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Anstreicher

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Dieser Artikel behandelt die polemische Bezeichnung Anstreicher. Zum Handwerk siehe Maler und Lackierer

Als Anstreicher wurden vom kritischen Volksmund in polemischer Relativierung laut auftretende Politiker bezeichnet, entsprechend einem Ausspruch von Erich Kästner: „Immer wieder kommen Staatsmänner mit großen Farbtöpfen des Weges und erklären, sie seien die neuen Baumeister. Und immer wieder sind es nur Anstreicher.“[1]

Diese Bezeichnung wurde insbesondere für Adolf Hitler[2] auch in Anspielung auf seine künstlerischen Ambitionen verwendet, denn Hitler hielt sich für einen begabten Maler, er hatte allerdings nur einige Postkarten veröffentlicht. Bertolt Brecht verfasste dazu Das Lied vom Anstreicher Hitler,[3][4]

Rudolf Augstein kritisierte die Bezeichnung Hitlers als Anstreicher aus Nachkriegssicht allerdings als verniedlichend und zu wenig kritisch.[5]

Einzelnachweise

  1. Grusswort von Nationalratspräsident Hansjörg Walter Luzern, 19. Januar 2012.
  2. Rittmeister Werner Kleffel wurde wegen defätistischer Äußerungen in Russland von zwei jungen Leutnants denunziert, da er Adolf Hitler als Syphilitiker und paranoide Erscheinung bezeichnete: „Niemand kann gleichzeitig Anstreicher, Maler, Architekt, Feldherr und Staatsmann sein.“ Am 11. Dezember 1943 verurteilte Kriegsrichter Klein deswegen Kleffel zu 5 Jahren Zuchthaus. Feldmarschall Keitel ordnete eine neue Verhandlung an. Otto Wöhrmann verurteilte Kleffel nach kurzem Prozess am 30. August 1944 zum Tode.
  3. Bertolt Brecht: Das Lied vom Anstreicher Hitler.
  4. Der Anstreicher In: Augsburger Allgemeine, 5. November 2008.
  5. Rudolf Augstein: Lieber Spiegel-Leser. In: DER SPIEGEL 1965, Nr. 5, 29. Januar 1964, PDF.


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