreibt die von Studierenden besetzte Redaktion auch über das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der Stadt Wuppertal.[24]

Darüber hinaus berichtet das studentisches Videomagazin Engelszunge.tv über Neuigkeiten und Veranstaltungen rund um die Universität.[25] Die Sendung ist redaktionell unabhängig und wird regelmäßig auf dem landesweiten TV-Lernsender nrwision ausgestrahlt.[26]

Die kursierenden Medien werden allgemein jedoch, wie auch an anderen Hochschulen, nur schwach genutzt oder nachgefragt.

Partnerhochschulen

Die Bergische Universität verfügt weltweit über ein dichtes Netz von etwa 190 Wissenschaftskontakten, das eine an internationalen Leistungsstandards orientierte Entwicklung der Forschung und Lehre gewährleistet. Zu diesen Kontakten zählen über 130 Hochschulen aus dem europäischen Erasmus-Programm sowie mehr als 60 Hochschulen außerhalb der Europäischen Union. Ziel dieser Partnerschaftsverträge, die sich zumeist auf einen Studiengang oder eine Fachrichtung konzentrieren, ist der Austausch von Studierenden und Dozenten, die Planung und Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte sowie eine Kooperation bei internationalen Wissenschaftskonferenzen. Darüber hinaus beteiligt sich die Universität in neuen Mitgliedsländern und neuen Partnerhochschulen am Aufbau neuer Studiengänge.

Hochschulpartnerschaften sind jedoch nicht die einzige Möglichkeit eines akademischen Auslandsaufenthalts, sondern stellen lediglich eine vereinfachte Option dar. Aufenthalte an Hochschulen, zu denen keine Partnerschaft besteht, können in Eigeninitiative oder über externe, unabhängige Organisationen durchgeführt werden.

ERASMUS-Partnerschaften

Ende 2012 verfügte die Bergische Universität über 133 Partneruniversitäten innerhalb des ERASMUS-Programms, an dem neben den 27 EU-Mitgliedsstaaten auch Norwegen, Island, Liechtenstein, die Schweiz, die Türkei und Kroatien teilnehmen. ERASMUS ist ein Hochschulprogramm der Europäischen Union, das die grenzüberschreitende Mobilität und Bildung von Studenten, Dozenten und Hochschulpersonal fördert und parallel zum Studium auch Praktika anbietet. An dem seit 1987 bestehenden Programm nahmen bisher 2 Millionen Studierende und fast 200.000 Dozenten teil.

Darüber hinaus ist die Bergische Universität am Programm ERASMUS MUNDUS beteiligt, im Zuge dessen europäische Master-Studiengänge miteinander verknüpft werden. Die Universität nimmt hieran mit ihrem Master-Programm Deutsche und Französische Philosophie in Europa teil.

Die Partnerschaften der Bergischen Universität im Einzelnen:

Weitere Partnerschaften

Außerhalb des europäischen ERASMUS-Programms verfügt die Bergische Universität über weitere knapp 60 Partnerschaften, die zu einem großen Teil aus dem Nahen Osten sowie dem süd- und südostasiatischen Raum kommen. Zudem gehören hierzu sowohl vereinzelte europäische Staaten, die weder innerhalb der Europäischen Union liegen noch Teil des ERASMUS-Programms sind, als auch Universitäten, die zwar in ERASMUS-Ländern liegen, dennoch nicht Teil des Programms sind.

Die internationalen Partnerschaften im Einzelnen:

Besonderheiten

Die Bergische Universität weist, vor allem im Vergleich zu ähnlichen Hochschulen aus der Region und innerhalb Deutschlands, einige Besonderheiten technischer und akademischer Natur auf.

CRISTA-Satellit

Das von der Bergischen Universität entwickelte Satellitensystem CRISTA


Der CRyogenic Infrared Spectrometers and Telescopes for the Atmosphere, kurz CRISTA, war ein von der Bergischen Universität entwickeltes Satellitensystem der Ozon- und Klimaforschung. Seine Aufgabe war die Messung von Spurengasen und Temperaturen vom Erdboden bis in die oberen Schichten der Atmosphäre. Die Teleskope und Spektrometer mussten dafür auf minus 260 °C gekühlt werden. Das System wurde 1994 und 1997 für jeweils zwei Wochen vom Space Shuttle in eine Höhe von 300 km in den Weltraum befördert. In nur zwei Wochen der Messungen wurden 51.000 Höhenprofile mit mehr als 15 Millionen Infrarotspektren aufgenommen, beim zweiten Einsatz wurden etwas geringere Werte erreicht. Es steht seit 2004 im Deutschen Museum in München.[27]

