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Anne Sinclair

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Anne Sinclair (geboren 15. Juli 1948 in New York City, geborene Anne-Élise Schwartz) ist eine amerikanisch-französische Journalistin.

Familie

Anne Sinclair ist eine Tochter von Joseph-Robert Schwartz (ab 1949 Sinclair), französischer Jude und Resistancekämpfer, Industrieller und Ritter der Ehrenlegion, und Micheline Nanette Rosenberg. Sie ist eine Enkelin von Paul Rosenberg, eines bedeutenden Galeristen und Kunsthändlers in Paris und später in New York, dessen Geschäft und Gemäldesammlung von der Vichy-Regierung und den Deutschen bei den antisemitischen Maßnahmen während der deutschen Besatzung Frankreichs beschlagnahmt wurden und nur zum Teil restituiert wurden. Anne Sinclair hat einen Teil der Gemäldesammlung im Wert von vielen Millionen Euro geerbt. Im Jahr 2007 verkaufte Christie's aus ihrem Erbe das Bild L'Odalisque, harmonie bleue von Henri Matisse für $33,6 Millionen.[1] Als Enkelin Rosenbergs wurde sie im März 2014 als eine der beiden rechtmäßigen Erbinnen benannt, denen aus der Sammlung Gurlitt das als Raubkunst identifizierte Bild Sitzende Frau Matisses zurückgegeben werden sollte.[2]

Sie ist geschieden vom Journalisten und Holocaustüberlebenden Ivan Levaï, mit dem sie zwei Kinder hat. Am 24. November 1991 heiratete sie den Politiker Dominique Strauss-Kahn (* 1949). Um Strauss-Kahns Bewerbung bei der Kandidatenaufstellung zur französischen Präsidentschaftswahl 2012 zu unterstützen, begann sie 2011 eine Biografie ihres Großvaters zu schreiben, die während der Wahlkampagne herauskommen sollte, das Buch erschien, unter anderen Umständen, 2012.[3]

Strauss-Kahn hatte im Mai 2011 nach Vergewaltigungsvorwürfen seinen Chef-Posten beim IWF (Internationaler Währungsfonds) aufgeben müssen. Sinclair hielt zu ihm, hinterlegte eine hohe Kaution aus ihrem privaten Vermögen und besuchte ihn demonstrativ in der Untersuchungshaft.[4] Im März 2013 erfolgte die Scheidung.[5] Sinclair lebt seither mit dem Historiker Pierre Nora zusammen.[3]

Sinclair ist (nach eigener Aussage) Jüdin.[6]

Beruflicher Werdegang

Zunächst Lizentiatin des Rechts, erwarb sie 1972 am Institut d’études politiques de Paris das Diplom. Sie begann 1973 ihre Karriere als Journalistin beim Sender Europe 1.

Im Jahr 1983 wurde sie vom Sender TF1 für die Sendereihe Édition spéciale engagiert. Sinclair moderierte die in Frankreich äußerst populäre Sonntagsabendsendung Sept sur Sept ("7/7") und wurde damit eine der bekanntesten Journalistinnen des Landes. Sie gewann 3 Auszeichnungen Sept d'Or, dem französischen Äquivalent des Emmy Awards.[7] Nach der Privatisierung von TF1 wurde sie die Vizedirektorin für Information, später die Generaldirektorin des Unternehmens. Im Jahre 1997, nach der Ernennung ihres Ehemanns Dominique Strauss-Kahn zum Minister für Wirtschaft, Finanzen und Industrie, beschloss sie, keine politischen Sendungen mehr zu leiten um den Anschein einer Interessenkollision zu vermeiden, und wurde Generaldirektorin der Internet-Tochter e-TF1, später Vizepräsidentin.

Sie verließ im Jahr 2001 die TF1-Gruppe nach Meinungsverschiedenheiten mit Patrick Le Lay, dem Generaldirektor des Senders. Sie kehrte zurück zur Gruppe Netgem, ging 2002 zu RTL und arbeitete mit dem Magazin Paris Match zusammen. Von 2003 bis 2007 leitete sie bei France Inter die Sendung „Libre Cours“, in der sich Studierende mit Angehörigen anspruchsvoller Berufe treffen. Im Jahr 2008 arbeitete sie mit an der Sendung „Le Grand Journal“ bei Canal+ und berichtete – abwechselnd mit Laurence Haïm – aus den USA über die Präsidentenwahl (bei der Barack Obama gewann).

Ebenfalls 2008 startete sie ihren Internetblog Two or three things from America mit Kommentaren zu amerikanischen und internationalen politischen Themen. Dieser Blog wurde einer der anerkanntesten in Frankreich.[8]

Im Januar 2012 übernahm sie die geschäftliche Leitung des Onlinemagazins der französischsprachigen Ausgabe der Huffington Post.[9][10]


Sinclair ist Autorin mehrerer Bücher.

Schriften

  • Une année particulière (Ein ungewöhnliches Jahr), 1982
  • Deux ou trois choses que je sais d'eux (Zwei oder drei Dinge, die ich von ihnen weiß), 1997
  • Caméra subjective, 2002
  • 21, rue La Boétie, Grasset & Fasquelle, Paris, 2012, ISBN 978-2-24673731-5; deutsche Übersetzung: Lieber Picasso, wo bleiben meine Harlekine. Mein Großvater, der Kunsthändler Paul Rosenberg, Kunstmann, München, 2013, ISBN 978-3-88897-820-3

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [1], bei Christie's
  2. [2]
  3. 3,0 3,1 Rachel Donadio: The lady reappears, International New York Times, 13. September 2014, S. 18, S. 20
  4. Frankfurter Rundschau
  5. DSK et Anne Sinclair ont officiellement divorcé la semaine dernière, voici.fr, abgerufen am 8. November 2013
  6. Interview in der Welt am Sonntag
  7. Awards for Anne Sinclair. In: IMDb. Abgerufen am 8. Juli 2011. 
  8. Anne Sinclair dans le 'top 12' des blogs politiques. In: L'Express. 13. Februar 2009. Abgerufen am 8. Juli 2011.
  9. Leparisien.fr
  10. Anne Sinclair soll französische Internetzeitung leiten. In: Deutschlandradio Kultur. Kulturnachrichten. 26. Oktober 2011. Abgerufen am 26. Oktober 2011.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Anne Sinclair aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.