Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Arlen Specter

Aus Jewiki
(Weitergeleitet von Arlen Spector)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Arlen Specter (geb. 12. Februar 1930 in Wichita, Kansas; gest. 14. Oktober 2012 in Philadelphia[1]) war ein US-amerikanischer Senator aus Pennsylvania.

Leben

Datei:WC Vol18 CE903 SBT alignement.jpg
Arlen Specter (links) demonstriert als Assistent der Warren-Kommission den Weg des Projektils beim Attentat auf John F. Kennedy

Arlen Specter wuchs in Wichita und Russell auf und besuchte nach der High School zunächst die University of Oklahoma, danach die University of Pennsylvania mit dem Hauptfach „Internationale Beziehungen“. Seinen Abschluss erwarb er dort 1951, danach studierte er Jura an der Law School der Yale University. 1956, nach seinem Abschluss, wurde er als Rechtsanwalt in Pennsylvania zugelassen. Er arbeitete zunächst in eigener Praxis, später als Staatsanwalt unter James Crumlish. Auf Empfehlung des damaligen Kongressabgeordneten Gerald Ford war Specter Assistent eines Mitglieds der Warren-Kommission, die den Mord an John F. Kennedy untersuchte.

Seine Ehefrau Joan Specter war Mitglied des Stadtrats von Philadelphia, in den sie stadtweit (statt in einem bestimmten Bezirk) gewählt wurde. Im Februar 2005 gab Specter bekannt, dass er an einem Hodgkin-Lymphom leide. Trotz des fortgeschrittenen Stadiums des Krebses arbeitete Senator Specter während seiner Chemotherapie weiter. Mit dem Ende der Behandlung im Juli 2005 galt er als geheilt.

Politische Laufbahn

Arlen Specter bewarb sich im Jahre 1965 als registriertes Parteimitglied der Demokratischen Partei für die Republikaner für das Amt des District Attorney und besiegte den Amtsinhaber und ehemaligen Vorgesetzten James Crumlish. Nach dem Wahlgewinn änderte er folgerichtig seine Parteizugehörigkeit. Er wurde einmal wiedergewählt, unterlag jedoch 1973 seinem Herausforderer. Danach arbeitete er zunächst wieder als Rechtsanwalt, dabei verteidigte er u.a. den Mörder Ira Einhorn. 1976 trat er in den republikanischen Vorwahlen für das Amt des US-Senators an, wurde aber von John Heinz besiegt. Bereits in den Vorwahlen besiegt wurde Specter 1978, als er sich für das Amt des Gouverneurs von Pennsylvania bewerben wollte. 1980 gelang es ihm zum US-Senator für Pennsylvania gewählt zu werden, er wurde seitdem bei jeder Wahl im Amt bestätigt.

Von 1995, als die Republikaner die Mehrheit im Senat erlangten, bis 1997 war er Vorsitzender des Senatsausschusses für nachrichtendienstliche Erkenntnisse. 1996 kandidierte er für die republikanische Nominierung im Präsidentschaftswahlkampf, gab dieses Ziel jedoch relativ früh auf. 1997–2001 saß er dem Ausschuss für Angelegenheiten der Veteranen vor, bis die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verloren. Nachdem sie die Mehrheit 2003 wieder erlangt hatten, wurde er erneut Vorsitzender dieses Ausschusses. 1998 und 1999 gehörte Specter zu den Kritikern des Amtsenthebungsverfahrens gegen Bill Clinton. Konservative Kritiker nannten ihn vor seinem Parteiwechsel einen „RINO“ (republican in name only = nur dem Namen nach ein Republikaner). So kritisierte beispielsweise der Kongressabgeordnete Pat Toomey im Vorwahlkampf 2004, dass Specter zu liberal sei, um die Republikaner vertreten zu können. Specter konnte sich mit 52 % gegen Toomey durchsetzen und gewann schließlich in den Senatswahlen im November gegen den Demokraten Joe Hoeffel. Durch seine Wiederwahl wurde Specter Pennsylvanias erster Senator, der fünf Legislaturperioden diente.

Als dienstältestes Mitglied des Justizausschusses des Senats übernahm Specter den Vorsitz dieses Ausschusses am 4. Januar 2005. Sein Vorgänger im Amt war der Demokrat Patrick Leahy, davor Orrin Hatch. Dieser Ausschuss, der für die Bestätigung von Richterernennungen durch den Präsidenten zuständig ist, hat er großen Einfluss auf die künftige Rechtsprechung des Supreme Courts. So wurde er landesweit für seine Rolle als Gegner der Nominierung von Robert Bork zum Supreme Court bekannt, sowie für seine Verteidigung von Richter Clarence Thomas und seine Teilnahme an einem 30-stündigen Redemarathon, der gegen die Praxis von Filibusters bei Richterernennungen gerichtet war. In jüngerer Zeit erregte Specter Aufmerksamkeit, als er kontroverse Ansichten über die Zukunft des Supreme Courts äußerte; insbesondere warnte er Präsident George W. Bush bezüglich der Gefahren von Nominierungen von Richterkandidaten, die das im Abtreibungsfall Roe v. Wade gesprochene Urteil für falsch halten. Nachdem die Demokraten in den Wahlen im November 2006 die Mehrheit zurückeroberten, musste Specter den Vorsitz des Justizausschusses erneut an Leahy abtreten.

Er war lange Zeit Mitglied der Republikaner und bis 2009 deren dienstältester Senator. Am 28. April 2009 gab er bekannt, seine Parteizugehörigkeit erneut zu ändern und zu den Demokraten zu wechseln.[2] Da sein Senatssitz im November 2010 zur Wiederwahl anstand, musste sich Specter im Mai 2010 einer Vorwahl stellen, dabei unterlag er seinem Herausforderer Joe Sestak. Er schied somit 2011 aus dem Senat aus.

Positionen

Specter gehörte vor seinem Wechsel zu den Demokraten zu den gemäßigten Republikanern. So wurde er als Pro-Choice eingestuft. Aus verschiedenen Anlässen hat er John Ashcroft, Justizminister unter Präsident George W. Bush, sowie Präsident Bush selbst heftig kritisiert.

Einzelnachweise

  1. Longtime GOP Senate Moderate Arlen Specter Dies. Abgerufen am 14. Oktober 2012 (englisch).
  2. Specter To Switch Parties“ – Washington Post

Weblinks

 Commons: Arlen Specter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Navigationsleiste US-Senatoren aus Pennsylvania


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Arlen Specter aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.