Projekte Auger und IceCube

Einer von 1600 Wassertanks in der argentinischen Pampa

Seit 1992 bzw. 2010 ist die Bergische Universität an zwei internationalen physikalischen Großprojekten beteiligt. Das Pierre-Auger-Observatorium befindet sich in Argentinien, dort wird kosmische Strahlung bei höchsten Energien zwischen 1017 eV bis 1020 eV untersucht. Dazu wurde ein Oberflächendetektor mit 1600 Stationen auf einer Gesamtfläche von etwa 3000 km² auf 1400 m über Normalnull installiert. Aus Deutschland sind zudem die RWTH Aachen, das Max-Planck-Institut für Radioastronomie, das Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Siegen beteiligt.

IceCube bezeichnet ein Hochenergie-Neutrino-Observatorium, das in einem Volumen von 1 km³ die Reaktion von Hochenergie-Neutrinos mit Elementarteilchen des Eises und dadurch entstehende Elektronen, Myonen und Tauonen untersucht. Das Projekt verspricht Kenntnisse über die Quellen der kosmischen Strahlung. Beteiligt sind sieben weitere deutsche Universitäten, darunter die renommierte Humboldt-Universität zu Berlin, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie zudem das Max-Planck-Institut für Kernphysik.

Rechenzentrum

Von 2004 bis 2010 verfügte die Universität Wuppertal über den zu diesem Zeitpunkt zweitschnellsten Supercomputer an einer deutschen Universität. ALICENext,[28] so der Name des Supercomputers, war als Cluster konzipiert und bestand aus 512 sogenannten Blades. Jedes Blade bestand aus zwei AMD x86_64 Opteron-Prozessoren mit 1,8 GHz, zwei 250 GB Festplatten, zweimal 1024 MB RAM sowie sechs Gigabit-Ethernet-Anschlüssen. Als Betriebssystem wurde Linux verwendet, die einzelnen Knoten waren mittels des Gigabit-Netzwerks untereinander verbunden. Im Dauerbetrieb schaffte er 2,083 Tera-Flops und in der Spitze bis zu 3,686 Tera-Flops. Eingesetzt wurde ALICENext im Bereich der Elementarteilchenphysik, Angewandte Informatik, Astro-Teilchenphysik und experimenteller Hochenergiephysik.

Daraus hervorgegangen sind mehrere Nachfolgeprojekte, darunter eine QPACE-Installation sowie das Rechenzentrum "Pleiades"[29], welches Rechen- und Speicherkapazität für die experimentelle Hochenergiephysik im Rahmen des LHC Computing Grid für den ATLAS-Detektor am Large Hadron Collider der Europäischen Organisation für Kernforschung in der Schweiz, kurz CERN, sowie im Bereich der Astro-Teilchenphysik für das Pierre-Auger-Observatorium und IceCube-Observatorium bereitstellt. Pleiades stellt zur Zeit 1.300 CPU-Cores und 1 Petabyte Festplattenspeicher zur Verfügung.

Unter Leitung von Wolfgang Wagner war es bis 2012 gelungen, in Daten des ATLAS-Detektors das schwerste aller bekannten Elementarteilchen, das sogenannte Top-Quark, in einem Prozess der schwachen Wechselwirkung nachzuweisen. Die Arbeit dazu war von der Bergischen Universität am 14. Mai 2012 eingereicht worden und erschien in der renommierten Fachzeitschrift Physics Letters B.

Solar Decathlon Europe 2010

Im Rahmen des internationalen Hochschulwettbewerbs Solar Decathlon Europe planten, entwickelten und bauten Studenten der Bergischen Universität ein rein durch Solarenergie versorgtes Wohnhaus. Zu Gunsten einer hohen Energieeffizienz wurden unter anderem eine Vakuum- und Mineralwolldämmung sowie eine Drei-Scheiben-Verglasung verbaut. Die Wärmeaufnahme und -abgabe richtet sich gänzlich nach den äußeren klimatischen Bedingungen, sodass kaum Kompensationsenergie aufgebracht werden muss. Zudem werden ausschließlich energieeffiziente Haushaltsgeräte und LED-Leuchten benutzt. In den Kategorien Architektur und Lichtdesign erreichte das Team den zweiten von 17 Plätzen beim von über 200.000 Menschen besuchten Wettbewerb in Madrid, bei Haushaltsgeräte & Funktionalität zudem den dritten Rang. In Wuppertal wird das Haus heute als experimentelles Wohnlabor genutzt und erhielt vom BDA Wuppertal den Gute Bauten 2010-Preis.[30]

