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Anni Rehborn

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Anni Rehborn, verheiratete Anni Brandt (geboren am 25. August 1904 in Langenberg, Rheinprovinz, Deutsches Kaiserreich, gestorben am 30. November 1987) war eine deutsche Schwimmsportlerin.

Leben

Anni Rehborn, Tochter des Bademeisters Julius Rehborn und seiner Frau Anna, geb. Voss, war Mitglied des Schwimmvereins Bochum. Während ihrer Karriere gewann sie achtmal die deutschen Meisterschaften im 100-m-Rückensschwimmen (1923–1925, 1927–1929) und im 100-m-Freistilschwimmen (1923–1924). Sie gewann eine Bronzemedaille in der 4 × 100 m Freistilstaffel bei den Schwimmeuropameisterschaften 1927 in Bologna. Sie war für die Olympischen Sommerspiele 1928 im Amsterdam nominiert, startete aber aus unbekannten Gründen nicht.[1] Ihr älterer Bruder Julius und ihre Schwester Hanni nahmen als Wasserspringer an den Olympischen Spielen 1928 teil.[1]

Anni Rehborn lernte bereits in den 1920er Jahren Adolf Hitler kennen, der gern seine Verbundenheit mit Sportlern, die dem von der NSDAP propagierten rassenideologisch gewünschten Menschenbild vom starken, gesunden, reinen „arischen“ Körper entsprachen, zeigte. 1932 trat sie zeitgleich mit ihrem Vater der NSDAP bei. Die Historikerin Heike B. Görtemaker hält es für plausibel, dass Anni Rehborn ihren Verlobten Karl Brandt mit Hitler bekannt machte und ihn im Sommer 1933 auf dem Obersalzberg einführte.[2] Die Hochzeit fand am 17. März 1934 in Berlin statt. Als Trauzeugen fungierten Hitler und Hermann Göring.[3] Die Hochzeitsfeier fand in Görings Wohnung in Berlin statt. Ende 1934 stellte Karl Brandt einen Aufnahmeantrag in die SS und erhielt zwei Monate später das Angebot, Hitler als Unfallarzt auf Auslandsreisen zu begleiten. Anni und Karl Brandt gehörten seitdem zu den ständigen Gästen auf dem Obersalzberg. Sie wurde eine enge Freundin der sportgegeisterten Eva Braun und Margarete Speer, der Ehefrau von Albert Speer.[2]

Karl Brandt wurde 1948 wegen seiner Mitverantwortung für die Tötungen der Aktion T4 im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“ sowie für medizinische Experimente an KZ-Häftlingen gemeinsam mit sechs anderen Beteiligten hingerichtet.[4]

Aus der Ehe ging der am 4. Oktober 1935 geborene Sohn Karl-Adolf Brandt, Chirurg und späterer Leiter der Duisburger BG-Unfallklinik und Begründer des dortigen Eritreaprojekts, hervor.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Hanni Rehborn. Bio, Stats, and Results. In: sports-reference.com. Abgerufen am 4. August 2015 (englisch).
  2. 2,0 2,1 Heike B. Görtemaker: Karl und Anni Brandt. In: Heike B. Görtemaker: Eva Braun. Leben mit Hitler. C. H. Beck Verlag, München 2010, ISBN 978-3-406-58514-2, S. 132f.
  3. Foto der Hochzeit von Heinrich Hoffmann.
  4. 13 Stufen. In: Der Spiegel. Nr. 23, 1948 (online).


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