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Arzneipflaster

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Das Arzneipflaster (auch: Heilpflaster, lat. Emplastrum) ist eine flexible, klebende Zubereitung zur Anwendung auf der Haut, das einen oder mehrere Arzneistoffe enthält.

Arzneipflaster sind abzugrenzen von den wirkstofflosen Heftpflastern, Wundschnellverbänden und Sprühpflastern.

Einteilung

Je nachdem, ob das Arzneipflaster für eine systemische oder örtliche Behandlung zu verwenden ist unterscheidet man transdermale Pflaster und topisch (lokal) wirksame Pflaster.

Transdermale Pflaster

Das transdermale Pflaster wird auf die Haut geklebt und setzt den Wirkstoff aus einem im Pflaster enthaltenen Depot kontrolliert frei. Der Wirkstoff wird dann über die Haut resorbiert und gelangt über den Blutkreislauf an den Wirkort. Es entsteht eine kontinuierliche Wirkstoffzufuhr bis über mehrere Tage.


Lokal wirksame Pflaster

Je nach Art der Wirkstoffe entfalten lokal wirksamen Pflaster ihre Wirkung entweder nur auf der Hautoberfläche („kutane Pflaster“) oder aber in tieferen Hautschichten bzw. dem darunter liegenden Gewebe.

Geschichte

Die ersten Pflaster wurden bereits zwischen 2000 und 1200 vor Christus angewandt. Es handelt sich dabei um eine der ältesten Arzneidarreichnungsformen überhaupt. Im 19. Jahrhundert erlangten sie bei uns ihre wohl größte Bedeutung. Die Herstellung war den Apothekern vorbehalten. Das Pflasterkochen galt als die Kunst ihrer Zunft schlechthin.

Ursprünglich handelte es sich bei der Pflastermasse um Bleisalze von Fettsäuren, die der Apotheker durch Verseifung von Fetten (Triglyceriden) in Gegenwart von Blei(II)-oxid („Bleiglätte“) herstellte, und der nach Bedarf verschiedene Wirkstoffe, gegebenenfalls auch Fette, Öle, Wachs oder Harze, zugemischt wurden. Neben dem einfachen Emplastrum adhaesivum (Heftpflaster) sind weitere Beispiele für historische Pflasterzubereitungen etwa:

  • E. cantharidum = Kantharidenpflaster
  • E. cantharidum perpetuum = Zugpflaster
  • E. capsici = Capsicum- (Chilli-) Pflaster (Wärmepflaster)
  • E. cerussae = Bleiweißpflaster
  • E. fuscum camphoratum, E. minii adustum, E. universale = Mutterpflaster, Universal-Defensivpflaster
  • E. hydrargyri = Quecksilberpflaster
  • E. lithargyri = Bleipflaster
  • E. saponatum extensum = Seifenpflaster
  • E. saponatum salicylatum extensum = Salizylseifenpflaster

Die eigentlichen Heilpflaster sind heute weitgehend in den Hintergrund getreten. Überbleibsel sind z. B. Schmerz- oder Warzenpflaster, allerdings hat der einfache Wundschnellverband die Zeit überdauert und ist auch aus unserer heutigen modernen Medizin nicht mehr wegzudenken.

Bestandteile der modernen Pflaster

Moderne Pflaster enthalten als Pflastermasse Kautschuk oder Acrylsäureester-Mischpolymerisate, die auf einen Träger aus Gewebe oder Folie aufgebracht wird.

Weblinks

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