Licht-Projekt

Blick auf den Campus Grifflenberg mit einer von 6.000 möglichen Beleuchtungsvarianten

Zum 40. Geburtstag der Universität wurde dem Campus Grifflenberg eine Lichtanlage mit dem Titel Lichtkunstprojekt MetaLicht geschenkt. In Zusammenarbeit mit den Sponsoren Jackstädt-Stiftung, Firma Vorwerk & Co. KG, Firma K.A. Schmersal GmbH. sowie der Stadtsparkasse entwickelte Mischa Kuball, Professor an der Kölner Kunsthochschule für Medien, die Lichtinstallation, welche am 22. Oktober 2012 offiziell ihren Betrieb aufnahm. Das 950.000 Euro teure Projekt wird komplett durch die Kraft von drei Windrädern gespeist und hat einen jährlichen Energieverbrauch, der dem von zehn Haushalten entspricht.[31]

Die knapp 760 Meter LED-Leuchten wurden von der Firma Zumtobel aus Österreich an den sechs Türmen der Universität angebracht. Die dynamischen Lichtbänder wurden so installiert, dass sich wechselnde Formen durch eine Variation der Beleuchtung ergeben. Dadurch können insgesamt knapp 6.000 unterschiedliche Muster erzeugt werden.[31]

Die seit Ende 2012 installierten Windräder im Norden der Universität

Seit Herbst 2012 nahmen die Wuppertaler Stadtwerke zusammen mit ihrem international tätigen Energiepartner GDF Suez Messungen vor, um zum Betrieb der Leuchtdioden drei Windräder zu errichten. Diese werden seit Ende 2012 von der Firma Sternberg aus Schmallenberg im Sauerland auf einem Hügel zwischen dem Rektorat und Gebäude A errichtet. Die drei jeweils 14 Meter hohen Masten in der innovativen, vertikalen Darrieus-Bauform sollen pro Jahr zwischen 30.000 und 45.000 kWh produzieren, ein erwarteter Energieüberschuss wird direkt in das universitäre Energienetz eingespeist.[32] Durch die Installation wird eine kostenneutrale, „grüne" Energieversorgung des Projektes ohne Aufwendung von Eigenmitteln oder Steuergeldern gewährleistet.

Studienfächer

Im Jahr 1975 führte die Universität Wuppertal den Studiengang Sicherheitstechnik ein. Ein Studiengang mit ähnlich breiter Ausrichtung wird an keiner anderen Universität in Deutschland angeboten. Im Zuge dieses Studiengangs werden Fachkenntnisse im Brandschutz, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Qualitätsingenieurwesen vermittelt.

Ein Novum in der Bundesrepublik stellt seit dem Wintersemester 2009/10 der Studiengang Mediendesign/Designtechnik dar. Das Fach kann nur an der Bergischen Universität Wuppertal als Teilstudiengang im dreijährigen Kombinatorischen Studiengang Bachelor of Arts-Studiengang (B.A.) mit dem Ziel einer anschließenden beruflichen Tätigkeit oder in dem darauf aufbauenden zweijährigen Master of Education-Studiengang (M.Ed.) studiert werden.[33]

Außerdem war es an der Bergischen Universität noch bis zum Wintersemester 2005/06 in den integrierten Diplomstudiengängen möglich, mit der Fachhochschulreife zu studieren. Das Studium wurde, unter Beachtung interner Verordnungen, bis zum Ende erfolgreich abgewickelt.

Zum Wintersemester 2008/09 wurde der Name des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft in Anlehnung an den berühmten Ökonomen Joseph Schumpeter um den Zusatz Schumpeter School of Business and Economics erweitert. Dieser Schritt war Teil der durch den Bologna-Prozess hervorgerufenen Internationalisierung der Hochschullandschaft.

