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Andrzej Duda

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Andrzej Sebastian Duda (* 16. Mai 1972 in Krakau) ist ein polnischer Jurist und Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (polnisch Prawo i Sprawiedliwość, PiS). Am 24. Mai 2015 wurde er bei der Präsidentschaftswahl zum Präsidenten Polens gewählt, als er sich in einer Stichwahl gegen den Amtsinhaber Bronisław Komorowski durchsetzte. Die Vereidigung zum Staatsoberhaupt der Dritten Polnischen Republik (polnisch III Rzeczpospolita) soll am 6. August 2015 erfolgen.[1] Duda ist seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments und war von 2011 bis 2014 Abgeordneter des Sejm, nachdem er zuvor für Jarosław und Lech Kaczyński gearbeitet hatte.

Ausbildung und politische Karriere

Der Sohn der Professoren an der Akademie für Bergbau und Hüttenwesen Krakau, Janina Milewska-Duda und Jan Tadeusz Duda,[2] wuchs in Krakau auf und war von 1984 bis 1990 bei den dortigen Pfadfindern. Duda besuchte von 1987 bis 1991 den humanistischen Zweig des Jan-Sobieski-Gymnasiums Krakau und begann daraufhin ein Studium an der Fakultät für Recht und Verwaltung der Jagiellonen-Universität in Krakau, wo er 1997 einen Magisterabschluss erwarb und anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Verwaltungsrecht war.[3] 2005 wurde er dort mit einer Arbeit über das Rechtsschutzinteresse im polnischen Verwaltungsrecht promoviert, die 2008 veröffentlicht wurde.[4] und war anschließend an derselben Hochschule als Dozent tätig.[5] Im Frühjahr 2005 gründete Duda zudem eine Rechtsanwaltskanzlei und begann sich nach der Parlamentswahl in Polen 2005 politisch zu engagieren, als er Rechtsberater der PiS-Fraktion im Sejm wurde.[3]

Am 1. August 2006 trat Duda als stellvertretender Justizminister ins Kabinett von Jarosław Kaczyński ein, bis er 2007 bei einer Kabinettsumbildung den Posten verlassen musste.[6] Am 16. Januar 2008 wurde Duda als Unterstaatssekretär in die Präsidentenkanzlei berufen und wurde zum engen Berater des damaligen polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczyński, der 2010 beim Flugzeugabsturz bei Smolensk ums Leben kam.[7] 2010 wurde Duda in den Rat der Stadt Krakau gewählt und saß dort der PiS-Fraktion vor.[3] Bei der Parlamentswahl in Polen 2011 wurde Duda im Krakauer Wahlkreis 13 in den Sejm gewählt, wo er bis zu seinem Ausscheiden 2014 PiS-Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des Verfassungsausschusses war.[8] Vom 27. November 2013 bis zum 9. Januar 2014 diente Duda als Parteisprecher der PiS und organisierte im Anschluss den Europawahlkampf der Partei 2014. Am 25. Mai 2014 wurde er für die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer ins Europäische Parlament gewählt. Dort ist er Stellvertretender Vorsitzender der Delegation in der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung und Mitglied im Rechtsausschuss.

Präsidentschaft

Am 11. November 2014 schlug der Parteivorsitzende, Jarosław Kaczyński, den bis dahin weithin unbekannten Duda als Kandidaten der PiS bei der Präsidentschaftswahl in Polen 2015 vor. Zuvor hatten viele Medien vermutet, dass Kaczyński selbst nach 2010 ein zweites Mal antreten würde.[7] Am 6. Dezember 2014 nominierte der PiS-Parteivorstand Duda zum Präsidentschaftskandidaten.[3] Duda kündigte zu Beginn seines Wahlkampfs im Februar 2015 an, das Erbe Lech Kaczyńskis antreten zu wollen und sich für den sozialen Ausgleich einzusetzen, vor allem durch eine Senkung des Rentenalters.[9] In Umfragen lag Duda hinter dem Amtsinhaber Bronisław Komorowski, der zur Wiederwahl antrat, auf dem zweiten Platz.[10]

Bei der Präsidentschaftswahl erhielt Duda bei der ersten Wahlrunde am 10. Mai 34,76 Prozent der abgegebenen Stimmen und verdrängte damit überraschend Amtsinhaber Komorowski mit 33,77 Prozent auf den zweiten Platz. In der Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten am 24. Mai 2015 setzte sich Duda mit 51,55 Prozent der Stimmen gegen Komorowski mit 48,45 Prozent durch und ist damit gewählter Präsident der Republik.[11]

Familie

Dudas Familie stammt aus der Gegend von Warschau; er und seine Schwester sind in Krakau geboren, wohin ihre Eltern der akademischen Laufbahn wegen gezogen waren. Andrzej Duda ist seit 1994 mit der Deutschlehrerin Agata Kornhauser-Duda verheiratet,[12] einer Tochter des Krakauer Dichters Julian Kornhauser.[13] Duda hat mit ihr eine 1995 geborene Tochter.[14]

Weblinks

Fußnoten

  1. Andrzej Duda złoży przysięgę 6 sierpnia. In: TVN24.pl, 24. Mai 2015 (polnisch).
  2. Andrzej Duda – Poland’s Next President. In: Inside Poland, 25. Mai 2015; Janina Milewska-Duda, prof. dr hab. inż. In: AGH.edu.pl; Prof. dr hab. inż. Jan Tadeusz Duda. In: AGH.edu.pl.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 O mnie. Moja biografia. In: AndrzejDuda.pl (polnisch).
  4. Interes prawny w polskim prawie administracyjnym. Vorstellung des aus der Dissertation hervorgegangenen Buches beim Beck-Verlag Polen.
  5. PiS reveals its candidate for next Polish president. In: The Warsaw Voice, 13. November 2014 (englisch).
  6. Andrzej Duda – Poland’s Next President. In: Inside Poland, 25. Mai 2015.
  7. 7,0 7,1 MEP Duda revealed as conservative presidential candidate. In: TheNews.pl, 12. November 2014 (englisch).
  8. Andrzej Duda. In: Sejm.gov.pl (polnisch).
  9. Polish presidential candidate Duda starts campaign, pledging increased social care. In: Fox News, 7. Februar 2015 (AP-Meldung) (englisch).
  10. Polish President Komorowski set for a landslide victory in May’s election. In: Ukraine Today, 8. Februar 2015 (englisch).
  11. Wyniki Polska. In: Prezydent2015.pkw.gov.pl (polnisch).
  12. O mnie. Oś czasu. In: AndrzejDuda.pl (polnisch); Nauczyciele. In: Sobieski.krakow.pl (Schulwebsite, polnisch).
  13. Your guide to the 2015 Polish presidential election. In: Krakow Post, 8. Mai 2015 (englisch).
  14. Stichwahl ums Präsidentenamt: Polen bekommt einen neuen Präsidenten. In: Spiegel Online, 24. Mai 2015.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Andrzej Duda aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.