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Antizipation (Psychologie)

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Antizipation ist die Erwartung oder Erwartungshaltung. Ein Ereignis zu antizipieren heißt, anzunehmen, dass ein Ereigniseintritt wahrscheinlich ist. Als Beispiel sei die Aktienbörse angeführt, bei der die Fachleute sagen, dass zukünftige erwartete Ereignisse bereits in die Aktienkurse eingebrieft seien, d.h. im aktuellen Preis schon enthalten.

Psychologen gehen davon aus, dass Optimisten erwartungsfroh in die Zukunft schauen. Freude oder Glück ist psychologisch gesehen nicht die Erfüllung einer Erwartung, sondern die Erwartung selbst. Hingegen kann ein lange herbeigesehntes freudiges Ereignis, wie etwa ein als lustvoll empfundener Konsumakt, finanzielle Zuwendung oder eine berufliche Beförderung, wenn es dann wirklich eintritt, gar nicht mehr richtig beglücken. Bei Kindern ist die antizipatorische, also vorwegnehmende Freude besonders stark ausgeprägt, denken wir an die Adventszeit und Weihnachten.

Antizipation ist also eigentlich eher das Gegenteil einer direkten Bedürfnisbefriedigung. Wahrscheinlich liegt der Antizipation auch ein internalisierter atavistischer Komplex zugrunde, der in der frühen Kindheit durch Objekt-Verlust-Spielen hinsichtlich einer Konditionierung oder Disziplinierung trainiert wird.

Zwar können Menschen durch geschickte (Marketing-) Psychologen oder Politiker auch hinsichtlich ihrer Antizipation manipuliert werden, doch lehrt die Erfahrung, dass Antizipation eher eine sinnvolle Tugend ist, möglicherweise mit stärkenden Auswirkungen auf das Immunsystem und in der Krebsabwehr: Wir dürfen hoffen und dies ist gesund. Empirisch gesehen haben Optimisten im Krankheitsfall die „besseren Karten in der Hand“. Antizipation ist also auch ein Teil unserer mentalen Verfassung.

Siehe auch


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