Ab dem Sommersemester 2013 wird die Bergische Universität in Kooperation mit der Schumpeter School Stiftung, der Technischen Akademie Wuppertal sowie dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und weiteren regionalen Unternehmen den neuen Master-Studiengang Energiemanagement und Energiesysteme einführen. Dieser wird aus Schwerpunkten der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften bestehen und berufsbegleitend stattfinden. Abgeschlossen wird er mit dem Titel Master of Business Engineering, der nach einer Prüfung durch die zuständige Agentur zeitnah akkreditiert werden soll.[34]

Auszeichnungen und Rankings

Die Universität hat in den vergangenen Jahren, insbesondere seit der Einrichtung der Schumpeter School of Business and Economics, eine sehr positive Entwicklung zu verzeichnen, die durch Auszeichnungen und Rankings unterschiedlicher Arten gewürdigt wird. Seit 2008 erhielt die Universität mehrere Auszeichnungen:

  • Das Fachmagazin German Economic Review, das erstmals Forschungsaktivitäten bewertete, zeichnete 2008 die Produktivität des Fachbereichs B - Betriebswirtschaftslehre auf Basis wissenschaftlicher Publikationen aus. Dabei wurde sie in drei Kategorien in eine Spitzengruppe von 50 Universitäten im deutschsprachigen Raum eingeordnet.[35]
  • Im bundesweiten Gründungsranking, das im zweijährlichen Rhythmus durchgeführt wird, erreichte die Bergische Universität seit 2001 bereits mehrfach eine gute Platzierung, bereits dreimal wurde sie als bester Gründungsstandort Deutschland ausgezeichnet. Bewertet werden zumeist etwa 55 bis 65 Hochschulen. 2009 erhielten vor allem die Bereiche "Entrepreneurship Education", "Ausgründungsaktivität", "Außercurriculare Qualifizierung und Betreuung" sowie "Mobilisierung" Bestnoten.[36] 2011 erreichte die Universität mit dem dritten Rang hinter den Universitäten München und Berlin (jeweils TU) zum sechsten Mal in Folge einen der ersten drei Plätze und weist damit eine einzigartige Kontinuität im deutschen Vergleich aus.[37]
  • Beim CHE ExcellenceRanking wurde die Universität in eine europaweite Gruppe von etwa 100 Hochschulen eingeordnet, die für Promovierende und Masterstudierende in den Bereichen Volkswirtschaftslehre, Psychologie und Politikwissenschaft forschungsstarke Fachbereiche mit internationaler Orientierung aufweisen. Speziell in der Volkswirtschaftslehre gehört sie zu einer Spitzengruppe von 51 europäischen Hochschulen, unter denen auch die renommierten Universitäten Cambridge, Oxford, Wien und Zürich gehören. Besonders in der Lehre der Wirtschaftswissenschaften gehöre die Universität laut Paul J. J. Welfens zu den etablierten Hochschulen Europas.[38]
  • Beim CHE Hochschulranking, das über 300 Hochschulen im deutschsprachigen Raum anhand der Urteile von über 250.000 Studenten bewertet, wurde die Bergische Universität zweimal ausgezeichnet. 2011 erreichte sie in elf von 13 Kategorien die Spitzengruppe. Mit einer Gesamtnote von 1,9 lag besonders der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 2,6. Vor allem Kategorien, die sich der Unterstützung und Betreuung der Studierenden widmen, wurden gut bewertet.[39] Beim Ranking 2012 erhielt die Universität erneut sehr gute Bewertungen, die Fächer Mathematik und Sportwissenschaft sowie mehrere naturwissenschaftliche Fächer zählen demnach zur deutschen Spitzengruppe.[40]

Des Weiteren werden regelmäßig Dozenten, Studenten und Absolventen mit Auszeichnungen für Publikationen, Studienleistungen, Abschlussarbeiten oder auch besondere Verdienste spezieller Fachgruppen gewürdigt.

Studiengebühren

Studenten müssen aktuell (zum Sommersemester 2013) einen Semesterbeitrag in Höhe von 238,12 Euro an die Universität zahlen. An allen öffentlichen Hochschulen in NRW wird seit dem Wintersemester 2011/12 keine Studiengebühr mehr erhoben. Der Semesterbeitrag enthält zum größten Teil die Kosten für das Semesterticket, welches im gesamten Bundesland gültig ist. Des Weiteren setzt er sich aus Sozialbeiträgen für das Studentenwerk und Verwaltungskosten ("Studentenschaftsbeitrag") zusammen. Aufgrund steigender Mobilitätsbeiträge erhöhen sich die Gebühren halbjährlich in jedoch geringem Maße.

