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Holocaustleugnung

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Ein Mahnbild des Holocaust: KZ Birkenau, Blick von innen auf die Haupteinfahrt; kurz nach der Befreiung durch die Rote Armee

Als Holocaustleugnung bezeichnet man das Bestreiten oder weitgehende Verharmlosen des Holocausts. Dabei wird gegen gesichertes historisches Tatsachenwissen behauptet, der systematische, auf Ausrottung zielende Völkermord an etwa sechs Millionen europäischen Juden habe nicht stattgefunden oder er sei nur ein Massenmord oder Massensterben ohne historische Besonderheiten gewesen. Dies betrifft auch den Genozid an den Roma, den Porajmos, den Holocaustleugner meist nicht ausdrücklich erwähnen.

Öffentliche Holocaustleugnung findet in vielen Staaten statt. In einigen wird sie von Regierungen gedeckt, teilweise sogar gefördert. In anderen, darunter allen deutschsprachigen, ist sie ein spezifischer Straftatbestand. In weiteren Staaten ist sie unter bestimmten Umständen als Rassenhass, Verleumdung oder falsche Nachricht strafbar. Über die jeweilige Rechtslage informiert der Artikel Gesetze gegen Holocaustleugnung.

Überblick

Der Holocaust ist wissenschaftlich zweifelsfrei bewiesen. Die Holocaustforschung hat dieses Großverbrechen in all seinen Aspekten seit 1945 vielfach untersucht, überprüft und sorgfältig dokumentiert. Da sie keine Anhaltspunkte für Zweifel daran bietet, bleiben den Leugnern nur das Bestreiten, Umdeuten und Manipulieren und die selektive Auswahl der historischen Quellen, die Fälschung und Erfindung angeblicher Gegenbeweise.

Daher bestreiten und verharmlosen Holocaustleugner vor allem die Massenmorde in den eigens dazu gebauten Vernichtungslagern:

  • ihre zielgerichtete Planung und systematische Durchführung,
  • ihre technisch-industrielle Machbarkeit, besonders die der Vergasungen,
  • die Opferzahlen der im Kriegsverlauf und in den NS-Lagern getöteten Juden,
  • die Echtheit der vorliegenden Dokumente.

Dabei vertreten nicht alle Holocaustleugner alle diese Thesen zugleich, ergänzen sich aber und berufen sich vielfach aufeinander. Ziel ist in jedem Fall, die Tatsache oder zumindest die Einmaligkeit des Holocaust in Zweifel zu ziehen und zu bestreiten. Dies stellen sie oft als unbefangene Überprüfung und Neubewertung der zugänglichen Fakten, also als legitimen Geschichtsrevisionismus dar. Entgegen ihrem Anspruch, Forschungsergebnisse empirisch zu überprüfen, steht das Ergebnis für sie jedoch von vornherein fest: Der Holocaust könne unmöglich so, wie er historisch erwiesen ist, stattgefunden haben.

Die Geschichtswissenschaft sieht ihre Veröffentlichungen daher als pseudowissenschaftliche Geschichtsfälschung und Geschichtsklitterung an und lehnt eine „ergebnisoffene“ Debatte um die so dargebotenen Thesen in der Regel ab. So stellte Alan Milchaman 1998 fest: Holocaustleugnung sei „begründet in Hass statt irgendeines anerkannten Maßstabs von Vergewisserung, Evidenz und Wahrheit“.[1]

Motive

Obwohl die meisten Holocaustleugner die Zeit des Nationalsozialismus nicht selbst erlebt haben, dienen Leugnung und Relativierung des Holocaust meist dazu, den Nationalsozialismus zu rehabilitieren und ähnliche Ideologien und Gesellschaftsmodelle politisch akzeptabel zu machen.

Ein Zentralmotiv vieler Holocaustleugner ist der Antisemitismus: Sie stellen die Hauptopfer als die eigentlichen Urheber der NS-Verbrechen dar und geben ihnen die Schuld daran. Der Holocaust sei eine Erfindung der Juden und der von ihnen angeblich beherrschten Mächte, um Deutschland erpressbar zu halten, Reparationen unendlich auszudehnen und so dem „Weltjudentum“ Geldmittel in die Kasse zu spülen. Damit steht die Holocaustleugnung in der Tradition alter antisemitischer Verschwörungstheorien.

Viele Holocaustleugner tarnen diese als Antizionismus: Juden und Westmächte hätten den Holocaust erfunden, um Israel zu schaffen und dessen Politik im Nahen Osten zu legitimieren. Es wird unterstellt, der Staat Israel habe ein Eigeninteresse daran, die sogenannte Erfindung des Holocaust zu bejahen. So wird das Existenzrecht Israels als eines zum Schutz von Holocaustüberlebenden gegründeten Staates bestritten.

Ein weiteres Motiv ist ein rückwärtsgewandter aggressiver Nationalismus. Die Siegermächte hätten den Holocaust erfunden, um deutsches Selbstbewusstsein dauerhaft zu schwächen und Deutschland ihre Ordnung und Ideologie aufzuzwingen. Auch die Sowjetunion habe die von ihr abhängigen Staaten des Ostblocks vor Deutschland ängstigen und beherrscht halten wollen. Das Aufdecken dieser „Lüge“ wird als notwendige Voraussetzung dafür empfunden, deutsches Nationalgefühl wieder aufbauen und Kriegsfolgen, z. B. Reparationen und Gebietsverluste, rückgängig machen oder mindestens beenden zu können. Dieses Motiv zeigt zum Beispiel eine Aussage des NPD-Vorsitzenden Udo Voigt:[2]

„Sechs Millionen kann nicht stimmen. Es können maximal 340.000 in Auschwitz umgekommen sein. Dann sagen zwar die Juden immer: Auch wenn nur ein Jude umgekommen ist, weil er Jude ist, ist das ein Verbrechen. Aber es ist natürlich ein Unterschied, ob wir für sechs Millionen zahlen oder für 340.000. Und dann ist auch irgendwann die Einmaligkeit dieses großen Verbrechens – oder angeblich großen Verbrechens weg. […] Pommern, Westpreußen, Ostpreußen, Schlesien, ob das Königsberg ist, ob das Danzig ist, ob das Breslau sind, das sind alles deutsche Städte für uns […] auf die wir natürlich Anspruch erheben.“

Damit verbunden ist oft eine Abwehr deutscher Verantwortung für Folgelasten der NS-Verbrechen. So sprechen Holocaustleugner oft von einer Siegerjustiz, die NS-Prozesse wie den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher bestimmt habe. Hintergrund ist die Ablehnung einer vermeintlichen Kollektivschuld, die durch das Bestreiten des Holocausts abgeschüttelt werden soll.

Auch Verdrängung spielt eine Rolle: Der NS-Völkermord war hinsichtlich Durchführung und Umfang so außerordentlich, dass „nicht sein kann, was nicht sein darf“, nämlich anzuerkennen, dass Menschen dazu fähig waren. Dieses psychologische Motiv bestimmt nicht nur ältere Holocaustleugner und Mitläufer der Nationalsozialisten, sondern auch heutige Jugendliche, die wenig historische Kenntnisse der NS-Zeit besitzen. Sie schließt an die in Deutschland nach 1945 verbreitete Behauptung an: Davon haben wir nichts gewusst.[3]

Die Relativierung des Holocaust zielt darauf, dieses besondere und singuläre Verbrechen mit Massenverbrechen anderer Staaten – meist der ehemaligen Kriegsgegner Deutschlands – oder Massensterben aus anderen Ursachen auf eine Stufe zu stellen und so moralisch gleichzusetzen. Dazu wird die Ermordung vieler Juden meist nicht direkt bestritten, aber ihre systematische Planung und Durchführung. Behauptet wird, die Massenmorde in den Arbeitslagern der Nationalsozialisten hätten bloß Regime- und Kriegsgegnern gegolten bzw. seien bloß zufällige Kriegsfolgen ohne Ausrottungsabsicht gewesen.

Hauptargumente

Planung

Datei:Bormann Behandlung der Judenfrage.jpg
Führerbefehl zu Geheimhaltung der Planung "Gesamtlösung der Judenfrage"
Datei:Carta Göring.JPG
Auftrag Görings an Heydrich

Da kein schriftlicher Befehl zur Ausrottung der Juden überliefert ist, folgern die Holocaustleugner, dass weder Adolf Hitler noch andere hochrangige Führungspersonen des NS-Regimes diese befohlen habe. Zwar habe es Verbrechen an Juden im Dritten Reich gegeben, doch seien diese nicht zentral geplant worden, so dass die NS-Führung nicht dafür verantwortlich zu machen sei.

Diese Deutung schließt direkt an die NS-Propaganda an. Mit schriftlichem Führerbefehl vom 11. Juli 1943 hat Adolf Hitler die öffentliche Erörterung einer "Gesamtlösung der Judenfrage" untersagt. Der Führungskreis behielt die Pläne zum Holocaust wenigen Eingeweihten vor, die bewusst so wenig Belege wie möglich dafür hinterließen. Dennoch zeigen viele erhaltene Originaldokumente unwiderlegbar, dass alle Führungsebenen des NS-Regimes den Holocaust zielgerichtet geplant und durchgeführt haben. Hitler gab ausdrückliche mündliche „Führerbefehle“ zur „Endlösung der Judenfrage“, auf die Heinrich Himmler in Briefen an Untergebene und seinen Posener Reden öfter verwies. Hermann Göring, seit 1938 von Hitler mit der „Gesamtlösung der Judenfrage“ beauftragt, ermächtigte seinerseits Reinhard Heydrich am 31. Juli 1941, dazu „alle erforderlichen Vorbereitungen […] im deutschen Einflussbereich in Europa zu treffen“. Am Tag darauf erhielten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, die bereits mit Massenerschießungen von Juden hinter der Ostfront begonnen hatten, den Befehl, Hitler laufend über ihre „Erfolge“ zu unterrichten.[4]

Hitler gab von 1918 bis zu seinem Tod selbst zahlreiche unmissverständliche Hinweise auf seine Absichten und ihre Durchführung. Er kündigte am 30. Januar 1939 die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ im Falle eines Weltkriegs an. Seit dem Überfall auf die Sowjetunion war diese sein primäres Kriegsziel. Dies bestätigte Joseph Goebbels am 13. Dezember 1941 mit seinem Tagebucheintrag: Der Weltkrieg ist da, die Vernichtung des Judentums muss die notwendige Folge sein. Auch die systematische Vernichtung ist in Äußerungen von NS-Spitzen belegt:

„Es wird hier ein ziemlich barbarisches und nicht näher zu beschreibendes Verfahren angewandt, und von den Juden selbst bleibt nicht mehr viel übrig.“

Tagebucheintrag Goebbels vom 27. März 1943

Mit dem einzigen erhaltenen Protokoll von der Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942 ist zudem erwiesen, dass die begonnene Judenvernichtung von fast allen Verwaltungsbehörden des NS-Regimes im Detail organisiert und vom Reichssicherheitshauptamt unter Heydrich zentral gelenkt wurde.

Die zentrale Planung und Rolle der NS-Führung beim Holocaust ist daher wissenschaftlich unumstritten. Die Holocaustforschung diskutiert heute nur noch darüber, wann und wie sich die Entscheidung zur „Endlösung“ entwickelte, seit wann deren Planung konkrete Formen annahm, wie sich die Ausrottungsabsicht zur tatsächlichen Durchführung verhielt und wie viel die deutsche Bevölkerung darüber wusste (siehe Holocaustkenntnis von Zeitzeugen).

Durchführbarkeit

Der Holocaust sei technisch undurchführbar gewesen: Dies begründen Holocaustleugner meist mit Bezug auf die Gaskammern und Krematorien (Brennöfen) der Vernichtungslager, besonders der in Auschwitz. Schon früh wurde etwa behauptet:

  • Es habe dort gar keine Gaskammern zur Massenvernichtung von Menschen gegeben.
  • Die angeblichen Gaskammern hätten keine Lüftung und Abdichtung gehabt, seien also nicht zur Vergasung gebaut worden (Faurisson).
  • Die in einigen Lagern vorhandenen kleinen Gaskammern seien nicht zu Massenmorden, sondern zur Entlausung von Häftlingskleidern verwendet worden (Stäglich).
  • Die als Gaskammern vorgeführten Gebäude hätten zwar existiert, seien aber nicht zur Vergasung von Menschen gedacht und geeignet gewesen. Die nach 1945 als Gaskammern vorgeführten Gebäude seien Attrappen gewesen (Diwald).
  • Auch die Krematorien seien zu klein und nicht zur massenhaften Verbrennung geeignet gewesen. Sie seien nur für die natürlich und an Epidemien Verstorbenen gebaut und verwendet worden, um eine hygienische Bestattung in einem Massenarbeitslager zu gewährleisten.
  • Die Menge an Energie, die zum Befeuern dieser Öfen nötig gewesen wäre, übertreffe bei weitem die Energie, die eine Nation im Krieg dafür hätte abzweigen können.

Tatsächlich mussten einige der Gebäude nach Kriegsende als Gedenkstätte neu aufgebaut werden. Denn im KZ Auschwitz I (Stammlager) hatte die Lager-SS die 1941 erbaute Gaskammer 1944 zum Schutzbunker für sich umgebaut, dazu die Deckenlöcher zum Einschütten des Giftes zubetoniert und Zwischenwände entfernt. Vor dem Eintreffen der Roten Armee hatte sie die Krematorien gesprengt. Dennoch sind die Behauptungen der Holocaustleugner durch detaillierte wissenschaftliche Untersuchungen, Prozesse und Gerichtsgutachten heute vollständig widerlegt. Aufgrund dieses erdrückenden Beweismaterials wenden sich manche deshalb anderen Vernichtungs- und Konzentrationslagern zu, um die dortigen Massenmorde in Zweifel zu ziehen.

Ausmaß

Holocaustleugner bestreiten und bezweifeln seit dem Kriegsende die Opferzahlen des Holocaust. Sie benutzen dabei den Terminus „Sechs-Millionen-Lüge“, um die vielfach überprüften Schätzungen von mindestens 5,6; wahrscheinlicher aber bis zu 6,3 Millionen jüdischer Holocaustopfern[5] als Erfindung der Siegermächte darzustellen. Dazu verbreiten sie z. B. immer wieder Statistiken zur Gesamtzahl der europäischen Juden, deren Quellen nicht nachprüfbar sind und die mit den wissenschaftlich ermittelten Opferzahlen nichts zu tun haben.

