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Benutzer:Michael Kühntopf/NZZ-Artikel Markus Linden

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Meine kurze Replik auf den Artikel "Des Teufels Generäle – Der Geschichtsrevisionismus der AfD liegt offen auf dem Tisch" von Markus Linden

Nichts liegt offen auf dem Tisch, ausser vielleicht, dass die NZZ NICHT, wie oft behauptet und von mir seit jeher (vgl. z. B. hier, Zitat aus 2018: / Michael Kühntopf/WikiMANNia) bestritten wird, der „Nachfolger des Westfernsehens“ und dieser Markus Linden etwas denkbeeinträchtigt oder ausserordentlich korrupt oder beides ist.

Grundsätzlich ist es albern und unzulässig, Statements von Nicht-AfDlern, sollten sie auch der AfD nahestehen oder gar ihre Narrative beeinflussen, sie ebnen oder vorausdenken, direkt der AfD zu subsumieren. Jede Person ist haftbar zu machen für ihre eigenen Statements, nicht mehr und nicht weniger. Damit erübrigen sich bereits ca. fünfzig Prozent der konstruierten Vorwürfe dieses Schmähartikels

Aber der Reihe nach.

Zunächst ist der blickfangmässig in der Überschrift herausgestellte Begriff Revisionismus in der Rezeption eindeutig negativ besetzt und zeigt in Richtung NPD oder Ähnliches (ich erinnere an die Totalentgleisung Söders, den man nach Tomasz M. Froelich nun vollkommen zurecht als einen „Trottel betrachten muss, den man nur noch verachten kann“), obwohl Revisionismus eigentlich nichts weiter ist als eine erneute Überprüfung altbekannter Fakten.

Zudem werden historische Wahrheiten von keinem ernst zu nehmenden AfD-Politiker oder –Funktionär angezweifelt. In Frage gestellt wird nur der Umgang mit ihnen, das, was man daraus macht. Und dass es da zu massiven Fehlentwicklungen gekommen ist, ist unbestreitbar (man vergleiche die hervorragende Bundestagsrede zum Thema Erziehung/Bildung/falsche Gedächtniskultur etc. von Marc Jongen).

Dass man mit Hass, Extremismus und Antisemitismus nichts zu tun hat, ist kein „Mantra“, sondern Tatsache.

Drei Aspekte, die nach Linden von der „Rechtsradikalität der AfD“ zeugen sollen:

  1. „Pauschale Abwertung von Bevölkerungsgruppen“: Diese gibt es nicht. Erstens ist es kein Rassismus, auf Unterschiede hinzuweisen, die sich empirisch nachweisen lassen. Zweitens weiss jeder halbwegs Einsichtige, dass statistische Aussagen keine Aussagen hinsichtlich einzelner Subjekte der betrachteten Gruppierung zulassen. Drittens bedeutet die Ablehnung von unbegrenzter und unkontrollierter Migration (und deren Zwangsfinanzierung durch die immer kleiner werdende Gruppe noch produktiv arbeitender Menschen) nicht die Verweigerung sinnvoller Hilfe in einem Ausmass, das als angemessen erscheint und über das man sich verständigen müsste. (Es gibt aber keine Verständigung, sondern nur Irrsinn und Zwang und nochmals Zwang).
  2. „Gleichsetzung der BRD mit einer Diktatur“. Markus Linden ist Politikwissenschaftler, dann sollte er doch die Strukturelemente, die das Abrutschen der BRD in eine Diktatur belegen (hochgradig ungesunde Konzentration politischer Macht mit Ausstrahlung auf alle gesellschaftlichen Gruppen und Bereiche, faktische Meinungszensur, Denkverbote, Ächtung und Ausstossung all derjenigen, die sich nicht dem Neusprech bedingungslos unterwerfen), auf Anhieb erkennen können.
  3. „Aufruf zum radikalen Widerstand gegen Blockparteien und das System“. Das folgt aus Punkt zwei. Diesen Aufruf bestreitet niemand. Aber er ist nicht Beleg für Rechtsradikalität, sondern dieser Widerstand ist notwendig und geboten, ausser Deutschland hat Spass am nationalen Selbstmord.

Zur „Denkmal-der-Schande-Rede“ ist alles Notwendige bereits mehrfach gesagt. Aber die Fehlinterpretation wird munter weiter benutzt. Dieses wiederum ist schändlich.

