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Assyrien

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Assyrien war eine antike Landschaft im nördlichen Mesopotamien, insbesondere am mittleren Tigris. Sie war das Kernland des assyrischen Reiches.

Landschaft

Das Gebiet um Assur ist nicht besonders fruchtbar. Der heutige Regenfall liegt um 200mm, dem Minimum für Getreideanbau, die Böden sind dünn, das Muttergestein sind oft wenig fruchtbare Sedimentgesteine (Kalkstein und Gips, besonders im Westen der Stadt[1]. In der Tigrisebene finden sich fruchtbare alluviale Tone und Schluffe, im Hügelland Lehmböden (Kalksteinverwitterungsböden). Die potenzielle natürliche Vegetation ist Beifuß-Steppe mit vereinzeltem Buschwerk und Galeriewald im Flusstal.

Klima

Es wird angenommen, dass das Klima im ersten Jahrtausend v. Chr. weitgehend mit dem heutigen vergleichbar war. Die heutigen Erträge liegen zwischen 400 und 500 kg Gerste pro Hektar, auf bewässerten Feldern zwischen 700 und 1000 kg/ha.

Ackerbau

In Neu-Assyrischer Zeit wurde in der Gegend vor allem Gerste angebaut. Es wird angenommen, dass der Boden durch individuelle Klein-Familien bebaut wurde (purū-System), die jedoch einen Teil des Ertrages an den Staat bzw. die Magnaten, denen die Felder inzwischen teilweise gehörten, abführen mussten (Postgate 1989). Die langrechteckigen Felder waren zwischen 1,8 and 14,4 ha groß (Freydank 1980). Die Felder wurden mit einem einfachen Hakenpflug (Arl) bearbeitet, der von Ochsen gezogen wurde. Scherbenstreuungen belegen, dass die Felder gedüngt wurden, Texten zufolge grasten Schafe und Ziegen auf den abgeernteten Feldern, was ebenfalls zur Düngung führte. Altaweel (2008) nimmt auf Grund von Simulationsergebnissen eine einjährige Brache an.

Unter den Sargoniden wurden verstärkt Bewässerungskanäle angelegt, besonders in der Umgebung von Ninive und Kalach[2]. Sanherib berichtet darüber sehr ausführlich.[3] Nach Zaccagnani benötigte eine durchschnittliche Bauernfamilie ca. fünf Hektar bewässertes Land, um ihren Lebensunterhalt zu sichern[4]

Rohstoffe

In Assyrien kamen, im Gegensatz zu Babylonien, Steine (Kalkstein und Gips) und Bauholz (Esche, Eiche, Ulme und Ahorn[5]) vor, es fehlte jedoch an Metallen[6]. Kupfer, Silber und Gold wurden seit altassyrischer Zeit aus Anatolien importiert, Zinn aus Usbekistan. In mittelassyrischer Zeit kamen Kupfer und Gold auch aus Babylonien.

Geschichte

Unter den Seleukiden bestanden auf dem Gebiet des alten Assyrien die Provinzen Apolloniatis, Gorduene, Mygdonien, Sittakene, Sophene und Zabdikene[7]. Unter den Parthern und Sassaniden war das ehemalige Babylonien als Asuristan bekannt

116 n. Chr. gründete Trajan die Provinz Assyrien im nördlichen Mesopotamien. Sie hatte jedoch keinen langen Bestand[8]. In byzantinischer Zeit gehörte ein Teil von Assyrien zur Provinz Mesopotamien. Der syrische Historiker Bar Hebräus verwendet in der Chronographie den Begriff Athor für Assyrien.

Literatur

  • Mark Altaweel: "Investigating agricultural sustainability and strategies in northern Mesopotamia: results produced using a socio-ecological modeling approach". In: Journal of Archaeological Science. Bd. 35, 2008, S. 821-835.
  • Mark Altaweel: The imperial landscape of Ashur: settlement and land use in the Assyrian heartland. Heidelberger Studien zum Alten Orient 11, Heidelberg: Heidelberger Orientverlag 2008.
  • Helmut Freydank: "Zur Lage der deportierten Hurriter in Assyrien". In: Altorientalische Forschungen 7, 1980, S. 89-117.
  • Richard N. Frye: "Mapping Assyria". In: A. Panaino and G. Pettinato (Hrsg.), Ideologies as Intercultural Phenomena. Proceedings of the Third Annual Symposium of the Assyrian and Babylonian Intellectual Heritage Project, Chicago, October 27-31, 2000 (Milano: Università di Bologna & IsIao 2002), Melammu Symposia 3, 75-78.
  • Simon Parpola, M. Porter (Hrsg.), The Helsinki atlas of the Near East in the Neo-Assyrian period. Helsinki, Casco Bay Assyriological Institute and Neo-Assyrian Text Corpus Project 2001.
  • J. Nicholas Postgate: "The ownership and exploitation of land in Assyria in the 1st Millennium B.C". In: M. Lebeau, P. Talon (Hrsg.): Reflêts des Deux Fleuves: Volume des mélanges offertes à Andrè Finet. Leuven: Peters 1989, S. 141-152.
  • Karin Radner: "Provinz, Assyrien". In: M. P. Streck et al. (Hrsg.), Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie. 11/1-2, Berlin: de Gruyter 2006, 42-68.
  • M. Roaf: Cultural atlas of Mesopotamia and the ancient Near East. Oxford: Equinox 1990.

Einzelnachweise

  1. Mark Altaweel: Investigating agricultural sustainability and strategies in northern Mesopotamia: results produced using a socio-ecological modeling approach. In: Journal of Archaeological Science. Bd. 35, 2008, S. 821–835.
  2. Stuart C. Brown: Media and secondary state formation in the Neo-Assyrian Zagros: an anthropological approach to an Assyriological problem. In: Journal of Cuneiform Studies Bd. 38/1, 1986, S. 107–119.
  3. T. Jacobsen, S. Lloyd: Sennacherib's Aqueduct at Jenvan. Chicago 1935 (Oriental Institute Publications. Bd. 24), S. 34f.
  4. C. Zaccagnani, Economic aspects of Land ownership and land use in Northern Mesopotamia to the Neo-Assyrian Period. In: M. Hudson, B. A. Levine (Hrsg.), Uranisation and Land ownership in the Ancient Near East. Cambridge, Peabody Museum of Archaeology and Ethnology 1999, 337
  5. P. R. S. Moorey, Ancient Mesopotamian materials and Industries. Oxford 1994, S. 348.
  6. Betina Faist, Der Fernhandel des assyrischen Reiches zwischen dem 14. und 11. Jh. v. Chr. Ugarit Verlag, Münster 2001, (Alter Orient und Altes Testament, Bd. 265), S. 53.
  7. Richard N. Frye, Mapping Assyria. In: A. Panaino and G. Pettinato (eds.), Ideologies as intercultural phenomena. Proceedings of the Third Annual Symposium of the Assyrian and Babylonian Intellectual Heritage Project Held in Chicago, USA, October 27–31, 2000 (Milano: Università di Bologna & IsIao 2002), Melammu Symposia 3: 76.
  8. A. Maricq, La province d’Assyrie crée par Trajan. Syria 36, 1959, S. 257.
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