So behaupten etwa die Webseiten Ernst Zündels im Anschluss an ältere Holocaustleugner, die jüdische Weltbevölkerung sei von 15,3 Millionen vor 1933 auf 17,8 Millionen nach 1946 angestiegen, so dass schon deshalb gar kein Holocaust stattgefunden haben könne.[6] Behauptet wird auch, nach den Zahlen des Weltalmanachs[7] sei die jüdische Gesamtbevölkerung vor und nach dem Krieg gleich geblieben. Tatsächlich wiederholte der Weltalmanach bis 1947 die Bevölkerungsstatistik von 1933, da während des Krieges keine Volkszählungen stattgefunden hatten. Erst die Ausgabe von 1948 aktualisierte die Zahlen der jüdischen Bevölkerung Europas und gab Verluste von etwa sechs Millionen Menschen an.

Weitere Thesen der Holocaustleugner lauten: Im Zugriffsbereich der Nationalsozialisten hätten gar nicht so viele Juden gelebt, wie sie ermordet haben sollten. Über eine Million deutsche Juden seien vor dem Weltkrieg u. A. nach Palästina, in die USA oder ins Vereinigte Königreich ausgewandert; weitere Millionen osteuropäische Juden hätten sich nie im deutschen Machtbereich befunden und seien nach 1941 in entfernte Regionen der Sowjetunion wie Sibirien geflohen. So behauptete Walter N. Sanning 1983, die meisten osteuropäischen Juden hätten den Machtbereich der Nationalsozialisten verlassen, so dass es keinen Massenmord gegeben haben könne. 750.000 Juden seien „verschollen“. Dazu berief er sich auf angebliche Volkszählungen und unbestätigte Nachkriegsberichte.[8] Unberücksichtigt bleibt, dass solche Bevölkerungsbewegungen unter Stalins Diktatur unmöglich waren und die demographische Struktur der Sowjetunion nach dem Krieg keine Anhaltspunkte für solche Massenwanderungen gibt.

Weiter wird behauptet, die Häftlinge osteuropäischer Vernichtungslager seien nicht zu ihrer Vernichtung dorthin deportiert worden, sondern dort mehrheitlich an Unterernährung, Gelbfieber und Tuberkulose gestorben. Zyklon B sei nur als Insektizid gegen die Überträger des Gelbfiebers oder zur Entwesung von Kleidung verwendet worden. Gezielte Erschießungen seien nur in wenigen Fällen und dann auf rechtsstaatlicher Grundlage erfolgt.

Zur Stützung dieser Thesen wird auf fehlende Meldelisten und Aufstellungen in den Konzentrationslagern über die Vernichtung verwiesen. Ignoriert wird dabei, dass die Lagerkommandanten keine Daten zur gezielten Massenvernichtung erheben durften, sondern Meldelisten nach der Versendung an das Reichssicherheitshauptamt und SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt vernichten mussten. Somit waren in den Vernichtungslagern selbst nie vollständige Unterlagen zur Gesamtzahl der Ermordeten vorhanden. Die zentralen Unterlagen des Reichssicherheitshauptamts und WVHA wurden vor Kriegsende vernichtet; nur wenige Meldungen an das WVHA blieben erhalten, aus denen die als „Sonderbehandlung“ kaschierten Massenmorde zweifelsfrei hervorgehen. Fehlende Lagerstatistiken hat die Holocaustforschung durch weitestgehend erhaltene Deportationslisten aus den Herkunftsländern und Nachweis der Bestimmungsorte aus damaligen Fahrplänen ausgeglichen.

Besonderes Augenmerk richten Holocaustleugner traditionell auf das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Hier widerlegen sie gern die von ihnen selbst aufgestellte Behauptung, allein in Auschwitz seien sechs Millionen Juden vergast worden. Tatsächlich waren in der Gedenkstätte Auschwitz nach dem Krieg Tafeln mit vier Millionen Opfern aufgestellt worden, die auf Aussagen des Lagerkommandanten Rudolf Höß beruhten. Die Tafeln wurden 1990 entfernt und 1993 durch neue Tafeln mit der von Francisek Piper ermittelten Opferzahl von 1,1 bis 1,5 Millionen ersetzt. Dies gaben die Holocaustleugner als Erfolg ihrer Bemühungen aus und behaupteten, die Opferzahlen würden künftig weiter reduziert werden, so dass eine Massenvernichtung grundsätzlich ausgeschlossen werden könne. Ignoriert wird dabei, dass westliche Historiker wie Gerald Reitlinger und Raul Hilberg die Opferzahlen von Auschwitz schon in den 1960er Jahren auf 800.000 bis eine Million ansetzten.

Dokumentation

Holocaustleugner behaupten stets, Beweise für die Verbrechen in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern seien nicht vorhanden:

  • Die vorhandenen Beweise seien gefälscht und nachträglich fabriziert worden,
  • die Zeugenaussagen der Opfer seien erlogen, übertrieben oder verzerrt,
  • die der Täter seien erzwungen oder fehlgedeutet worden,
  • die Sieger hätten die ab 1945 entstandenen Fotos und Filme über die Vernichtungslager bewusst manipuliert.

So seien Leichenberge von Holocaustopfern in Wirklichkeit deutsche Zivilisten gewesen, die bei den Luftangriffen auf Dresden getötet und dann verbrannt worden seien. Bilder von vergasten Menschen werden absichtlich fehlinterpretiert als an Hunger oder Typhus Gestorbene. Die Aussagen von Beteiligten wie Rudolf Höß seien durch Folter zustande gekommen. Das Tagebuch der Anne Frank sei eine Fälschung ihres Vaters.

Dass Historiker diese Behauptungen widerlegt und als unbelegt, unbelegbar und gefälscht zurückgewiesen haben, erklären Holocaustleugner wiederum aus ihrer Abhängigkeit von ihren Geldgebern und aus Manipulation der öffentlichen Meinung mittels verabredeter Lügen.

Verbreitungsmethoden

Seit 1945 veröffentlichten Holocaustleugner ihre Thesen in Form gedruckter Schriften. Spätere Autoren bezogen sich oft auf Schriften früherer Holocaustleugner, die sie ausgiebig als scheinbar objektive „Quellen“ zitierten. In der Geschichtswissenschaft anerkannte Forschungen dagegen wurden stets ignoriert oder als befangen abgetan, jedenfalls inhaltlich kaum berücksichtigt.

Als „Belege“ hatten diese frühen Traktate bald ausgedient, da sie im Wesentlichen auf unbelegten und unbelegbaren Behauptungen aufbauten. Deshalb gaben die Holocaustleugner ihre Thesen in den 1980er Jahren verstärkt als „Forschung“ aus, um ihnen Seriosität zu verleihen, sie als Teil der Geschichtswissenschaft darzustellen und darin als „kritische“, jedoch weithin unterdrückte Gegenmeinung zu etablieren. So schufen sie sich eine eigene „Sparte“ mit entsprechenden Verlagen und Buchläden.

Statt Titeln wie „Die Auschwitzlüge“, die sofort ihre Position und Absicht verraten, gaben spätere Leugner ihre Schriften als „Report“ oder „Gutachten“ aus, um so besser in die öffentliche Diskussion zu gelangen. Darauf bezogen sich dann wiederum viele Aufsätze in geschichtsrevisionistischen Zeitschriften oder Bücher mit zwei typischen Kennzeichen: Sie sind wie eine wissenschaftliche Arbeit mit Fußnoten und Zitaten gespickt, zitieren sich aber immer wieder gegenseitig. Die zitierten Autoren sind oft Pseudonyme, hinter denen sich ein und derselbe Autor verbirgt.

Das wichtigste Medium für Holocaustleugnung ist heute das World Wide Web. Dessen Möglichkeiten haben rechtsextreme Gruppen früh erkannt und zuerst in den USA seit etwa 1990 genutzt. Bestimmte, auf Auslandsservern angelegte Webseiten verbreiten hauptsächlich in einigen Ländern verbotene Schriften und umgehen nationale Strafverfolgung dafür. Sie bevorzugen oft das „Spamming“, also das massenhafte Absetzen der immer gleichen Texte im Internet, und „Crossposts“, also das gleichzeitige Verbreiten dieser Texte in vielen Newsgroups des Usenet (siehe Rechtsextremismus im Internet).

Auch gelang es Holocaustleugnern anfangs, ihre Materialien in den gängigen Suchmaschinen stets an oberste Stellen zu setzen. Eine Untersuchung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wies 1999 nach, dass häufig nur ihre Webseiten als die ersten zwanzig und mehr Suchergebnisse angezeigt wurden, wenn man Begriffe wie „KZ Auschwitz“, „Gaskammer“, „Judenvernichtung“, „Vergasung“, ja sogar „Wannseekonferenz“ in das Suchfeld eingab. Daraufhin wurden die Suchmuster bei deutschen Suchmaschinen umgestellt.

Durch den Aufbau einiger pseudowissenschaftlicher Institute in Australien, Belgien und den USA schuf die Leugnerszene sich Stützpunkte, die sie zur internationalen Vernetzung und Verbreitung ihrer Thesen nutzt. Seit den 1980er Jahren versucht man darüber hinaus, internationale Konferenzen in europäischen wie islamischen Staaten auszurichten. Diese Art der Verbreitung hat durch die so genannte Holocaust-Konferenz im Iran 2006 staatlichen Rückhalt und internationale Aufmerksamkeit gewonnen.

Geschichte

In der Geschichte der Holocaustleugnung wandelten sich manche Argumente und Methoden der Leugner, nicht aber ihre Denkmuster und Ziele.

Holocaustleugner der Nachkriegszeit hatten die NS-Zeit noch selbst erlebt. Sie versuchten ihre Behauptungen meist durch eigene Erlebnisse zu untermauern, propagierten offenen Antisemitismus und Anklagen gegen die Siegermächte. Die zweite Phase fiel zeitlich mit Gründungen neuer rechtsextremer Parteien zusammen. Ältere Leugnerberichte dienten als Quellen für neuere Varianten der Leugnung, bei denen meist die Existenz von Arbeitslagern und dortigen Sterberaten anerkannt, aber eine systematische Ausrottungsabsicht bestritten wurde. Die dritte Phase war in Wechselwirkung mit verstärkter Strafverfolgung von pseudowissenschaftlichen Bemühungen geprägt. Deren Autoren behaupteten eine fachliche Reputation und griffen mit „Reports“ oder „Gutachten“ die technische Durchführbarkeit der Vergasung an. Mit den neuen Medien, vor allem dem Internet, gelangen ihnen zum Teil publizistische Erfolge.

Heute dominieren Versuche, Holocaustleugnung als vergleichende Einordnung, Historisierung, Normalisierung und rationale Abkehr von einer angeblichen „Holocaustreligion“ auszugeben. Zugleich verstärken die Leugner ihre internationale Vernetzung und verbinden sich mit dem politischen Antizionismus islamischer Staaten.[9]

1945–1970

1945 veröffentlichte der Schotte Alexander Ratcliffe das Pamphlet Die Wahrheit über die Juden, in dem er die britische Regierung als von Juden gelenkt darstellte. Später behauptete er in einem Zeitungsartikel, der Holocaust sei eine jüdische Erfindung.

1947 behauptete der französische Faschist Maurice Bardeche in seinem Buch Nürnberg und das versprochene Land, einige der Anklage der Nürnberger Prozesse vorgelegten Beweisdokumente für den Holocaust seien von den Alliierten gefälscht worden. Die Gaskammern seien in Wahrheit Desinfektionskammern zur Entlausung gewesen. Die meisten in den Konzentrationslagern internierten Juden seien dort an Hunger und Krankheiten gestorben. Ihre Inhaftierung sei Folge dessen gewesen, dass sie den Versailler Vertrag von 1919 unterstützt und so den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hätten.

1943 hatte die Gestapo das Résistance-Mitglied Paul Rassinier inhaftiert. Er überlebte das KZ und veröffentlichte 1948 den Erfahrungsbericht Über die Grenze. Darin stellte er die Zahlen der von Nationalsozialisten getöteten Juden als weit übertrieben und die jüdischen KZ-Aufseher als die eigentlichen Urheber der Grausamkeiten an ihren Mitjuden dar. Seit seinem Buch Die Lüge des Odysseus (1948, deutsch 1950) sprach er stets vom „Holocaustmythos“. 1964 in The Drama of European Jewry stellte Rassinier die Gaskammern als jüdische Erfindung dar, die nur Ansprüche der Zionisten auf den Staat Israel und deutsche Entschädigungen stützen sollten.

Der US-Amerikaner Willis Carto (Pseudonym E. L. Anderson) veröffentlichte Rassiniers Bücher nach dessen Tod 1967 in den USA mit dem Titel Debunking the Genocide Myth (deutsch: „Der Mythos der sechs Millionen“, 1969). Eine neue Generation von Holocaustleugnern griff die darin vertretenen Thesen seitdem immer wieder auf.

Ab 1970

Die meisten holocaustleugenden Schriften erschienen nach 1970, darunter:

  • Emil Aretz: Hexen-Einmal-Eins einer Lüge (1970; 1984)[10]
  • Heinz Roth: Auf der Suche nach der Wahrheit (1971); Warum werden wir Deutschen belogen? (1973)
  • Richard Harwood: Did Six Million Really Die? The Truth at Last (deutsch: „Starben wirklich sechs Millionen? Endlich die Wahrheit“) (1974)
  • Arthur Butz: The Hoax of the Twentieth Century, deutsch Der Jahrhundertbetrug (1976)
  • Jürgen Rieger: Rasse – ein Problem für uns (1977)
  • Robert Faurisson: Es gab keine Gaskammern (deutsch 1978)
  • Wilhelm Stäglich: Der Auschwitz-Mythos – Legende oder Wirklichkeit? Eine kritische Bestandsaufnahme (1979)
  • Erich Kern: Die Tragödie der Juden. Schicksal zwischen Propaganda und Wahrheit (1979)
  • Udo Walendy: Historische Tatsachen (Zeitschrift, in der wiederholt der Holocaust geleugnet wird)
  • Carlo Mattogno: Der Mythos der Ausrottung der Juden (1985). Dieses Buch erschien im rechtsextremen Verlag „Sentinella d’Italia“. Der italienische Revisionist stellt darin auch den Gersteinbericht, der als frühester authentischer Augenzeugenbericht des Holocaust gilt, als Fälschung dar.

