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Andor Izsák

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Andor Izsák (* 6. Juli 1944 in Budapest) ist ein ungarischer Musiker.

Leben und Wirken

Andor Izsák wurde als Sohn streng orthodoxer Juden im Budapester Ghetto geboren. Seine musikalische Hochbegabung wurde früh entdeckt. Er fand in einer von Unglücken und Diskriminierungen belasteten Kindheit Trost in der Musik. Schon mit 13 Jahren kam er mit der Orgel in der Synagoge in Berührung, studierte als Schüler am Konservatorium. Schon als Student wurde er Organist in der großen Budapester Dohány-Synagoge, wo er das Orgelspiel von einem Mönch gelernt hatte. Mit dem Kantor Marcel Lorand gründete er 1962 den Lewandowski-Chor und führte erstmals nach dem Holocaust wieder synagogale Chormusik auf. Er war über Jahre Dozent am Béla-Bartók-Konservatorium und an der Fodor-Musikschule, arbeitete als Chor- und Operndirigent und war Gründer des ungarischen Zweiges des Music Information Center (MIC), über das er internationale Kontakte knüpfte. Er lernte dort seine spätere Ehefrau Erika Lux kennen, eine prominente Pianistin, die heute mit ihm gemeinsam als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater Hannover wirkt. Er siedelte 1988 nach Deutschland über und war in Augsburg an der Gründung des Europäischen Zentrums für jüdische Musik (EZJM) beteiligt. Nach einem Zwischenspiel in München ging er nach Hannover. Das EZJM wurde 1992 ein Institut an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, wo Izsák den Studiengang „Synagogale Musik“ einführte. Er wurde hier 2003 auf die Professur für Synagogale Musik berufen. Izsák hat sich international durch seine Aufführungen und Publikationen Anerkennung erworben.

2002 wurde Andor Izsák mit dem Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Die Deutsche Bibelgesellschaft verlieh ihm am 28. Februar 2007 den Ehrenpreis der ökumenischen Stiftung Bibel und Kultur. Arno Beyer widmete ihm 2011 eine Biographie. ARTE würdigte seine Arbeit am 12. September 2011 mit dem Bericht "Die Musik der Synagogen".

Zentrum seines Wirkens sind die Wiederentdeckung und Wiederbelebung der im Nationalsozialismus zerstörten und verschollenen synagogalen Musik, die Orgelmusik in der Synagoge, die Wiederbelebung der Werke jüdischer Komponisten in alten Traditionen, z.B. der Chorwerke von Louis Lewandowski. Izsák versteht sich als ein Botschafter der jüdischen Sakralmusik in Deutschland und ganz Europa. Er ist Herausgeber einer Schriftenreihe des EZJM, konzertiert aktiv international, hält zahlreiche Fachvorträge und wirbt im öffentlichen Raum für seine Mission. Im Jahre 2010 erinnert Iszák durch verschiedene Konzerte zusammen mit seinem Synagogalchor an die Aufstellung der ersten Orgel in einer Synagoge vor 200 Jahren in der Synagoge in Seesen durch den Reformer Israel Jacobson. Als Präsident der Siegmund-Seligmann-Stiftung war er am Erwerb der Privatvilla von Siegmund Seligmann in Hannover für das EZJM im Jahr 2008 beteiligt. Heute ist er Ehrenpräsident der Stiftung. Die Seligmann Villa wurde am 17. Januar 2012 vom damaligen Bundespräsident Christian Wulff und den Spitzen der Landes- und Kommunalpolitik eingeweiht. Hier findet die synagogale Musik, die inzwischen von zahlreichen prominenten Chören aufgeführt wird, eine dauerhafte Heimat.

Veröffentlichungen

  • Andor Izsák (Hrsg.) (1995): Louis Lewandowski: 18 liturgische Psalmen für Soli, 4stg. gemischten Chor und Orgel; Breitkopf & Härtel 1995
  • Andor Izsák (Hrsg.) (1999): “Niemand wollte mich hören …” Magrepha – Die Orgel in der Synagoge. Forum des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover November 1999- April 2000.
  • EZJM: CD-Reihe "Die Stimme der Synagoge" Vol. (Selbstverlag)
  • Schriftenreihe des EZJM (Selbstverlag) Vol. I - VIII
  • Arno Beyer (2011): Andor der Spielmann. Ein jüdisches Musikerleben. (Olms Verlag) ISBN 978-3-487-08503-6

Weblinks

 Commons: Andor Izsák – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Andor Izsák aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.