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Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände

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Die Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände beschreibt einen Zusammenschluss diverser Vereine innerhalb der Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Völkischen Bewegung.

Gründung

Die Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände wurde am 4. Februar 1923 während der Ruhrkrise auf Initiative von Ernst Röhm gegründet[1].

Zu den führenden Organisationen der Arbeitsgemeinschaft zählten der Vaterländische Bezirksverein, der Bund Oberland, der Wehrverband Reichsflagge sowie die Sturmabteilung und der Kampfverband Niederbayern[2].

Organisation

Initiator und treibende Kraft war Ernst Röhm[3], welcher eine Konzentrierung der Machtmittel in Bayern für unabdingbar hielt[4].

Die wichtigsten Positionen wurden dabei wie folgendermaßen verteilt:

Position Besetzung
Geschäftsführung Christian Roth
Militärische Führung Hermann Kriebel
Publizistik Wilhelm Weiß

Christian Roth fungierte 1920/21 als bayerischer Justizministe[5], Hermann Kriebel war der ehemalige Stabschef der Einwohnerwehr[6].

Zur Medienpräsenz diente die von Wilhelm Weiß herausgegebene Zeitschrift Heimatland[7].

Politik

Röhm verfasste Mitte Januar 1923 eine Denkschrift, in der er drei seiner Meinung nach dringend notwendige Maßnahmen gegen die belgisch-französischen Besatzung im Ruhrgebiet erläuterte:

Erstens die Vorbereitung von Abwehrmaßnamen und die Konzentrierung aller Machtmittel, zweitens die Klärung der inneren Verhältnisse in Deutschland und drittens die bewaffnete Auseinandersetzung mit Frankreich.

Röhm war sich bewusst, dass letzteres noch in weiter Ferne lag, sah den Kampf gegen Frankreich aber als endgültiges Ziel an [8].

Adolf Hitler sollte die zentrale Rolle in der politischen Führung der Arbeitsgemeinschaft übernehmen.

Später sagte Röhm dazu:

„Den Feinden der Arbeitsgemeinschaft kam es vor allem darauf an, den Einfluß Hitlers nicht zu groß werden zu lassen. Demgegenüber war mein Sinnen und Trachten allein darauf gerichtet, Hitler die diktatorische politische Führung und Kriebel die diktatorische militärische Führung zu verschaffen.“

Ernst Röhm

Dies geschah vor allem aus der Überzeugung heraus, dass Hitler samt seiner Bewegung dafür sorgen könne, eine Abkehr von der verhasste Novemberrevolution zu gewährleisten.

Des weiteren bat Röhm Hitler, die Ziele der Arbeitsgemeinschaft in der Öffentlichkeit genau zu definieren. Hitler nutzte das zum Anlass seine Reden und Ansichten in den folgenden Monaten weiter zu radikalisieren[9].

Druck auf die Staatsregierung

Der Führungsausschuss machte von Anfang an klar, dass er sich einer Regierung nicht bedingungslos unterordnen wird. So hieß es in einer Mitteilung an den Ministerpräsidenten von Knilling, dass sie hinter jeder Staatsregierung stehen würden, "die entschlossen national ist und bleibt". Schon hier wird deutlich, dass die Arbeitsgemeinschaft gegen eine Regierung, die in zu geringem Maße national auftritt, vorgehen wird. Um dem Schreiben Nachdruck zu verleihen ließen Kriebel und Röhm am 25. März 3000 Mitglieder der Kampfverbände eine Feldübung durchführen und demonstrierten somit auch gleich ihre Kampfstärke[10].

Am 1. Mai 1923, dem Tag der Arbeit, fand die erste größere Aktion der Arbeitsgemeinschaft statt, sie forderten die bayerische Regierung dazu auf, die Demonstrationen der Roten zum 1. Mai zu verbieten. Das Ultimatum wurde von der Regierung jedoch abgelehnt, was dazu führte, dass sich die Anhänger der Kampfverbände illegal Waffen besorgten. Sowohl Polizei als auch Reichswehr duldeten jedoch keine Waffengewalt auf den Straßen und Zwangen die Beteiligten ihre Waffen zurück zu geben[11].

Das Ende der Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände

Am 1. und 2. Spetember 1923 fand in Nürnberg der Deutsche Tag statt. Die Schätzungen der Teilnehmerzahl schwankten zwischen 40.000 und 100.000 Mann, mit dabei waren prominente Gäste wie Ludwig Ferdinand von Bayern, Hitler, Ludendorff, Pittinger und etliche weitere[12].

Auf einem Flugblatt forderten die Vaterländischen Kampfverbände zur Ablehnung des Versailler Vertrags, zum Kampf gegen den Kommunismus, die marxistische Bewegung und das Judentum auf[13].

Im Zuge der beiden Tage wurde aus der Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände der Deutschen Kampfbund[14], bestehend aus einer Vereinigung von NSDAP, Bund Reichsflagge und dem Bund Oberland[15].

Literatur

  • Klaus Mües-Baron, Heinrich Himmler. Aufstieg des Reichsführers SS (1900-1933), Göttingen 2011. ISBN 978-3899718003
  • Hans Fenske, Konservativismus und Rechtsradikalismus in Bayern nach 1918, Bad Homburg u. a. 1969.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Fenske, Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände, 1923, in: Historisches Lexikon Bayerns.
  2. Klaus Mües-Baron, Heinrich Himmler. Aufstieg des Reichsführers SS (1900-1933), Göttingen 2011, S.184.
  3. Hans Fenske, Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände, 1923, in: Historisches Lexikon Bayerns.
  4. Hans Fenske, Konservativismus und Rechtsradikalismus in Bayern nach 1918, Bad Homburg u. a. 1969, S.188.
  5. Hans Fenske, Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände, 1923, in: Historisches Lexikon Bayerns.
  6. Klaus Mües-Baron, Heinrich Himmler. Aufstieg des Reichsführers SS (1900-1933), Göttingen 2011, S.184.
  7. Klaus Mües-Baron, Heinrich Himmler. Aufstieg des Reichsführers SS (1900-1933), Göttingen 2011, S.185.
  8. Hans Fenske, Konservativismus und Rechtsradikalismus in Bayern nach 1918, Bad Homburg u. a. 1969, S.188.
  9. Klaus Mües-Baron, Heinrich Himmler. Aufstieg des Reichsführers SS (1900-1933), Göttingen 2011, S.185.
  10. Hans Fenske, Konservativismus und Rechtsradikalismus in Bayern nach 1918, Bad Homburg u. a. 1969, S.189f.
  11. Robert Gellately, Lenin, Stalin und Hitler. Drei Diktatoren, die Europa in den Abgrund führten, Bergisch Gladbach, 2009, S.160.
  12. Hans Fenske, Konservativismus und Rechtsradikalismus in Bayern nach 1918, Bad Homburg u. a. 1969, S.202.
  13. Robert Gellately, Lenin, Stalin und Hitler. Drei Diktatoren, die Europa in den Abgrund führten, Bergisch Gladbach, 2009, S.160.
  14. Hans Fenske, Konservativismus und Rechtsradikalismus in Bayern nach 1918, Bad Homburg u. a. 1969, S.202.
  15. Robert Gellately, Lenin, Stalin und Hitler. Drei Diktatoren, die Europa in den Abgrund führten, Bergisch Gladbach, 2009, S.161.


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