Die genaue Zusammensetzung der aktuellen Semestergebühren sieht wie folgt aus:[41]

  • Mobilitätsbeitrag: 150,62 Euro
  • Sozialbeitrag: 74,00 Euro
  • Studentenschaftsbeitrag: 13,50 Euro

Persönlichkeiten der Universität

Die Hochschule beschäftigt 250 Professorinnen und Professoren (Stand: 2012). Rektor ist seit 2008 der bundesweit sehr angesehene Lambert T. Koch, Kanzler ist seit 2009 Roland Kischkel.

In ihrer mittlerweile über 40-jährigen Geschichte folgten immer wieder herausragende, bekannte und ausgezeichnete Professoren dem Ruf an die Bergische Universität, auch aktuell lehren zum Teil bekannte Persönlichkeiten.

Frühere Professoren

Der Fotograf und Trickfilmer Albrecht Ade lehrte von 1971 bis 1977 an der Universität im Fachbereich Kunst und Design. Er rief mit dem Internationalen Trickfilmfestival Stuttgart 1982 einen der bis heute anspruchsvollsten Animationsfilmwettbewerbe ins Leben und baute ab 1991 die Filmakademie Baden-Württemberg auf. Der in Wuppertal geborene Graphiker Gerd Aretz war von 1964 bis 1995 Professor für Illustration. Mit von ihm gestalteten Briefmarken, die teilweise Milliarden- oder auch dreistellige Millionenauflagen erreichten, war er einer der erfolgreichsten Briefmarkengestalter Deutschlands. Der Ingenieurwissenschaftler Hans Bode kam 1989 an die Universität und war über mehrere Jahre Dekan der Maschinentechnik. Er galt international als Experte der Katalysatortechnik. Bazon Brock lehrte von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2001 an der Bergischen Universität und gilt bis heute als einer der maßgeblichen Präger der Fluxus-Kunstrichtung der 1960er Jahre. Der Bildhauer Claus Bury übernahm von 1987 bis 2003 eine Professur an der Universität. Vor allem seine großformatigen Skulpturen, die in verschiedenen deutschen Städten ausgestellt sind, haben ihn berühmt gemacht. Claus Jürgen Diederichs war von 1981 bis 2006 als Professor für Bauwirtschaft und Baumanagement tätig und war Sachverständiger zweier Handelskammern und entwarf 1984 ein Leistungsbild zur Projektsteuerung, das schnell zur bundesweiten Grundlage wurde. Der Kinderbuchautor Wolf Erlbruch lehrte von 1997 bis 2009 an der Universität. Er veröffentliche über 20 Jahre hinweg zahlreiche Illustrationen und Bücher und erhielt bundesweit Auszeichnungen wie 1993 den Deutschen Jugendliteraturpreis oder 2006 den Hans-Christian-Andersen-Preis. Der Mathematiker Gerd Faltings wurde in Wuppertal mit 27 Jahren Deutschlands jüngster ordentlicher Professor, er erhielt 1986 für einen Durchbruch in der algebraischen Geometrie die Fields-Medaille, eine der bedeutungsvollsten Auszeichnungen der Mathematik. Der Designer Willy Fleckhaus lehrte bis zu seinem Tod an der Universität und gehörte zu den wichtigsten deutschen Grafik-Designern zwischen 1950 und 1983. Der Historiker Eckhard Freise erlangte durch mehrere Auftritte in TV-Shows wie Wer wird Millionär? oder Der große IQ-Test bundesweite Bekanntheit.

