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Barry Freundel

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Barry Freundel

Bernard "Barry" Freundel (geb. 1951), orthodoxer Rabbiner, er war Rabbiner der Kesher Israel Congregation in Washington, D.C. von 1989 bis 2014. Ebenso war er Vizepräsident des Vaad of Greater Washington. Man beschrieb ihn als brillanten Gelehrten, glanzvollen Redner und Autorität auf verschiedenen Gebieten der Halacha, darunter Eruvim, die er in verschiedenen Städten errichtete und betreute, darunter Washington. Seine Karriere kam zu einem abrupten Ende, als man ihn mit seinen jahrzehntelang begangenen sexuellen Vergehen konfrontierte. Dafür wurde das Schlagwort "Mikwe Peeping" gebildet.

Rabbiner Barry Freundel hat 52 Fälle von Voyeurismus gestanden. Er hat jahrelang Frauen beim Bad in der Mikwa seiner Washingtoner Synagoge gefilmt. Von Anfang 2009 bis zum Oktober 2014 hat Rabbiner Barry Freundel mit drei versteckten Kameras Frauen in der Mikva seiner Washington Synagoge Kesher Israel gefilmt. Dies hat Freundel im Februar 2015 vor einem Gericht in der amerikanischen Hauptstadt gestanden. Er bekannte sich des Voyeurismus in 52 Fällen schuldig.

Die Polizei hatte den 63-jährigen Freundel im Oktober 2014 verhaftet und in seinem Haus Videobänder mit Aufnahmen von Frauen sichergestellt. Laut Presseberichten zeigten die Videos Freundel auch beim Installieren einer Beobachtungskamera in einer Umkleidekabine. Der orthodoxe Rabbiner hatte zunächst jede Schuld abgestritten.

Die Behörden gingen davon aus, dass Freundel über 100 Frauen gefilmt hat, darunter auch Besucherinnen aus Israel. Da Voyeurismus-Vergehen in den USA nach drei Jahren verjähren, wird der Rabbiner jedoch nur in Fällen seit 2012 belangt. Ihm drohten eine lange Haft und/oder eine hohe Geldstrafe. Das Strafmass wurde am 15. Mai 2015 festgelegt: Er wurde zu einer Gefängnisstrafe von sechseinhalb Jahren und einer Geldbusse von ca. 2000 Dollar verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst eine Haftstrafe von 17 Jahren gefordert.

Freundel genoss hohes Ansehen als Rabbiner. Seiner Gemeinde gehörte Washingtoner Prominenz wie Finanzminister Jack Lew und der ehemalige Senator Joe Lieberman an. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung hat ihn seine Frau verlassen. Freundel weigerte sich, sein Wohnhaus zu verlassen, das der Synagoge gehört.

Im März 2015 ist Barry Freundel als Professor an der Towson Universität in Maryland zurückgetreten. Er hatte seit 2009 Ethik und Religion unterrichtet. Seit seiner Verhaftung im Oktober 2014 befand er sich in bezahltem Urlaub. Die orthodoxe Gemeinde Kesher Israel hatte Freundel entlassen und ihn angewiesen, seinen rabbinischen Posten zur Verfügung zu stellen.

Die Freilassung von Barry Freundel wird 2021 erwartet.

Im Anschluss haben 150 Opfer den Tempel sowie die der Synagoge assoziierte «National Capital Mikvah» als Ort der Verbrechen und die orthodoxen Institutionen «Rabbinical Council of America» und «Beth Din of the United States of America» auf zunächst 100 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Die Konfliktparteien haben in 2018 einen Vergleich über 14,5 Millionen Dollar geschlossen, der noch von einem Richter genehmigt werden muss. Die Klägerinnen sind Frauen, die sich nachweislich in Räumen mit von Freundel installierten Kameras teilweise oder ganz entkleidet haben).

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