Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Arbeitserziehungslager Litzmannstadt

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Hinweistafel an der Mauer des Gefängnises Sikawa Lodz.jpg
Hinweistafel an der Mauer des Gefängnisses Sikawa Lodz
Datei:Plaque on jailhouse wall, Łódź Beskidzka Street.jpg
Hinweistafel zur Historie des Lagers Sikawa an der Frontseite des heutigen Gefängnisses auf dem Gelände

Das Arbeitserziehungslager Litzmannstadt wurde 1943 zur Zeit der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten eingerichtet. Es Bestand bis zum Einmarsch der Roten Armee Anfang 1945 und wurde dann in ein Arbeitslager für Deutsche umgewandelt. Das Lager lag östlich des Stadtzentrums von Łódź im Stadtteil Widzew im Stadtviertel Sikawa.

1943 bis 1945: Arbeitserziehungslager unter den Nationalsozialisten

Das Straf- bzw. Arbeitserziehungslager Litzmannstadt[1] wurde am 12. März 1943 von den Nationalsozialisten eingerichtet.[2][3] Es scheint jedoch schon seit 1941 eine Vorläufereinrichtung gegeben zu haben, da die Stiftung EVZ das Lager bereits für Zeiträume ab 1941 als Haftort für Zwangsarbeiter anerkennt.[1]

Mindestens 2500 Menschen vorwiegend polnischer Nationalität durchliefen das Lager. Es waren Zwangsarbeiter sowie Personen, die von ihren Arbeitsstellen geflohen waren und als „arbeitsscheu“ galten. Männer und Frauen waren voneinander getrennt untergebracht.[4]

Das Gelände des Lagers war mit Stacheldraht umzäunt und an den Ecken standen Wachtürme. Die Häftlinge arbeiteten entweder in den Lagerwerkstätten, wie in der Tischlerei, der Schmiede oder bei der Herstellung von Strohschuhen, oder außerhalb des Lagers in der Landwirtschaft oder bei kriegsbedingten Arbeiten wie dem Bau von Flak-Stellungen, Bunkern oder Löschwasserbecken. Misshandlungen der Häftlinge waren nichts Ungewöhnliches.[4]

Das Arbeitserziehungslager existierte bis zum 19. Januar 1945.[1]

Ab 1945

Hauptartikel: Zentrales Arbeitslager Sikawa

Gleich nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde das Arbeitserziehungslager zunächst in ein Sammellager für deutsche Männer, die in die Sowjetunion deportiert werden sollten, umgewandelt.[5] Später entstand hieraus das Zentrale Arbeitslager Sikawa, das wiederum 1948 aufgelöst wurde.[6] Von 1948 bis 1950 wurde die Einrichtung als Kriegsgefangenenlager für deutsche Offiziere genutzt.[7] Außderdem wurden im Jahr 1949 hier noch zahlreiche Transporte mit nach Deutschland ausgewiesenen Volkdeutschen zusammengestellt.[8] Ab Dezember 1950 war das Lager nur noch für Polen bestimmt. Von 1950 bis 1951 diente es außerdem als Untersuchungsgefängnis der Stadt Łódź.[4] An der Stelle des Lagers befindet sich mittlerweile das Zuchthaus Nr. 1 (Zakład Karny nr 1) mit der Adresse Beskidzka 54, Łódź.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Haftstättenverzeichnis der Stiftung EVZ, Unterseite über das Straf- bzw. Arbeitserziehungslager Litzmannstadt-Sikawa, abgerufen am 30. Mai 2012.
  2. Internetseite von Reinhard Tenhumberg/1933-1945 lager, abgerufen am 30. Mai 2012.
  3. Internetseite von Reinhard Tenhumberg/1933-1945 lager, abgerufen am 30. Mai 2012.
  4. 4,0 4,1 4,2 Lodz–Sikawa – Arbeitserziehungslager – Beschreibung des Lagers auf der Internetseite des Deutsch-polnischen Jugendwerkes, abgerufen am .
  5. Silvia Waade: Baracke 7. Frauenschicksale hinter Stacheldraht – Viele gingen den Weg nach Sikawa (1945/46), Berlin/Bonn 1985, S. 8.
  6. Silke Spieler: Vertreibung und Vertreibungsverbrechen 1945-1948, Bericht des Bundesarchivs vom 28. Mai 1974, Bonn 1989, ISBN 3-88557-067-X, S. 78f.
  7. Manfred Gebhardt und Joachim Küttner: Deutsche in Polen nach 1945. Gefangene und Fremde, München 1997, S. 136.
  8. Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte: Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße, Augsburg 1993, Band I, S. 153Ef.
51.80030919.511805


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Arbeitserziehungslager Litzmannstadt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.