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Arje Deri

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Minister Arje Deri bei einem Besuch beim Drusen-Scheich Muwafak Tarif, Mai 2016
Arje Deri
Arje Deri (älteres Bild)

Arje Deri (hebr. ‏אריה דרעי‎‎; * 17. Februar 1959 in Meknes, Marokko) ist ein israelischer Politiker, ehemaliger Minister und Parteivorsitzender der Schas. Er war von 1988 bis 1993 Innenminister. Als Jitzchak Rabin kurzfristig vom 11. Mai bis zum 7. Juni 1993 das Innenministerium übernahm, blieb Deri als Minister ohne Geschäftsbereich in der Regierung und kehrte anschließend auf seinen alten Posten zurück, den er bis zu seinem Ausscheiden aus der 25. Regierung am 14. September 1993 innehatte.

Erste politische Karriere

Deris Familie wanderte 1968 nach Israel ein, wo er in Chadera und später in Jerusalem eine ultraorthodoxe Jeschiwa besuchte, die er allerdings verließ und sich in den 1980er Jahren der Politik zuwandte.[1] 1983 war er einer der Mitbegründer der Schas-Partei, die sich auch durch die Unterstützung des ehemaligen sepharischen Oberrabiners Ovadja Josef von einer Wahlliste in Jerusalem zu einer landesweit agierenden, ultra-orthodoxen sephardischen Partei wandelte[1] und 1984 bei den Wahlen zur 11. Knesset vier Sitze gewinnen konnte. In der von Schimon Peres gegründeten 21. israelischen Regierung, die vom 13. September 1984 bis zum 20. Oktober 1986 Bestand hatte, erhielt Deri, der zu dem Zeitpunkt noch kein Mitglied der Knesset war, eine leitende Position im Innenministerium[1], die er auch in der nachfolgenden 22. Regierung unter Yitzhak Shamir beibehielt. In der 12. Knesset konnte die Schas sechs Sitze erringen und Shamir, der jeweils mit der Bildung der 22. Regierung (vom 23. Dezember 1988 bis zum 11. Juni 1990) und 23. Regierung (vom 11. Juni 1990 bis zum 13. Juli 1992) beauftragt war, behielt Deri als Innenminister. Ab der 13. Knesset war Deri selbst Parlamentsmitglied, und blieb auch in den nachfolgenden Regierungen unter Rabin bis zum September 1993 Innenminister.

Zu seinen politischen Positionen gehörte das Eintreten für einen Frieden mit den Palästinensern und das Eintreten für eine Teilautonomie, die Deri als sine qua non seiner Regierungsbeteiligung postulierte, im Bereich der Sozialgesetzgebung vertrat er jedoch Positionen, die säkulare Israelis die Umwandlung des Landes in eine Theokratie befürchten ließen. So geht der Rücktritt der damaligen Erziehungsminsterin Schulamit Aloni, die wegen des Versuches, die israelischen Schullehrpläne zu säkularisieren, in die Kritik der orthodoxen Parteien geraten war, auf Deris Anstrengungen zurück.[1]

Zweite politische Karriere

Nach dem Verbüßen einer mehrjährigen Haftstrafe (Deri wurde zu vier Jahren Gefängnis wegen Korruption, Betrug und Amtsmissbrauch verurteilt, wovon er insgesamt 22 Monate im Maasiyahu-Gefängnis) sowie der darauf folgenden siebenjährige Sperre für die Übernahme öffentlicher Ämter kehrte Deri 2009 in die Politik zurück[2] und sitzt erneut seit dem 5. Februar 2013 für die Schas in der Knesset.[3] Seit Mai 2015 ist Deri Wirtschaftsminister.[4]

Als Zeitungen meldeten, Jair Netanjahu (Sohn von Premier Benjamin Netanjahu) sei mit einer norwegischen Frau liiert, kommentiert er dies mit: „Wehe uns, wenn das wahr ist“.[5][6]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 biographischer Eintrag zu Deri, Aryeh in: Lawrence Joffe: Keesing's Guide to the Mid-East Peace Process. Part Four A: Biographies of Principal Participants. Catermill, London 1996. Zitiert in: Arabic-Islamic Biographical Archive (AIBA), II 71, S. 155-156
  2. http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/portraet-rabbiner-arie-deri-orthodoxer-politiker-israel-ich-komme-zurueck-endgueltig/1557504.html
  3. http://www.knesset.gov.il/mk/eng/mk_eng.asp?mk_individual_id_t=41
  4. Israel: hauchdünne Mehrheit für neue rechts-religiöse Koalition. Euronews.com vom 15. Mai 2015
  5. http://www.taz.de/Streit-ueber-Jair-Netanjahus-Freundin/!131957/
  6. http://www.sueddeutsche.de/panorama/israelisch-norwegische-liaison-netanjahus-junior-ist-brisant-verliebt-1.1874483
  7. http://www.worldcat.org/title/kilelat-deri/oclc/793323604 Eintrag bei Worldcat


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