Besonders bekannt wurde Die Auschwitzlüge von Thies Christophersen (1973). Der Autor gab außerdem von 1972 bis zu seinem Tod 1997 die Zeitschrift „Kritik“ heraus, für die er weitere holocaustleugnende Beiträge verfasste, darunter Der Auschwitz-Betrug (1975) und mit Robert Faurisson Ich suchte – und fand die Wahrheit (1982).[11] Er war Sonderführer der SS in der Pflanzenschutzanstalt Rajsko nahe dem KZ Auschwitz-Birkenau. Er behauptete, es habe nie Menschenmord in Auschwitz gegeben: Sonst hätte er als naher Augenzeuge etwas davon sehen und hören müssen. Die systematische Ermordung von Menschen in Gaskammern sei eine reine Erfindung der Kriegsgegner Deutschlands.

Damit bestritt Christophersen wie die älteren Holocaustleugner der Nachkriegszeit Plan und Durchführung der Judenvernichtung. Er forderte auch die Wiederzulassung der NSDAP. Deshalb wurde er wegen Verleumdung und Aufstachelung zum Rassenhass verurteilt.[12] Gegen Ende seines Lebens verriet er einem Journalisten, den er als „Kameraden“ ansah, in einem Interview:[13] „Ich will uns entlasten und verteidigen, dann kann ich das nicht mit dem, was wir tatsächlich getan haben. Ich leugne das nicht. Aber jeder Verteidiger, der was zu verteidigen hat, der wird doch nicht das Belastende aufführen.“

Während Holocaustleugner mit dem Begriff „Auschwitzlüge“ den Judenmord als Lüge und Erfindung hinzustellen versuchen, wurde er im allgemeinen und fachlichen Sprachgebrauch bald zum Synonym für ihre Lüge, es habe keine Judenvernichtung in Auschwitz gegeben. Die Holocaustleugner bestritten weiterhin im Kern die industrielle Massenvernichtung im größten Vernichtungslager, begannen nun aber verstärkt, ihre Thesen als „wissenschaftliche Forschung“, „Untersuchung“ und „Prüfung offener Fragen“ auszugeben. Dabei erlangten einige dieser Veröffentlichungen besonderes Gewicht.

Der Erlanger Historiker Hellmut Diwald gründete zusammen mit Alfred Schickel 1981 die Zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt (ZFI) ausdrücklich gegen das renommierte Institut für Zeitgeschichte, um einer großangelegten Infragestellung der Dokumente, die deutsche Kriegsschuld und den Holocaust beweisen, einen scheinwissenschaftlichen Rahmen zu geben. Diwald hatte schon in seinem Buch Geschichte der Deutschen (1978) behauptet: Bei den im Konzentrationslager Dachau installierten Gaskammern handele es sich um Attrappen, zu deren Bau das amerikanische Militär nach der Befreiung inhaftierte SS-Angehörige gezwungen habe. Auch die Zahl der Toten im KZ Auschwitz-Birkenau sei viel geringer gewesen.

Ernst Zündel, ein nach Kanada ausgewanderter Deutscher, verbreitete 1988 eine eigene Version der Auschwitz-Lüge im dafür gegründeten Samisdat-Verlag. Er trat zudem mit zahlreichen holocaustleugnenden Schriften und Filmen hervor, darunter dem Film Ein Deutscher und ein Jude besuchen Auschwitz. Er wurde daraufhin in Toronto wegen „Verbreitung falscher Nachrichten“ verurteilt. 2005 wurde er nach Deutschland ausgeliefert; am 15. Februar 2007 wurde er wegen Volksverhetzung vom Landgericht Mannheim zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der höchsten Strafe, die das deutsche Strafrecht für diesen Straftatbestand vorsieht. Seine Frau betreibt jedoch weiterhin eine der größten Webseiten für Holocaustleugnung.

Zündel hatte den Konstrukteur elektrischer Stühle Fred A. Leuchter 1988 als Prozessgutachter bestellt. Dieser veröffentlichte im selben Jahr seinen Leuchter-Report. Darin erklärte er die Gaskammern von Auschwitz zu Desinfektionskammern und berief sich dazu auf eigene chemische Messungen. Er wurde jedoch im Prozess als fachlich ungeeignet und als Lügner überführt, der sich zu Unrecht als Chemiker und Ingenieur für Hinrichtungstechniken ausgegeben hatte. Er hatte sich nur für zwei Tage ohne Wissen und Genehmigung der Leitung der Gedenkstätte in Auschwitz aufgehalten und einige methodisch unabgesicherte Messungen des Blausäure-Gehalts an den Wandüberresten der Gaskammern durchgeführt, die er sich dann von einem Labor bestätigen ließ.

Der wegen Volksverhetzung angeklagte Otto Ernst Remer beauftragte den Diplomchemiker Germar Rudolf mit der Erstellung eines „Gutachtens über die Bildung und Nachweisbarkeit von Cyanidverbindungen in den Gaskammern von Auschwitz“, um die Thesen des Leuchter-Reports zu untermauern. In diesem später veröffentlichten Rudolf-Gutachten wird behauptet, aufgrund der Verwendung von Zyklon B in den Gaskammern von Auschwitz hätte dort die Cyanidverbindung Berliner Blau vorhanden sein müssen. Da diese laut eigenen Probenentnahmen von Leuchter und Rudolf nicht vorhanden war, könnten diese Räume auch nicht als Gaskammer verwendet worden sein. Germar Rudolf verbreitete diese Behauptungen auch in weiteren Schriften unter mindestens zwölf Pseudonymen, um den Eindruck einer Anerkennung seiner Thesen durch viele Experten zu erwecken.[14]

Der Chemiker und Gerichtsgutachter Richard Green wies nach, dass die relativ niedrige Gaskonzentration und das von den Opfern ausgeatmete Kohlenstoffdioxid die Bildung von „Berliner Blau“ in den Gaskammern verhinderten. In Proben aus den Gaskammern wurden bereits 1945 andere Cyanidverbindungen nachgewiesen; das Forensische Institut in Krakau wies sie in Reaktion auf das Rudolf-Gutachten 1994 nochmals nach.

Relativierung

Relativierungen setzen den Holocaust als geschehen voraus, vergleichen ihn aber mit anderen Ereignissen und führen ihn auf außerdeutsche Ursachen zurück, um seine Besonderheit zu bestreiten. Ehemalige Nationalsozialisten, Neonazis und ihre Mitläufer übertragen dazu den Holocaustbegriff auf Ereignisse wie die Bombardierung deutscher Städte im Luftkrieg 1941–1945 („Bombenholocaust“) und die Vertreibung der Deutschen aus den ehemaligen ostdeutschen Gebieten gegen und nach Kriegsende („Vertreibungsholocaust“). Damit setzen sie Angriffs- und Verteidigungstaten, Ursachen und Folgen gleich und rechnen sie gegeneinander auf. Indem sie die Alliierten als Kriegsverbrecher anklagen, stellen sie die Deutschen nicht als ebensolche Verbrecher, sondern als die eigentlichen Opfer des Zweiten Weltkriegs dar (Täter-Opfer-Umkehr). Wer dann an den Holocaust erinnert, erscheint als Nestbeschmutzer, der ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Volk hat.

Dahinter steht die ungebrochene Denkweise des von den Nationalsozialisten propagierten „gesunden Volksempfindens“, das nicht mit den Opfern, von denen ein Teil ja auch Deutsche waren, fühlen und keine kritische Distanz zu den Tätern aufbringen kann. Vertreter dieser Haltung lehnen die Verantwortung für die NS-Taten und ihre Folgen als „Schuldkult“ ab.

Diese Tradition begann bald nach Kriegsende 1945. Dazu wurden mögliche Kriegsverbrechen der Alliierten herangezogen: Diese hätten besonders mit ihren Flächenbombardements selbst verbrecherische Massenmorde verübt, die denen der Deutschen kaum nachstünden. Sie hätten dann die Singularität des Holocaust bewusst konstruiert, um eine Diskussion über ihre Taten nicht aufkommen zu lassen.

Früh wurden auch Verbrechen Stalins mit dem Holocaust verglichen: Dieser verblasse gegenüber den Mengen an Dissidenten und Christen, die in sowjetischen Gulags ermordet worden seien – und deren Erfindung Holocaustleugner oft Juden zuschreiben. Dass diese Zwangsarbeitslager Vorbilder für die Arbeits- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten gewesen seien, vertritt seit 1986 der Historiker Ernst Nolte. Er bestreitet den Holocaust nicht, sieht ihn aber als Reaktion auf vorhergegangene Verbrechen des Stalinismus und auf eine Kriegssituation. Dies führte in Deutschland zu einem Historikerstreit, der im Ergebnis die Singularität des Holocaust weitgehend bestätigte.

Ernst Nolte übernahm auch die These einer angeblichen „jüdischen Kriegserklärung“, mit der er Juden eine Mitschuld an ihrer Verfolgung in der NS-Zeit zuwies. Zudem plädierte er 1993 dafür, Thesen von Leuchter und Irving als historisch bedenkenswert zu diskutieren.

Obwohl ihre Grundthesen zum Holocaust einander ausschließen, stützen sich Leugner und Relativierer in ihren Veröffentlichungen oft gegenseitig und treten gemeinsam auf, um eine „Deutungshoheit“ über die nationalsozialistische Vergangenheit zu gewinnen. Neue Rechte beziehen sich oft auf relativierende Aussagen, um ihren Thesen Reputation zu verleihen und ein neues „nationales Selbstbewusstsein“ und eine „Normalität“ zu schaffen, die das Holocaustgedenken als Ausgangspunkt und unaufgebbaren Bestandteil deutscher Identität ersetzen soll. Armin Mohler stellte dazu schon 1965 in einem Aufsatz die „Groß-Tabus“ in Frage, mit denen eine „gerechte Untersuchung“ der NS-Vergangenheit verhindert werde, und zweifelte die Dimension des Judenmordes an. Er schrieb positive Rezensionen für die Bücher von Holocaustleugnern und warb für sie u. a. in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Criticon.

Gerd Wiegel sieht darin „die Gefahr, die von den Holocaustleugnern ausgehen kann, wenn es ihnen gelingt, ihre Ansichten zu akzeptablen, wissenschaftlichen Meinungen zu stilisieren.“[15]Alexander Ruoff beschrieb die neurechte Gedankenwelt als „Diskurs des völkischen Nationalismus, in dem nicht Auschwitz selbst, sondern die Bedeutung dieses Verbrechens für die Bildung einer selbstbewussten Nation geleugnet wird“, damit diese „negative Folie“ „für eine völkische Fassung nationaler Selbstvergewisserung“ nicht mehr hinderlich sei.

Vorkommen

Arabische Staaten und Palästinensergebiete

In fast allen arabischen und islamischen Staaten ist Holocaustleugnung nicht strafbar und häufiger Teil einer antizionistischen Propaganda in den Medien. Die Regierungen dulden oder fördern diese.

Al-Ahram, die auflagenstärkste Zeitung Ägyptens, kommentierte etwa am 13. März 2001:[16]

„Lügen sind über hier und dort ermordete Juden und den Holocaust ans Tageslicht gekommen […] Es gab überhaupt kein Chelmno, kein Dachau, kein Auschwitz! An diesen Orten standen lediglich Desinfektionsanlagen […] Sie [die Juden] begannen, ihre Propaganda zu veröffentlichen, dass sie verfolgt, ermordet und vernichtet worden seien […] Hier und dort waren Ausschüsse tätig, um […] diese fremde Einheit [Israel] zu gründen, die als Krebs in unserem Land wuchert, wo unsere Väter lebten, wo wir leben und wo unsere Kinder nach uns leben werden. Sie haben sich immer als Opfer dargestellt, und sie gründeten ein Zentrum für Heldentum und Holocaust. Wessen Heldentum denn? Wessen Holocaust?“

Wagaih Abu Sikri, Korrespondent der ägyptischen Zeitung Al-Akhbar, schrieb am 13. April 2001 mit Bezug auf den Leuchter-Report:[17]

„Wieder einmal taucht die Frage des Holocaust auf. Sie ist über ein halbes Jahrhundert lang nicht verschwunden, weil die zionistische Propaganda ihn in ein Mittel zur Erlangung politischer und wirtschaftlicher Vorteile umgewandelt hat, abgesehen davon, dass er zum Vorantreiben von Besetzung und Besiedelung genutzt wird […] In einem vor kurzem veröffentlichten Buch eines amerikanischen Forschers geht es um den Holocaust. Mit wissenschaftlichen und chemischen Nachweisen beweist es, dass die Zahl von sechs Millionen Juden, die im Nazilager Auschwitz eingeäschert worden sein sollen, eine Lüge zu Propagandazwecken ist, da selbst die geräumigsten Baracken im Lager nicht einmal ein Prozent dieser Anzahl hätten beherbergen können.“

2001 veranstalteten die Vereinigten Arabischen Emirate eine internationale Konferenz mit Gästen aus der europäischen und US-amerikanischen Revisionistenszene, um offiziell „Lügen und Übertreibungen zum so genannten Holocaust offen zu legen“. Andere arabische Regierungen haben solche Zusammenkünfte in ihren Staaten bisher jedoch untersagt. Kontaktversuche mit deutschen Holocaustleugnern waren nach deren Berichten kaum erfolgreich.