Das „AfD-Narrativ von der betrogenen und zu Unrecht beschuldigten Nation, die ihre historischen Ketten zu sprengen hat“, ist eine Erfindung von Herrn Linden (negatives Strohmann-Argument), man täte ihm zu viel Ehre an, es widerlegen zu wollen.

Der immer wieder gern genommene „Vogelschiss“ war tatsächlich quantitativ gemeint und nicht vorgeblich, was sich aus dem Kontext der Rede eindeutig ergibt. Dass der Terminus dennoch ein Griff ins Klo war, mache ich u. a. daran fest, dass ich ordentlich geschockt war, als ich diese Formulierung zum ersten Mal lesen musste. Auch dazu ist aber alles gesagt.

Der „Subtext“ „Relativierung deutscher Schuld“ in der Aussage Gaulands „1945 waren wir der Teufel der Welt. Heute wollen wir die Engel des Planeten sein“ ist pure Kaffeesatzleserei. Als Argument idiotisch. Vermutlich entspricht die Anzahl möglicher Subtexte der Anzahl der Leser multipliziert mit dem Faktor x.

Die Aussage, „stolz sein zu können auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ beschreibt eine Empfindung, die die natürlichste und selbstverständlichste der Welt ist und die deutschen Soldaten gegenüber genauso viel oder genau so wenig berechtigt ist wie gegenüber den Vergleichsfällen, die in der fraglichen Passage genannt werden. Dieser Stolz erstreckt sich sicher nicht auf z. B. die Einsatzgruppen bei den Massenerschiessungen im Osten oder anderen, die schwerstes Unrecht begangen haben. „Soldaten in zwei Weltkriegen“ ist sicher nicht speziell auf die SS bezogen (Linden macht daraus später im Text „das Beklatschen der Waffen-SS").

Die Verurteilung schlimmster Verbrechen von SS, Wehrmacht usw. diskreditiert nicht automatisch die riesige Zahl von Soldaten, die zum Teil mit wenig Wissen ausgestattet ihre Pflicht taten oder zu dieser Pflichterfüllung gezwungen wurden. Die Einbettung dieser Aussage wird unmissverständlich klar, wenn man liest, was Gauland unmittelbar vorher sagte, dass nämlich „kein anderes Volk so deutlich mit einer falschen Vergangenheit aufgeräumt hat wie das deutsche“.

Zynisch-überheblich dann die Schlussformulierung von Markus Linden: „Hier endet nun das geschichtspolitische Terrain des Partei- und Fraktionschefs“. Dieser Knallkopf hat sicher nicht das Recht, gerade gegenüber Gauland solch eine Unverschämtheit zu formulieren.

Der – übrigens vollkommen zu Unrecht erfolgte – Parteiausschluss von Doris von Sayn-Wittgenstein wird von Linden als „symbolisches Bauernopfer“ und als „Abgrenzung von denen, die sich allzu dumm anstellen“, bezeichnet und überdies als Befolgung einer von Kubitschek vorgegebenen Strategie. Nichts könnte konstruierter sein, mit dem einzigen Zweck, der AfD zu schaden und ihre berechtigten Motive zu bestreiten.

Dass Jürgen Elsässer autoritativ für die AfD sprechen könnte, wäre mir neu. Dass Michael Klonovsky ein Hetzer und Verschwörungstheoretiker und Pseudointellektueller ist, höre ich auch zum ersten Mal. Herr Linden mit seinen entweder verschwurbelten oder verlogen-ungeniessbaren Texten kann da Klonovsky sicher nicht das Wasser reichen, sondern schiesst da einen Bock nach dem anderen. Zum Schluss schreibt er „die AfD betreibt […] eine widerwärtige Verhöhnung der Opfer des Dritten Reiches“.

Nein: Widerwärtig ist diese Ansammlung von Lügen im Linden-Artikel.

War das eine Auftragsarbeit oder etwa eine Bewerbungsschrift, wie man sie immer häufiger von ehemals geachteten Historikern oder Soziologen (z. B. Salzborn) lesen muss?

Schaun mer mal, welche unappetitlichen Waffen man in Zukunft noch gegen die einzig nennenswerte, durch und durch bürgerliche Oppositionspartei auspacken wird.

Michael Kühntopf (Diskussion) 18:31, 26. Nov. 2019 (CET)