Als Spezialist auf dem Gebiet der Algebra und Zahlentheorie genießt der Mathematiker Günter Harder weltweites Ansehen. Gastprofessuren führten ihn unter anderem schon an die Universitäten Harvard, Yale und Berkeley, die zu den renommiertesten der Welt zählen. Unter der Leitung des Fernsehtechnikers Franz Josef In der Smitten, acht Jahre lang Dekan an der Bergischen Universität, wurde 1967 das Farbfernsehen in Westdeutschland eingeführt. Der Grafikdesigner Günther Kieser war elf Jahre Professor für visuelle Kommunikation und gilt als wichtigster deutscher Designer von Jazz- und Rockplakaten. Der Schriftsteller und Humanist Lew Sinowjewitsch Kopelew setzte sich für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Russen ein und wurde schnell zu einer Symbolfigur der Völkerverständigung. Thomas Koebner war Literatur- und Medienwissenschaftler und veröffentlichte zu den Themen der Literatur-, Theater- und Filmgeschichte über 50 Werke, größtenteils Bücher. Auch Uwe Loesch war ein berühmter Wuppertaler Plakatdesigner, dessen Werke ihm gar internationales Ansehen und Auszeichnungen einbrachten. Die zahlreichen Kunstwerke der bildenden Künstlerin Anna Oppermann nehmen bis heute eine wichtige Position der internationalen Kunstepoche der 1960er und 1970er Jahre ein. Der mehrfach ausgezeichnete Mathematiker Michael Rapoport erlangte durch seine Werke zu höherdimensionalen Verallgemeinerungen von Modulfunktionen sowie seinen Beweis der Langlandsvermutung für lokale Funktionenkörper internationales Ansehen. Der Ingenieurwissenschaftler Bernhard Walz hatte entscheidenden Einfluss bei der Entwicklung von Bauplänen für den Burgholztunnel im Stadtteil Cronenberg, den größten Straßentunnel Nordrhein-Westfalens. Heinz-Erich Wichmann gehört mit über 450 wissenschaftlichen Arbeiten und Studien zu den bekanntesten und wichtigsten Epidemiologen und wurde national wie international mehrfach ausgezeichnet.

Aktuelle Professoren

Auch unter den aktuellen Professoren finden sich bekannte Namen. Einer von ihnen ist der Wirtschaftsstatistiker Gerhard Arminger, der über 15 Bücher herausgegeben und mehr als 100 Zeitschriftenpublikationen verfasst hat. Die gebürtige Schweizerin Doris Bühler-Niederberger ist als Soziologin international bekannt und vor allem als Expertin der Soziologie der Kindheit angesehen. Der Jurist und Rechtsanwalt Horst Franke hat bereits über 50 Veröffentlichungen herausgegeben, ist Mitglied der Beiräte oder Vorstände mehrerer Organisationen wie des Centrums für Deutsches und Internationales Baugrund- und Tiefbaurecht und erhielt 2012 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Der Industriedesigner Oliver Grabes ist seit 2006 Professor für Industrial Design/Konzeption und Entwurf von Konsumgütern und erhielt für verschiedene Konzeptionen vor allem technischer Geräte über 30 Auszeichnungen und Awards. Seit 2009 ist er Chefdesigner des Elektrogeräte-Herstellers Braun. Als Professor für Arbeitsphysiologie, Arbeitsmedizin und Infektionsschutz ist Friedrich Hofmann Herausgeber von mehr als 50 Büchern und 500 Fachpublikationen. Er war lange Zeit Mitglied der Ständigen Impfkommission und ist aktuell wissenschaftlicher Beirat des Deutschen Grünen Kreuzes.

Der Volkswirt und Lehrstuhlinhaber Ronald Schettkat gastierte schon an zahlreichen renommierten Universitäten, wie beispielsweise den Universitäten Amsterdam, Stanford, Berkeley und Princeton, und agiert als Fachberater internationaler Organisationen wie dem OECD oder der Europäischen Union. Der Designer Gert Trauernicht arbeitete schon für Unternehmen wie Volkswagen, BMW oder Sony und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter auch mit renommierten Preisen wie dem iF Design Award oder dem red dot design award. Dieter Vieweger ist Mitglied mehrerer archäologischer und theologischer Fachgesellschaften wie beispielsweise dem Deutschen Archäologischen Institut sowie Direktor des Biblisch-Archäologischen Instituts Wuppertal und zweier Institute in Jerusalem und Amman, wo er schon mehrfach Ausgrabungen leitete. Karl-Wilhelm Weeber gehört zu den bekanntesten klassischen Philologen Althistorikern Deutschlands. Er lehrt parallel an der Ruhr-Universität Bochum und hat über 100 größtenteils populärwissenschaftliche Bücher verfasst, viele zum Thema "Altes Rom" und "Antikes Griechenland". Paul J. J. Welfens ist Professor der Makroökonomischen Theorie und einer der angesehensten Volkswirte weltweit. Auf diesem Gebiet hat er in den vergangenen Jahren fast 200 Werke veröffentlicht, viele derer setzen makroökonomische Richtlinien und werden vielerorts als Lehrmaterial verwendet.

Ehrenbürger der Bergischen Universität

Die Universität hat bis 2012 die Ehrenbürgerwürde einer Universität zwölf Mal verliehen.