Der amtierende Palästinenserpräsident Mahmud Abbas behauptete 1983 in seiner Doktorarbeit über Die geheimen Beziehungen zwischen Nazismus und der Führung der Zionistischen Bewegung: Nicht sechs Millionen, sondern maximal 890.000 Juden seien in den nationalsozialistischen Lagern ermordet worden. Sie seien „Opfer eines zionistisch-nazistischen Komplotts“ gewesen. Die Zionisten hätten den Holocaust als Druckmittel zur Schaffung des Staates Israel gewollt.[18]

Issam Sissalem, Historiker an der Islamischen Universität Gaza, sagte am 29. November 2000 in einer Fernsehsendung der palästinensischen Autonomiebehörde:[17]

„Am 27. April fangen die Wahnkarnevale in Israel an, was sie den Holocausttag nennen oder die „Verbrennung von sechs Millionen Juden“ in den Öfen der Nazis. Der Holocaust ist nichts weiter als ein Märchen. Viele Historiker in der Welt haben diese erfundene Geschichte schon entlarvt.“

Al-Hayat AI-Jadida, Tageszeitung der palästinensischen Autonomiebehörde, schrieb am 13. April 2001:[17]

„Die Juden haben das Märchen erfunden, nämlich die Massaker der Nazis gegen die Juden […] Das zionistische Wesen ist ein Krebsgeschwür, das man herausschneiden muss.“

Als Holocaustleugner hervorgetreten ist 2003 auch der Hamas-Vertreter Abd al-Aziz ar-Rantisi.[19]

Die arabischen Reaktionen auf Garaudys Buch Die Gründungsmythen der israelischen Politik von 1996, das den Holocaust leugnet und in Frankreich 1998 (das Urteil wurde 2003 vom Europäischen Gerichtshof bestätigt) verboten wurde, liefern ein aufschlussreiches Bild davon, in welchem Umfang sich die Publizistik dieser Länder der Holocaustleugnung anschließt und sie begrüßt; Garaudy wurde wegen des in Frankreich anhängigen Verbotsverfahrens zur Kairoer Buchmesse 1998 eingeladen, unter anderem der Nobelpreisträger Nagib Machfus setzte sich für ihn ein.[20]

Australien

Der in Deutschland geborene Philosoph Fredrick Toben ist ein führender Holocaustleugner Australiens. Er gründete und leitet das Adelaide Institute, das Holocaustleugnung unter wissenschaftlichem Deckmantel betreibt. 1998 hielt er dort eine internationale Konferenz ab, an der auch der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate teilnahm.

Im April 1999 wurde Toben wegen des Imports von holocaustleugnenden Schriften in Deutschland zu zehn Monaten Haft verurteilt, jedoch nicht sofort inhaftiert. Im Dezember konnte er in den Iran ausreisen, wo er drei Wochen lang holocaustleugnende Vorträge an Universitäten hielt. Die Teheran Times stellte ihn der iranischen Öffentlichkeit als „deutschen Forscher“ vor. Im Jahr 2000 wurde er in einem Interview des iranischen Fernsehens zum Besuch des Papstes in Jerusalem befragt und sagte:

„Die jüdischen Politiker benutzen den Holocaust und die Zahl der sechs Millionen Toten als Rechtfertigung, um die Palästinenser zu unterdrücken und Jerusalem als ihre ungeteilte Hauptstadt zu beanspruchen.“

Im März 2001 sollte Toben an einer Konferenz der Holocaustleugner in Beirut teilnehmen, die jedoch von der libanesischen Regierung abgesagt und verboten wurde. Dies lastete er der „Feigheit“ derer an, die vor den Zionisten „auf die Knie“ gegangen seien. 2003 besuchte Toben erneut den Iran und bezeichnete Israels Politik in den besetzten Gebieten Palästinas als „zionistischen Holocaust“.

2003 zeigte das linke Melbourne Underground Film Festival Filme über die israelische Besatzung Palästinas zusammen mit Filmen der Holocaustleugner David Irving und Robert Faurisson. Deren Artikel oder Aufsätze wurden in linksradikalen Magazinen wie Nexus teilweise nachgedruckt.

Weitere australische Holocaustleugner sind Michèle Renouf und Richard Krege. Die League of Rights tarnt sich als Menschenrechtsgruppe, vereint aber tatsächlich australische Rassisten und Antisemiten und hat Einfluss weit über enge rechtsextreme Zirkel hinaus. Sie organisierte in den 1990er Jahren Vortragsreisen für international bekannte Holocaustleugner wie Fred Leuchter durch Australien und vertreibt deren Schriften. Ihr Vorsitzender John Bennett bezeichnet den Holocaust als „gigantische Lüge“ für israelische Interessen. Eine ähnliche League of Rights besteht auch im Nachbarstaat Neuseeland.[21]

Belgien

Zu den frühen Holocaustleugnern Belgiens zählt der ehemalige Offizier der Waffen-SS Léon Degrelle, Führer der belgischen faschistischen Partei der Rexisten. Die niederländische Rechtsextremistin Florentine Rost van Tonningen war bis zu seinem Tod eng mit ihm befreundet. Ihr Haus in Velp, Niederlande, ist ein Treffpunkt für Holocaustleugner, Alt- und Neonazis aus ganz Europa.

1985 gründeten die Brüder Herbert und Siegfried Verbeke die „Stiftung“ Vrij Historisch Onderzoek (VHO) in Antwerpen. Siegfried Verbeke war Aktivist der neonazistischen Organisation Vlaams Militante Order, bis diese als terroristische Vereinigung verboten wurde. Bis 1998 gab Herbert Verbeke, danach Germar Rudolf regelmäßig die „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“ als Zeitschrift der VHO heraus. Diese arbeitet eng mit dem amerikanischen Committee for Open Debate on the Holocaust (CODOH) zusammen, das von Bradley Smith und Mark Weber, dem heutigen Leiter des kalifornischen Institute for Historical Review, gegründet wurde.

Die VHO will alle in Deutschland beschlagnahmten und verbotenen Veröffentlichungen von Holocaustleugnern verbreiten. Sie wurde 2002 von den belgischen Behörden verboten, betreibt ihre 1997 eingerichteten Webseite jedoch weiter. Formell ist diese im Besitz des britischen Verlags Castle Hill Publishers mit Sitz in Hastings, der auch den Buchversand für die VHO übernimmt.

Das Amtsgericht Starnberg ließ 1999 die VHO-Schrift Antwort auf die Goldhagen- und Spielberglügen beschlagnahmen, weil darin mit Bezug auf den Leuchter-Report der Holocaust geleugnet wurde. Daraufhin verbreitete die VHO ein Flugblatt mit dem Titel Holocaust und Revisionismus. 33 Fragen und Antworten zum Holocaust. Es fasste die wichtigsten Behauptungen der Holocaustleugner zusammen und warb für ihre Publikationen; dazu verteilte die VHO seit 2000 auch bestimmte Aufkleber, die u. a. in Baden-Württemberg auftauchten.

Deutschland

Zu den deutschen Rechtsextremisten und Neonazis, die in öffentlichen Aussagen in- oder ausländische Holocaustleugner zitiert oder selbst den Holocaust geleugnet haben, gehören neben den schon Genannten:

Viele dieser Personen wurden wegen Volksverhetzung oder anderen Vergehen verurteilt. Ihre Bücher verlegen vor allem der rechtsextreme Grabert-Verlag und der NPD-nahe Verlag Deutsche Stimme.

Holocaustleugnende deutsche Vereine sind:

Am 7. Mai 2008 verbot Innenminister Wolfgang Schäuble die seit langem als rechtsextrem eingestuften Vereine Collegium Humanum in Vlotho und den von Horst Mahler 2003 gegründeten Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten (VRBHV) und ließ ihre Materialien bei einer bundesweiten Razzia beschlagnahmen. Es seien „Sammelbecken organisierter Holocaustleugner“, deren Tätigkeit aus „antisemitischer Propaganda und der Verherrlichung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ bestehe.[24] Der Staat sei in der Pflicht, dem Rechtsextremismus zu begegnen und alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel auszuschöpfen. Die geistigen Brandstifter, mit denen wir es hier zu tun haben, sind der Nährboden, aus dem letztlich auch rassistisch motivierte Gewalt erwächst.[25] Vorausgegangen war eine parlamentarische Anfrage und journalistische Recherchen, die ergaben, dass diese Vereine bisher als gemeinnützig anerkannt und daher mit Steuermitteln gefördert worden waren.[26]

Frankreich

Mit dem einflussreichen Buch Das Drama der Europäischen Juden von Paul Rassinier (1964) begann die französische Variante der Holocaustleugnung, der Negationismus. Rassinier behauptete, der Holocaust sei eine von Zionisten, Alliierten und Sowjets gemeinsam geheim geschaffene Propagandalüge, um den Staat Israel durchzusetzen. Er führte dafür keine Beweise, sondern eigene Eindrücke und Überlegungen an. Er war bekennender Antisemit, Sozialist, ausgebildeter Historiker und ehemaliger KZ-Häftling des KZ Buchenwald. Buchenwald war jedoch kein Vernichtungslager, in dem Vergasungen durchgeführt wurden, folglich konnte Rassiner dort nicht Zeuge von Vergasungen werden. Gleichwohl wurde er später oft nicht nur von rechtsextremen Epigonen als Kronzeuge angeführt.

Hauptvertreter der französischen Holocaustleugnung ist der ehemalige Literaturprofessor Robert Faurisson aus Lyon. Für ihn sind die Judenvergasungen nur ein „gigantischer politischer und finanzieller Schwindel“ für die Interessen Israels und des Zionismus. Er spezialisierte sich auf Umdeutung von Schriftdokumenten der NS-Zeit: z. B. Wehrmachtsbefehle von 1941, die „Exzesse“ an Zivilisten unter Strafe stellten, wobei er Mordbefehle an Einsatzgruppen aus demselben Zeitraum verschwieg. Ein Schüler Faurissons, Henri Roques, beschrieb den Gerstein-Bericht 1985 in seiner Dissertation als Erfindung Kurt Gersteins. Erst auf anhaltende heftige Proteste und den Nachweis von Fehlschlüssen und Auslassungen hin erkannte der französische Unterrichtsminister ihm den Doktortitel 1986 wieder ab.[27]

Der Pariser Buchladen La Vieille Taupe wurde seit den 1960er Jahren zum Zentrum linksextremer Gruppen wie La Guerre Sociale und Revolution Sociale, die den Holocaust vor allem wegen seiner angeblichen zionistischen Instrumentalisierung in Frage stellten. Seine Eigentümer, Pierre Guillaume und Jeune Taupe, machten daraus einen führenden Verlag für neonazistische und holocaustleugnende Schriften in Europa. Daraufhin grenzten sich linksgerichtete „Negationisten“ oft von rechtsextremen direkten Auschwitzleugnern ab, obwohl ihre Argumentationsmuster einander ähneln.

Die meisten französischen Holocaustleugner stehen der rechtsextremen Front National nahe. Deren Vorsitzender Jean-Marie Le Pen erklärte 1987 in einem Radiointerview, er habe nie Gaskammern gesehen. Ihre Existenz sei nicht nachgewiesen und werde von Historikern angefochten. Dies vertreten auch:

Louis Darquier de Pellepoix hatte bis 1945 als „Generalkommissar für jüdische Fragen“ des Vichy-Regimes die Abtransporte französischer Juden in die Todeslager koordiniert und war dafür nach 1945 als Kollaborateur der Nationalsozialisten zum Tod verurteilt worden. Er floh nach Spanien, wo er unbehelligt lebte. Am 2. Oktober 1978 erklärte er in der Wochenzeitung L'Express: Der Holocaust sei eine „typisch jüdische Erfindung“, um „Jerusalem zur Welthauptstadt zu machen“. Das Interview erschien unter dem Zitat: In Auschwitz wurden nur Läuse vergast.

Der prominente Neomarxist Roger Garaudy trat 1982 dem Islam bei und veröffentlichte seither antizionistische Schriften, in denen er den Holocaust zu den „Gründungsmythen des Staates Israel“ zählt. Er wurde deshalb 1998 verurteilt.

Als Bindeglied zwischen deutschen, belgischen und französischen Holocaustleugnern fungierte die inzwischen gesperrte französische Webseite der Organisation AAARGH (Association des anciens amateurs de récits de guerre et d’holocauste). Deren Inhalte werden heute von der belgischen VHO weiterverbreitet.

Am 26. Dezember 2008 ließ der Komiker Dieudonné M’bala M’bala Robert Faurisson in seiner Satireshow in Paris auftreten. Vor rund 5500 Zuschauern, darunter Jean-Marie Le Pen, verlieh ein Mitarbeiter in KZ-Kleidung Faurisson einen Preis für „fehlende Gesellschaftsfähigkeit/Unangepasstheit und Unverfrorenheit/Impertinenz“.[28]

In Frankreich wurde 1990 ein Strafgesetz gegen die Leugnung oder Relativierung von Verbrechen gegen die Menschheit verabschiedet, das das Antirassismus-Strafgesetz von 1972 ergänzt. Damit reagierte die Justiz auf die Schändung des jüdischen Friedhofs im südfranzösischen Carpentras vom 8. Mai 1990 durch einige Neonazis, die eine Welle öffentlicher Proteste gegen Antisemitismus und „Negationismus“ auslöste.

Iran

Der derzeitige Präsident Irans, Mahmud Ahmadinedschad, stellte den Holocaust seit 2005 im Rahmen seines Konfrontationskurses zum Westen wiederholt öffentlich in Frage. Am 8. Dezember 2005 sagte er in einer Rede im saudi-arabischen Mekka laut der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA:[29]

„Einige europäische Länder pochen darauf, dass Hitler Millionen unschuldiger Juden in Öfen getötet hat und sie pochen darauf so sehr, dass sie jeden verurteilen und ins Gefängnis werfen, der etwas Gegenteiliges beweist. Wir akzeptieren diese Behauptung nicht. Aber wenn wir davon ausgehen, dass sie wahr ist, dann haben wir folgende Frage an die Europäer: Ist die Tötung unschuldiger jüdischer Menschen durch Hitler der Grund für eure Unterstützung für die Besatzer Jerusalems?“

Am 14. Dezember 2005 sagte er in Zahedan vor Tausenden Zuhörern in einer vom staatlichen Nachrichtensender Khabar direkt übertragenen Rede:[30]

„Wenn die Europäer mit der Behauptung die Wahrheit sagen, sie hätten sechs Millionen Juden im Holocaust während des Zweiten Weltkriegs getötet – was so aussieht, als ob sie Recht haben, denn sie bestehen darauf und inhaftieren jene, die diese Behauptung bestreiten –, warum sollten die Palästinenser für dieses Verbrechen bezahlen? Warum sind sie in das Herz der islamischen Welt gekommen und begehen Verbrechen gegen die lieben Palästinenser mit ihren Bomben, Raketen und Sanktionen?“

Ferner sagte er:[31]

„Wenn Ihr die Juden verbrannt habt, warum stellt Ihr dann nicht ein Stück von Europa, der USA, Kanadas oder Alaskas für Israel zur Verfügung? Unsere Frage ist: Wenn ihr dieses gewaltige Verbrechen begangen habt, warum soll dann die unschuldige Nation von Palästina für dieses Verbrechen bezahlen?“

Dies deuteten westliche Medien vielfach als Holocaustleugnung, während andere dem widersprachen.[32] Die UNO, Europäische Union und USA protestierten gegen die Aussagen. Der israelische Staatspräsident Ariel Sharon forderte, den Iran wegen Verletzung der UN-Charta aus der UNO auszuschließen.

