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Antanas Škėma

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Antanas Škėma (* 29. November 1910 in Łódź (Polen); † 11. August 1961 bei Chicago, USA) war ein litauischer Schriftsteller.

Leben

Antanas Škėma wurde 1910 im damals zum Russischen Reich gehörenden polnischen Łódź geboren, wohin sein Vater, ein litauischer Lehrer, versetzt worden war. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs floh die Familie ins russische Hinterland, Škėma durchlebte eine traumatische Kindheit, zunächst in Woronesch und dann während der Russischen Revolution in der Ukraine. 1921 kehrte die Familie in das nun unabhängige Litauen zurück. 1929 begann Škėma in Kaunas Medizin, später ab 1931 Rechtswissenschaften zu studieren. Ab 1935 widmete er sich zunehmend dem Theater, er arbeitete als Schauspieler, später auch als Regisseur am Staatstheater Vilnius. 1941 nahm Škėma am Juniaufstand gegen die sowjetische Okkupation teil, 1944 floh er vor der sowjetischen Besatzung nach Deutschland, wo er, wie Zehntausende seiner Landsleute, mehrere Jahre in Displaced Persons Camps (DP-Lager) lebte. 1947 veröffentlichte Škėma einen Kurzgeschichtenband und verfasste erste Dramen, 1949 siedelte er in die USA über, wo er seinen Lebensunterhalt als Fabrikarbeiter und Liftboy verdiente. In litauischen Exilkreisen engagierte er sich in den USA und in Kanada im Theater, verfasste zahlreiche Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften der Emigrantenpresse und publizierte zwei weitere Novellenbände, Essays und Gedichte. 1961 starb er bei einem Autounfall in Pennsylvania.[1]

Werk

Balta drobulė (deutsch: Das weiße Leintuch) war Antanas Škėmas einziger Roman. Er verfasste ihn zwischen 1952 und 1954 in seinem New Yorker Exil. Er gilt als erster litauischer Roman der literarischen Moderne, greift Verfahrensweisen der Beat-Generation und der Moderne auf, wie beispielsweise den stream of consciousness, und verbindet diese modernen Elemente mit Erinnerungen an seine litauische Vergangenheit. 1958 wurde der Roman erstmals im Londoner Exilverlag Nida veröffentlicht. Daneben schrieb Škėma Theaterstücke (Pabudimas, Žvakidė), Gedichte und eine Handvoll Erzählungen (in den Bänden Nuodėguliai ir Kibirkštys und Šventoji Inga). Škėma war enorm einflussreich für die nachfolgenden Generationen litauischer Schriftsteller, Jonas Mekas nennt ihn einen Vertreter der »Generation ohne Ornamente«[2]. Wegen seiner existenziellen Themen wurde Škėma als »litauischer Camus«[3] bezeichnet.

Literatur

in deutscher Übersetzung:

Litauisch:

  • Nuodėguliai ir Kibirkštys, 1946
  • Pabudimas, Chicago: Terra, 1956
  • Šventoji Inga, Chicago: Terra, 1956
  • Žvakidė, 1957
  • Balta drobulė, London: Nida, 1958
  • Čelesta, London: Nida, 1960

Fußnoten

  1. Claudia Sinnig: Antanas Škėma, Eintrag in Kindlers Literatur Lexikon, J. B. Metzler Verlag: Stuttgart, S. 248f.
  2. Jonas Mekas: Antanas Škėma, in: Das weiße Leintuch, Berlin: Guggolz Verlag, 2017, S. 252f.
  3. Rimvydas Šilbajoris: The Tragedy Of Creative Consciousness: Literary Heritage Of Antanas Škėma, in: Lituanus, Lithuanian Quarterly Journal of Arts and Sciences, Volume 12, No. 4, Winter 1966

Weblinks


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