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Anna Götze

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Anna Götze (geb. 6. April 1875 in Deutschland; gest. 18. Juli 1958 ebendort) war eine deutsche Arbeiterin und Anarchistin.

Leben

Götze trat 1897 in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein und blieb bis 1917 Mitglied. Danach wurde sie Mitglied im Spartakusbund, bevor sie mit Beginn der 1920er Jahre ihre Arbeit bei der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (Anarchosyndikalisten) (FAUD) aufnahm. Ende 1918 schrieb sie an den Bremer Unternehmer und Mäzen Ludwig Roselius einen Brief, zur politischen Situation in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, den dieser 1919 neben anderen Dokumenten veröffentlichte.[1]

Götze arbeitete als Falzerin in der Druckindustrie, war verheiratet und hatte drei Kinder. Ihr Sohn Ferdinand und ihre Tochter Irma waren auch in der FAUD tätig, während ihr Sohn Waldemar ein Verfechter der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wurde. Die daraus resultierendenn innerfamiliären Streitigkeiten wichen erst nach der Machtergreifung Hitlers einer Zusammenarbeit bei den Tätigkeiten im Untergrund. Götze hatte sehr freie Ansichten in Bezug auf die Sexualität, was bei den Gesprächen zwischen Mutter und Tochter offensichtlich wurde.

Götzes Wohnung in der Leipziger Sigismundstraße 6 wurde zu einer der Verbindungsstellen des Widerstands der Anarchosyndikalisten. Einer Festnahme im Jahre 1935 folgte im Oktober 1937 eine zweite. Das Verfahren gegen sie endete mit einer Verurteilung durch den Volksgerichtshof zu drei Jahren Zuchhaus, die sie im sächsischen Zuchthaus Waldheim verbrachte. Anschließend wurde sie ohne ein weiteres Verfahren in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in Brandenburg verschleppt.

Dort traf Götze ihre Tochter Irma wieder. Beide Frauen konnten im April 1945 während des Todesmarches in Richtung Ostsee fliehen und das Kriegsende überleben.

Literatur

  • Hartmut Rübner: Freiheit und Brot. Die Freie Arbeiter-Union Deutschlands. Eine Studie zur Geschichte des Anarchosyndikalismus, Libertad-Verlag, Berlin/Köln 1994, ISBN 3-922226-21-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ludwig Roselius: Briefe, Druck- und Kommissions-Verlag H. M.Hauschild, Bremen 1919; (auch als Digfitalisat)


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