Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Benutzer:Michael Kühntopf/Grundsatzerklärung JAfD

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Grundsatzerklärung der Bundesvereinigung Juden in der Alternative für Deutschland (JAfD)

Einem gerade in der Bundesrepublik verbreiteten Irrglauben zufolge haben Juden links zu sein. Dieser Irrglaube, der offenbar in der seit den Siebzigerjahren sozialdemokratisch dominierten bzw. okkupierten Geschichtsforschung und ihrer Interpretation des Nationalsozialismus als „rechts“, aber zweifelsohne zugleich in einer unwillkürlichen Übernahme antisemitischer Stereotype gründet, die den Juden als heimatlos, entwurzelt und somit illoyal gegenüber seinem ‚Wirtsland‘ zu diffamieren suchen, — ist andernorts nicht mehr anzutreffen. In Frankreich etwa gelten Juden gemeinhin als die verlässlichsten Wähler der Républicains, welche sich völlig unzimperlich als ‚droite‘, mithin als rechts bezeichnen. Der Rassemblement National (vordem Front National) wird jüngsten Studien zufolge unter Juden etwa ebenso oft gewählt wie in der Gesamtbevölkerung. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Muslimischer Antisemitismus

Wir sind davon überzeugt, dass die größte Bedrohung für das Europa des 21. Jahrhunderts der wegen ihrer weitaus höheren Geburtenrate kaum zu unterschätzende und durch die Masseneinwanderung zusätzlich beschleunigte Anstieg der muslimischen Bevölkerungsgruppe sowie das mangels einer Akkulturation damit einhergehende Erstarken des politischen Islams darstellt, eines totalitären Islams, der das Abendland ganz offen als seinen Feind zu bezeichnen wagt, ohne dafür hierzulande zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Zugleich sind wir davon überzeugt, dass die AfD die einzige Partei der Bundesrepublik ist, die sowohl eine redliche Ideologiekritik betreibt, welche die Unvereinbarkeit islamischer Dogmata mit dem Grundgesetz nicht zu verschleiern versucht, als auch in diesem Rahmen muslimischen Judenhass thematisiert, ohne diesen zu verharmlosen, zumal er unstrittig und untrennbar schon mit der Entstehung des Islam verbunden ist. Die unkontrollierte Masseneinwanderung junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis ist jüdischem Leben dementsprechend höchst abträglich aufgrund einer durch die islamische Ideologie bedingten, antisemitischen Sozialisation, an welcher nicht zuletzt der Nationalsozialismus teilhatte, da nach dem Zweiten Weltkrieg ein Teil der ehemaligen Machthaber, etwa Johann Leers, in Ägypten bei der Muslimbruderschaft Unterschlupf fand und u. a. das gefälschte Pamphlet „Die Protokolle der Weisen von Zion“ im Nahen Osten verbreitete, wo es bis heute in mehreren Ländern als Schullektüre dient und allgemein äußerst populär ist.

Bei der Erstarkung des politischen Islam handelt es sich zudem in erster Linie um eine Bedrohung für Juden, wie am Beispiel vor allem der nordafrikanischen Länder ersichtlich wird, deren jüdische Gemeinden, nachdem diese Länder zu politischer Souveränität gelangt waren, innerhalb weniger Jahre unter ununterbrochenen und stetig wachsenden Drangsalierungen beinahe restlos untergegangen und ihre Gemeindemitglieder geflüchtet oder emigriert sind. Nach der Vertreibung der zahlenmäßig kleineren jüdischen Minderheit wandte sich dann der Zorn der islamischen Mehrheitsbevölkerung, sofern man sie gewähren ließ, gegen die christliche Minderheit, wie es in Ägypten unter der von 2011 bis 2014 währenden Herrschaft der Muslimbrüderschaft geschah.

Das europäische Land, anhand dessen man dies besonders deutlich sehen kann, ist wiederum Frankreich. In Deutschland wird weitgehend ignoriert, dass die Mehrzahl der dort verübten islamischen Anschläge eine nicht zuletzt ausgesprochen antisemitische Stoßrichtung hatte. Dies zeigt sich etwa an dem von einem Kumpanen des Brüderpaars, das am 7. Januar 2015 den Anschlag auf die Redakteure von Charlie Hebdo verübt hatte, zwei Tage später verübten Anschlag auf einen koscheren Supermarkt an der Porte de Vincennes, bei dem vier Juden ermordet wurden. Eine ebenso deutliche Sprache spricht die Tatsache, dass das Bataclan, auf das am 13. November 2015 ein Anschlag verübt wurde, bei welchem 90 Menschen ermordet und auf widerlichste Weise geschändet wurden, über Jahre hinweg wegen seines jüdischen Besitzers islamistische Drohungen erhalten hatte.

