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Panarabismus

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Die arabischen Länder als Saladin-Adler, irakisch-baathistische Darstellung

Unter Arabischem Nationalismus oder auch Panarabismus versteht man eine nationalistische Bewegung, die die arabische Kulturnation, im Sinne von gemeinsamer Sprache und Kultur, das heißt alle Araber vom Atlantik bis zum Persischen Golf in einen gemeinsamen Nationalstaat vereinen will, anstatt der heutigen vielen arabischen Staaten. Arabische Ideologen (zum Beispiel die Baath-Partei) verwenden jedoch meist den Begriff Arabismus.

Der arabische Nationalgedanke entstand in der Zeit des osmanischen Reiches. Islamische Reformer unter der osmanischen Herrschaft (also noch vor dem Ersten Weltkrieg) übersetzten das französische „patrie“ mit dem Begriff „Watan“. So wurde die Vision von der islamischen Umma (islamische Gemeinde) unter dem osmanischen Reich erschüttert und durch die „Nation“ ersetzt.

Der Syrer und orthodoxe Christ Michel Aflaq, Vordenker des Baathismus als eine panarabische Gedanken- und politische Richtung) und Mitgründer der Baath-Partei nimmt dabei eine gewichtige Rolle ein. Gamal Abdel Nasser wurde nach seiner Machtübernahme 1954 zu einem glühenden Verfechter des arabischen Nationalismus im Sinne des Nasserismus. Er schaffte es für kurze Zeit, die Staaten Ägypten und Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik zu vereinen. Als Reaktion darauf gründeten der irakische König Faisal II. und sein jordanischer Cousin Hussein I. im Februar 1958 die Arabische Föderation, welche jedoch nur sechs Monate bestand.

Der Panarabismus wurde zu einer Ideologie, die eine Identität schuf, nämlich die arabisch-islamische Identität. Dieser neugebildeten Nationalidentität verliehen Denker des Panarabismus eine Bedeutung, die vom Islam nicht zu trennen ist, was auch Aflaq bestätigt.

Nach dem Sechstagekrieg 1967 geriet der arabische Nationalismus mehr und mehr in eine Krise und musste über weite Strecken dem islamischen Fundamentalismus Platz machen. Der arabische Nationalismus entwickelte sich durch die zunehmende Macht der Nasseristen und später der Baathisten zu einem Unterdrückungsinstrument gegen die nationalen Minderheiten in den arabischen Ländern.

Der Panarabismus sieht die Spaltung der arabischen Einheit als Folge der Kolonialisierung durch unterschiedliche Besetzer.

Anhänger des Panarabismus wie Gamal Abdel Nasser wurden in Europa, aufgrund ihrer Aggressionspolitik als „arabischer Hitler“ diffamiert. Nasser zum Beispiel wurde die Verstaatlichung des in britischem Besitz gewesenen Sueskanals vorgeworfen sowie viel privates Eigentum.

Siehe auch

Literatur

  • Sven Speer: Der Pan-Arabismus – eine gescheiterte staatenübergreifende Idee? In: Rüdiger Robert, Daniela Schlicht, Shazia Saleem (Hrsg.): Kollektive Identitäten im Nahen und Mittleren Osten. Studien zum Verhältnis von Staat und Religion. Waxmann, Münster u. a. 2010, ISBN 978-3-8309-2394-7, S. 75–93.
  • Bassam Tibi: Vom Gottesreich zum Nationalstaat. Islam und panarabischer Nationalismus (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 650). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-28250-6 (Zugleich: Frankfurt M., Univ., Diss., 1971).


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