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Ameisenbären

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Ameisenbären
Großer Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla)

Großer Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Nebengelenktiere (Xenarthra)
Ordnung: Zahnarme (Pilosa)
Unterordnung: Ameisenbären
Wissenschaftlicher Name
Vermilingua
Illiger, 1811

Die Ameisenbären (Vermilingua) bilden mit vier Arten eine Unterordnung aus der Säugetierordnung der Zahnarmen. Obwohl es der Name nahe legt, sind sie mit den Bären nicht näher verwandt. Ihr Lebensraum erstreckt sich über Mittel- und Südamerika.

Beschreibung

Datei:Myrmecogphaga tridactyla (skull).jpg
Schädel eines Großen Ameisenbären

Charakteristisch für diese Tiere ist die zahnlose Röhrenschnauze, die eine lange Zunge beherbergt. Im Gewicht unterscheiden sich die Mitglieder der Familie beträchtlich, vom nur 250 g schweren Zwergameisenbären bis zum Großen Ameisenbär, der über 60 kg erreichen kann. An ihren Vorderzehen tragen Ameisenbären auffällig lange und scharfe Krallen. Diese dienen zum Aufreißen von Termitenbauten und zur Abwehr von Feinden. Die Anzahl der Krallen variiert je nach Art: zwei beim Zwergameisenbären, drei beim Großen Ameisenbären und vier bei den Tamanduas. Die hinteren Krallen sind weniger ausgeprägt entwickelt. Der Schwanz ist lang, beim Großen Ameisenbären buschig, bei den anderen Arten als Greifschwanz ausgebildet. Augen und Ohren dieser Tiere sind klein, der Geruchssinn dagegen sehr gut entwickelt.

Lebensweise

Die Arten unterscheiden sich deutlich in ihrem Lebensraum: während der Zwergameisenbär ein reiner Baumbewohner ist und vorwiegend Wälder bewohnt, lebt der Große Ameisenbär ausschließlich am Boden und bevorzugt Savannen. Die Tamanduas leben sowohl am Boden als auch in den Bäumen. Ameisenbären sind vorwiegend Einzelgänger, die nur zur Paarung zusammenkommen.

Ernährung

Die Nahrung der Ameisenbären besteht fast ausschließlich aus Ameisen und Termiten. Mit ihren Krallen brechen sie die Bauten dieser Tiere auf und lecken die Tiere mit ihrer langen, eingespeichelten Zunge auf, nach dem Verschlucken werden sie vom muskulösen Magenpförtner zermahlen. In menschlicher Obhut nehmen sie auch Obst zu sich.

Fortpflanzung

Datei:Southern Tamandua.jpg
Südlicher Tamandua (T. tetradactyla)

Über die Fortpflanzung der Ameisenbären ist nicht sehr viel bekannt. Nach rund 120- bis 190-tägiger Tragzeit bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Dieses reitet in den folgenden Monaten auf dem Rücken der Mutter. Die baumbewohnenden Arten lassen die Jungtiere auch manchmal während der Nahrungssuche auf einer geschützten Astgabel zurück. Die Geschlechtsreife erreichen Große Ameisenbären mit drei bis vier Jahren, bei den anderen Arten ist dies nicht bekannt, ebenso wenig wie die Lebenserwartung in freier Wildbahn.

Bedrohung

Ameisenbären zählen zu den weniger bedrohten Arten, wozu ihr großes Verbreitungsgebiet und ihre relative Anspruchslosigkeit beitragen. Die IUCN listet lediglich den Großen Ameisenbären als gefährdet (vulnerable).

Systematik

Die Unterordnung teilt sich in zwei Familien und drei Gattungen mit insgesamt vier Arten auf:[1]

  • Cyclopedidae
    • Der Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus) ist ein nur 250 g schwerer Baumbewohner mit Greifschwanz. Er ist der einzige Vertreter der Familie Cyclopedidae.
  • Myrmecophagidae
    • Der Große Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla) ist die bekannteste Art dieser Familie, ein bis 30 kg schwerer Bodenbewohner.
    • Die Tamanduas (Tamandua) stehen größenmäßig zwischen den anderen Arten und sind sowohl Baum- als auch Bodenbewohner. Es gibt zwei Arten: den Nördlichen Tamandua (T. mexicana) und den Südlichen Tamandua (T. tetradactyla).

Die nächsten Verwandten der Ameisenbären sind die Faultiere (Folivora), mit denen sie die Ordnung der Zahnarmen bilden. Die Zahnarmen werden mit den Gürteltieren und ausgestorbenen Tieren wie dem Glyptodon zur Überordnung der Nebengelenktiere (Xenarthra) zusammengefasst.

Fossile Ameisenbären sind auch aus anderen Kontinenten bekannt, so auch aus Deutschland, wo in der Grube Messel die Art Eurotamandua joresi aus dem Eozän gefunden wurde. Die stammesgeschichtliche Entwicklung der heutigen Arten lässt sich in folgendem Diagramm zusammenfassen:


Ameisenbären (Myrmecophagidae) 
 Myrmecophagidae 

 Großer Ameisenbär


 Tamanduas 

 Nördlicher Tamandua


     

 Südlicher Tamandua




 Cyclopedidae 

 Zwergameisenbär



In manchen Systematiken erhält der Zwergameisenbär den Rang einer eigenen Familien, Cyclopedidae, während Großer Ameisenbär und Tamanduas als Myrmecophagidae zusammengefasst werden.

Belege

  1. Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Vermilingua in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).

Weblinks

 Commons: Ameisenbären – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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