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Antisemitismus im Fußball

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Im Fußball ist Antisemitismus bzw. Antijudaismus bis heute ein weit verbreitetes Phänomen. Es herrschen bei Teilen der Fanszenen verschiedener Vereine immer noch nationalsozialistische Vorurteile, die sich beispielsweise im U-Bahn-Lied („Eine U-Bahn, eine U-Bahn bauen wir, von … bis nach Auschwitz“) oder Aussagen wie „Zyklon B dem …“ äußern.

Thematik

Antisemitismus innerhalb Deutschlands

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurden Vereine, die jüdische oder angeblich jüdische Spieler in ihren Reihen hatten, angefeindet oder von der Regierung benachteiligt. Während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft fand der Antisemitismus einen Höhepunkt. Zahlreiche jüdische Fußballspieler wie beispielsweise Julius Hirsch oder Gottfried Fuchs, wurden von ihren Vereinen ausgeschlossen oder gar in Konzentrationslager deportiert. Seit den 1980er-Jahren ist Antisemitismus im Fußball verstärkt zu beobachten. So ist z. B. der TuS Makkabi Berlin, ein jüdisch-deutscher Amateurverein, in der Vergangenheit vermehrt Opfer von rassistischen und antisemitischen Anfeindungen geworden. So wurden 2012 im Spiel Makkabis gegen den BSV Hürtürkel Makkabi-Spieler beleidigt und angeblich vom Hürtürkel-Trainer mit dem Ausruf „Amina koydum yahudi!“ („Jetzt haben wir euch Juden gefickt!“) bedacht.[1] Dies zog für den BSV einen dreifachen Punkteabzug sowie mehrere Sperren nach sich. Dem BSV Hürtürkel werden Verbindungen zu den grauen Wölfen nachgesagt, die in der Vergangenheit durch antisemitisch orientierte Terroranschläge und Gewalttaten bis hin zu Morden in Erscheinung getreten sind.[2]

Inzwischen erfahren die Opfer solcher Anfeindungen verstärkt Unterstützung von prominenten Vereinen bzw. Gruppierungen wie Hertha BSC oder der Schickeria München. Seit 2004 veranstaltet die Initiative "!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ Aktionen rund um den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar.

Antisemitismus in Österreich

1909 gründete sich in Wien der zionistische Verein SC Hakoah Wien, der in der Folgezeit zwar rasch zu einer erfolgreichen Mannschaft, jedoch auch oft Opfer antisemitischer Anfeindungen wurde. Nach dem Anschluss Österreichs (1938) wurden nichtarische Elemente aus dem Fußball entfernt, Spielerverträge gekündigt und Vereine umbenannt oder aufgelöst. So wurde auch der SC Hakoah zerschlagen, sein Vermögen beschlagnahmt und die Ergebnisse der laufenden Meisterschaft annulliert. Während viele Spieler ins Ausland fliehen konnten, ereilte den Rest der Tod in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs keimte in Österreich erneut ein großer Patriotismus auf, der in den folgenden Jahrzehnten und in Folge der zahlreichen Niederlagen österreichischer gegen deutsche Mannschaften einen regelrechten Antigermanismus nach sich zog. Jedoch kommt es noch heute in den Spielen österreichischer Bundesligisten immer wieder zu antisemitischen Ausschreitungen.

Sonstiges

Zu der Zeit, als der deutsche Nationalspieler Jürgen Klinsmann bei Tottenham Hotspur unter Vertrag stand, entwickelte sich unter den Hotspur-Fans, die sich selbst häufig als Juden bezeichnen, ein Fangesang zu der Melodie von „Chim Chim Cher-ee“ (aus Mary Poppins): „Chim-chiminee, Chim-chiminee, Chim-chim-churoo/Jürgen was a German, but now he’s a Jew“

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kein Aufstieg für Antisemitismus auf fussball-von-links.blogsport.de
  2. Blog der Ultras Roter Stern, Meldung vom 7. Juni 2012: Berlin: Antisemitismus ist unterste Liga!


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Antisemitismus im Fußball aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.