In einem am 31. Mai 2006 veröffentlichten Spiegel-Interview fragte Ahmadinedschad, ob der Holocaust wirklich geschehen sei und wenn ja, wer die Verantwortung dafür trage. Warum ist es nicht erlaubt, über eine Tatsache zu forschen, die vor 60 Jahren passiert ist? Das deutsche Volk werde seit 60 Jahren mit unberechtigten Schuldvorwürfen erniedrigt, gezwungen, den Zionisten zu dienen und noch 100 Jahre Reparationen an Israel zu zahlen, obwohl die Generationen seit 1945 nicht am Holocaust schuldig seien. Es gebe in der westlichen Geschichtsforschung zwei konträre Meinungen zum Holocaust: Eine Minderheitsposition werde von bekannten Historikern in Australien, Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich vertreten. Er nannte ihre Namen nicht, bestritt aber auch nicht, dass die Personen gemeint waren, die die Interviewer daraufhin erwähnten: David Irving, Ernst Zündel, George Theil, Horst Mahler. Ahmadinedschad übernahm damit die Behauptung des Geschichtsrevisionismus, dass der Holocaust historisch nicht bewiesen und daher ergebnisoffen zu erforschen sei.[33]

Im August 2006 rief eine regierungsamtliche Tageszeitung in Teheran als Antwort auf die dänischen Mohammedkarikaturen zu einem Karikaturenwettbewerb zum Holocaust auf.

Am 11. und 12. Dezember 2006 veranstaltete das dem iranischen Außenministerium unterstellte Institut für Politische und Internationale Studien unter Leitung des Präsidentenberaters Mohammad-Ali Ramin[34] ein von Ahmadinedschad im März 2006 angeordnetes[35] Treffen in Teheran unter dem offiziellen Titel International Conference on «Review of the Holocaust: Global Vision». 67 Holocaustleugner, Revisionisten, Islamisten und Antizionisten aus 30 Staaten nahmen daran teil. Das vom Vize-Außenminister öffentlich formulierte Ziel des Treffens war, den Holocaust als „Erfindung der von den Zionisten aufgehetzten Siegermächte“ auszugeben[36] und – so Ahmadinedschad in seiner Abschlussrede – den Staat Israel „abzuschaffen“.

Die Bundeszentrale für Politische Bildung veranstaltete zur selben Zeit eine Gegenkonferenz in Berlin, wo unter anderen der Holocaustforscher Raul Hilberg sprach.[37] Der ehemalige Staatspräsident Indonesiens, Abdurrahman Wahid, wies die Holocaustleugnung auf einer von ihm geleiteten Kontrastveranstaltung 2007 in Indonesien zurück.[38]

Der Umgang mit dieser organisierten Vernetzung von Rechtsextremisten, Islamisten und Antizionisten ist in der internationalen Öffentlichkeit umstritten; gefordert wurden zuweilen wirksame UN-Sanktionen.

Italien

Italiens Strafgesetzgebung sieht keinen Sondertatbestand der Holocaustleugnung vor. Justizminister Clemente Mastella brachte zur Zeit der zweiten Prodi-Regierung (2006–2008) einen Gesetzesentwurf ein, der die Leugnung des Holocaust speziell unter Strafe stellen sollte, dieser wurde aber nicht gebilligt.

Holocaustleugnung kann gemäß Gesetz 654/1975 geahndet werden, wenn der Tatbestand der Aufstachelung zum Rassenhass erfüllt ist: Dieser wird mit bis zu vier Jahren Haft bestraft.

Mehrmals haben in Italien neonazistische Konferenzen stattgefunden, an denen islamistische und rechtsradikale Holocaustleugner anwesend waren. Diese Treffen wurden von den italienischen Behörden nicht verboten, da sie oftmals als private Veranstaltungen deklariert wurden. Aufgrund dieser vergleichsweise liberalen Haltung wurden italienische Städte von den Negationisten bevorzugt ausgewählt.[39]

Bei einem dieser Treffen im Jahr 2001 waren der australische Holocaustleugner Fredrick Toben, die US-amerikanischen Revisionisten Russ Granata und Robert Countess sowie der marokkanische Islamist Ahmed Rami anwesend. Dieser lebt seit 1973 in Schweden und gründete dort den Kurzwellensender Radio Islam, der die Zusammenführung von Rechtsextremismus und Islamismus propagiert. Dafür wurde er bereits einmal sechs Monate inhaftiert. Die Redner versuchten gemeinsam, die Terroranschläge am 11. September 2001 für ihre revisionistischen Ziele auszunutzen: Ohne die amerikanische Unterstützung Israels, so der Gesamttenor, hätte es keine solchen Anschläge gegeben. Der „angebliche Holocaust“ liefere nur die Rechtfertigung für die proisraelische Haltung der US-Regierung. Die islamischen und arabischen Staaten müssten daher die Forschungsarbeit der Revisionisten an ihren Universitäten gebührend […] beachten und fördern.

Der italienische Priester Floriano Abrahamowicz, ein Regionalvertreter der Piusbruderschaft, bezweifelte in einem Zeitungsinterview am 28. Januar 2009 den Vernichtungszweck von Gaskammern in Auschwitz und die Opferzahlen des Holocaust.[40] Er wurde daraufhin aus der Piusbruderschaft ausgeschlossen.

Im Oktober 2010 kündigte Gianfranco Fini, der Präsident der ersten Parlamentskammer, eine Gesetzesinitiative gegen Holocaustleugnung an, nachdem es unter anderem an der Universität Teramo mehrfach zur öffentlichen Holocaustleugnung gekommen war.[41]

Japan

In Japan ist mit dem Fall Marco Polo 1995 eine besondere Form der Holocaustleugnung aufgetreten.

Masami Uno, ein Autor von antiamerikanischen und antizionistischen verschwörungstheoretischen Bestsellern, erklärt den Holocaust zur Erfindung, die USA zur „jüdischen Nation“ und das Tagebuch der Anne Frank zu einer Lügensammlung. Er versucht damit zugleich das Existenzrecht Israels zu bestreiten. Diese in Japan verbreitete Haltung ist Teil des japanischen Geschichtsrevisionismus, der auch japanische Kriegsverbrechen und Kriegsschuld leugnet.[42]

Kroatien

Der erste frei gewählte Präsident Kroatiens, Franjo Tuđman, gab im Präsidentschaftswahlkampf 1990 das Buch Wastelands – Historical Truth heraus. Darin sprach er von überhöhten Opferzahlen des Holocaust: Die Zeugen dafür seien befangen, die Fakten würden übertrieben. Diese Verharmlosung betraf auch die Rolle Kroatiens in der NS-Zeit: Die meisten kroatischen Juden und Roma waren von anderen Kroaten ermordet worden.[43]

Österreich

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noch 2006 versuchte Walter Lüftl, die Echtheit das bereits 1989 falsifizierten Lachout-Dokuments zu belegen.

In Österreich verbreiten einige rechtsextreme Zeitschriften Holocaustleugnung: So wurde der Herausgeber der Zeitschrift „Sieg“ Walter Ochensberger mehrmals deswegen verurteilt, der Herausgeber der neonazistischen Zeitschrift „Halt“ deswegen angeklagt.

Weitere bekannte österreichische Holocaustleugner sind Gerd Honsik, Herbert Schaller – ein Rechtsanwalt für andere Holocaustleugner, u. A. David Irving und Ernst Zündel –, Hans Gamlich und John Gudenus.

1991 hielten 53 Prozent der befragten Österreicher bei einer Gallup-Umfrage die Zeit für gekommen, „den Holocaust zu den Akten zu legen“.[44] Die österreichische GfK erfragt seit 1979 regelmäßig die Meinung der Bevölkerung zum Thema. Die Umfrageergebnisse zeigten, dass der Anteil der Holocaustleugner in Österreich seit Jahren sinkt. 2009 meinten demnach fünf Prozent der über 14-Jährigen, es habe keine NS-Massenmorde an Juden gegeben.[45]

1992 leugnete Walter Lüftl in seinem Buch Holocaust, Glaube und Fakten den Holocaust. 1994 lobte Herwig Nachtmann, Herausgeber der Monatszeitschrift Die Aula, das Buch als „Meilenstein auf dem Weg zur Wahrheit“. Daraufhin stellte die FPÖ ihre Finanzierungshilfen für den Verlag der Aula ein.[46] Das Landgericht Graz verurteilte Nachtmann dafür am 8. August 1995 wegen Verstoßes gegen das NS-Wiederbetätigungsverbot zu einer Bewährungs- und Geldstrafe; auch die Europäische Menschenrechtskommission befasste sich danach mit dem Fall.[47]

Der frühere Wiener Bezirkrat Wolfgang Fröhlich, bis 1994 FPÖ-Mitglied, veröffentlichte 2001 sein Pamphlet Der Gaskammerschwindel – Psychoterror gegen die Völker. Naturwissenschaftliche Fakten und politische Hintergründe des Jahrhundertbetruges.[48] Er wurde wegen wiederholter öffentlicher Holocaustleugnung am 14. Januar 2008 zum dritten Mal zu einer Haftstrafe verurteilt.[49]

In Österreich wurde Holocaustleugnung schon 1945 durch das Verbotsgesetz 1947 als NS-Wiederbetätigung unter Strafe gestellt. Nach der letzten Novellierung dieses Gesetzes von 1992 kann mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu 20 Jahren bestraft werden, „wer öffentlich den nationalsozialistischen Völkermord oder andere nationalsozialistische Verbrechen gegen die Menschlichkeit leugnet, gröblich verharmlost, gutheißt oder zu rechtfertigen sucht.“ Damit stellt Österreich weltweit das höchstmögliche Strafmaß für dieses Delikt in Aussicht. Auch werden Holocaustleugner anders als in anderen Ländern dort tatsächlich angeklagt; eine sogenannte Bagatellgrenze schließt das Gesetz bewusst aus.

Schweiz

Ein in der Schweiz und Deutschland aktiver Holocaustleugner ist der Schweizer Bernhard Schaub (*1954 in Bern). Er veröffentlicht etwa unter seinen Pseudonymen „Hans Herzog“ und „E. Wolff“.

Der als Volksverhetzer verurteilte Schweizer Holocaustleugner Jürgen Graf entzog sich seiner Haftstrafe durch Flucht nach Russland. Bis dahin war er Präsident des Schweizer Vereins „Vérité et Justice (V&J)“, der 2002 wegen holocaustleugnender und antisemitischer Ansichten gerichtlich aufgelöst wurde. Graf und weitere Mitglieder blieben jedoch weiter revisionistisch aktiv.[50]

Weitere Schweizer Leugner sind oder waren:[51]

  • Gaston-Armand Amaudruz, Verfasser der Schrift Ist Rassebewusstsein verwerflich? (1975), seit 1990 Versandbuchhändler für in Deutschland verbotene holocaustleugnende Schriften
  • René-Louis Berclaz, ehem. Vize-Präsident von V&J
  • Philppe Brennenstuhl
  • Ernst Dünnenberger, Kaufmann
  • Ahmed Huber, Bankmanager und Journalist
  • Mariette Paschoud, Geschichtslehrerin aus Lausanne
  • Henri Roques
  • Andres J. Studer, Lehrer
  • Arthur Vogt, Mitglied der Nationalen Aktion, Autor von Der Holocaust – Legende oder Realität (1991)
  • Max Wahl, Jurist aus Winterthur, Mitbegründer der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU).

Slowakei

Im Vorfeld der Trennung von Tschechien erklärten rechtsnationalistische Separatisten den Kriegsverbrecher Jozef Tiso zum Vorbild einer unabhängigen Slowakei. Dabei wurden auch der Holocaust und die Mitwirkung von Slowaken daran geleugnet.[52]

Spanien

Die spanischen Holocaustleugner stehen durchweg den Neonazis im Umfeld der CEDADE (Circulo Español de Amigos de Europa: „Spanischer Kreis von Freunden Europas“) nahe. Diese Gruppe wurde 1965 in Barcelona von dem Rassisten Santiago Varela Geiss und dem spanischen Faschisten Ramón Bau gegründet. Sie diente vielen in Deutschland von Strafverfolgung bedrohten ehemaligen SS-Angehörigen wie Otto Skorzeny, belgischen Nazi-Kollaborateuren wie Léon Degrelle und spanischen Francisten nach Francos Tod als Rückzugsort.

Die CEDADE hatte etwa 1500 Mitglieder. Bei einem „Kongress über Meinungsfreiheit“ 1992 leugneten geladene „Experten“ wie Gerd Honsik, Ernst Zündel, Thies Christophersen, Gaston-Armand Amaudruz (Schweiz), Léon Degrelle, der Argentinier Horacio Punset sowie Manfred Roeder den Holocaust. 1993 wurde der CEDADE offiziell aufgelöst, doch ihre Mitglieder setzten ihre Aktivitäten u. a. bei der Partido Popular und im Proyecto IES (Instituto de Estudios Sociales, Políticos y Económicos) in Madrid fort. Pedro Varel, lange Leiter der Gruppe, betreibt heute die Druckerei „Nothung“ und die Buchhandlung „Europa“ in Barcelona, die auf Schriften von Holocaustleugnern spezialisiert sind.