Linker Antizionismus

Dem Staat Israel als der nationalen Heimstatt des jüdischen Volkes fühlen wir uns verbunden, erst recht nach der Katastrophe der Schoah, die die Notwendigkeit eines autonomen jüdischen Staates nach Jahrhunderten einer beinahe universalen Verfolgungsgeschichte einmal mehr, aber nun abschließend und unumkehrbar unter Beweis gestellt hat. Im Gegensatz zu ‚postzionistischen‘ Dissimilanten halten wir es dementsprechend nicht für beleidigend, als deutsche Juden mit Israel assoziiert zu werden und uns, wo nötig, auch zu verantworten für Handlungen der israelischen Regierung. Denn Israel handelt zum Wohle aller Juden und ist daher durchaus dazu berechtigt, auch für die Judenheit in der Diaspora zu sprechen: „Der israelische Soldat lieferte den Beweis dafür, dass Jude und Feigheit oder Jude und Opfer keine Synonyme sind“ (Alain Finkielkraut).

Als wohl beinahe ebenso bedrohlich wie den muslimischen Antisemitismus empfinden wir daher den Antizionismus der politischen Linken, der sich etwa in den seit Jahrzehnten in ansehnlicher Höhe geleisteten und von der Regierung Merkel, angesichts der durch Präsident Trump gekürzten US-Zahlungen, weiter erhöhten Unsummen deutschen Steuergelds manifestiert, welche an linksradikale und islamistische Organisationen in Israel fließen. Die UNRWA, das exklusiv den ‚Palästinensern‘ vorbehaltene Flüchtlingshilfswerk der UN, befindet sich fest in den Händen der Hamas, welche in Artikel 7 ihrer Charta, in Anlehnung an islamische Glaubensgrundsätze, die restlose Vernichtung aller Juden weltweit fordert. Angesichts der finanziellen Unterstützung für dieses Vorhaben, das mit der nationalsozialistischen ‚Endlösung‘ identisch ist, erscheint es als schlichtweg höhnisch, zugleich davon zu schwadronieren, dass „Israels Sicherheit“ „deutsche Staatsräson“ sei.

Dass der mit der politischen Linken bedauerlicherweise weitgehend identische bundesrepublikanische Mainstream, anders als etwa die politische Linke in Großbritannien unter Führung Jeremy Corbyns, weniger offen eine antizionistische Agitation betreibt, sorgt dafür, dass sich die hiesige Bevölkerungsmehrheit der herrschenden Diskrepanz in Bezug auf Israel gar nicht bewusst ist. Dazu tragen nicht zuletzt die zwangsbeitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender bei, die nur zu oft durch ihre stumpfe Islam- und Zuwanderungsapologetik bestechen und zugleich eine zunehmend frappierende Einseitigkeit in Bezug auf Israel an den Tag legen oder sogar versuchen, die Ausstrahlung ausnahmsweise proisraelischer Dokumentationen mit allen Mitteln zu verhindern. Somit stoßen die Vorbehalte gegen die öffentlich-rechtlichen Sender, welche die AfD als wiederum einzige Partei der Bundesrepublik konsequent und glaubwürdig zum Ausdruck bringt, bei Juden folgerichtig auf Zustimmung.

Aus Israel erhalten wir dementsprechend ganz überwiegend positive Resonanz. Die dortige Gesellschaft, die um die Finanzierung islamischen Terrors durch die EU weiß und sich mehrheitlich längst von den illusorisch-weltfremden Vorstellungen der Friedensbewegung verabschiedet hat, beobachtet die aktuelle deutsche Migrationspolitik und die gesamte Entwicklung der politischen Linken mit Unverständnis und großer Sorge.

Auch die auf Seiten der politischen Linken exzessiv betriebene Vergangenheitsbewältigung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine maßlose Ignoranz gegenüber den Belangen heute lebender Juden herrscht. „Die Deutschen lieben tote Juden, je toter sie sind, umso mehr werden sie geliebt“ (Henryk M. Broder).

Die ethischen Grundsätze des Judentums

Wir betrachten das Judentum als ‚Bundesvolk‘ (Hans-Joachim Schoeps), das sich nie im Religiösen erschöpfte, sondern immer zugleich eine Volksgemeinschaft war. Die Bedeutung der Zugehörigkeit zu einer solchen Gemeinschaft ist den Westeuropäern, und so auch den Deutschen, weitgehend abhanden gekommen, zumal die Festigkeit einer Gemeinschaft nicht zuletzt proportional zum Grad ihrer Exklusivität steigt, Westeuropa sich aber der rigorosen Inklusion verschrieben hat. Es mangelt den Deutschen daher an dem, was dem Juden selbstverständlich ist: die Pflege der eigenen Tradition, Geschichte und Herkunft. „Alles in allem bezeichne ich jenen Teil von mir selbst als jüdisch, der [...] die eindrucksvolle Überlegenheit des Gewesenen über das Heutige kultiviert“ (Alain Finkielkraut).

