Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Abraham Jehoschua Heschel

Aus Jewiki
(Weitergeleitet von Apter Rov)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Abraham Jehoschua Heschel von Apta (geb. 1748 in Nowy Żmigród, Polen; gest. 1825 in Medschybisch, Jahrzeit: 5. Nissan, bekannt als der Apter Rebbe, Apter Raw etc.) war ein chassidischer Zaddik.

Leben

Er wurde in einem Dorf in Südostpolen in eine rabbinische Familie geboren, machte schon sehr früh durch seine immensen Tora-Kenntnisse auf sich aufmerksam und wurde einer der bedeutendsten Schüler von Elimelech von Lyschansk.

Es wird erzählt, dass Rebbe Elimelech vor seinem Tod vier seiner Schüler jeweils eine seiner wichtigen Eigenschaften vermachte: Rav Avraham Jehoschua Heschel gab er Redegewalt. Tatsächlich wurde er schon zu seinen Lebzeiten auch durch seine eindrucksvolle Sprache und seine Neigung zu Übertreibungen bekannt. Große Gelehrte erkannten aber darin tiefe kabbalistische Ausführungen, die auf Anhieb nicht erkennbar waren.

Ab etwa 1786 war Rav Avraham Jehoschua Heschel Rabbiner in Kolbasov. Von 1809 bis 1813 war er Rabbiner in Opatów und Jassy, worauf er sich in Medschybisch niederließ, wo er bis zu seinem Tode lebte und neben dem Baal Schem Tow, dem Begründer des Chassidismus, begraben wurde. Dort hatte er viele Chassidim, die ihn liebevoll den Apter Rov nannten.

Er war ein Gegner der Haskala (jüdische Aufklärung) und bekämpfte die Maskilim (Anhänger der Haskala) in Brody, die seiner Ansicht nach häretische Ideen unter den Juden in Russland verbreiteten. Nachdem Zar Alexander I. ein Gesetz erlassen hatte, das die Lebensbedingungen von jüdischen Pächtern und Wirten im Russischen Reich drastisch verschlechterte, verordnete Abraham Heschel ein öffentliches Fasten. In der Kontroverse zwischen Chassidim aus Bratslav (Anhänger von Rabbi Nachman) und Przysucha (Anhänger von Jaakow Jizchak von Przysucha) bemühte er sich um eine Aussöhnung der unterschiedlichen Ansichten.

Er hinterließ Anweisungen, wonach auf seinem Grabstein nur die Worte Ohew Jisrael (Der Israel liebt) stehen sollten. Unter dieser Bezeichnung ist er bis heute in chassidischen Kreisen bekannt. Er war ein religiöser Ekstatiker und begleitete seine Predigten am Schabbat und an jüdischen Feiertagen mit wilden Handbewegungen, wobei seine Anhänger glaubten, damit werde das „Abstreifen der körperlichen Existenz“ ausgedrückt. Seine Offenbarungen wurden von Chassidim mit den Legenden verglichen, die von Rabbah Bar Bar Hana, einem Amoräer aus der zweiten Hälfte des dritten nachchristlichen Jahrhunderts, im Talmud überliefert sind. Ein zeitgenössischer Bericht über Abraham Jehoschua Heschel hält fest: "Mitten während des Mahls, als der Geist über ihn kam, schrie er mit lauter und schmerzlicher Stimme und gestikulierte; sein Kopf fiel zurück, bis fast zu seinen Fersen, und alle, die um den heiligen Tisch saßen... zitterten und fürchteten sich... er begann, Geheimnisse der Tora und verborgene Mysterien zu enthüllen... sein Gesicht war (wie) eine Fackel, er erhob seine Stimme in Ekstase".

Zu seinen postum veröffentlichten Werken gehören Torat Emet („Wahre Tora“, Lemberg 1854) und Ohew Jisrael (Schitomir 1863).

Der Apter Rav wurde als Tzaddik verehrt und war der Begründer der chassidischen Dynastie von Apt-Mezhbizh-Zinkov. Heute gehören zu seinen Nachfahren die Kopyczynitzer (Kapishnitzer) Rebbes in Brooklyn/USA und Jerusalem.

Literatur

Siehe auch


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Abraham Jehoschua Heschel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.