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Alvin M. Weinberg

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Eugene Wigner und Alvin M. Weinberg.

Alvin Martin Weinberg (geb. 20. April 1915 in Chicago; gest. 18. Oktober 2006 in Oak Ridge, Tennessee) war ein US-amerikanischer Atomphysiker und Wissenschaftsorganisator.

Biographie

Alvin Weinberg war der Sohn von russisch-jüdischen Einwanderern, sein Vater, ursprünglich ein Schneider, arbeitete sich bis zum leitenden Angestellten einer Kleiderfabrik in Chicago nach oben. Weinberg jr. wurde 1939 in mathematischer Biophysik von der University of Chicago promoviert. Während seiner anschließenden Mitarbeit bei der Abteilung für Metallurgie an der University of Chicago war er auch am Manhattan-Projekt beteiligt. Dort half er Eugene Wigner bei der Entwicklung der Hanford-Reaktoren, die Plutonium erzeugten. 1948 wurde er Forschungsleiter am Laboratorium in Oak Ridge. Von 1955 bis 1973 war er Direktor des Oak Ridge National Laboratory. In dieser Zeit leitete er die Forschung über den Einsatz von Isotopen in der Nuklearmedizin, die Folgenforschung von Radioaktivität auf Menschen und die Auswirkungen der nuklearen Energieerzeugung auf die Umwelt. Die Konzeption seiner Druckwasserreaktoren wurde zum Standard in den Atom-U-Booten der US-Flotte.

Ein sehr bedeutendes Projekt war ab 1970 die Entwicklung eines Flüssigsalzreaktors, der als "Brüter" arbeiten kann. Als Leiter des Oak Ridge National Laboratory warnte er 1973 vor den sehr deutlich erkennbaren Gefahren und explodierenden Kosten der mit weit höherem Aufwand gleichzeitig entwickelten "Brutreaktoren" ("Schnellen Brüter") und wurde daraufhin "gefeuert", sein Flüssigsalzreaktorprojekt wurde nicht weiterhin gefördert.

1963 verfasste er als Vorsitzender von John F. Kennedy’s Panel of Science Information-Komitee den Report mit dem Titel Science, Government, and Information mit Vorschlägen zur Verbesserung der Informationsvermittlung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, der auch nach ihm als Weinberg-Report benannt wurde. Weinberg war ein einflussreicher Regierungsberater, der insbesondere die Notwendigkeit von Großforschungszentren betonte und dazu Begriffe wie „Big Science“, „Technological Fix“ und „Trans-Science“ prägte.

Weinberg war ein Mitglied der National Academy of Sciences und der National Academy of Engineering. Am 18. Mai 1960 wurde ihm zusammen mit Walter Henry Zinn der Atoms for Peace Award verliehen. 1991 erhielt er den Eugene P. Wigner Reactor Physicist Award.

Seit 1995 wird von der American Nuclear Society jährlich die Alvin M. Weinberg Medal für Leistungen bei der Förderung des Verständnis um die sozialen Auswirkungen von Kernkraft verliehen.

Literatur

  • Eugene P. Wigner und Alvin Weinberg: The Physical Theory of Neutron Chain Reactors, 1958
  • Alvin Weinberg: Reflections on Big Science, 1969
  • Alvin Weinberg: Probleme der Großforschung, Frankfurt am Main, Suhrkamp 1970, 319 S.
  • Alvin Weinberg: The First Nuclear Era: The Life and Times of a Technological Fixer, Woodbury, NY, American Institute of Physics (AIP Press) 1997, 324 S., ISBN 1563963582

Weblinks

Quellen



Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alvin M. Weinberg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.