Als Volk des Buches erzieht das Judentum seinen Kindern naturgemäß Achtung vor der Autorität des eigenen Meisters (Rabbi) an, der dem Nachwuchs Selbstkontrolle beibringt. Zweifelsohne hätte das Judentum keine derart beachtlichen geistigen Leistungen erbringen können ohne die von Kindesbeinen an erlernte Achtung vor dem Wissen, die auch heute unverändert zu beobachten ist. Angesichts des gegenüber Westeuropa bestehenden und zunehmend bedrohlicher werdenden Vorsprungs der Volksrepublik China auf den Gebieten des Handlungswissens scheint eine solche auf Achtung vor Autorität fußende Lernkultur außerhalb des Judentums Not zu tun, wo Lernkultur als Leistungszwang stigmatisiert und jegliche Autorität als faschistoid denunziert wird. Wir glauben, als Juden nur dann eine Zukunft in Deutschland zu haben, wenn eine Wiedererweckung dieses geschichtsvergessenen und seinen eigenen Traditionen entfremdeten Abendlands gelingt, und setzen uns daher für dieses Gelingen ein.

Da auch die Familie eine Gemeinschaft darstellt und durch einen Mangel an Autorität sowie vollkommen verantwortungslose gesellschaftspolitische Experimente in Richtung einer Umdefinition des Familienbegriffs zwangsläufig vom Zerfall bedroht wird, ist ein religiöser oder auch nur nach den ethischen Grundsätzen seiner Religion lebender Jude ebenso wenig wie ein religiöser Christ dazu imstande, der sukzessive durch Gender-Mainstreaming und Frühsexualisierung betriebenen Zerstörung der traditionellen, monogamen Familie gelassen zuzusehen. Auch in diesem Fall ist die AfD die einzige Partei, die besagte Vorgänge konsequent anprangert.

Das Abendland und die Judenheit

Wir sehen in dem Wunsch der AfD danach, dass Deutschland wieder eine selbstbewusste Nation werden möge, durchaus keinen Widerspruch zu jüdischen Interessen. Im Gegenteil glauben wir, dass eine tatsächliche gegenseitige Wertschätzung nur möglich ist, wenn beide Seiten selbstbewusst aufzutreten vermögen.

Darüber hinaus entgeht uns nicht, dass die abstrusesten unter den zahlreichen Vorwürfen, welche gegen die AfD vorgebracht werden, auffällig oft von Personen und politischen Gruppierungen stammen, die ihren eigenen Antizionismus zu verschleiern kaum mehr für nötig halten und in der muslimischen Bevölkerung eine zahlenmäßig weitaus attraktivere Wählerschaft gefunden haben, als die Juden es aufgrund ihrer geringen Anzahl jemals sein konnten.

Dass diese inneren Gegner des Deutschtums ganz überwiegend zugleich auch Gegner des Judentums sind, lässt unseres Erachtens eine Allianz der Judenheit mit der europäischen Rechten als äußerst folgerichtig erscheinen. Am Beispiel Frankreichs wird dieser Umstand besonders deutlich: Nicht nur wanderten in den letzten zehn Jahren beinahe 50.000 französische Juden nach Israel aus. Es ist dort auch seit einigen Jahrzehnten eine zunehmende Zahl an Sympathiebekundungen jüdischer Intellektueller zugunsten der politischen Rechten zu beobachten. „Für die resoluten Gegner der AfD ist die Bekräftigung der eigenen Identität schon Hitler“ (Alain Finkielkraut). Da dies in zunehmendem Maße ebenso für die jüdische Identität zu gelten beginnt, fällt uns die Entscheidung nicht allzu schwer, auf welche Seite wir uns in der gegenwärtigen Auseinandersetzung zu schlagen haben.

Politisches Sprachrohr anstelle institutioneller Vertretung mit sinkender Legitimation

Die Stimmung in den jüdischen Gemeinden ist dementsprechend eine gänzlich andere, als in vollkommener Abhängigkeit ihrer Geldgeber stehende Funktionäre des Zentralrats zu suggerieren versuchen; der Anteil an AfD-Wählern unter den deutschen Juden ist zweifelsohne deutlich höher als in der bundesrepublikanischen Gesamtbevölkerung. Vom Gesinnungswandel innerhalb der jüdischen Gemeinden zeugt nicht zuletzt die aus Unzufriedenheit mit der Jüdischen Allgemeinen initiierte Gründung der Jüdischen Rundschau, Berlin, im Jahre 2014, der einzigen unabhängigen jüdischen Zeitung in Deutschland.

Im Gegensatz zum Zentralrat können wir als JAfD zwar naturgemäß keine institutionelle Vertretung der deutschen Judenheit bieten, sehr wohl aber eine bislang in der Öffentlichkeit sträflich vernachlässigte und teilweise sogar unterdrückte Haltung artikulieren, mit der sich ein bedeutender und zunehmend größer werdender Teil der deutschen Judenheit identifiziert.