Als erstes erhielt 1976 das Ehepaar Stella und Gustav Adolf Baum diese Auszeichnung. Stella Baum war als Autorin tätig, während Gustav Adolf Baum Kaufmann war. Beide waren seit 1945 als Kunstsammler aktiv und hatten sich in den Jahren vor Gründung der Universität um die Entwicklung der Stadt zur Universitätsstadt verdient gemacht, unter anderem durch die Bereitstellung eines Forums in ihrem Privathaus, in dem das Gründungsrektorat wichtige Kontakte knüpfen und aufbauen konnte. 1996 wurde auch der bekannte Wuppertaler Unternehmer Jörg Mittelsten Scheid, der bis 2005 Leiter der Unternehmensgruppe Vorwerk sowie Präsident und Mitglied mehrere Handelsverbände war, zum Ehrenbürger der Universität ernannt. Zuvor war 1977 bereits sein Onkel Erich Mittelsten Scheid, ebenfalls Leiter des Unternehmens, geehrt worden. Die bislang letzte Auszeichnung erhielt 2012 der Jurist Klaus Peters, der 1972 Kanzler und Verwaltungschef der Bergischen Universität wurde und diese Position bis zu seinem Ruhestand 2001 fast 30 Jahre innehatte.

Trivia

  • Oliver Ligneth-Dahm, Schriftsteller symbolistisch-existentialistischer Lyrik, studierte von 1998 bis 2004 im Hauptfach Psychologie sowie Philosophie im Nebenfach an der Bergischen Universität. Den größten Teil seines 2002 erschienenen Gedichtbandes Aus namenlosen Straßen schrieb er im Wintersemester 2001/2002 auf dem Hauptcampus der Universität.
  • Gerd Faltings wurde an der Bergischen Universität im Alter von 27 Jahren der deutschlandweit jüngste ordentliche Professor für Mathematik. 1986 erhielt er für den in seiner Wuppertaler Zeit aufgestellten Beweis einer seit 70 Jahren offenen Vermutung die Fields-Medaille, eine der beiden wichtigsten mathematischen Auszeichnungen weltweit.[42] Im Folgenden wurde er als der berühmteste lebende deutsche Mathematiker bezeichnet.[43]
  • Eckhard Freise, Inhaber des Lehrstuhls für mittelalterliche Geschichte am Historischen Seminar der Bergischen Universität, gewann im Jahr 2000 als erster Kandidat in der Fernsehsendung "Wer wird Millionär?" eine Million DM.
  • Weltökonom Sir Hans Wolfgang Singer, geboren 1910 in Wuppertal-Elberfeld, dem heutigen Standort der Universität, musste 1933 im Alter von 22 Jahren emigrieren. Er hatte Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gemieden, nahm jedoch in den achtziger Jahren eine Einladung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der BUW in seine Geburtsstadt an, um u.a. Vorträge vor Wuppertaler Studenten zu halten. Auf den Spuren seiner Kindheit stellte er dabei fest, dass sein Geburtshaus und die Umgebung seiner Kindheit in der Elberfelder Südstadt nicht mehr existierten.[44]
  • Vom Wintersemester 07/08 bis zum Sommersemester 2011 fanden einige Vorlesungen im Wuppertaler Cinemaxx Kino statt, da die Universität nicht über genügend Kapazitäten verfügte, um eine solch große Anzahl (>700) an Studenten unterzubringen.[45] Mit der Errichtung des neuen Hörsaalgebäudes K konnte dieses Problem allerdings zeitnah behoben werden.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bergische Universität Wuppertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Geschichte der BUW – Umbau ab 2007 abgerufen am 9. Februar 2013
  2. 2,0 2,1 2,2 Zahlen, Daten, Fakten - Beschäftigte (PDF)
  3. 40 Jahre Bergische Universität Wuppertal vom 14. August 2012, abgerufen am 9. Februar 2013
  4. Südosteuropa-Projekt von Mathematikerin Prof. Heilmann wird weiter gefördert vom 27. März 2013, abgerufen am 29. März 2013
  5. Uni: Neubau für 70 Millionen an der Gaußstraße vom 31. Juli 2012, aufgerufen am 8. Februar 2013
