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Arje Leib Zinz

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Raw Arje Leib Zinz (geb. vor 1800; gest. 1833), genannt Mahara'al, war ein polnischer Rabbiner und Kabbalist und u. a. Aw Bet Din und Rosch Jeschiwa von Plotzk.

Leben

Er war ein Nachkomme des Megale Amukot, des Mahra'm Padwa. Zusätzlich zu seiner Wertschätzung als grosser Toragelehrter und Toraverbreiter war er auch als äusserst heiliger Mann bekannt. Der Gaon Awne Nezer sagte einmal über ihn, dass er während der Töne des Schofar-Blasens alle Schriften des Arisal in seinem Kopf durchdenken konnte.

Folgendes wird über ihn erzählt:

Als es einmal jemand wagte, während er sich im Bet Midrasch befand, seine Schriften zu durchstöbern, bemerkte er das sofort und schickte gleich einen Boten zu sich nach Hause, um herausfinden zu lassen, wer dieser Mann war und was er mit seinen Schriften machte!

Einst kam man mitten in der Nacht zu ihm nach Hause und wollte von ihm, dass er für eine Frau, die eine sehr schwere Geburt hatte, bete und um Erbarmen bitte. Sofort setzte er sich hin und begann voller Energie eine schwierige Sugja in einer Gemara, die er öffnete, zu lernen. Sobald er eine schwere Kuschja von Tossafot auf eine schöne Weise gelöst hatte, erhob er sich von seinem Stuhl, richtete die Hände zum Himmel und bat: "Ribbono schel Olam, im Verdienst, dass ich jetzt die Gemara von der schweren Kuschja der Tossafot erlöste, mögest auch Du jene Frau von den Schwierigkeiten ihrer Geburt erlösen!" Und tatsächlich gebar die Frau schnell und einfach ein gesundes Kind!

Kurz vor seinem Tod lag er auf seinem Bett. Rund um sein Bett versammelten sich die Grössten seiner Schüler, unter ihnen auch der Chiduschei Hari'm und der Admor von Tschechnov. Im Zimmer herrschte eine grosse Spannung und Furcht, man konnte die Spannung mit Händen greifen und man wusste, dass der Zaddik bald sterben würde. Während dieser Ne'ila-Zeit liessen die Schüler ihren Blick nicht vom Gesicht ihres grossen Meisters weichen, der so viel Tora und in ihren Augen so viele grosse Wunder vollbracht hatte. Die Lippen des Zaddiks bewegten sich fortwährend. Einige Talmidim versuchten, seine Worte zu verstehen, und hörten, wie er sagte, "Was ist denn der Unterschied, ob ich jetzt hier auf dieser Welt lerne oder in der höheren Welt?" Plötzlich trat wieder neues Leben in den Zaddik und er bat darum, dass man ihm ein Holzbrett, das sich in einer Zimmerecke befand, bringen möge. Mit seinen letzten Kräften kratzte er die Worte ins Brett, die auf seinen Grabstein geschrieben werden sollten: "Jemand, der sich um den Druck seiner Sefarim bemühen wird, werde vom Verfasser oben zum Guten erwähnt werden!" Sein grosser Talmid, Reb Menachem Mendel von Radzin, wunderte sich sehr über dieses Versprechen, das bisher bei keinem früheren Zaddik gefunden wurde. Daraufhin erklärte ihm der Zaddik: "Ein Mensch macht für seine Artikel keine Werbung, wenn er nichts zu verkaufen hat!" Dieses aussergewöhnliche Versprechen wurde also auf seinen Grabstein geschrieben, der auch heute noch im alten Bet Hakwarot von Warschau steht und bisher alle Unwetter dieser vielen Jahre überstanden hat. Der Gaon Raw Zadock Hakohen von Lublin bestätigte, dass der Gaon Reb Leibel Plotzker auch wirklich sein Versprechen erfüllt habe und allen denjenigen, die sich mit dem Druck seiner Sefarim beschäfigten, einen Gefallen getan hat.

Hinweis

Der Artikeltext beruht in weiten Teilen auf einem Nachruf in der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 12. April 2013, Seite 20 (Autoren: D. Goldschmidt und S. Roberg).


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