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Arthur Ungewitter

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Arthur Ungewitter (geb. 8. März 1885 in Naumburg (Hessen); gest. 20. Jahrhundert) war ein deutscher Jurist. Von 1939 bis 1945 war er Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main.

Werdegang

Arthur Georg Sigismund Ungewitter entstammt einer alten Richterfamilie. Er wurde als Sohn des späteren Landgerichtsdirektors Gustav Ungewitter geboren, auch sein Großvater war Richter. Nach dem Abitur 1903 studierte er Rechtswissenschaft, das er 1906 in Hamm mit dem Referendarsexamen abschloss. Von 1906 bis 1911 war er Assessor in Berlin. Im Februar 1914 wurde er Amtsrichter in Frankfurt am Main und am 1. Juni 1919 Landrichter. Im 1. Weltkrieg diente er als Leutnant. Am 1. Dezember 1924 wurde er zum Landgerichtsdirektor befördert. Er wirke in der gleichen Kammer, wie der spätere NS-Oberbürgermeister von Frankfurt Friedrich Krebs.

Im Mai 1933 trat Ungewitter der NSDAP bei, ohne sich parteipolitisch zu exponieren. 1936 erhielt er einen Lehrauftrag für Bürgerliches Recht, Zivilprozeßrecht, Konkursrecht an der Universität Frankfurt am Main, 1939 wurde er zum Honorarprofessor und Universitätsrat ernannt.

Im gleichen Jahr wurde der inzwischen vom Vizepräsident aufgestiegene Ungewitter zum Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main befördert. Zuvor hatte er von Gauleiter Jakob Sprenger eine positive Beurteilung erhalten. [1] Er trat damit die Nachfolge von Otto Stadelmann an, der ebenfalls der NSDAP angehörte. Ungewitter war auch für das am 31. März 1933 von Roland Freisler eröffnete Frankfurter Sondergericht [2] zuständig, das 1.699 politische Verfahren gegen 2.204 Personen, so genannte „Volksschädlinge” durchführte und das zunehmend ab 1939 aktiv war. [3]

Die Spruchkammerakten des Richters werden im Landesarchiv Baden-Württemberg aufbewahrt.

Literatur

  • Erhard Zimmer: Die Geschichte des Oberlandesgerichts in Frankfurt am Main. Kramer, Frankfurt am Main. 1976 ISBN 978-3-78290174-1, S.149

Einzelnachweise

  1. Lothar Gruchmann: Justiz im Dritten Reich 1933-1940: Anpassung und Unterwerfung in der Ära Gürtner, Band 28 von Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, Oldenbourg Verlag, 2001 ISBN 978-3-48653833-5, S. 279
  2. Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung. Vom 31. März 1933
  3. Internetseite Frankfurt am Main 1933–1945

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