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American Splendor (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelAmerican Splendor
OriginaltitelAmerican Splendor
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2003
Länge96 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
Stab
RegieRobert Pulcini, Shari Springer Berman
DrehbuchRobert Pulcini, Shari Springer Berman nach den Comics American Splendor von Harvey Pekar und Our Cancer Years von Harvey Pekar und Joyce Brabner
ProduktionTed Hope
MusikMark Suozzo
KameraTerry Stacey
SchnittRobert Pulcini
Besetzung

American Splendor ist ein US-amerikanischer Film von 2003. Die Regisseure Robert Pulcini und Shari Springer Berman beschreiben das Leben von Harvey Pekar, dem Schöpfer der gleichnamigen Comic-Reihe.

Handlung

Pekar, der schon als eigenbrötlerisches Kind mit der Umwelt haderte, arbeitet in der Verwaltung eines Krankenhauses in Cleveland, Ohio, und lebt für seine beiden Hobbys, Comics und Jazz. Über diese lernt er als junger Mann Robert Crumb kennen, der kurz darauf die Underground Comix erfindet. Die beiden werden Freunde. Pekar stößt Crumb schließlich darauf, dass in den Zeichengeschichten nie das „ganz normale“ Leben abgebildet werde. Als er ihm seine Notizen für eine Geschichte präsentiert – Pekar selbst kann nicht zeichnen –, bietet Crumb an, die Bilder dafür zu liefern. Bald erscheinen die Geschichten in Heftform und verhelfen seinen Schöpfern zu einiger Berühmtheit in Comic-Kreisen. Auf diese Weise trifft er auch seine spätere Frau Joyce Brabner, die in einem Comicladen arbeitet.

Die Arbeit an der Darstellung selbsterlebter Ereignisse stellt Pekar, der weiterhin im Krankenhaus tätig ist, nicht zufrieden. Selbst in Talkshow-Auftritten bei David Letterman schafft er es nicht, ruhig zu bleiben, und fängt an, Gastgeber und Zuschauer zu beleidigen.

Schließlich erkrankt Pekar an Krebs. Er und Joyce überstehen die Zeit nur, indem sie die Erlebnisse als Comic festhalten, der als „Our Cancer Years“ veröffentlicht wird und jeden denkbaren Aspekt der Krankheit haarklein festhält.

Schließlich nehmen sie die Tochter eines befreundeten Zeichners auf und bilden so eine eigene Familie.

Beschreibung und Hintergründe

Eine Spielfilmhandlung, in der Paul Giamatti Harvey und Hope Davis Joyce darstellen, wird ab und zu von dem Comic-Pekar ergänzt, der einen später verwendeten Sprechblasentext von sich gibt und von Szenen des realen Pekar unterbrochen, der den Off-Kommentar spricht. Auch Joyce, ihre Tochter Danielle und Harveys bester Freund Toby sind als echte Menschen zu sehen. Einmal sieht man ein Gespräch von Harvey und Toby, während dem Darsteller Paul Giamatti und Judah Friedlander im Hintergrund sitzen und ihnen zuhören. In Interviewszenen mit Joyce wird auch die komplizierte Beziehung des Paares offensichtlich. Daneben werden immer wieder die gezeichneten Versionen der Hauptpersonen gezeigt, der von verschiedenen Menschen gezeichnet wird. Schließlich tritt Giamatti einige Male „aus dem Film heraus“ und macht sich seine Gedanken über das Leben. Hier verwischen die Grenzen zwischen Film und Comic endgültig.

Gedreht wurde in Cleveland und Lakewood im US-Bundesstaat Ohio.[1] Box Office Mojo am 30. Juni 2008 zufolge spielte der Film bislang weltweit fast 8 Millionen US-Dollar ein (Total Lifetime Grosses), davon etwa 75 Prozent in den Vereinigten Staaten (Domestic).[2]

Kritiken

„[…] ebenso ein Film über die Problematik von Identifikationsmodellen wie über die Schwierigkeit, als kleine Aktenlaus ein Leben in Würde zu führen. […] Dieser Pekar, gespielt von einem unnachahmlich schlecht gelaunten Paul Giamatti, ist keine Kulturtype. Er ist die Art von Zeitgenosse, deren Gegenwart einem mitunter körperliches Unbehagen bereiten kann.“

