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Benjamin Crémieux

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Benjamin Crémieux (geb. 1. Dezember 1888 in Narbonne; gest. 12. April 1944 im KZ Buchenwald) war ein französischer Schriftsteller jüdischer Herkunft. Er übte vor allem mit seinen literaturkritischen Arbeiten zur zeitgenössischen französischen und italienischen Literatur starken Einfluss aus. Er übersetzte Luigi Pirandello und trug wesentlich zum Bekanntwerden Italo Svevos bei. Seine illegalen Aktivitäten in der Résistance brachten ihn 1943 ins Konzentrationslager, wo er umkam.

Leben

Crémieux stammte aus der südfranzösischen Küstenstadt Narbonne, wo heute eine Straße nach ihm benannt ist.[1] Er studierte in Paris Literaturwissenschaft. Als Soldat des Ersten Weltkriegs wurde er wiederholt verwundet.[2] Sein einziger Roman, 1921 veröffentlicht, ist autobiographisch geprägt.[3] 1926 brachte die Literaturzeitschrift Le Navire de'argent Romanauszüge des noch unbekannten Italo Svevo nebst einem folgenreichen Aufsatz von Crémieux.[4] Zum wichtigsten Forum Crémieuxs wurde die von Jean Paulhan geführte Nouvelle Revue Française. Er war zudem als Leiter des Italien-Büros im Außenministerium und Sekretär des französischen P.E.N. tätig. Eine eher amüsante diplomatische Mission erfüllte er 1930 in Buenos Aires, indem er den Piloten und Schriftsteller Saint-Exupéry mit der bezaubernden Consuelo bekannt machte, worauf dieser seine spätere Muse prompt per Flugzeug entführte.

Während des Zweiten Weltkrieges stieß Crémieux 1941 durch seinen Sohn zur Widerstandsgruppe Combat und wurde vor allem im Untergrund von Marseille aktiv. Im Mai 1942 gab er gemeinsam mit René Milhaud ein Manifest gegen das Vichy-Regime heraus. Ein knappes Jahr darauf wurde er von der Gestapo verhaftet und in das KZ Buchenwald bei Weimar verbracht. Dort starb er im April 1944 an Entkräftung.

Werke

  • Le roman italien contemporain, 1909.
  • Du côté de Marcel Proust suivi de Lettres inédites de Marcel Proust à Benjamin Crémieux, 1919.
  • Le Premier de la classe, Roman, 1921.
  • XXe siècle, 1924.
  • L'Esprit européen dans la littérature d'aujourd'hui, 1926.
  • Une conspiratrice en 1830, ou le Souper sans la Belgiojoso, 1928.
  • Panorama de la littérature italienne contemporaine, 1928.
  • La Grenouille et les trois nourrices, 1930.
  • Littérature italienne, 1931.
  • Benjamin Crémieux. Inventaires, Inquiétude et reconstruction. Essai sur la littérature d'après guerre, 1931.

Literatur

  • Italo Svevo: Corrispondenza con Valery Larbaud, Benjamin Crémieux e Marie Anne Comnène, 1953.
  • Alvin Allan Eustis: Marcel Arland, Benjamin Crémieux, Ramon Fernandez; trois critiques de la „Nouvelle revue française“, Paris 1961.

Einzelnachweise

  1. Siehe Galerie in Narbonne, abgerufen am 30. April 2011
  2. Laut Jüdischer Bibliothek, abgerufen am 30. April 2011
  3. Für den Berliner Romanisten Eduard Wechssler, der Crémieux zu Vorträgen einlädt, ist Le Premier de la classe „ein schönes Buch mit tiefen Hintergründen“, worin „Wahrheit und Täuschung, Ernst und Spiel um wahrhaft heldisch gesinnte Kinderseelen“ kämpfen – zitiert nach Hans Manfred Bock (Hrsg): Französische Kultur im Berlin der Weimarer Republik, Tübingen 2005, Seite 188.
  4. Laut Bernd Blaschke: Der homo oeconomicus ..., München 2004, Seite 213.


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