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Angelika Schrobsdorff

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Angelika Schrobsdorff (1962)
Angelika Schrobsdorff
Angelika Schrobsdorff

Angelika Schrobsdorff (geb. 24. Dezember 1927 in Freiburg im Breisgau; gest. 30. Juli 2016 in Berlin[1][2]) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben

Angelika Schrobsdorffs Mutter Else Kirschner[3] (30. Juni 1893 – 5. Juni 1949), die in erster Ehe mit dem Autor Fritz Schwiefert verheiratet war, war eine assimilierte Jüdin, der Vater, Erich Schrobsdorff, entstammte dem Berliner Großbürgertum, der Großvater war Alfred Schrobsdorff. Schrobsdorff wuchs in Berlin auf, flüchtete 1939 jedoch mit Mutter und Schwester Bettina nach Bulgarien,[4] wo sie bis Kriegsende blieb und die Sprache lernte.[5] Ihre Großmutter wurde im KZ Theresienstadt ermordet.[6]

1947 kehrte Schrobsdorff nach Deutschland zurück. 1971 heiratete sie den französischen Filmemacher Claude Lanzmann, mit dem sie anschließend in Paris lebte. Es folgten einige Jahre in München, bis Schrobsdorff 1983 beschloss, nach Israel überzusiedeln. Bis Anfang 2006 lebte die Autorin in Jerusalem, in einem Haus an der Grünen Linie nahe der Altstadt,[7] anschliessend aufgrund der politischen Situation in Israel[8] erneut in Berlin.

Schrobsdorffs Buch Die Herren (1961) waren ältere Kurzgeschichten, die sie auf Johannes Mario Simmels Empfehlung hin zu einem Roman zusammenstellte.[5] Es löste wegen laisziver Beschreibungen einen Skandal aus und machte die Autorin bekannt. Ihre Werke wurden in etliche Sprachen übersetzt. In Bulgarien erhielt sie den Rosenorden.[5]

Werke

  • Die Herren. Roman, Langen-Müller, München (1961), NA; dtv, München 1986 - 2007, ISBN 3-423-10894-0.
  • Der Geliebte. Roman (1964), ISBN 3-423-11546-7.
  • Diese Männer (1966), ISBN 3-442-01935-4 (ab 1993 unter dem Titel Der schöne Mann und andere Erzählungen)
  • Spuren. Roman (1968), ISBN 3-423-11951-9.
  • Die kurze Stunde zwischen Tag und Nacht. Roman. (1978) ISBN 3-423-11697-8.
  • Die Reise nach Sofia. Roman. Mit einem Vorwort von Simone de Beauvoir. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1983, ISBN 3-423-10539-9.
  • Das Haus im Niemandsland oder Jerusalem war immer eine schwere Adresse, Roman. Bertelsmann, München 1989.
    • von der Autorin durchgesehene und korrigierte Ausgabe: Jerusalem war immer eine schwere Adresse. dtv, München, ISBN 3-423-11442-8.
  • „Du bist nicht so wie andre Mütter“. Die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau. (1992), ISBN 3-455-06773-5.
  • Der schöne Mann und andere Erzählungen. (1993) ISBN 3-423-11637-4.
  • Jericho. Eine Liebesgeschichte. (1995) ISBN 3-423-12317-6.
  • Grandhotel Bulgaria: Heimkehr in die Vergangenheit. Roman (1997) ISBN 3-423-12852-6.
  • Von der Erinnerung geweckt. Erzählungen (1999) ISBN 3-423-24153-5.
  • Wenn ich dich je vergesse, oh Jerusalem … (2002) ISBN 3-550-08389-0.
  • Der Vogel hat keine Flügel mehr. Briefe meines Bruders Peter Schwiefert an unsere Mutter. Herausgegeben von Angelika Schrobsdorff. Mit Kommentaren von Angelika Schrobsdorff und Claude Lanzmann. Mit einem Nachwort von Ulrike Voswinckel. (2012) ISBN 978-3-423-28008-2.

Text und Interview

Filme

  • Ein Leben lang Koffer – Erinnerungen von Angelika Schrobsdorff. R: Irmgard von zur Mühlen, D 1997[9]
  • Ausgerechnet Bulgarien – Angelika Schrobsdorff und ihre Familie. Dokumentarfilm, R: Christo Bakalski, D 2007[10]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Angelika Schrobsdorff auf buchmarkt.de, 2. August 2016, abgerufen am 2. August 2016
  2. Schriftstellerin Angelika Schrobsdorff gestorben. Rundfunk Berlin-Brandenburg, 1. August 2016.
  3. Angelika Schrobsdorff . munzinger.de, abgerufen am 1. August 2016.
  4. Carsten Hueck: Grunewald – Sofia und zurück, Jüdische Allgemeine, 29. November 2007
  5. 5,0 5,1 5,2 Jörg Bremer: Mit der Welt blieb sie unversöhnt, Nachruf, in: FAZ, 3. August 2016, S. 12
  6. Thomas Knauf: Die jüdische Schriftstellerin Angelika Schrobsdorff ist aus Jerusalem in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Ein Gespräch. Es stirbt sich bequemer in Berlin. Berliner Zeitung, 24. Februar 2007, abgerufen am 1. August 2016 (siehe Angaben zur Person am Ende des Interviews).
  7. Christine Illy: Autorin im Blickpunkt: Angelika Schrobsdorff. AbeBooks, 2008, archiviert vom Original am 25. Februar 2008, abgerufen am 1. August 2016.
  8. Carsten Hueck: Angelika Schrobsdorff: „Einsamkeit war immer in mir“.Jüdische Allgemeine, 20. Dezember 2007, abgerufen am 1. August 2016.
  9. „Töchter, Talmud, Tore!“ – 12. Jewish Film Festival Berlin & Potsdam 2006. Filmmuseum Potsdam, archiviert vom Original am 14. Mai 2014, abgerufen am 1. August 2016.
  10. Isabel Bakalskiv: Angelika Schrobsdorff – Ausgerechnet Bulgarien. Vimeo, abgerufen am 1. August 2016 (Offizieller Trailer des Dokumentarfilm, 2006; mp4; 10,4 MB)


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