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Arthur Kronthal

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Arthur Kronthal (geboren 25. November 1859 in Posen; gestorben 4. November 1941 in Berlin) war ein deutscher Unternehmer und Regionalhistoriker.

Leben und Werk

Der Großvater Simon Kronthal gründete 1820 eine Fabrik; der Vater Wolf Kronthal engagierte sich politisch und saß im Stadtrat; Arthur Kronthal selbst studierte Maschinenbau, absolvierte eine technische Ausbildung und kaufmännische Praktika, seine Bestimmung fand er aber in Geschichte, Kunst und Heimatpflege. Er engagierte sich ehrenamtlich als Handelsrichter, Stadtrat (1906–1918), als Kurator einiger Institute für Kunst und Wissenschaft, als leitendes Vorstandsmitglied in Vereinigungen wissenschaftlicher, künstlerischer, sozialer und wohltätiger Art. Seine Stiftung für Kunst spendete dem Kunstmuseum Posen zahlreiche Gemälde. [1]

In seinen Schriften beschäftigte er sich mit allgemeiner und jüdischer Geschichte und mit der Kunst in der Provinz Posen. Kronthals Aktivitäten und Publikationen zeigen, dass er unabhängig von der aktuellen politischen Lage, stets für vernunftbasierte Zusammenarbeit aller ethnischen und religiösen Schichten warb.

Nachdem die Provinz Posen wieder polnisch geworden war, fand er keine Beschäftigung, sein Vermögen verlor er während der Inflation. 1921 wanderte er nach Berlin aus. In Berlin lebte Kronthal schließlich im Altersheim der Jüdischen Gemeinde in der Berkaer Str. Im Beisetzungsregister des Jüdischen Friedhofs in Berlin-Weißensee findet sich nur ein Eintrag unter Adolf (Israel) Kronthal, geb. 1859, gest. 1941.[2] Das erklärt wahrscheinlich, weswegen die meisten Quellen sein Sterbedatum als unbekannt angeben.

Die Kommission für die Geschichte der Deutschen in Polen e.V. verlieh 2012 zum ersten Male den „Arthur-Kronthal-Preis“. „Die Auszeichnung ist benannt nach dem ehemaligen jüdischstämmigen Posener Regionalhistoriker und Kommunalpolitiker Arthur Kronthal (1859-1941), dessen Biographie für ein friedliches Zusammenleben von Deutschen, Polen und Juden steht“ – so die Begründung der Namensgebung seitens der Kommission.[3]

Publikationen (Auswahl)

  • Das Rathaus in Posen. Posen u. Lissa, Eulit. 1914
  • Dr. Karol Marcinkowski. Breslau, Priebatsch. 1925
  • Werke der Posener bildenden Kunst. Beiträge zur Heimatkunde über die Deckenbilder des Rathauses in Posen, das Knorrsche Gemälde „Marktplatz in Posen“ und Julius v. Minutoli, Louis Sachse und die Posener Stadtansichten des Jahres 1833. Berlin und Leipzig, Walter De Gruyter. 1921
  • Aus einem jüdischen Leben des vorigen Jahrhunderts. Burg, Hopfer. 1931
  • Jüdische Bildnis-Maler der Posener Biedermeierzeit. In: Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. H. 1, 1937. S. 204-216 http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/titleinfo/3118958

Literatur

  • Arthur Kronthal 75 Jahre. in: Posener-Heimatblätter, Heft 3, 9. Jg. 1934. S. 14
  • Schriftenverzeichnis von Stadtrat a.D. Arthur Kronthal. In: Deutsche Wissenschaftliche Zeitschrift für Polen: Neue Folge der Zeitschriften der Historischen Gesellschaft für Posen und des Deutschen Naturwissenschaftlichen Vereins für Großpolen, zugleich Veröffentlichung der Deutschen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft in Bromberg. Heft 18, S. 143-149. http://zbc.uz.zgora.pl/dlibra/publication?id=16637&tab=3
  • Iwona Błaszczyk, Jacek Wiesiołowski: Artur Kronthal - poznański bourgeois w: Kronika Miasta Poznania, 1/2009, S. 175
  • Beata Mache: Arthur Kronthal zur Heimatliebe und Auswanderung aus Posen nach 1919. https://phdj.hypotheses.org/158

Einzelnachweise

  1. Schriftenverzeichnis von Stadtrat a.D. Arthur Kronthal. In: Deutsche Wissenschaftliche Zeitschrift für Polen: Neue Folge der Zeitschriften der Historischen Gesellschaft für Posen und des Deutschen Naturwissenschaftlichen Vereins für Großpolen, zugleich Veröffentlichung der Deutschen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft in Bromberg, Heft 18, S. 143-149. Wielkopolska Biblioteka Cyfrowa
  2. Beisetzungsregister. Archiv der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum
  3. Kommission für die Geschichte der Deutschen in Polen


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