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Apostelversammlung

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Die Apostelversammlung (Apostelkonzil, Apostelkonvent) war eine Zusammenkunft der Apostel der Jerusalemer Urgemeinde mit Paulus von Tarsus und seinen Begleitern. Dort wurden zentrale Entscheidungen des Urchristentums zur so genannten Heidenmission getroffen.

Bei der Apostelversammlung in Jerusalem im Jahr 49 beschloss man, dass die bekehrten „Heiden“ sich nicht beschneiden lassen und sich auch nicht dem mosaischen Gesetz unterwerfen mussten, damit sie Christen werden konnten.

Dies war eine grosse Erleichterung für jene Gemeinden, die bereit waren, der Lehre „Christi“ zu folgen, aber nicht, wie die Judenchristen, die komplizierten jüdischen Ritualvorschriften übernehmen wollten.

Für die orthodoxen jüdischen Gemeinden in den Städten, die Paulus besuchte, war diese Entscheidung ein rotes Tuch, und sogar unter den Jüngern in Jerusalem fand sie keineswegs einhellige Zustimmung, wenn auch Petrus, der ja selbst den „heidnischen“ Hauptmann Kornelius bekehrt hatte, und Jakobus, der Bruder Jesu, offenbar keinen Widerspruch erhoben.

Paulus begann jetzt, die christliche Botschaft nah und fern zu verkünden. Reisende hatten es zu jener Zeit relativ leicht, da die Römer in ihrem ganzen Reich ein Netz von Fernstrassen eingerichtet hatten, die gut instand gehalten wurden und dank eines funktionierenden Polizeiwesens ziemlich sicher waren. Auch der Seeweg stand dem Reisenden offen; fast alle Schiffe, die das Mittelmeer befuhren, nahmen Passagiere mit.

Paulus konnte mit den Gemeinden, die er gegründet hatte, auch brieflich weiter in Verbindung bleiben. Seine Korrespondenz ist eine reiche Quelle von Informationen über die Anliegen und Probleme seiner weitverstreuten Herde von Gläubigen. Doch wichtiger noch ist der Einblick, den sie in die Lehren des Paulus vermittelt.

Man darf ja nicht vergessen, dass er nie zu Füssen Jesu gesessen hatte, auch war er keineswegs immer einer Meinung mit den Jüngern in Jerusalem, die insbesondere Schwierigkeiten hatten, sich mit dem Konzept der „Heidenmission“ anzufreunden.

Paulus’ erste Missionsreise, um das Jahr 47/48 gemeinsam mit Barnabas unternommen, führte ihn nach nach Zypern – eine nahe liegende Wahl, da Barnabas aus Zypern stammte. Sie durchquerten ausserdem den Süden von Anatolien, bevor sie nach Antiochia heimkehrten (Apg 13-14).

Die nächste Reise des Apostels (Apg 15-18) war ein weit ehrgeizigeres Unternehmen: In Begleitung des Silas besuchte er erneut Anatolien und setzte anschliessend nach Makedonien über, von wo aus er schliesslich nach Athen gelangte (Apg 17; u. a. predigte er in der Synagoge zu Athen). Hier erlebte er seine grösste Niederlage, denn die Menschen dort, die im Geiste der griechischen Philosophie erzogen waren, zeigten sich von der christlichen Botschaft nicht sonderlich beeindruckt.

Weiter südlich, in Korinth, wurde er im Jahr 52 freundlicher aufgenommen (Apg 18) und blieb dort achtzehn Monate. Dann kehrte er er von seiner langen und höchst erfolgreichen Missionsreise heim nach Palästina.

Paulus hielt es nie lange am selben Ort aus. Schon bald machte er sich wieder auf den Weg, diesmal nach Ephesus an der ägäischen Küste Kleinasiens. Dies war damals der bedeutendste Hafen der Region, eine dicht bevölkerte, weltoffene Stadt, die bereits auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken konnte.

Die Botschaft des Paulus fiel dort auf fruchtbaren Boden, und er blieb zwei Jahre in der Stadt. Als er schon die Weiterreise plante, wurde er in einen Aufruhr verwickelt, in dessen Verlauf ein hysterischer Mob jeden bedrohte, der sich weigerte, der Stadtpatronin Diana – deren Kult unzählige Pilger anzog – den gehörigen Respekt zu erweisen. Ihr grosser, jahrhundertealter Tempel am Rand der Stadt zählte zu den Sieben Weltwundern der Antike.

Sobald er den Wirren entkommen war, schiffte sich Paulus nach Griechenland ein. Nachdem er weit in der Welt herumgekommen war, kehrte Paulus schliesslich heim und ging in Caesarea an Land. Die Juden in Palästina waren damals gerade im Aufruhr gegen Felix, einen besonders üblen römischen Prokurator, begriffen.

Falsche Propheten zogen durchs Land, Räuberbanden terrorisierten die Bevölkerung, überall gab es Unruhen. Trotz alledem, und obwohl er bei Juden, Judenchristen und Römern persona non grata war, beharrte Paulus darauf, zum Passahfest nach Jerusalem zu reisen. „Ich bin allen alles geworden, damit ich auf jede Weise einige rette“, sagt Paulus im ersten Korintherbrief. Als er aber in Jerusalem nach dieser lebenslangen Devise handelte und zwischen Juden und Christen vermitteln wollte, wurde er auf dem Tempelberg erkannt und wäre von der Menge um ein Haar gelyncht worden.

Man behauptete, er habe einen Heiden in den Tempelbezirk geführt, und er hatte es nur dem schnellen Einschreiten römischer Soldaten, die von der Festung Antonia aus den Aufruhr beobachtet hatten, zu verdanken, dass er mit dem Leben davonkam (Apg 21-22).

Nachdem er erklärt hatte, dass er das römische Bürgerrecht besitze, brachte man ihn unter Bewachung nach Caesarea zum Prokurator Felix. Anschliessend kam Paulus dort für zwei Jahre ins Gefängnis.

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