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Auftragsmord

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Ein Auftragsmord ist der Mord eines Menschen, ausgeführt von mindestens einer Person, dem Auftragsmörder, der von einer oder mehreren Personen oder Organisationen oder einem Staat beauftragt und dafür bezahlt oder in anderer Form entlohnt wird. Aus der englischen Sprache entlehnt, wird auch häufig die Bezeichnung Killer für einen Auftragsmörder benutzt. Die Tat ist in Deutschland unter § 25, § 26 und § 211 StGB geregelt und wird demnach ebenso wie Mord bestraft.

Vorkommen

Auftragsmorde kommen sowohl in der organisierten Kriminalität, verstärkt in mafiösen Strukturen, als auch im geheimdienstlichen Bereich vor. Rechtlich gesehen ist meist der Auftraggeber Anstifter und der Ausführende Haupttäter; es sind jedoch auch Fälle denkbar, in denen sich der Hintermann als Täter (Stichwort: Täter hinter dem Täter) strafbar macht. Die Tötung gegen Bezahlung erfüllt in der Regel das Tatbestandsmerkmal der Habgier beim Delikt Mord.

Beispiele aus dem Bereich der organisierten Kriminalität sind die Morde Werner Pinzners im Rotlichtmilieu von Hamburg-St. Pauli oder die Morde der Murder Inc. in den Vereinigten Staaten der 1920er bis 1940er Jahre.

Im Italienischen werden der Mörder und vor allem der Auftragsmörder als Assassino bezeichnet, die Wortwahl entstammt der Zeit der Kreuzzüge und verweist auf die damals in Vorderasien beheimate Sekte der Assassinen, die zahlreiche Attentate und auch Auftragsmorde ausgeführt hat.

Auftragsmorde in der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland

Auftragsmord durch das organisierte Verbrechen war und ist in Deutschland – im Gegensatz etwa zum organisierten Verbrechen in Russland, Italien und den Vereinigten Staaten – ein höchst seltenes Phänomen. Schon zu den Zeiten der Berliner „Ringvereine“ der Weimarer Republik bildeten Auftragsmorde die absolute und auch im Milieu meist missbilligte Ausnahme. Anders sah es im politischen Bereich aus. Fememorde durch Rechtsradikale forderten besonders in der ersten Hälfte der 1920er Jahre viele Opfer im gegnerischen Lager.

Traurige Berühmtheit, die ihn sogar auf die Titelseite des Spiegels brachte, erlangte in der Bundesrepublik Deutschland der Auftragsmörder Werner Pinzner. Pinzner, der in den Machtkämpfen des Hamburger Kiezes in den frühen 1980er Jahren verschiedene Auftragsmorde begangen hatte und schließlich überführt worden war, tötete während der Vernehmung im alten Hamburger Polizeipräsidium am 29. Juli 1986 seine Frau Jutta und den Staatsanwalt Wolfgang Bistry und beging daraufhin Selbstmord. Ebenfalls ein breites Medienecho erfuhren Auftragsmorde innerhalb der vietnamesischen Zigarettenmafia in Berlin und Leipzig während der 1990er Jahre.

Politische Auftragsmorde in der Bundesrepublik Deutschland erlangten meist eine große Medienaufmerksamkeit. Zu nennen sind hier etwa die Aussagen des später übergelaufenen KGB-Killers Bogdan Staschynskij über Morde an den exil-ukrainischen Politikern Lew Rebet und Stepan Bandera mit speziell gefertigten Blausäurepistolen in München 1957 und 1959 oder die spektakuläre Ermordung von Regimegegnern durch den iranischen Geheimdienst im Mykonos-Attentat.

Auftragsmorde im geheimdienstlichen Sektor

Ein Beispiel für einen Mord im geheimdienstlichen Sektor ist die Ermordung des russischen Ex-Spions Alexander Litwinenko mit dem radioaktiven Element Polonium 210. Litwinenko wurde die tödliche Dosis vermutlich am 1. November 2006, versteckt in einem kleinen japanischen Reishäppchen, das ihm und Freunden in einem Londoner Sushi-Restaurant serviert wurde, verabreicht. Kurz darauf wurde er in eine Klinik eingeliefert, in der er trotz intensiver Bemühungen der Ärzte kurz danach verstarb.

Ein ebenfalls bekannt gewordener Fall ist die Ermordung des bulgarischen Dissidenten Georgij Markow in London im Jahr 1978 mittels Ricin. Die Substanz wurde ihm von seinem Mörder mit Hilfe eines umgebauten Schlachtschussapparats injiziert. Ein fallengelassener Regenschirm diente dabei als Ablenkung.

Auftragsmord in der Populärkultur

Für fiktive Auftragsmörder existiert eine Reihe von Klischees, die mittlerweile in der Populärkultur fest verwurzelt sind. Auftragsmörder werden gerne als schweigsame Einzelgänger dargestellt, die wie aus dem Nichts erscheinen, um eine Zielperson zu töten, und anschließend spurlos wieder verschwinden. Protagonisten in der Rolle des Auftragsmörders können dabei durchaus diffizil behandelt werden; im Konflikt etwa zwischen Auftrag und Gewissen erschließt sich dem Autor oder Regisseur ein weites Feld der Charakterentwicklung. Beispiele hierfür sind Nikita und Léon – Der Profi. Das andere gängige Hauptklischee ist der Auftragsmörder als seelenlose Mordmaschine, als Psychopath, der als unerbittlicher Widersacher die Handlung bis zum konfliktgeladenen Höhepunkt vorantreibt (wie z. B. im Spielfilm Collateral).

Auch die japanische Anime-Serie Noir behandelt das Thema Auftragsmord aus der Sicht zweier Profikiller. In der Videospielbranche findet das Genre ebenfalls seinen Platz. In der Spielereihe Hitman steuert der Spieler den Auftragsmörder 47.

Literatur

  • Klester Cavalcanti: Der Pistoleiro. Die wahre Geschichte eines Auftragsmörders. Transit Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-88747-284-9.

Weblinks

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