  6. Neubau auf dem Campus Haspel: Die Uni will 2015 einziehen vom 8. Februar 2008, aufgerufen am 8. Februar 2013
  7. Neues EU-Projekt an der Bergischen Universität vom 26. April 2013, abgerufen am 29. April 2013
  8. Die Designer und ihr Ende: „Das war Krieg“ Westdeutsche Zeitung (online) vom 16. Juli 2009
  9. Profil der School of Education Abgerufen am 25. November 2012
  10. Ein Tempel für die Literatur: Der neue Lesesaal der Universität auf wz-newsline.de, Artikel vom 22. März 2012, abgerufen am 15. Dezember 2012
  11. Das Hochschul-Sozialwerk abgerufen am 9. Februar 2013
  12. Das Unternehmen als Teil des Industrial Design-Lehrstuhls
  13. IGIF – Über uns abgerufen am 15. Dezember 2012
  14. Gesundheitsdrehscheibe: Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsmanagement und Public Health. In: Bergische Universität. 6. Juli 2009, abgerufen am 18. Juli 2012.
  15. Einmalig: Neues Uni-Institut erforscht Heideggers Lehren vom 20. Januar 2013, abgerufen am 3. März 2013
  16. Forschung – Institute und Zentren abgerufen am 3. März 2013
  17. Homepage von AIESEC Wuppertal auf aiesec.org, abgerufen am 15. Dezember 2012
  18. Homepage von Enactus Wuppertal abgerufen am 15. Dezember 2012
  19. Homepage der ESG Wuppertal, aufgerufen am 23. Mai 2013
  20. Homepage der Juso-Hochschulgruppen Wuppertal
  21. Die Homepage des AStA Wuppertal, abgerufen am 30. Mai 2013
  22. Geldproblem beim Asta: Das Schluckwunder von Wuppertal vom 30. Mai 2013
  23. Die Homepage des StuPa Wuppertal, abgerufen am 30. Mai 2013
  24. "CampusZeitung blickfeld" abgerufen am 10. März 2013
  25. "Engelszunge.tv" abgerufen am 10. März 2013
  26. Campus-Magazin "Engelszunge.info" bei nrwision
  27. Die offizielle Webseite zum CRISTA-Projekt Letztes Update vom 26. Februar 2003
  28. Der größte Uni-Rechner im ganzen Land! im Wuppertaler Unimagazin im Juni/Juli 2004
  29. Rechenzentrum PLEIADES Informationen, Presse und Mitarbeiter auf der Physik-Lehrstuhlseite der Universität
  30. Wohnen im Auftrag der Energieforschung auf bine.info, Artikel vom 19. Dezember 2012, abgerufen am 24. Dezember 2012
  31. 31,0 31,1 Zum Geburtstag: Die Uni strahlt über Wuppertal vom 30. Mai 2012
  32. Drei Windräder lassen die Bergische Uni leuchten vom 8. Januar 2013, abgerufen am 9. Januar 2013
  33. Website des Studiengangs Mediendesign/Designtechnik
  34. Energiemanagement - Energiesysteme Online-Broschüre der BUW, aufgerufen am 29. Oktober 2012 (PDF; 3,0 MB)
  35. Rankings - German Econimic Review 2008 abgerufen am 3. März 2013
  36. Rankings - Gründungsranking 2009 abgerufen am 3. März 2013
  37. http://www.wiwi.uni-wuppertal.de/rankings-und-presse/rankings/gruendungsranking-2011.html Unternehmerausbildung an der Bergischen Universität: Zum 6. Mal hintereinander auf dem Siegertreppchen!] abgerufen am 3. März 2013
  38. CHE ExcellenceRanking 2009: Gütesiegel für Volkswirtschaftslehre abgerufen am 3. März 2013
  39. Studierende bescheinigen sehr gute Studiensituation aus Mai 2011, abgerufen am 3. März 2013
  40. CHE-Ranking: Uni erzielt sehr gute Ergebnisse in den Naturwissenschaften vom 10. Mai 2012, auf presse.uni-wuppertal.de, abgerufen am 30. Oktober 2012
  41. Gebühren, Beiträge und Konten - Sommersemester 2013 auf uni-wuppertal.de, abgerufen am 12. März 2013
  42. Faltings biography Biographie von Gerd Faltings
  43. Genie in Bonn auf zeit.de vom 11. November 1994
  44. Weltökonom aus Elberfeld: Sir Hans Singer gestorben vom 28. März 2006
  45. Überfüllte Uni weicht ins Kino aus auf taz.de vom 14. November 2007
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