Spanien war lange Zeit auch Fluchtort für Nationalsozialisten und Neonazis aus anderen europäischen Staaten, die dort strafrechtlich verurteilt waren, so z. B. ab 1994 bis zu seinem Tod für den ehemaligen Wehrmachtsoffizier Otto Ernst Remer.

Bis November 2007 wurde Holocaustleugnung in Spanien mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft. Dann urteilte das spanische Verfassungsgericht, der entsprechende Paragraf des Strafgesetzbuches sei zu ändern, da Holocaustleugnung unter die Meinungsfreiheit falle.[53]

Türkei

In der Türkei und über seine Homepage verbreitete der islamische Kreationist Adnan Oktar, der unter dem Pseudonym Harun Yahya schreibt, als Autor und/oder Herausgeber den Holocaust leugnende Schriften.[54] Unter diesem Pseudonym wurde in den 1990er Jahren das Buch The Holocaust Lie veröffentlicht. Oktar behauptet, das Buch sei von seinem Freund Nuri Özbudak verfasst worden, der lediglich unerlaubt seinen Namen verwendet habe.[55]

USA

In den USA deckt die Rechtsprechung Holocaustleugnung als freie Meinungsäußerung. Dies nutzen sowohl Rechtsextremisten als auch andere Geschichtsrevisionisten, von denen einige an Universitäten beschäftigt sind.

Harry Elmer Barnes, vor 1933 ein anerkannter Historiker, bestritt nach 1945 die Gründe für Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg, darunter die deutsche Kriegsschuld, und relativierte in diesem Zusammenhang den Holocaust. Auf ihn beriefen sich später Holocaustleugner wie James J. Martin (1916–2004) und der US-Kriegsveteran Willis Carto.

Carto und der britische Rechtsextremist David McCalden gründeten 1978 das Institute for Historical Review in Kalifornien, das heute von Mark Weber geführt wird. Als parteiunabhängiges Forschungszentrum getarnt, betreibt es seit 1979 mit jährlichen Kongressen die internationale Vernetzung der Holocaustleugner und Verbreitung ihrer Schriften. Es bestreitet in offiziellen Verlautbarungen, den Holocaust zu leugnen, vergibt aber keine Forschungsaufträge und veröffentlicht nur Aufsätze, die anerkannte Fakten des Holocaust als Übertreibungen, Fälschungen oder Fehldeutungen darstellen. Zu deren Autoren gehören folgende US-Bürger:

1979 versprach das Institut demjenigen eine Belohnung von 50.000 Dollar, der die Gaskammern von Auschwitz schlüssig beweisen könne. Nachdem der Auschwitzüberlebende Mel Mermelstein diesen Beweis nach juristisch gültigen Kriterien mit Sachdokumenten, einem beglaubigten eigenen Augenzeugnis und Tätergeständnissen führte, weigerte das Institut sich dennoch, ihm die Summe auszuzahlen. In dem daraufhin angestrengten Prozess erhielt Mermelstein in letzter Instanz Recht. Das oberste kalifornische Gericht erklärte den Holocaust in seinem Urteil 1985 zu einem unbestreitbaren Faktum und verurteilte das IHR dazu, 90.000 Dollar an Mermelstein zahlen.

Veranstaltungen des Instituts wurden jedoch nicht eingeschränkt. Dies widerlegt die von deutschen Leugnern oft angeführte Behauptung, die freie Wahrheitssuche zum Holocaust werde von politischer Justiz unterdrückt. Bisher erreichten die am Institut versammelten Autoren keine wissenschaftliche Anerkennung ihrer Thesen. Das Journal of American History schrieb 2003, das IHR werde von der US-amerikanischen Historikerzunft geschlossen fachlich als vollkommen unseriös und moralisch als antisemitische Kaderschmiede abgelehnt.

Das IHR lädt regelmäßig europäische und islamistische Holocaustleugner wie Ahmed Rami und den Jordanier Ibrahim Alloush zu seinen Tagungen ein. Es unterstützt auch in anderen Staaten verurteilte Holocaustleugner wie Ernst Zündel, dem es im April 2004 eine gemeinsame Konferenz mit dem australischen Adelaide Institute und dem European American Culture Council widmete. Unterstützer waren das Vanguard News Network, Organ der rechtsextremen National Alliance, Teilnehmer waren u. a. Mitglieder der Stormfront, Horst Mahler, Fredrick Toben, Hans Schmid, Paul Fromm, Germar Rudolf, Gerhoch Reisegger, Stan Hess und der israelische Verschwörungstheoretiker Barry Chamish. Dem polnischen Holocaustleugner Dariusz Ratajczak wurde als „gefährliche Person“ die Einreise in die USA verweigert. Der Kroate Tomislav Sunic zog seine Zusage zurück, da er Aussicht auf einen Ministerposten in Kroatien hatte.[56]

Einige vom IHR unterstützte Autoren haben ihrerseits Initiativen zur Holocaustleugnung gegründet. Bradley Smith versuchte seit 1987 mit dem Committee of Open Debate on the Holocaust (CODOH), das bis 2000 existierte, auch an US-amerikanischen Universitäten Fuß zu fassen. Der Afroamerikaner Robert Brock trat 1992 mit der Gruppe United for Holocaust Fairness hervor, die den Holocaust mit dem Sklavenhandel verglich und relativierte. Er arbeitet eng mit weißen Rassisten, etwa Mitgliedern des Ku-Klux-Clans, zusammen. Mit der 1994 gegründeten Gruppe America’s Rainbow Truth Squad griff er wiederholt das United States Holocaust Memorial Museum an.[57] Er gab unter dem Pseudonym Ben Weintraub das Buch The Holocaust Dogma: Keystone of the New World Order[58] und zusammen mit deutschen Geschichtsrevisionisten das Buch Freispruch für Deutschland heraus.[59]

Der Neonazi und Holocaustleugner Gary Lauck, Gründer der NSDAP-Aufbauorganisation, ist auch in Europa aktiv und wurde in Deutschland als Volksverhetzer verurteilt. Der Holocaustleugner und Hitlerverehrer David Duke erhielt 1991 als Kandidat für das Senatorenamt in Louisiana 40 Prozent der Stimmen. Der ultrakonservative Journalist Pat Buchanan, der seinerseits den Holocaust in Zweifel zog, unterstützte daraufhin Dukes Bewerbung als Präsidentschaftskandidat der USA für 1992.[60]

Am 1. Februar 2007 wurde der Holocaustüberlebende Elie Wiesel in San Francisco von dem Holocaustleugner Eric Hunt körperlich angegriffen. Dieser erklärte später im Internet, er habe Wiesel dazu nötigen wollen, zu erklären, dass die Inhalte seines Holocaustbuchs Die Nacht fiktiv seien. Hunt wurde später gefasst, im August angeklagt und zu einer Haftstrafe verurteilt.[61]

Vereinigtes Königreich

Britische Holocaustleugner finden sich vor allem im Umfeld der rechtsextremen British National Party (BNP). 1988 sandte diese über 30.000 Exemplare ihres regelmäßigen Rundbriefs Holocaust News an jüdische Gemeinden und Prominente: Darin wurde der Holocaust als „Mythos“ von Juden zur Ausbeutung der Völker dargestellt.

David Irving, ein britischer Publizist und Hitlerbiograf, ist einer der bekanntesten Holocaustleugner. Er hatte bis 1988 vor allem Hitlers Wissen von und Beteiligung an der organisierten Judenvernichtung bestritten, nicht diese selbst. Im kanadischen Prozess gegen Ernst Zündel trat auch er als Gutachter für ihn auf und sprach dort auf Nachfrage von höchstens 100.000 beweisbaren jüdischen Todesopfern in den NS-Lagern. Für den später als Buch veröffentlichten Leuchter-Report schrieb er ein zustimmendes Vorwort. Seitdem traten Irving und Leuchter oft gemeinsam auf, etwa im April 1990 beim „Internationalen Revisionistenkongress“ in München. Dort erklärte Irving, in Auschwitz habe es „niemals Gaskammern gegeben“, die den „Touristen“ vorgeführten Gebäude seien „Attrappen“, für die der deutsche Staat „16 Milliarden Mark Strafe“ bezahlt habe. Irving pflegte auch intensive Verbindungen zur DVU, an deren Jahrestreffen er oft teilnahm.[62]

Im Vereinigten Königreich ist die Holocaustleugnung nicht strafbar. Irving löste jedoch 1996 mit einer Verleumdungsklage gegen Deborah Lipstadt, die ihn als „einen der gefährlichsten Holocaustleugner“ bezeichnet hatte, einen vierjährigen Prozess aus. Gerichtsgutachten u. a. von Richard J. Evans und Peter Longerich bestätigten den Holocaust und Hitlers führende Rolle dabei vor einem hohen Gericht nochmals als unwiderlegbare Tatsachen. Im Revisionsprozess wollte Irving eine Neufassung des Rudolf-Gutachtens als Beweis einführen. Da ein Gutachten des Chemikers Richard Green dieses widerlegte, nahm Irving davon Abstand. Er wurde als Holocaustleugner und Geschichtsfälscher überführt und im Urteil des Londoner High Court of Justice als Lügner, Rassist und Antisemit bezeichnet.[63]

Wegen fortgesetzten öffentlichen Leugnens erhielt Irving ein Einreiseverbot für Deutschland und weitere Staaten. Im Februar 2006 wurde er in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung zu drei Jahren Haft verurteilt, aber im Dezember vorzeitig aus der Haft entlassen.

Am 27. November 2007 diskutierten Irving und Nick Griffin, wegen Rassenhass verurteilter Vorsitzender der BNP, mit Studenten der Oxford University zum Thema „Die Grenzen der Meinungsfreiheit“. Der renommierte Debattierklub Oxford Union hatte beide dazu eingeladen. Nach heftigen Protesten im Vorfeld wollte der Vorsitzende des Klubs, Luke Tryl, unter den Mitgliedern über die Einladung abstimmen lassen. Gegner demonstrierten gegen die Veranstaltung und besetzten den Tagungsort. Daraufhin fand die Diskussion in getrennten Räumen ohne vorherige Abstimmung statt.[64]

Kirchen

Der mit David Irving befreundete Brite Richard Williamson wurde 1988 ohne vatikanische Erlaubnis zum Bischof der Piusbruderschaft geweiht und trat 1989 als Holocaustleugner hervor: In einer Predigt in Sherbrooke (Kanada) sagte er, es sei kein einziger Jude in Gaskammern umgekommen. Das seien alles Lügen. Die Juden hätten den Holocaust erfunden, um die Anerkennung des Staates Israel von den Nichtjuden zu erpressen.[65] Im November 2008 in Regensburg bekräftigte er in einem Interview: Es spreche sehr starke historische Evidenz dagegen, dass sechs Millionen Juden absichtlich in Gaskammern ermordet worden seien. Es seien höchstens zwischen 200.000 und 300.000 Juden in Konzentrationslagern umgekommen, aber keiner durch Gas. Er glaube nicht, dass es Gaskammern in diesen Lagern gegeben habe. Dabei berief er sich auf den in den USA und im Vereinigten Königreich im Buchhandel erhältlichen Leuchter-Report, den er als wissenschaftliche Untersuchung eines Experten für Gaskammern bezeichnete.[66] Das Interview wurde am Abend des 21. Januar 2009 im Staatsfernsehen Schwedens gesendet. Die Staatsanwaltschaft Regensburg verurteilte Williamson dafür 2010 zu einer Geldstrafe.

Am 21. Januar 2009 vormittags hatte Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation der vier Pius-Bischöfe, darunter Williamson, aufgehoben.[67] Dagegen richteten sich nun starke inner- und außerkirchliche Proteste. Daraufhin wies der Papst Holocaustleugnung am 28. Januar[68] und in Yad Vashem am 12. Mai 2009 zurück, nahm aber Williamsons Aufnahme nicht zurück und benannte die kirchliche Mitschuld am Holocaust nicht.[69] Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte am 30. Januar 2009, Christen dürften die Erinnerung an die Schoa weder meiden noch diese leugnen. Wer das tue, leugne den christlichen Glauben, da er nichts von Gottes Mysterium, Israels Erwählung zum Volk Gottes, wisse.[70]

Gegeninitiativen

Aufklärung von Hintergründen und Methoden

Aufgrund der vielfach bestätigten und gesicherten Dokumente für den Holocaust werden die anhaltenden Versuche, dieses Verbrechen zu leugnen, zu verharmlosen und als großangelegte Irreführung der Weltöffentlichkeit umzudeuten, von den weitaus meisten Historikern nicht für diskussionswürdig erachtet. Man sieht darin bestenfalls Betrug und Verdummung schlecht informierter Laien, meist aber darüber hinaus Hetzpropaganda auf Kosten Überlebender mit langfristig fatalen politischen Folgen.

Deshalb streiten professionelle Historiker darüber, wie mit den Veröffentlichungen von Holocaustleugnern umzugehen sei. Die Auffassung, dass man sie am besten geschlossen ignorieren sollte, um ihren Behauptungen nicht den gewünschten Anschein einer seriösen Forschung zu verleihen, ist auch in Deutschland verbreitet. Dies konnte die Neuauflagen holocaustleugnender Literatur in den 1970er Jahren jedoch nicht stoppen.

