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Benutzer:Messina/Portal des Löbenichtschen Hospitals

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Das Portal des Löbenichtschen Hospitals [1] an der früheren Königsberger Heidemannstraße 19 heute ul. Tscherepitschnaja 19 (russisch Улица Черепичная 19) in Kaliningrad ist ein Kulturdenkmal[2] und ein seltenes Beispiel für ein erhaltenes Beispiel im Stil des Friderizianischen Rokoko. Das Portal besteht aus zwei Pfeilern, die von Voluten abgeschlossen werden. Der Torbogen ist ein sehr flacher Segmentbogen, gekrönt von einer Kartusche mit Rokokoformen. Auf der Kartusche befand sich früher eine große, steinerne Kugel, auf der ein Preußischer Adler stand. Das Portal ist wertvoll, weil es von dem "Reichtum an Rokokoformen, das Königsberg an Fassaden und in Innenräumen besaß, den einzig erhaltenen Rest darstellt ".[3]


„Baubeschreibung des Portals: Es besteht aus zwei Pfeilern mit schweren Voluten als Abschluss. Diese Pfeiler tragen einen sehr flachen Bogen, mit einer Kartusche darüber, die mit Rokokoformen geschmückt ist. Diese Teile sind, wenn auch in sanierungsbedürftigem Zustand erhalten. Verloren gegangen ist der Abschluss des Tores: Auf der Kartusche ruhte eine große, steinerne Kugel, auf der ein Preußischer Adler balancierte. Dass dieses Tor aus der Abrissmasse geborgen und an anderer Stelle wieder verwendet wurde, lobte schon 1924 G. Karl [4] […] heute erhält dieses bescheidene Tor seinen besonderen Wert dadurch, dass es von dem Reichtum an Rokokoformen, die die Stadt an Fassaden und in Innenräumen besaß, den einzig erhaltenen Rest darstellt [5]




Rokokoportal - Löbenichtsches Hospital, heute
Rokokoportal - Löbenichtsches Hospital, einst mit preußischem Adler

1349 wurde das Löbenichtsche Nonnenkloster[6] vom Hochmeister des Deutschen Ordens Heinrich Dusemer gegründet und 1350 die dazugehörige Kirche geweiht. 1531 ließ Herzog Albrecht das Kloster in ein Hospital umwandeln. 1764 brannte das Bauwerk ab und wurde 1771 mit Hilfe von Friedrich II. wieder aufgebaut. Eine Inschrift beschreibt dies:

„refugium hoc paupertatis et indigentiae monumentum pietatis Alberti March. Brandenb. Flammis ao MDCCLXIV penitus dirutum e cineribus clementia et liberalitate Friderici Magni in integrum restitutum est [7]

Bemerkenswert war das Portal im Stil des Friderizianischen Rokoko. Nachdem das Hospital 1903 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste, wurde das alte Rokoko-Portal in der Heidemannstraße neu errichtet. Die Bauzeit des Portals stammt von 1771 und wurde nach dem Brand von 1764 neu errichtet:


Die Haustür und das Austrittsgeländer an der Bülowstraße 32 (Scharfrichterei) waren im Stil des Rokoko gestaltet - „ein hübsches, schmiedeeisernes Geländer aus der Rococozeit“.[8][9]

Das Haus an der Kneiphöfischen Langgasse Nr. 3 hat ein hübsches Zimmer mit Aussicht auf den Pregel. Das Gebäude hatte eine Rokokodecke mit Stuckarbeiten. Dazu Rokokotapeten mit diversen Ölgemälden, die Jagdstücke und Schäferszenen, meist mit hübscher Landschaft zeigten.[10]

Das Schloss zeigte eine aufwändige Rokokoausstattung. Der Audienzsaal war mit roten Seidentapeten mit Adlern ausgestattet. Dort befand sich auch ein „Rococo-Kamin in Stuck“.[11] Der Schwarzer-Adler-Saal zeigte eine Decke mit einem großen Gemälde im Rokokostil: Auf dem blauen Himmel schwebt eine Justitia mit der Waage nebst einem jungen Mädchen, welches den Merkurstab hält. Darunter war ein Fries aus schwarzen Adlern dargestellt. Eine Ledertapete, die aus Schloss Stolzenfels stammte, zeigte gepresste Blumen und Putten auf rotem Grund. Dazu ein „Rococo-Kamin in Stuck mit plastischen Landschaften“.[12]

An der Altstädtischen Sattlergasse Nr. 5 befand sich ein Schlosserschildhalter aus „der Rococozeit von außerordentlicher Feinheit der Schmiedearbeit“.[13] Der Schlosserschildhalter im Stil des Rokoko wurde in das Königsberger Kunstgewerbemuseum gebracht.

Die Fortsetzung der Französischen Straße bildet der Schiefe Berg oder Der Bergplatz. Zwei aufwändig geschnitzte „Rococothüren“[14] befanden sich Haus Bergplatz 6.

Am Bergplatz Nr. 2 stand bis 1895 das Haus der Dorn'schen Apotheke mit einer Erker, der auf zwei Löwen ruhte. Die Tür hatte eine sandsteinerne Einfassung von Rankenwerk.[15]

  1. vgl. Köster, Nr. 43, S. 109: PORTAL DES LÖBENICHTSCHEN HOSPITALS.
  2. Georg Dehio/Ernst Gall/Michael Antoni: Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler West- und Ostprußen, München; Berlin 1993, S. 314.
  3. Köster, Nr. 43, S. 109
  4. G. Karl:Alt-Königsberg. Wanderungen durch die Heimat, Königsberg 1924, S. 106
  5. Köster, Nr. 42 + 43, S. 109: Portal des Löbenichtschen Hospitals
  6. vgl. Boetticher, S. 277-280.
  7. Boetticher, S. 280.
  8. Boetticher, S. 173.
  9. vgl. Boetticher, S. 175, Abbildung Nr. 129.
  10. Boetticher, S. 368f.
  11. Boetticher, S. 74.
  12. Boetticher, S. 73.
  13. Boetticher, S. 225.
  14. Boetticher, S. 105.
  15. vgl. Boetticher, S. 106.