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Andreas Ryff

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Andreas Ryff (* 13. Februar 1550 in Basel; † 18. August 1603 ebenda) war ein Schweizer Geschäftsmann der Frühen Neuzeit. Seine Eltern waren Margarete Uelin und Diepold Ryff.

Werdegang

Andreas Ryff besuchte mit acht Jahren die Lateinschule und erhielt Privatunterricht. Außerdem erprobte er sein Können im Handwerk. In seiner Freizeit handelte Andreas mit gefärbten Federn und Schnüren. Ihm gefiel es, Handel zu treiben. Mit zehn Jahren, also 1560, ging er für drei Jahre nach Genf, wo er eine Lateinschule besuchen sollte, da der Vater einen Akademiker aus ihm machen wollte. Der Wirt, bei dem er unterkam, behandelte ihn wie einen Knecht. Der Vater erkannte, dass Andreas mehr praktisch veranlagt war und schickte ihn zu einem Gewürzkrämer. In Genf wurde Andreas vom reformierten Glauben geprägt, wovon die vielen Gotteslobe in seiner Biografie zeugen. 1563 kehrte Andreas nach Basel zurück und besuchte wieder die Lateinschule. Ab Ostern 1564 erhielt er zusätzlich Unterricht in Mathematik, ein Fach, das für den Handel sehr wichtig ist. Im gleichen Jahr traf ein schwerer Schicksalsschlag die Familie: Die Pest kostete vier Geschwister von Andreas Ryff das Leben. Auch Andreas blieb vor der Seuche nicht verschont, aber er überlebte. 1563 machte er eine Lehre bei einem Tuchhändler in Strassburg. Nach Lehrende kehrte Andreas wieder nach Basel zurück und verlegte das väterliche Geschäft ganz auf den Handel. 1573 nahm er die Fakturei eines grossen Antwerpener Tuchhandels an. 1574 heiratete Andreas Margaretha Imhof, die Witwe seines Freundes Andreas Imhof. Er wurde somit Stiefvater von fünf Kindern. Aber er erbte auch einen beträchtlichen Nachlass: Ein Seidengeschäft und die Beteiligung eines staatlichen Silberbergwerkes. Neben seinen Händlergeschäften, dem Reisen und der kaufmännischen Ausbildung beteiligte sich Andreas Ryff auch in der Politik. 1591 war seine politische Karriere auf dem Höhepunkt: Er wurde zum Ratsherrn gewählt. Unter anderem führten ihn seine Tätigkeiten 1599 nach Italien (Mailand, Venedig, Florenz und Genua). Im Rappenkrieg setzte sich Andreas für eine friedliche Lösung ein.

Literarisches Werk

Trotz beruflicher Leistungen und amtlichem Engagement fand Andreas Ryff Zeit zum Schreiben. Seine Werke wurden handschriftlich überliefert und erst im 19. und 20. Jahrhundert gedruckt.

Werke:

  • Zirkel der Eidgenossenschaft, eine Darstellung der Geschichte und Verfassungen der Eidgenossenschaft und der eidgenössischen Orte
  • Reisebüchlein, in dem alle Reisen das Andreas Ryff im öffentlichen und im Privatgeschäft verzeichnet sind
  • Selbstbiografie, 1592

Editionen

  • Liber Legationum, herausgegeben und eingeleitet von Friedrich Meyer, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 58-59 (1959), S. 5–109 (Volltext)
  • Reisebüchlein, herausgegeben und eingeleitet von Friedrich Meyer, mit einem Beitrag von Elisabeth Landolt, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 72 (1972), S. 5–135 (Volltext)
  • Der Rappenkrieg, herausgegeben und eingeleitet von Friedrich Meyer, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 66 (1966), S. 5–131 (Volltext)

Literatur

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Andreas Ryff aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.