Daher lenken eine Reihe von Historikern das Augenmerk nun verstärkt auf die Methoden und Motive der Holocaustleugner, lehnen aber direkte Dialoge mit ihnen weiterhin ab, um ihre „Argumente“ nicht als diskussionswürdig aufzuwerten. Mit dieser Intention hat die US-Amerikanerin Deborah E. Lipstadt ein Standardwerk über die Entwicklung der Holocaustleugnung vorgelegt, dessen Schlussteil die wichtigsten Fakten zu den Gaskammern zusammenfasst, von denen die übrige Beschreibung ausgeht. Sie erklärt dieses Vorgehen wie folgt:[71]

„Man braucht seine Zeit nicht mit der Widerlegung jeder einzelnen Unterstellung der Holocaust-Leugner zu vergeuden. Es wäre eine Sisyphusarbeit, Argumenten begegnen zu wollen, deren Verfechter Befunde verfälschen, aus dem Zusammenhang herausgelöst zitieren und eine erdrückende Anzahl von Zeugnissen verwerfen, nur weil sie ihren Thesen entgegenstehen. Auf das Blendwerk ihrer Argumentationsweisen muss man reagieren, nicht auf die Argumente selbst. […] wichtiger als alle andere ist es, die Illusion einer rationalen Forschungsmethodik zu zerstören, hinter der sich ihre extremistischen Anschauungen verbergen.“

Mit ähnlicher Intention gaben 34 französische Historiker am 21. Februar 1979 eine Erklärung heraus:[72]

„Es steht jedem frei, ein Phänomen wie den Hitlerschen Genozid seiner eigenen Philosophie gemäß zu interpretieren. Es steht jedem frei, ihn mit anderen mörderischen Unternehmungen zu vergleichen, die früher, zur selben Zeit oder später vollstreckt wurden. Es steht jedem frei, diesbezüglich unterschiedliche Erklärungen anzubieten; es steht jedem unbegrenzt frei, sich vorzustellen oder davon zu träumen, dass diese grauenvollen Ereignisse nicht stattgefunden hätten.
Leider haben sie stattgefunden, und niemand kann ihre Realität bestreiten, ohne die Wahrheit zu vergewaltigen.
Die Frage, wie dieser Massenmord technisch möglich war, erübrigt sich. Er war technisch möglich, weil er stattgefunden hat. Genau das muss Voraussetzung und Ausgangspunkt für jede historische Untersuchung dieses Themas sein. Es ist unsere Pflicht, uns […] an folgende Wahrheit zu erinnern: Die Realität der Gaskammern steht nicht zur Diskussion und kann niemals zur Diskussion gestellt werden.“

Widerlegung von Falschbehauptungen

Eine dritte Gruppe konfrontiert die Thesen von Holocaustleugnern mit empirischen Fakten, direkten Gegenargumenten und dem Aufdecken falscher Schlüsse, um falsche und irreführende Behauptungen, mit denen der Holocaust in Zweifel gezogen wird, konsequent zu entkräften. Diesen Weg beschreitet z. B. seit 1995 das rein durch Privatspenden finanzierte Nizkor Project (hebräisch: „Wir werden uns erinnern“) des US-Amerikaners und Kanadiers Kenneth McVay. Um Holocaustleugnung im Internet zu bekämpfen, bietet es ein umfassendes Archiv mit Originaldokumenten zum Holocaust, Nachrichten über Holocaustleugner, Forenbeiträgen von „Hassgruppen“ und faktengestützten Antworten darauf: z. B. eine ausführliche Widerlegung des Leuchter-Reports. Zwar bestreiten einige Autoren die ihnen zugeschriebenen archivierten Aussagen; bisher gewann McVay jedoch sämtliche gegen ihn angestrengte Gerichtsprozesse wegen angeblicher Falschaussagen, die sein Projekt dokumentiert.

Seine Arbeit traf jedoch auch auf Kritik: Das Simon Wiesenthal Zentrum warf ihm vor, dass er durch dauernde Beobachtung und Dokumentation manchen Holocaustleugnern erst die Aufmerksamkeit verschaffe, die sie suchten. Andere warfen McVay vor, dass er sich nicht für die Strafverfolgung von hate crimes („Hassverbrechen“ wie Volksverhetzung) einsetze. 1996 sprach er sich als Experte vor dem kanadischen Parlament gegen solche Gesetzgebung aus und befürwortete die argumentative Widerlegung der Holocaustleugnung statt ihre Zensur.

In Deutschland verfolgt die Webseite Holocaustreferenz eine ähnliche Zielsetzung, während der 2006 eingestellte Informationsdienst gegen Rechtsextremismus stärker die Biografien, politischen Aktivitäten und personellen Verflechtungen des internationalen Netzwerks der Holocaustleugner transparent zu machen versuchte.

Der Chemiker und frühere Holocaustleugner Jean-Claude Pressac begann seine Untersuchung Auschwitz: Technique and operation of the gas chambers mit der Absicht, die Existenz der Gaskammern im KZ Auschwitz Birkenau zu widerlegen und die Behauptungen seines Mentors, des Holocaustleugners Robert Faurisson, zu beweisen. In zehn Jahren sammelte er umfangreiche Beweismaterialien – Korrespondenzen, Bauzeichnungen, Kostenvoranschläge und Gesprächsprotokolle – und machte diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. In seinem folgenden Buch Les Crématoires d’Auschwitz (Paris 1993; deutsch: „Die Krematorien von Auschwitz“, München 1994) untersuchte er die Funktionsweise der Krematorien ebenso akribisch. Seine beiden Bücher gelten als umfassendste Dokumentation zur technischen Durchführung des Holocaust im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Kritisiert wird Pressac, weil er die Leistungsfähigkeit der Krematorien zu niedrig ansetzte, indem er z. B. Dokumente der Bauleitung der Waffen-SS als „SS Propaganda“ abwertete. Dieser Umgang mit Dokumenten wurde als eigenwillig und spekulativ bewertet. Auch Pressacs dazugehörige Berechnung der Opferzahlen von Auschwitz wird wegen sachlicher und methodischer Fehler als zu niedrig abgelehnt. Pressac selbst kommentierte seine Berechnungen mit dem Hinweis:

„Kurzum, es ist ein Minimal-Wert, der aufgrund neuer Dokumente durchaus korrigiert werden kann. […]
Auschwitz steht weiterhin für die Massenvernichtung unschuldiger Menschen durch Gas.“

Holocaustleugner führen Pressacs Reduktion der Opferzahlen gern als Argument an, um den Holocaust zu relativieren. Der Holocaustleugner Germar Rudolf zitierte Pressacs Dokumente und Aussagen im Rudolf-Gutachten, wobei er sie so umdeutete, dass sie scheinbar erneut die Holocaustleugnung stützten. Faurisson dagegen diffamierte seinen ehemaligen Anhänger.

Der Umgang mit Kritik ist auch sonst nicht einheitlich. Eine beliebte Methode besteht darin, kritische Autoren zu vereinnahmen und ihre Texte ohne ihr Wissen und ihre Erlaubnis zu verwenden. Sie fanden ihre Namen unversehens auf Mitarbeiterlisten in rechtsextremen Publikationen wieder: „Bei uns veröffentlichten bereits folgende Autoren…“. Auch auf diese Weise wird versucht, die eigene Holocaustleugnung als diskussionswürdigen Teil eines „wissenschaftlichen Diskurses“ aufzuwerten.

Demonstrative Zitierung

Eine Werbeaktion von Lea Rosh für das Berliner Holocaustmahnmal griff die Holocaustleugnung im Juli 2001 gezielt auf. Ein etwa 30×15 m großes Plakat am Brandenburger Tor trug vor dem Hintergrund einer idyllischen Bergseelandschaft den mit Anführungszeichen als Zitat kenntlichen Satz: „Den Holocaust hat es nie gegeben.“ In wesentlich kleinerer Schrift stand darunter: „Es gibt immer noch viele, die das behaupten. In 20 Jahren könnten es noch mehr sein. Spenden Sie deshalb für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas.“ Etwa 1000 solche Plakate und 500.000 Postkarten mit dem Plakatmotiv wurden zum Verkauf gedruckt.

Viele Journalisten, Prominente und jüdische Gemeinden kritisierten diese Aktion; zehn Personen zeigten Rosh wegen Volksverhetzung an.[73] Das Ermittlungsverfahren wurde bis 23. August 2001 eingestellt.[74] Die meisten Kommentatoren kritisierten die Werbung mit diesem Thema, „als wäre der Holocaust ein Produkt und der Gedenkende Kunde“. Andere kritisierten, das Plakat unterstelle den meisten Deutschen, Holocaustleugner zu sein oder zu werden; wieder andere, es fördere Holocaustleugnung. Viele griffen die Initiatorin in ihrer Rolle als Sprecherin der Holocaustopfer und des Mahnmalförderkreises an.[75]

Der Holocaustleugner Manfred Roeder demonstrierte am 7. August 2001 mit Anhängern am Brandenburger Tor vor dem Plakat.[76] Daraufhin ließ Rosh es am 9. August abhängen, stellte den Plakatverkauf ein und zog noch unverkaufte Postkarten zurück.[77] Das belgische Leugnerzentrum Vrij Historijk Onderzoek und sein Castle Hill Verlag nutzten das Postkartenmotiv in modifizierter Fassung noch jahrelang zur Eigenwerbung.[78]

Internationale Ächtung

Die zahlreichen, auch international geführten Prozesse gegen Holocaustleugner haben ihre öffentlichen Auftritte in den letzten 50 Jahren allmählich zurückgedrängt. Manche von ihnen waren untergetaucht, andere können aufgrund von Einreiseverboten nicht mehr zu Leugnertreffen reisen.

Dennoch beeinflussen die besonders über das Internet verbreiteten Schriften, aber auch öffentliche Vorträge und Reden aktiver Holocaustleugner viele Menschen. Die letzten Augenzeugen der Vergasungen in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern sterben aus. Deshalb erwartet etwa Germar Rudolf zwar zu seinen Lebzeiten kaum breitere Anerkennung seiner Ansichten, sieht aber die Zukunft des Geschichtsrevisionismus „rosig“, setzt also auf das Vergessen der nachfolgenden jüngeren Generation. Dieses wird durch die verbreitete „Schlussstrich“-Mentalität begünstigt. Je weiter die NS-Verbrechen in die Vergangenheit rücken, desto größer schätzen Beobachter wie Deborah Lipstadt die Gefahr ein, dass Holocaustleugnung international zunimmt und nicht nur Rechtsextremisten, sondern die Mitte ziviler Gesellschaften erreicht.[79]

Am 26. Januar 2007 – einen Tag vor dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz) – verurteilte die UNO-Vollversammlung die Holocaustleugnung. Die 192 Mitgliedsstaaten beschlossen im Konsens ohne Abstimmung eine Resolution, die alle UN-Mitglieder zur Ächtung der Holocaustleugnung aufruft. Die Erinnerung an dieses Verbrechen solle wach gehalten werden, um neue Völkermorde zu verhindern. Die Initiative dazu ging von den USA aus; nur der Iran wies den Vorschlag zurück und warf Israel vor, den Holocaust als Vorwand für neuen Völkermord zu benutzen. Daraufhin warf der israelische UN-Botschafter dem Iran vor, mit seinem Atomprogramm einen neuen Völkermord an den Juden vorzubereiten.[80]

Bei seiner Rede an die islamische Welt in Kairo am 4. Juni 2009 erklärte US-Präsident Barack Obama:[81]

„In aller Welt wurde das jüdische Volk Jahrhundert lang verfolgt, und in Europa gipfelte der Antisemitimus in dem beispiellosen Holocaust. […] Sechs Millionen Juden wurden getötet, mehr als heute in Israel leben. Diese Tatsache zu leugnen, ist gegenstandslos, ignorant und abscheulich. Israel mit Zerstörung zu drohen oder widerwärtige Klischees über Juden zu wiederholen, ist zutiefst falsch und führt nur dazu, in den Köpfen der Israelis diese schmerzhafteste aller Erinnerungen wachzurufen und dabei den Frieden zu verhindern, den die Menschen dieser Region verdienen.“

Am 5. Juni bei seinem Besuch im Konzentrationslager Buchenwald bekräftigte Obama:[82]

„Bis heute gibt es jene, die darauf beharren, dass es den Holocaust niemals gab – eine Leugnung der Fakten und der Wahrheit, die jeder Grundlage entbehrt, ignorant und abscheulich ist. Dieser Ort ist die elementarste Zurechtweisung solcher Gedanken, eine Mahnung an unsere Pflicht, uns gegen jene zu stellen, die Lügen über unsere Geschichte verbreiten.“

