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Benutzer:Weinberg/Jüdische Heimstatt

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Palästina war unter den möglichen Regionen einer jüdischen Heimstatt nur eine unter anderen Optionen gewesen. Der frühe Zionismus hatte keine Verbindungen zu den theologischen Konzepten vom Ende der jüdischen Diaspora. Theodor Herzl begründete die Forderung nach einer jüdischen Heimstatt politisch. Eine jüdische Heimstatt sollte nichts anderes gewährleisten als den physischen Schutz für die bedrohte und diskriminierte jüdische Bevölkerung. Religiöse Zionisten sahen darin eine Möglichkeit, einer Verwestlichung und Säkularisierung des Judentums vorzubeugen. Im Baseler Programm artikulierte der erste Zionistische Kongress eine jüdische Heimstatt als Ziel des Zionismus: „Der Zionismus strebt die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für diejenigen Juden an, die sich an ihren jetzigen Wohnorten nicht assimilieren können oder wollen.“

Der britische Außenminister James Balfour betrachtete das Projekt der Gründung einer nationalen Heimstatt für das Jüdische Volk in Palästina mit Wohlwollen, wollte aber die bürgerlichen und religiöse Rechte bestehender nicht-jüdischer Gemeinden in Palästina geschützt wissen.

Andere Pläne

Im Januar 1939 fasste der Jüdische Weltkongress in Genf Beiträge zum Studium jüdischer Siedlungsmöglichkeiten zusammen, die sich mit Weltteilen befassten wie Ceylon, Madagaskar, Alaska und Neukaledonien.

Alaska-Plan

siehe Alaska-Plan

Angola-Plan

siehe Angola-Plan

Britisch-Guayana-Projekt

Das Britisch-Guayana-Projekt sah vor, dass jährlich zehntausende Juden aus Deutschland nach Guayana emigrieren sollten. Gore empfand es als äußerst irritierend, dass die britische Regierung für Fremde, die nicht einmal in Großbritannien wohnten, eine Kolonie zur Verfügung stellen sollte. Ihm erschien es naheliegender, daß deutsche Politiker zur Regelung dieser Angelegenheit mit Vertretern des Weltjudentums Kontakt aufnähmen. Er wollte nicht einsehen, dass die britische Regierung 50 Prozent der Kosten einer solchen Aktion übernehmen sollte, wo doch die Juden die reichste Nation der Erde wären. Die britischen Steuerzahlter müssten für die jüdischen Flüchtlinge insgesamt ca. 15 bis 20 Millionen Pfund aufbringen, und dies würde zu Lasten der Millionen Arbeitslosen in Großbritannien gehen. Da die Lage der Juden in den osteuropäischen Ländern noch viel schlechter wäre als die der deutschen Juden, erwartete Gore, dass auch sie sich in absehbarer Zeit zur Emigration gezwungen fühlen würden. Er befürchtete, dass man dann wieder an den britischen Steuerzahler herantreten würde, um ein ähnliches Projekt zu finanzieren. Die europäischen Juden nach Südafrika zu schicken, erschien Gore genauso unmöglich. Denn dort würde bereits eine große Zahl Juden leben, die großen Einfluss in Politik und Wirtschaft erlangt hätten. Diese würden sich sicherlich gegen den Zustrom mittelloser osteuropäischer Juden zur Wehr setzen.[1]

Der Plan für eine Ansiedlung in Britisch-Guayana führte nach langausgedehnten Verhandlungen dazu, dass schließlich eine erste Gruppe von 50 Personen für eine eine Einwanderung nach Britisch-Guayana vorgesehen war. Die Durchführung wurde jedoch durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhindert.[2]

Madagaskar-Plan

siehe: Magadaskar-Plan

Uganda-Plan

siehe: Uganda-Plan

Einzelnachweise

  1. Hans Jansen: Der Madagaskar-Plan, München 1997, S. 101
  2. Shalom Adler-Rudel: Jüdische Selbsthilfe unter dem Naziregime 1933 - 1939, S. 109