Andreas Busche: Die Tageszeitung bei Filmzentrale[3]

„[…] mäandert zwischen Spiel-, Dokumentar-, Interviewfilm und animiertem Comic-Book und versucht, den Groove der ereignisreichen Ereignislosigkeit aufzunehmen. Wird der Rhythmus zu gefällig, meldet sich der Originalgrantler Pekar zu Wort und holt den Film mit quäkiger Stimme zurück in den vermaledeiten Alltag“

Anke Leweke: Die Zeit[4]

„Er ist gleichzeitig Autor und Figur, Held und Opfer, Leben und Kunstprodukt einer fortwährenden zweiseitigen Osmose. Eine Standardbiographie könnte es mit so einem Mann gar nicht aufnehmen.“

Xan Brooks: Sight & Sound[5]

„Erinnert einen daran, dass es manchmal schon nichts Heldenhafteres gibt, als morgens aus dem Bett zu kommen.“

Rene Rodriguez: Miami Herald[6]

„Paul Giamatti spielt den brummbärigen Comicschreiber Harvey Pekar mit lyrischer Verzweiflung […] Manche Legenden werden geboren, andere gezeichnet. […] Wenn jemand für Ruhm und eine richtige Prämie überfällig ist, dann dieser Kerl.“

Manohla Dargis: Los Angeles Times[7]

Das Lexikon des internationalen Films sprach von einer „ironisch-depressiven Selbstbespiegelung“.[8] Ekkehard Knörer sah bei Jump Cut einen Film „über den Sozialtypus Nerd. […] wie die Stachelschweine, die sich gegenseitig wärmen.“[9]

Der Film steht bei Rotten Tomatoes am 30. Juni 2008 bei 94 Prozent mit 169 ausgewerteten Kritiken (100 Prozent von 9 Topkritikern), bei Metacritic bei 90 Prozent mit 42 ausgewerteten Kritiken. In der IMDb rangiert er mit den Stimmen von 18.062 Zuschauern am gleichen Tag bei 7,7 von 10 Punkten.

Auszeichnungen

Der Film gehört zu den am meisten ausgezeichneten Independent-Filmen seines Jahres. Neben diversen Preisen auf dem Filmfestival Cannes 2003, auf dem Sundance Film Festival (Großen Preis der Jury) und auf anderen Festivals wurde der Film auch für den Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) und den Golden Globe Award (Beste Nebendarstellerin durch Hope Davis) nominiert.

Siehe auch

Einen vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilm über Robert Crumb drehte der Regisseur Terry Zwigoff unter dem Titel Crumb.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Filming locations. Internet Movie Database, abgerufen am 22. Mai 2015 (englisch).
  2. American Splendor. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 30. Juni 2008 (englisch).
  3. Andreas Busche: American Splendor. In: taz. Abgerufen am 30. Juni 2008 (bei Filmzentrale).
  4. Anke Leweke: Banale Größe. In: Die Zeit, Nr. 45/2004, S. 62
  5. Xan Brooks: American Splendor. In: Sight & Sound. Januar 2004, abgerufen am 30. Juni 2008 (englisch): „He’s at once author and character, hero and victim, his life and his art the result of a perpetual two-way osmosis. Standard biography is no match for such a man“
  6. Rene Rodriguez: American Splendor (2003). In: Miami Herald. abgerufen am 30. Juni 2008 (englisch, zitiert nach Rotten Tomatoes): „Reminds you that sometimes, simply getting out of bed each morning can be the most heroic of acts“
  7. Manohla Dargis: American Splendor. In: Los Angeles Times. 15. August 2003, abgerufen am 30. Juni 2008 (englisch): „Paul Giamatti plays curmudgeonly comics writer Harvey Pekar with lyrical desperation […] Some legends are born; others are drawn. […] If anyone is overdue for celebrity and a real paycheck it’s this guy“
  8. American Splendor im Lexikon des internationalen Films
  9. Ekkehard Knörer: Sharon Springer Berman, Robert Pulcini: American Splendor (USA 2003). In: Jump Cut. Abgerufen am 30. Juni 2008.


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