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Anni Geiger-Hof

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Anni Geiger-Hof (auch: Anni Hof, Name während der ersten Ehe: Anni Geiger-Gog, Pseudonym: Hanne Menken; * 7. November 1897 in Stuttgart als Anna Dorothea Geiger; † 6. Juli 1995 in Emmendingen) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben

Anna Dorothea Geiger war die Tochter eines sozialdemokratischen Druckereibesitzers. Nach dem Besuch von höheren Schulen in Stuttgart absolvierte sie von 1914 bis 1916 eine Ausbildung zur Kindergärtnerin in ihrer Heimatstadt und war anschließend als Erzieherin in Privathaushalten und als Krankenpflegerin tätig. Von 1918 bis 1920 wurde sie wiederum in Stuttgart zur Krankenschwester ausgebildet; nach bestandenem Examen arbeitete sie für eine Arztfamilie im schweizerischen Arosa. Nachdem sie bereits früh in der Jugendbewegung aktiv gewesen war, lernte sie 1922 den Anarchisten Gregor Gog kennen, den sie 1924 heiratete. Beide waren von 1922 bis 1923 als Erzieher in einem Erziehungsheim im thüringischen Hildburghausen tätig. Ab 1923 arbeitete Anni Geiger als Verlagslektorin für den Stuttgarter Gundert-Verlag. Im Februar 1924 ging sie mit ihrem Ehemann und dessen Sohn aus erster Ehe nach Brasilien, um dort den Plan der Gründung einer genossenschaftlichen Siedlung zu verwirklichen. Das Projekt scheiterte bereits nach kurzer Zeit. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland widmeten sich Gregor Gog und Anni Geiger-Gog, die in den folgenden Jahren in einem Holzhaus auf dem Sonnenberg in Möhringen bei Stuttgart lebten, der Sozialarbeit mit Waisenkindern und insbesondere der Vagabundenbewegung. Sie pflegten Kontakte zu einer Reihe von prominenten Vertretern der Linken der Weimarer Republik wie ihrem Nachbarn Friedrich Wolf, zu Johannes R. Becher, Theodor Plievier und Erich Mühsam. Anni Geiger-Gog, die seit 1923 mit eigenen literarischen Arbeiten hervorgetreten war, gehörte ab 1928 dem Bund Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller und ab 1929 der KPD an. 1931/32 bereiste sie mit ihrem Ehemann Gregor Gog die Sowjetunion.

Nach dem Reichstagsbrand wurde Anni Geiger-Gog am 28. Februar 1933 verhaftet. Sie verbrachte mehrere Monate als „Schutzhäftling“ in Stuttgarter Gefängnissen und schließlich im Konzentrationslager Gotteszell bei Schwäbisch Gmünd. Nach ihrer Freilassung im Sommer 1933 kehrte sie nach Stuttgart zurück, wo sie in den folgenden Jahren unter Aufsicht der Gestapo stand. Ihrem Mann Gregor Gog, der ebenfalls verhaftet worden war, gelang im November 1933 die Flucht in die Schweiz; er hielt sich später in der Sowjetunion auf. Beider Ehe wurde 1934 geschieden; Anni Geiger widmete sich danach vor allem der Erziehung von Gregor Gogs Sohn aus erster Ehe, der ebenfalls Gregor Gog hieß und als Kind einer jüdischen Mutter akut von den Rassegesetzen des Dritten Reiches bedroht war. Ab 1934 konnte Anni Geiger auch wieder Bücher veröffentlichen, während des Dritten Reiches verwendete sie das Pseudonym „Hanne Menken“. Ab 1937 arbeitete sie als Lektorin für den Stuttgarter Franckh-Verlag; ab 1941 gehörte sie der Reichsschrifttumskammer an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg heiratete Anni Geiger 1948 den Gewerbelehrer Ernst Hof. Das Ehepaar lebte von 1951 bis 1958 in Oldenburg in Holstein und von 1959 bis 1975 in Eutin. Anni Geiger-Hof veröffentlichte in den Fünfzigerjahren nochmals einige Bücher. Von 1975 bis 1982 wohnte sie wieder in Stuttgart. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Anni Geiger-Hof in Altenheimen in Schnait im Remstal und Emmendingen. Sie wurde auf dem Friedhof in Untertürkheim beigesetzt. Ihr literarischer Nachlass wurde von ihr noch zu ihren Lebzeiten Manfred Altner von der TU Dresden zur Archivierung übergeben.

Anni Geiger-Hof verfasste zahlreiche Romane und Erzählungen für Kinder, Märchen und Gedichte; während die in den frühen Dreißigerjahren erschienenen Werke deutlich von ihrer damaligen politischen Gesinnung geprägt sind, haben die davor und während des Dritten Reiches erschienenen Werke unpolitischen Charakter. Anni Geiger-Gog erhielt 1929 den Preis der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit.

Sonstiges

 Ihr Nachlass befindet sich im Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt in Dortmund.

Werke

  • Himmelsschlüssel, Stuttgart 1923 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Peterle und andere Märchen, Stuttgart 1924 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Der Heilige und das Blümlein, Leipzig 1925 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Ich und Du, Leipzig 1926 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Im Lande des Heiligen Kreuzes, Pfullingen in Württ. 1926 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Um Mitternacht, Pfullingen 1926 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Maidi, Stuttgart 1927 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Marienlegenden, Leipzig 1927 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Schlamper, Stuttgart 1928 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Heini Jermann, Stuttgart 1929 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Schulschluß – Sommerferien!, Stuttgart 1930 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Musikantenkinder, Stuttgart 1931 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Fiete, Paul & Kompanie, Stuttgart 1932 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Moskauer Skizzenbuch, Stuttgart 1933 (unter dem Namen Anni Geiger-Gog)
  • Mutters Sorgenkind, Stuttgart 1933 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Marli, Stuttgart 1934 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Christnacht im Schnee, Stuttgart 1935 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Sonnenblumen und Radieschen, Stuttgart 1935 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Nickel läuft ins Leben, Stuttgart 1937 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Anja, Stuttgart 1939 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Robinson Crusoe, Stuttgart 1939 (unter dem Namen H. Menken)
  • Anja auf dem Sonnenberg, Stuttgart 1940 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Das stille Feuer, Stuttgart 1941(unter dem Namen Hanne Menken)
  • Die Kinder von Au, Stuttgart 1942 (unter dem Namen Hanne Menken)
  • Alle Neune, Reutlingen 1949 (unter dem Namen Anni Hof)
  • Kordula, Stuttgart 1950 (unter dem Namen Anni Geiger-Hof)
  • Jan Ellerbusch, Stuttgart 1952 (unter dem Namen Anni Geiger-Hof)
  • Die Fischerkinder, Berlin 1957 (unter dem Namen Anni Geiger-Hof)
  • Das Mädchen Urd, Hannover 1958 (unter dem Namen Anni Geiger-Hof)

Herausgeberschaft

  • Laura Fitinghoff: Sieben kleine Heimatlose, Stuttgart 1934 (herausgegeben unter dem Namen Hanne Menken)

Übersetzungen

Literatur

  • Heeke, Matthias (2003): Reisen zu den Sowjets: der ausländische Tourismus in Russland 1921-1941, Münster, S. 528 ff.
  • Leutheuser, Karsten (1995): Freie, geführte und verführte Jugend. Politisch motivierte Jugendliteratur in Deutschland 1919-1989, Paderborn, S. 49

Weblinks

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