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Antoni Baraniak

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Datei:Antoni Baraniak in 1976 retuschiert.jpg
Erzbischof Antoni Baraniak (1976)

Antoni Baraniak (* 1. Januar 1904 in Sebastianowo; † 13. August 1977 in Posen) war Erzbischof der Erzdiözese Posen.[1] Zuvor war er Sekretär der Primasse von Polen August Kardinal Hlond SDB und Stefan Wyszyński, dann Weihbischof der Erzdiözese Gnesen[2][3].

Leben

Baraniak wurde in einem polnischen Dorf in der Provinz Posen geboren. Er besuchte zunächst bis 1917 die Volksschule und ein Gymnasium der Salesianer Don Boscos in Auschwitz. Im Jahr 1920 trat Baraniak in das Noviziat der Salesianer ein und legte am 28. Juli 1921 die Ordensgelübde ab. Anschließend studierte er Philosophie in Krakau.[1] Am 3. August 1930 wurde er vom Erzbischof von Krakau, Adam Stefan Sapieha, zum Priester geweiht.[4]

Im Jahre 1939 gingen die Patres Hlond und Baraniak nach Rom, um unter dem Schutz des Heiligen Stuhls vor der Weltöffentlichkeit die deutsche Aggression gegen Polen anzuklagen. Unter deutschem Druck mussten sie Rom 1940 verlassen. Sie fanden bis 1943 Zuflucht vor den Deutschen in Lourdes, das im nichtbesetzten Teil Frankreichs (zone libre) lag. Dort wurde P. Baraniak allerdings von der Gestapo aufgespürt, konnte aber einer Verhaftung entgehen.[1] Nach der Besetzung ganz Frankreichs kamen Hlond und Baraniak in der Abtei Hautecombe unter, in der Baraniak bis 1945 blieb, während Kardinal Hlond 1944 in Deutschland interniert wurde. Nach dem Krieg wurde Baraniak als Sekretär und Kaplan Erzbischof Wyszyńskis berufen.[5] Am 26. April 1951 wurde P. Baraniak zum Weihbischof in Gniezno mit dem Titularbistum von Theodosiopolis in Armenia, einem untergegangenen Bischofssitz im heutigen Erzurum, ernannt. Am 8. Juli des Jahres 1951 wurde er von Erzbischof Wyszyński zum Bischof geweiht. Am 30. Mai 1957 ernannte ihn der Heilige Stuhl zum Erzbischof von Posen. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tode inne.[4]

Ab September 1953 bis 1956 saßen die Bischöfe Baraniak und Wyszyński im Gefängnis Mokotów, weil das kommunistische Regime in „Volkspolen“ einer erstarkenden römisch-katholischen Kirche entgegenwirken wollte.[6] Hier wurde der Bischof während der 27 Monate seiner Gefangenschaft misshandelt und mehreren Verhören unterzogen. Diese Folterungen hatten körperliche Folgen, so litt er seitdem an Problemen mit dem Magen und den Nieren.[7]

1962 nahm Baraniak mit 15 weiteren polnischen Bischöfen am Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom teil.[8] Baraniak äußerte anschließend sein Missfallen an den dort beschlossenen Reformen. Er war der Meinung, dass diese eher zur Verwirrung unter den Gläubigen führen könnten.[9] 1965 war er Mitunterzeichner eines Hirtenbriefes der polnischen Bischöfe an die deutschen Amtsbrüder. Der Hirtenbrief entstand anlässlich der Tausendjahrfeier der Christianisierung Polens 1966 und rief dazu auf, die unselige Vergangenheit in der deutsch-polnischen Geschichte zu vergessen und den Kalten Krieg nicht weiterzuführen, sondern einen Dialog zu beginnen.[10]

Datei:Antoni Baraniak.jpg
Grab Erzbischof Baraniaks in der Krypta der St.-Peter-und-Paul-Kathedrale

Erzbischof Baraniak starb an einem Krebsleiden und wurde in der Krypta der St.-Peter-und-Paul-Kathedrale von Posen bestattet. Bei seiner Beisetzung war auch der damalige Erzbischof von Krakau Karol Józef Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II. zugegen.[11]

Schriften (Auswahl)

  • List pasterski. Posen 1957, OCLC 864857592. (Hirtenbrief von 1957)
  • Calendarium simplex et perpetuum: secundum declarata Concilii Vaticani II: memoriale scriptum: Commissionum Sedis Apostolicae discussioni propositum. Pontificium Collegium Polonorum, Rom 1965, OCLC 66295603.
  • O właściwe miejsce zakonów w Kościele i świecie współczesnym. Posen 1969, OCLC 830160962.
  • mit Alfred Kotlarski und anderen: Bóg naszym Ojcem. Księgarnia św[iętego] Wojciecha, Posen 1978, OCLC 830340136.

Literatur

  • Metropolicie Poznańskiemu Ksied̨zu arcybiskupowi Dr Antoniemu Baraniakowi na 25-lecie sakry biskupiej. Instytut wydawniczy „Nasza Przeszłość“, Krakau 1976, OCLC 691652791. (Schrift zum 25. Jahrestag seiner Bischofsweihe)
  • Marian Przykucki: Arcybiskup Antoni Baraniak: bohater Kościoła i Ojczyzny. (= Zeszyty Spotkań KIK-owskich w Hamburgu. 4.) Księgarnia św. Wojciecha, Posen 2003, ISBN 83-7015-653-3.
  • Zygmunt Zieliński: Z więzienia na stolicę arcybiskupią: Arcybiskup Antoni Baraniak, 1904–1977. Wydawnictwo Poznańskie, Posen 2010, ISBN 978-83-7177-779-0.

Weblinks

 Commons: Antoni Baraniak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Lucyna Żbikowska: Wierny towarzysz w cierpieniu – Ksiądz arcybiskup Antoni Baraniak . In: Naszym Dzienniku. Ausgabe 88 (2801) vom 14/15 April 2007. Zugriff 22. April 2015. (polnisch)
  2. Gniezno auf apostolische-nachfolge.de
  3. Antoni BARANIAK. auf apostolische-nachfolge.de
  4. 4,0 4,1 Eintrag zu Antoni Baraniak auf catholic-hierarchy.org (englisch)
  5. Pierre Blet: Pie XII et la Seconde Guerre mondiale. Librairie académique Perrin, Paris 1997, ISBN 2-262-01324-1, S. 50. (online, französisch)
  6. Zeitungsartikel: Thousands Of Poles Lament Barring Of Pope. In: The Milwaukee Sentinel vom 4. Mai 1966 (Online-Zeitungsarchiv, englisch)
  7. Antoni Baraniak. Biskup niezłomny. auf wolne-mysli.pl (polnisch)
  8. Ilse Dorothee Pautsch, Mechthild Lindemann, Michael Mayer: Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland. Band 1: 1962. R. Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59192-7, S. 449. (online)
  9. Brian Porter-Szücs: Faith and Fatherland. Oxford University Press, New York 2011, ISBN 978-0-19-539905-9. (PDF, S. 50/51, englisch)
  10. Hirtenbrief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder vom 18. November 1965 und die Antwort der deutschen Bischöfe vom 5. Dezember 1965 auf berlin.msz.gov.pl
  11. Sesja naukowa „Arcybiskup Antoni Baraniak w służbie Kościoła i Ojczyzny” oraz otwarcie wystawy „Da mihi animas, caetera tolle. Arcybiskup Antoni Baraniak 1904–1977“ auf ipn.gov.pl (polnisch)

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