Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Alte Synagoge (Göttingen)

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alte Synagoge in Göttingen
Synagoge Untere Masch 1 (um 1935)

Die Alte Synagoge in Göttingen, einer Universitätsstadt im südlichen Niedersachsen, wurde von 1869 bis 1872 erbaut. Die Synagoge befand sich in der Unteren Masch.

Geschichte

Nach der im Königreich Hannover verordneten Konstituierung von Synagogengemeinden mussten die Juden aus Göttingen 1844 zusammen mit denen aus Geismar und Rosdorf einen Synagogenverband bilden.

Da der um 1710/20 eingerichtete Betraum in der Prinzenstraße und das Schulhaus in einem schlechten baulichen Zustand waren und sich die Zahl der Gemeindeangehörigen stark vergrößert hatte, ließ die jüdische Gemeinde ein neues Synagogengebäude im neuromanischen Stil errichten.

Bedingt durch den weiteren Zuzug von Juden nach Göttingen wurde die Synagoge nach den Plänen des Architekten Hans Breymann[1][2] erweitert und 1895 feierlich eingeweiht. Statt der bisherigen 200 verfügte die Synagoge nun über circa 450 Plätze.

Zeit des Nationalsozialismus und Nachkriegszeit

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung zerstört und am Tag darauf sprengte die Technische Nothilfe die Ruine. Ein Jahr später wurde das Gelände eingeebnet. Das Grundstück wurde 1940 an den Göttinger Spar- und Bauverein verkauft.[3] Wahrscheinlich wäre die Synagoge bei Bombardierungen am 18. oder 24. November 1944 mit zerstört worden.

Mahnmal am Platz der Synagoge

Im Jahre 1952 wurde das Grundstück, auf dem die Synagoge gestanden hatte, an die Jüdische Gemeinde zurückgegeben. Weil diese es nicht nutzen konnte, verkaufte sie es an den Deutschen Gewerkschaftsbund. Der neue Eigentümer errichtete 1955 auf dem Grundstück ein Gewerkschaftshaus. Der dreieckige Platz vor dem Grundstück wurde bis zur Errichtung des Mahnmals als Parkplatz genutzt.[3]

Gedenken

1960 wurde an dem Gewerkschaftshaus auf dem ehemaligen Synagogengrundstück eine kleine Gedenktafel für die Synagoge angebracht. Weil diese Tafel als nicht angemessen angesehen wurde, beschloss der Rat der Stadt 1970 die Errichtung eines Mahnmals.[3] 1973 wurde vor dem Göttinger Gefängnis an der Ecke Obere-/Untere-Masch-Straße, am Platz der ehemaligen Synagoge, ein Mahnmal eingeweiht. Die aus Stahlrohren pyramidenförmig in sich gedrehte Plastik auf der Grundform eines Davidsterns wurde vom italienischen Künstler Corrado Cagli geschaffen.[4] Am 6. Dezember 1991 beschloss die Stadt, den bebauungsfreien Teil des ehemaligen Synagogenstandorts zwischen Obere-Masch-Straße und Untere-Masch-Straße als „Platz der Synagoge“ zu benennen.[5]

Am 9. November jeden Jahres findet am Mahnmal auf dem Platz der Synagoge eine Gedenkfeier statt, während der auf spezifische Teile Göttinger Geschichte eingegangen wird. So wurde z. B. der von der Universität verwiesenen Wissenschaftler gedacht oder einzelner Familien.[6][7][8]

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Platz der Synagoge (Göttingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Maren Christine Härtel: Göttingen im Aufbruch zur Moderne. Architektur und Stadtentwicklung (1866–1989). In: Göttingen – Geschichte einer Universitätsstadt.. Band 3: Von der preußischen Mittelstadt zur südniedersächsischen Großstadt 1866–1989, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-36198-X, S. 764.
  2. Peter Wilhelm: Die Synagogengemeinde Göttingen, Rosdorf und Geismar 1850–1942. In: Studien zur Geschichte der Stadt Göttingen. Band 11, Göttingen 1978.
  3. 3,0 3,1 3,2 Guido Albrecht-Böning: „Geh nach unten,schau nach oben!“ (PDF) In: Göttingen. Brunnen – Denkmale – Kunstwerke. Stadt Göttingen, abgerufen am 9. November 2018.
  4. Mahnmal Synagoge. In: Göttingen. Brunnen – Denkmale – Kunstwerke. Stadt Göttingen, abgerufen am 7. November 2018.
  5. Gerd Tamke, Rainer Driever: Göttinger Straßennamen. 3. neu überarbeitete, wesentlich erweiterte Auflage. Göttingen 2012, S. 171 (stadtarchiv.goettingen.de).
  6. Gedenken an Reichspogromnacht in Göttingen. In: Göttinger Tageblatt. 12. November 2017 (goettinger-tageblatt.de).
  7. Göttingen Gedenkveranstaltungen zur Pogromnacht 1938. In: Göttinger Tageblatt. 9. November 2018 (goettinger-tageblatt.de).
  8. Gedenken an die Reichspogromnacht in Göttingen. In: Göttinger Tageblatt. 10. November 2019 (goettinger-tageblatt.de).
51.5363799.931126
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alte Synagoge (Göttingen) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.