Siehe auch

Literatur

Überblicksdarstellungen
  • Stephen E. Atkins: Holocaust denial as an international movement, Praeger, Westport, Conn. 2009, ISBN 978-0-313-34538-8.
  • Brigitte Bailer-Galanda, Wolfgang Benz, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Die Auschwitzleugner. ‚Revisionistische‘ Geschichtslüge und historische Wahrheit., Elefanten Press, Berlin 1997, ISBN 3-88520-600-5
  • R. A. Kahn: Holocaust Denial and the Law: A Comparative Study, Palgrave-Macmillan 2004.
  • Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust. (1. Auflage 1993) Rio Verlag, 3. Auflage, Zürich 1998, ISBN 3-907768-10-8
  • Michael Shermer, Arthur Hertzberg (Vorwort), Alex Grobman: Denying History: Who Says the Holocaust Never Happened and Why Do They Say It? University of California Press, S. Mark Taper Foundation Imprint in Jewish Studies, 2002, ISBN 0-520-23469-3 (Auszug online, englisch)
  • Kenneth S. Stern: Holocaust Denial. In: Encyclopaedia Judaica, 2. Aufl. Band 9, Detroit, New York u.a. 2007, ISBN 978-0-02-865937-4, S. 493–495  (englisch).
  • Ders.: Holocaust Denial, The American Jewish Committee, New York 1993.
  • John C. Zimmerman: Holocaust denial: demographics, testimonies, and ideologies, Lanham, MD 2000.
Frankreich
  • Valérie Igounet: Histoire du négationnisme en France, Éditions du Seuil, Paris 2000, ISBN 2-02-035492-6.
  • Pierre Vidal-Naquet / Limor Yagil: Holocaust Denial in France, The Project for the Study of Anti-Semitism, Tel Aviv 1994.
Osteuropa
Arabische Staaten
Australien
Daten und Zeugnisse zum Holocaust (Auswahl, weitere Literatur im Hauptartikel)
Antworten auf „Auschwitzlüge“ und „Leuchter-Report“
  • Heiner Lichtenstein: Vierundzwanzigstes Bild: Die Auschwitz-Lüge. In: Julius H. Schoeps / Joachim Schlör (Hrsg.): Bilder der Judenfeindschaft. Antisemitismus – Vorurteile und Mythen. Augsburg 1999, S. 294–301, ISBN 3-8289-0734-2.
  • Till Bastian: Auschwitz und die ‚Auschwitz-Lüge‘. Massenmord und Geschichtsfälschung. München 1997, ISBN 3-406-43155-0
  • Jean-Claude Pressac: Auschwitz: Technique and operation of the gas chambers. (Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, Paris 1993 (im Buchhandel vergriffen, Volltext online)
  • Jean-Claude Pressac: Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes. Piper, 2. Auflage (Neuausgabe). München 1995, ISBN 3-492-12193-4
  • Markus Tiedemann: „In Auschwitz wurde niemand vergast.“ 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt. Mülheim/Ruhr 1996, ISBN 3-570-20990-3
  • Hellmuth Auerbach: Auschwitz Lüge. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte. Deutscher Taschenbuch Verlag, 5. Aufl., München 1994, S. 36 f., ISBN 3-423-03295-2.
  • Werner Wegner: Keine Massenvergasungen in Auschwitz? Zur Kritik des Leuchter-Gutachtens. In: Uwe Backes, Eckhard Jesse, Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die Schatten der Vergangenheit. Impulse zur Historisierung der Vergangenheit. Propyläen Verlag, Berlin 1990, S. 450 – 476, ISBN 3-549-07407-7
  • Arthur Suzman, Denis Diamond: Der Mord an sechs Millionen Juden. Die Wahrheit ist unteilbar. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Band 30, 29. Juli 1978, S. 4–21 (zu Richard Harwood, „Starben wirklich sechs Millionen?“)
  • Ino Arndt, Wolfgang Scheffler: Organisierter Massenmord an Juden in nationalsozialistischen Vernichtungslagern. Ein Beitrag zur Richtigstellung apologetischer Literatur. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 24 (1976), Heft 2, S. 105–112. Online verfügbar: Archiv
Über Holocaustleugner
  • Arbeitsgruppe Antifaschismus/ Antirassismus im Studentenrat der Universität Halle (Hrsg.): Trotz und wegen Auschwitz. Nationale Identität und Antisemitismus nach 1945. Münster 2004, ISBN 3-89771-428-0
  • Wolfgang Benz: Realitätsverweigerung als antisemitisches Prinzip: Die Leugnung des Völkermords. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in Deutschland. Zur Aktualität eines Vorurteils. dtv TB 4648, München 1995, ISBN 3-423-04648-1 (S. 121–139)
  • Richard J. Evans: Der Geschichtsfälscher. Holocaust und historische Wahrheit im David Irving Prozess. Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-593-36770-X
  • Landesamt für Verfassungsschutz Berlin: Die internationale Revisionismus-Kampagne. Berlin 1994
  • Martin Finkenberger/Horst Junginger (Hrsg.): Im Dienste der Lügen. Herbert Grabert (1901–1978) und seine Verlage. Aschaffenburg: Alibri-Verlag 2004, ISBN 3-932710-76-2. Buchkapitel (PDF)
  • Armin Pfahl-Traughber: Die Apologeten der „Auschwitz-Lüge“ – Bedeutung und Entwicklung der Holocaust-Leugnung im Rechtsextremismus. In: Uwe Backes, Eckhard Jesse (Hrsg.): Extremismus und Demokratie 8, Bonn 1996, S. 75–101
  • Jörg Ohlemacher, Herbert Schulze: Anti-Holocaust-Kampagne. Zum Hintergrund von Neonazismus und Rechtsradikalismus. Religionspädagogisches Institut, Loccum 1992, ISBN 3-925258-17-5
  • Thomas Wandres: Die Strafbarkeit des Auschwitz-Leugnens. Berlin 2000, ISBN 3-428-10055-7
  • Jürgen Zarusky: Leugnung des Holocaust. Die antisemitische Strategie nach Auschwitz. Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften Aktuell – Amtliches Mitteilungsblatt. Jahrestagung Marburg 9./10. November 1999 (PDF)

Weblinks

Open Directory Projekt

Fakten zum Holocaust

Argumente gegen Holocaustleugner

Geschichte

Verbreitung

Bekämpfung

Andere Länder

Auswahlbibliographie

  • Susan S. Cohen, Rosalind N. Arzt: Holocaust Denial, A Selected Bibliography, The Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA), The Hebrew University of Jerusalem 1999, basierend auf der bibliographischen Datenbank des Felix Posen Bibliographic Project, Beispielabfrage mit weiterer Literatur

Einzelbelege

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  2. SWR, Sendung Monitor, Juni 2007
  3. "Davon haben wir nichts gewusst" – Die Deutschen und der Holocaust. history.zdf.de. Abgerufen am 14. Juli 2011.
  4. Guido Knopp: Holokaust, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2001, ISBN 3-442-15152-X, S. 100f
  5. Wolfgang Benz (Hrsg.): Dimension des Völkermords. Die Zahl der Opfer des Nationalsozialismus. 1991; 2. Auflage, München 1996
  6. Wolfgang Benz: Realitätsverweigerung als antisemitisches Prinzip: Die Leugnung des Völkermords. In: Wolfgang Benz Hrsg.): Antisemitismus in Deutschland. Zur Aktualität eines Vorurteils. München 1995, S. 129
  7. worldalmanac – book of facts
  8. Walter N. Sanning: The Dissolution of Eastern European Jewry. (Vorwort von Arthur Butz) Noontide Press 1986, ISBN 0-939484-11-0
  9. Beispiele: Tim Cole: Selling the Holocaust: From Auschwitz to Schindler, How History is Bought. Routledge Chapman & Hall, 2000, ISBN 0415928133, S. 143; Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe - Analysen - Antworten. Vs Verlag, 2009, ISBN 3531159119, S. 454
  10. Inhaltsangabe von Hexeneinmaleins bei Holocaustreferenz
  11. Bundesamt für Verfassungsschutz (2001): Revisionismus – ein Thema von heute (PDF) S. 11
  12. Wolfgang Benz: Realitätsverweigerung als antisemitisches Prinzip: Die Leugnung des Völkermords. Gedruckt in: Wolfgang Benz: Antisemitismus in Deutschland. Zur Aktualität eines Vorurteils, S.121f.
  13. zitiert nach Michael Schmidt: Heute gehört uns die Straße …, Düsseldorf 1993, S. 341f
  14. Harry W. Mazal, The Holocaust History Project 2000: What’s in a Nym?
  15. Gerd Wiegel: Leugnung und Relativierung: Der Missbrauch von Auschwitz in der aktuellen Politik
  16. zitiert nach Mitchell G. Bard: Negative arabisch/ moslemische Einstellungen gegenüber Israel (Jewish Library)
  17. 17,0 17,1 17,2 zitiert aus Gal Ben-Ari: Die Saat des Hasses. Juden und Israel in den arabischen Medien, Holzerlingen 2002. Auszüge (PDF)
  18. Mahmud Abbas: The Other Side: The Secret Relations Between Nazism and the Leadership of the Zionist Movment, 1983, übersetzt vom Simon-Wiesenthal-Center; Bericht darüber von Ulrich W. Sahm, Stuttgarter Zeitung, 25. April 2003
  19. Memri, 27. August 2003: Hamas Leader Rantisi: The Holocaust-The Greatest of Lies Funded by the Zionists
  20. Nordbruch
  21. Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio-Verlag, Zürich 1994, S. 29
  22. Profil: Kampfbund Deutscher Soldaten (KDS)
  23. Juliane Wetzel: Antisemitismus als Element rechtsextremer Ideologie und Propaganda. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in Deutschland. Zur Aktualität eines Vorurteils. dtv, München 1995, ISBN 3-423-04648-1, S. 104
  24. Tagesschau.de (7. Mai 2008): Schäuble verbietet rechtsextreme Vereine (nicht mehr online verfügbar)
  25. Die Welt (7. Mai 2008): Schäuble verbietet rechtsextreme Organisationen
  26. Tagesschau.de (19. Dezember 2007): Spenden für Rechtsextremisten – Gemeinnützige Holocaust-Leugner (nicht mehr online verfügbar)
  27. Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, a. a. O. S. 25f
  28. EKLAT IN FRANKREICH: Satiriker tritt mit Holocaust-Leugner auf. In: Spiegel Online, 29. Dezember 2008
  29. zitiert nach der englischen Übersetzung von Reuters im Stern, 8. Dezember 2005
  30. erstes Teilzitat nach IRNA nach Reuters
  31. zweites Teilzitat nach Anneliese Fikenscher & Andreas Neumann: Der Krieg gegen den Iran hat längst begonnen. „Israel von der Landkarte löschen“ – Über die angeblichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad. (abgerufen 20. Januar 2007)
  32. Arash Norouzi (Global Research 20. Januar 2007): „Wiped Off The Map“ – The Rumor of the Century. (englisch; abgerufen 17. Februar 2008)
  33. Gespräch mit Ahmadinedschad. In: Spiegel Online, 31. Mai 2006
  34. Iranische Holocaust-Konferenz „Unser Präsident meint es nur gut“. In: Spiegel Online, 17. Februar 2006
  35. New York Times: Holocaust Deniers and Skeptics Gather in Iran
  36. Der Stern, 12. Dezember 2006: Alles, was Nazis hören möchten
  37. Holocaust-Konferenz in Berlin. Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft. In: Spiegel Online, 11. Dezember 2006
  38. Reuters, 12. Juni 2007: Indonesia conference denounces Holocaust denial; dazu William F. S. Miles: Indigenization of the Holocaust and the Tehran Holocaust Conference: Iranian Aberration or Third World Trend? Human Rights Review, Band 10, 4/2009, ISSN 1524-8879, S. 505–519
  39. Treffen von Islamisten und Neonazis Holocaust-Leugner schwören auf Italien. In: Spiegel Online, 11. Oktober 2002
  40. John L. Allen Jr., National Catholic Reporter, 29. Januar 2009: Italian Lefebvrite priest questions Holocaust
  41. Holocaustleugnung – ein Strafbestand?, kath.net, 19. Oktober 2010
  42. Deborah Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, S. 30
  43. Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, a. a. O. S. 22
  44. Deborah Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, a. a. O. S.286, Anmerkung 43
  45. GfK Austria: Österreich: Einstellung zum Holocaust
  46. Schmutzige Hände. In: Der Spiegel. Nr. 12, 2009, S. 69 (online).
  47. Europäische Menschenrechtskommission: Application No. 36773/97 by Herwig NACHTMANN against Austria (PDF)
  48. Anton Maegerle/Heribert Schiedel (DOEW): Krude Allianz: Das arabisch-islamistische Bündnis mit deutschen und österreichischen Rechtsextremisten
  49. Ehemaliger FPÖ-Politiker als Holocaust-Leugner verurteilt. In: Spiegel Online, 14. Januar 2008
  50. Vérité et Justice aufgelöst. tacheles, 8. März 2002
  51. Hans Stutz: Holocaust-Leugner in der Schweiz. In: Widerspruch. Beiträge zur sozialistischen Politik. Nummer 32. Streit um Geschichte, Antisemitismus, Rassismus. Dezember 1996, S. 23–28
  52. Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, a. a. O. S. 23 + Anmerkung 20, S. 286
  53. Holocaust-Leugnung in Spanien nicht mehr strafbar In: Spiegel Online, 9. November 2007
  54. Athur M. Shapiro: Political Creationism in Turkey. The New Leader, 1. März 2000
  55. All Terrorists Are Darwinists’ – Interview with Harun Yahya. In: Spiegel Online, 23. September 2008
  56. Blick nach Rechts 7/2004 (kostenpflichtig)
  57. Nizkor: Robert Brock
  58. Zitate und Analyse bei Holocaustreferenz: Ben Weintraub: Holocaust-Dogma
  59. Holocaustreferenz: Robert Brock: Freispruch für Deutschland
  60. Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio-Verlag, Zürich 1994, S. 20f
  61. HaGalil: Tätlicher Angriff auf Elie Wiesel (11. Februar 2007); Bild.de: Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel von Holocaust-Leugner angegriffen – Sollte er entführt werden?
  62. Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, a. a. O. S. 24
  63. Robert Jan van Pelt: The Case for Auschwitz: Evidence from the Irving Trial. Indiana University Press, 2002, ISBN 0-253-34016-0 (englisch)
  64. Sebastian Borger (Der Standard, London, 28. November 2007); Taz Berlin, 27. November 2007: Protest in Oxford gegen Holocaust-Leugner: Grenzen der Meinungsfreiheit
  65. Anti-Defamation-League: The Society of St. Pius X: Mired in Anti-Semitism
  66. Kreuznet, 22. Januar 2009: Auftakt zu einem Empörungs-Festival? (Williamson-Interview deutsch übersetzt, englischsprachiges Video zum Vergleich)
  67. Verlautbarung des Presseamtes des Heiligen Stuhls vom 24. Januar 2009 (ital.)
  68. Die Zeit, 28. Januar 2009: Papst kritisiert Holocaust-Leugner
  69. Süddeutsche Zeitung, 12. Mai 2009: Benedikt XVI. in Jad Vaschem. Holocaust: Papst spart Rolle der Kirche aus
  70. Netzeitung, 30. Januar 2009: Wieder Holocaust bezweifelt: Vatikan bekommt Leugner nicht in den Griff
  71. Deborah Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, a. a. O. S. 49
  72. Deborah Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, a. a. O. S. 35
  73. Stephanie Schmidt, Renée Hansen: „Den Holocaust hat es nie gegeben“ – Plakat übertönt Mahnmal – eine selbstgeschaffene Kommunikationskrise (10. August 2001)
  74. Tagesspiegel, 23. August 2001: Holocaust-Plakat: Verfahren eingestellt
  75. Barbara Oertel: Holocaust und Tabudiskurs: Die Werbekampagne zugunsten des Mahnmals für die ermordeten Juden Europas „den holocaust hat es nie gegeben“.
  76. FAZ, 7. August 2001: Mahnmal-Plakat: Ermittlungen gegen Neonazi Roeder
  77. Presse-Infos >Lea Rosh Holocaus-Plakat< (2)
  78. HaGalil, 13. Mai 2004: Die Aufwertung der NS-Gewaltherrschaft: Revisionismus
  79. Deborah Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust, S. 50
  80. Tagesschau 26. Januar 2007 21:20 Uhr (nicht mehr online verfügbar)
  81. Obama-Rede im Wortlaut: „Der Islam ist ein Teil Amerikas“ In: FAZ.net, 4. Juni 2009:
  82. Wordpress, 5. Juni 2009: Präsident Obama: Rede in der Gedenkstätte Buchenwald
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