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Batel BeSchischim

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Batel BeSchischim bezeichnet eine Mischungsgrenze, wörtlich "(ein Teil) untergehend in 60 Teilen".

Wenn zum Genuss verbotene Nahrungsmittel sich durch Zufall mit erlaubten vermischen, dann ist ein Gesetzeskundiger zu befragen, ob die Mischung zum Genuss erlaubt ist. In sehr vielen Fällen ist die Mischung erlaubt, wenn der erlaubte Teil den verbotenen um das Sechzigfache (massgebend ist das Volumen, nicht das Gewicht) übertrifft und die Mischung in keiner Richtung den Geschmack des Verbotenen angenommen hat (b. Chull. 97a ff.; J. D. 91-95, 98 ff.)

Beispiel:

Ein paar Tropfen Milch fallen in die Hühnersuppe. Ist das Volumen der Hühnersuppe mindestens 60-mal grösser als das Volumen der Summe der Milchtropfen, dann ist die Suppe dennoch zum Verzehr erlaubt, da die Menge der Milch so gering ist, dass man von "Batel beSchischim" sprechen kann. Es wird so betrachtet, als ob die Milch nicht vorhanden wäre.

"Batel" ist verwandt mit dem Wort "Bitul" ("annullieren"). "Batel beSchischim" ("annulliert in 60") besagt, dass das versehentliche Vermischen oder Vermengen von einem sechzigsten Teil zu gering ist, um das Lebensmittel oder Geschirr in einen unkoscheren Zustand zu versetzen - vorausgesetzt, diese Vermischung geschah zufällig, also unbeabsichtigt und nicht vorsätzlich.

Da nicht nur unkoschere Speisen verboten sind, sondern auch alles, was so wie diese Speisen schmecken könnte (Ta'am), ist es nicht erlaubt, z. B. bei Eiscreme, entsprechende Aromastoffe hinzuzufügen, selbst wenn sie volumenmässig weniger als ein Sechzigstel ausmachen.

Es gibt auch Fälle, in denen eine Annullierung unmöglich ist, unabhängig von etwaigen Volumenanteilen. Z. B. wenn bei der Käseherstellung tierisches Lab verwendet wird. Ohne die chemische Reaktion, die durch das Lab entstanden ist, gäbe es keinen Käse. Daher ist das fertige Produkt in keinem Falle koscher, auch wenn es 60- oder x-mal mehr Milch als Lab enthält.

Batel beSchischim ist eines der detailliertesten und komplexesten Themen in Talmud und Schulchan Aruch. Bei konkreten Fragen und Problemen dazu wird man kaum ohne halachischen Rat fachkundiger Personen auskommen können.

Hinweis: Der Artikel beruht in Teilen auf einer entsprechenden Abhandlung von Noemi Berger in der Jüdischen Allgemeinen vom 17. Oktober 2013, Seite 20


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