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Athena (Schiff, 1946)

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Die Athena war ein griechisches Frachtschiff, das 1946 als Flüchtlingsschiff für die illegale Einwanderung von Juden nach Palästina genutzt wurde und auf der Überfahrt in einem Sturm sank.

Vorgeschichte

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde vom Mossad le Alija Bet, einer Organisation der Hagana, und vom Palyam die Einwanderung jüdischer Holocaust-Überlebender und Displaced Persons nach Palästina organisiert. Nachdem die britische Mandatsregierung unter dem Druck arabischer Aufstände die Einreisequote für Juden in den 1930er Jahren immer weiter reduziert hatte, erfolgte die Alija Bet genannte Einwanderung illegal. Um dem Einwanderungsdruck zu begegnen, errichteten die Briten eine Seeblockade, und deportierten ergriffene Einwanderer im Internierungslager in Atlit.

Flüchtlingsschiff Rafah

Die Athena wurde im Hafen von Piräus von Palyamniks auf die bevorstehende Transportaufgabe hergerichtet. Im November fuhr das Schiff mit einer griechischen Mannschaft unter einem griechischen Kapitän nach Bakar nahe Rijeka im damaligen Jugoslawien (heute Kroatien), um dort 785 Einwanderer an Bord zu nehmen. Für die Überfahrt nach Palästina erhielt die Athena den Hagana-Codename Rafah, in Anlehnung an das britische Internierungslager in der gleichnamigen Stadt. Dort wurden nach der Operation Agatha am 29. Juni 1946 mehrere tausend Juden interniert.

Bei der Abfahrt der Rafah aus Bakar am 26. November 1946 herrschten über der Adria für die Jahreszeit übliche Stürme. Der Kapitän scheute deshalb den Kurs über die offene See, und fuhr in den Kanälen zwischen der Küste und den kroatischen Inseln entlang. In der Ägäis steuerte er von einer Insel zur nächsten. Am 7. Dezember erreichte die Rafah die griechische Ägäisinsel Syrna. Hier steuerte der Kapitän das Schiff in eine schlecht geschützte Bucht, um dort zu ankern und das Ende des Sturms abzuwarten, der die letzten Tage an Intensität zugenommen hatte. Während der Ankerung lief die Rafah auf ein Riff auf und schlug leck. Trotz des Sturms sprangen die Einwanderer und die Besatzung ins Wasser und retten sich an das felsige Ufer. 45 Minuten später versank die Rafah. Bei der Tragödie kamen acht Einwanderer ums Leben, elf weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Rettung und Deportation

Über das Funkgerät, das der Palyam-Funker Avraham Lichovsky von Bord der Rafah retten konnte, wurde der Mossad le Alija Bet sowie die britische Luftwaffe über das Unglück informiert. Am 8. Dezember sichtete ein britisches Suchflugzeug die Schiffbrüchigen, und am Tag darauf wurden vom Flugzeug aus Lebensmittel, Medikamente und Ausrüstung abgeworfen. Inzwischen hatten die Schiffbrüchigen Kontakt mit der griechischen Bevölkerung der Insel aufgenommen, die ihnen nach einer Nacht unter freiem Himmel ersten Schutz bot.

Am 11. Dezember erreichte ein griechischer Zerstörer die Bucht, und nahm die griechische Schiffsbesatzung sowie die elf verletzten Einwanderer und zehn Begleiter auf, die nach Rhodos gebracht wurden. Tags darauf erreichten zwei britische Zerstörer Syrna, und nahmen die restlichen Schiffbrüchigen an Bord. Die Begleitmannschaft des Palyam mischte sich unauffällig unter die Einwanderer, so daß sie von den Briten nicht erkannt und separiert werden konnten. Die Juden wurden im Rahmen der Operation Igloo nach Zypern gebracht und sollten im Lager Karaolos interniert werden. Als die Schiffe vor Zypern ankamen, widersetzten sich die Juden vehement gegen die Ausschiffung. Die britischen Soldaten konnten sie erst nach Einsatz von Rauch- und Tränengasgranaten von Bord bringen.

Am 20. November 1972 wurden die acht Todesopfer des Unglücks, die auf Syrna bestattet waren, auf den Friedhof in Haifa überführt.

Weblinks


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